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Gelbmann's Gaststube - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 27. September 2013
Update am 31. Jänner 2014
Experte
dieBrotvernichter
67
17
18
4Speisen
4Ambiente
4Service

Nach einem langem - mehr (Radfahrerin) oder weniger (Golfer) ;) anstrengendem - sportlichen Tag ist der Hunger bei uns noch viel größer. Also schnell so gegen 20h vom 22. über die Reichsbrücke zum Kopp und gewohnt gut aber einfach essen! Nein, der Kopp der ja äußerst großzügige Öffnungszeiten hat, hat an diesem Dienstag ab 16h geschlossen - so steht das auf den Kreidetaferl... Alternativprogramm mit Wiener Küche? Am Weg nach Hause?

Gelbmann im 16.! Der ist uns recht positiv in Erinnerung geblieben. Vor einem Jahr im Sommer, im hofseitigen Gastgarten ein einfaches aber gutes Pfeffersteak und geröstete Eierschwammerl (jawohl mit Ei) dazu grünen Salat gegessen. Alles zwar recht gut, aber nichts Besonderes. Man merkte: einfache Küche, einfache Teller, einfach angerichtet - fast schon tendenziell lieblos. Damaliger einziger Kritikpunkt: die verkohlte Topfenpalatschinke... ja, wir hätten gleich reklamieren sollen - zu sehr ins Gespräch vertieft, zu spät registriert - daher auch schon zu viel davon gegessen und das alles kombiniert mit dem Unwillen, noch länger auf eine neue Portion davon warten zu wollen - alles Ausreden, wir haben dazu gelernt... da hat der Herr Ober(lehrer) auch dazu beigetragen. Die verkohlten Überbleibsel der Palatschinke wurden damals unsererseits kommentiert: "Die war leider ordentlich angebrannt..." Daraufhin der Herr Ober: "Jo, des hättn's glei sogn miassn..." - Stimmt, Herr Ober! Ein kleiner Rechnungsabzug hätt uns gefreut und Ihnen nicht wirklich weh getan, oder?

Trotzdem, ganz unzufrieden waren wir ja nicht - großteils hat alles unaufgeregt passabel geschmeckt und die Preise waren angemessen. Kurzes Telefonat, - wir kommen.

Im Gastraum hat sich was verändert. Alles urige ist geblieben aber ergänzt durch eine Glaswand zum Nichtraucherbereich. Frisch ausgemalte weiße Wände, dazu helle antiquierte Beleuchtung. Angenehmes Wiener-Gasthaus-Ambiente. Vom sympathischen aber wortkarg strengen Herrn Ober (uns bekannt schon vom letzten Jahr) bekommen wir eine schöne Tischauswahl - das Lokal ist zur Hälfte voll. Und wir entscheiden uns für den Tisch mit viel Platz zu zweit.

Jetzt geht alles ganz flott: Karte kommt, Preissteigerung zur Kenntnis genommen - wir sind schnell entschlossen. Der Golfer braucht Energie: Vorspeise (Leberknödelsuppe € 3,30), Hauptspeise (Hirschragout mit Serviettenknödel € 14,80) und Nachspeise muss wieder eine Topfenpalatschinke werden, das war schon seit dem Nachmittag so für den Kopp geplant also auch wieder (trotz Einfahrer) im Gelbmann - dank dem Herrn Ober, wissen wir nun mit Extremsituationen umzugehen.

Der Speiseplan der Radlerin ist auch schon im Vorhinein organisiert: gebackene Schwammerl sollen's werden mit Salat. Im Gelbmann sind's Steinpilze, wie auch vor kuzem beim Kopp - perfekt. Ebenso vermeintlich puristisch mit Sauce Tartare - nur um € 5,00 teurer als dort - stolz, die € 15,50. Dazu wird extra noch ein kleiner Gemischter um mehr als € 4,00 bestellt UND natürlich Ketchup. Naja, wenn der Hunger groß ist und der Gusta noch dazu...

Ein Glas Wein für uns darf's sein: zum Hirschragout ein St. Laurent - ein fruchtiger Gelber Muskateller für den Ketchup-Fan. Jedes Achterl kostet faire € 3,80 und die beiden waren es wirklich wert. Alle zwei werden in unser heimisches Archivsortiment aufgenommen. Beratung dazu vom Herrn Ober war so trocken wie der St. Laurent aber halbwegs geduldig und nicht unfreundlich.

Die Suppe kommt schnell - auch in den Bauch. Kleines Schüsserl kräftige Rindssuppe (keine Consommè - brauchen wir auch nicht, wir können keine Geschmacksverstärker bemerken), großer Knödel (selbstgemacht, mit viel Leberanteil). Danke, war gut - der nächste Gang bitte.

Und auch der kommt bald hinterher: Schöne Stückerl Hirschfleisch geschmort im dunklen würzig sämigen Saft. Darin Wurzelgemüse, stand auf der Karte - war aber nur millimeterklein würfelig geschnitten und sehr vereinzelt zu finden. Zwei Scheiben Serviettenknödel kurz in Butter angebraten. Eine große Kompottbirnenhälfte mit Preiselbeeren dazu. Ja, alles in allem gute Küchenleistung. Auch da hat sich was zum Positiven verändert.

Die Steinpilze waren dann doch nicht so - wie gedacht und eigentlich gewünscht - alleine am Teller. Die kamen leider in enttäuschend zahlreicher Begleitung von Petersilerdäpfel, die nur noch wenig Platz für Steinpilze am Teller ließen. Begleitungen sollte man ankündigen. Auch bei Speisen - dazu ist die Speisenkarte doch da. Dann kann man als Gast noch präventiv Maßnahmen setzen. Für die Petersilerdäpfel fand sich schnell Verwendung - die wurden dann zum Hirschragout verspeist. Der kleine gemischte Salat war wirklich gut: von der Marinade bis zum Mischungsverhältnis der Gemüse top. Sehr frisch, sehr selbstgemacht - auch der Kraut- und Erdäpfelsalat. So wie die Sauce Tartare - erstaunlich gut. Die Steinpilze waren qualitativ in Ordnung, gut knusprig gebacken, deutlich erkennbarer Eigengeschmack der Pilze. So soll's sein. Aber mehr davon bitte schön - vor allem bei dem Preis ist Trixen mit Erdäpfel-Sättigungs-Beilagen nicht notwendig oder?

So jetzt die Topfenpalatschinke für den Golfer - die Radlerin will zu Hause naschen - der Golfer trotzdem auch. Herr Ober hat einen Einwand: es gibt auch Topfennockerl in Butterbrösel geschwenkt mit Zwetschgen-Holler-Röster. Ja, auch gut - Hauptsache Topfen. Und die 3 Nockerl waren wirklich gut - flaumig, angenehm süß duftende Brösel, ein bisschen Mohnbutter am Rand und ein schöner Klecks fruchtig zimtiges Kompott in der Mitte. € 6,50 bei ordentlicher Portion. Der Herr Ober hat's gut gemeint und aufmerksam für Zwei eingedeckt.

Ein spontanes Alternativprogramm - Wohlfühlstimmung im Lokal. Ein schöner Abend in angenehm gemütlicher Atmosphäre mit gutem Wein und detailverliebt zubereitetem Essen, das schmeckt. Bitter war diesmal zwar nichts an der Nachspeise - aber die Trixerei mit Sättigungsbeilagen umso mehr. Schade, wär' nicht nötig gewesen...

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Kommentare (2)

am 29. September 2015 um 07:14

Beim Gelbmann gehts auch schon ohne Rauch, danke liebes Gelbmann Team!

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Experte
67
17
am 31. Jänner 2014 um 08:20

Leistungssteigerung gibt's nicht nur im Radsport, sondern auch beim Gelbmann - daher eine Notensteigerung von uns: Karte so umfangreich und gut gestaltet, der Herr Ober wird uns immer sympathischer und auch wenn die Sättigungsbeilagen-Trixerei noch immer spürbar ist - die selbstgemachten Erdäpfelnockerl, der gebratene Blattspinat zu dem kleinen zarten Kaninchenschenkerl und die gebrösteten flaumigen Polentaschnitten zu dem weichen rosa Lammnüsschen - sind einfach verdammt gut! Da haben wir gerne mehr davon am Teller - zum Safterl tunken. Steak Beef Tartar zu zweit - und wir sind uns einig: ganz nach unserem Geschmack - schön fruchtig, würzig, pfeffrig leicht scharf abgeschmeckt. Frisch gehackt, schmeckt's uns halt am besten.
Der empfohlene Wein ist dort immer top: Blaufränkisch "Kastanie" vom Haiden (€3,+)
Wir müssen halt öfter kommen, sagt der Herr Ober - jawohl, Commander, das werden wir!

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Experte
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Gelbmann's Gaststube
Wilhelminenstraße 62
1160 Wien
SpeisenAmbienteService
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18 Bewertungen
Gelbmann's Gaststube - Karte
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