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Sopherl am Naschmarkt - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 18. August 2013
Experte
Alexgroops
53
7
18
4Speisen
3Ambiente
3Service
1 Check-In

Anlass meines Lokalbesuchs:

Die Auswirkungen einer feuchtfröhlichen Grillparty am Vortag spürend, saß ich antriebslos an diesem langweiligen Sonntag zuhause herum. Die Tatsache nur widerwillig zur Kenntnis nehmend, dass ich ich jüngeren Jahren drei Tage gefeiert habe und einen Tag zur Erholung brauchte und, seit ich die dreißig deutlich überschritten habe, sich dieser Umstand umgekehrt hat: Einen Tag feiern und drei Tage Erholung!

Was also tun, um diesem Tag noch einen halbwegs vernünftigen Sinn zu geben? Die ultimative Lösung: Wann, wenn nicht jetzt sofort, der Empfehlung von "magic" folgen und das angeblich beste Gulasch Wiens ausprobieren? Sonntag und Urlaubszeit, da konnte ich guten Gewissens eine Anreise mit dem Auto in Erwägung ziehen, nach Abwägung der Promilleanzahl, deren Konzentration in meinem Blut sich rein rechnerisch wieder entfernt haben müsste.

Tatsächlich war kein nennenswerter Verkehr auf den Straßen und ich konnte mich problemlos ca. vierzig Meter vor dem Sopherl in der Linken Wienzeile einparken. Ich näherte mich dem Lokal und die beiden Herren, die es sich an zwei der insgesamt acht kleinen Tische unter der großen, blauen Markise gemütlich machten, erzeugten zeitunglesend bei mir ein Gefühl von Wiener Gemütlichkeit.

Kaum Platz genommen, Blickrichtung zur für ihre Verhältnisse sehr wenig befahrenen Linken Wienzeile, erschien auch schon eine junge, blonde Kellnerin und reichte mir die kleine Speisekarte. ("Klein" bezieht sich auf die Kartengröße, nicht auf deren Inhalt). Dass ich ein großes Gulasch mit Semmerl bestellen würde, war klar, aber getränkemäßig war ich mir noch nicht schlüssig. Ich entschied mich für großes Soda - Himbeer, welches ich in Himbeer - Leitung umwandelte. Schnell stellte die Kellnerin es vor mir auf den Tisch. Es war relativ seicht, aber das konnte mir bei meinem großen Durst eigentlich nur recht sein.

Nach geschätzten zehn bis fünfzehn Minuten wurde es mir schließlich serviert, das angeblich beste Gulasch von Wien! Ich mache es mir jetzt ganz einfach in Form von Plus und Minuspunkten:

+ Große Portion, reichlich Saft und Fleisch vorhanden

+ Saft hatte richtige Konsistenz, nicht zu dünn oder dickflüssig

+ Fleisch war mager, genauso möchte ich es haben

+ Der Zwiebelgeschmack des Saftes war recht intensiv, sehr gut!

- Das Fleisch war weich, aber nicht butterweich. Änderte nichts am sehr guten Geschmack, aber der "zergeht fast im Mund" - Effekt blieb aus. Teilweise musste ich schon fleißiger beissen und kauen.

Und letzteres hat dem Gulasch die Höchstnote gekostet! Trotzdem ein beeindruckendes Geschmackserlebnis und mit 6,60 ein sehr gutes Preis - Leistungsverhältnis.

Nach dem Essen suchte ich die Toilette auf. Obwohl ich nur "klein" musste und die beiden Pissoirs keinen unhygienischen Eindruck machten, bevorzugte ich die Kabine. Nachdem ich mich notdürftig verrichtet hatte, stand ich vor einem Problem: Wo, verdammt nochmal, war der Spülknopf??

In der Nähe des Klodeckels konnte ich keinen finden. Ich suchte die vordere Wand ab und wurde nicht fündig. Diese Tatsache sorgte bei mir für allmähliches Kopfschütteln. Als positiv denkender Mensch bin ich der Meinung, dass es für alles eine Lösung gibt und ich würde diese meine Meinung nicht ausgerechnet am WC vom Sopherl am Nachmarkt aufgeben!

Ich würde das Geheimnis der Klospülung lüften und diesen Ort nicht verlassen, bevor ich die Lösung gefunden hatte! Andere Toilettenbesucher haben es schließlich auch geschafft! Also suchte ich in Sherlock Holmes - Manier die rechte, sowie die linke Wand nach Hinweisen auf eine Vorrichtung ab, mit deren Hilfe ich endlich den Beweis für meinen Toilettenbesuch beseitigen konnte! Nachdem ich noch immer nichts gefunden hatte, untersuchte ich den Fußboden nach einem Druckknopf. Vergeblich!

Schon leicht wütend geworden, stemmte ich die Fäuste in die Hüften, verzog das Gesicht und schaute resignierend nach oben. Und was sah ich? Die Lösung! Ein Spülkasten, der in einiger Höhe an der Wand montiert war, von dem eine dünne Kette nach unten hing, an der ich nur hätte ziehen müssen!

Zwei Gedanken überwältigten mich: "Wo bitte gibt´s denn noch so etwas??" Und: "Wie kann man eigentlich so blöd sein??"

Gleichzeitig machte ich mir bewusst, dass ich auf alte, nostalgische Sachen eigentlich stehe und muss gestehen, dass diese Spülvorrichtung aus den 50ern mir dieses Häusl symphatisch erscheinen ließ! Ginge es hier nicht um Restaurant, sondern um WC - Bewertungen, wäre dieses hier bei mir gut weggekommen!

Ich verließ diesen Ort und nutzte die Gelegenheit, gleich zur Bar zu gehen und meine Rechnung zu bezahlen. Ich möchte mich bei "magic" für die Empfehlung bedanken! Nicht nur, dass ich das Sopherl mit einem vollen Bauch und dem Gefühl verlassen habe, hier sehr gut und günstig gespeist zu haben! Auch hatte ich hier ein lustiges Toilettenerlebnis, zu dem es ohne deinen Tip wohl nicht gekommen wäre! :-)

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Kommentare (2)

am 18. August 2013 um 19:08

Hier heisst es Prioritäten setzen! Da das Essen natürlich eine höhere Priorität hat als das Klosett, ist die Bewertung des Gulasch in meinem Text auch HÖHER zu finden als das Toilettenerlebnis!

Gefällt mir1
Experte
53
7
am 18. August 2013 um 16:33

*grins* am Damen-WC schaut es net anders aus! Da gibt es auch diese Metallkette.
Schön, dass du zufrieden warst mit dem Gulasch!

Gefällt mir1
Experte
63
50
Sopherl am Naschmarkt
Linke Wienzeile 34
1060 Wien
Speisen
Ambiente
Service
34
29
33
7 Bewertungen
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