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Fritzzeria - Hof zur alten Mühle - Bewertung

am 11. August 2013
MapleLeaf
6
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3
3Speisen
3Ambiente
3Service

Nach dem gestrigen Besuch des Badener Kinderspektakels waren wir sehr hungrig und entschlossen uns daher am frühen Abend mit unserer 6jährigen Tochter im Gastgarten der Fritzzeria zu essen. Dieser befindet sich in einem urigen und üppig begrünten Hinterhof.
Nachdem wir die Getränke bestellt hatten, wählten wir unser Essen. Da auf der Karte nicht explizit ein Kinderessen deklariert war, fragte ich beim Kellner nach, ob es ein Kindermenü gäbe. Da er verneinte, fragte ich weiter, ob wir die Pasta Pomodori (Nudeln mit frischer Tomatensauce und Tomatenstückchen auch in halber Portionsgröße bekommen könnten. Ich erhielt die Antwort, das ginge nicht, die Portion sei nicht so groß, da müsse er "die Nudeln ja einzeln nachzählen". Normalerweise wäre ich da schon gegangen, denn diese Aussage erscheint im Kundenkontakt absolut inadäquat; da wir aber bereits die Getränke erhalten hatten und unser Kind großen(!) Hunger hatte, entschlossen wir uns, doch noch Essen zu ordern.
Wir bestellten also besagte Pasta Pomodori für das Kind, mein Mann eine Pizza Ruccola und ich Pasta mit hausgemachtem Pesto, Cocktailtomaten und kaltem Räucherlachs.
Das Essen kam nach angemessener Zeit frisch an den Tisch mit der Bemerkung des Kellners, daß sie die Portion etwas kleiner gemacht hätten. Ging also doch; es wäre mir auch schleierhaft gewesen, warum man statt 125 g Nudeln nicht auch 65 g für Kinder servieren kann. ...
Als die Pasta kam, stellte ich nach den ersten Bissen fest, daß sie (sowohl meine als auch die meiner Tochter) nicht vollständig gar war. Will sagen, im Inneren der Spaghetti befand sich ein mittelgroßer weißer = mehliger Kern, der an den Zähnen kleben blieb und ziemlich roh schmeckte. Als ich zum Kellner ging, ihn darauf aufmerksam machte und fragte, ob sie noch einmal in die Pfanne geworfen werden könnten, erntete ich dafür die Bemerkung, daß die Nudeln immer so gekocht würden, sie seien "al dente". Als ich höflich erwiderte, daß auch ich meine Nudeln "al dente" bevorzuge, diese aber nicht gar seien, holte er die Nudeln mit einem Blick, der töten könnte, von unserem Tisch ab. Wir kamen uns vor wie Querulanten, die eine unmögliche Forderung gestellt hatten. Dem nicht genug, kam doch ca. 1 min später der Koch/ Lokalinhaber aus der Küche heraus an unseren Tisch und erklärte, sie seien ein italienisches Restaurnat und Nudeln "al dente" müssten so sein. Da ich vor Jahren in Brenzone in Italien gelebt und in einem italienischen Restaurant gearbeitet habe, weiß ich nur zu genau, wie gute Pasta gekocht werden muß. "Al dente" besagt, daß die Nudel bissfest ist, will sagen, außen etwas weicher aufgrund der größeren Wasseraufnahme und innen härter. Auch zu beschreiben als leichter (!) Widerstand, den man beim Kauen spürt. Die Stärke im Mehl sollte aber auf jeden Fall aufgeschlossen sein und Wasser aufgenommen haben. Beisst man in eine Nudel und sieht noch einen weißen Kern in der Mitte, ist die Nudel schlichtweg noch nicht gar! Ganz davon abgesehen, dass einem dann die Stärke an den Zähnen klebt, trübt es auch arg die Geschmacksnerven und läßt den Kiefer ermüden. So blieb mir nur wieder die Aussage, daß diese Nudeln nicht gar seien. Der Koch beharrte auf dem "al dente" Zustand, meinte aber, er würde uns die Nudeln trotzdem weich kochen. Da fühlte sich jemand arg auf den Schlips getreten, wie ich dem belehrenden Zusatz "wir sind ein italienisches Restaurant" entnahm. Doch die Bereitschaft, die Nudeln erneut zu kochen, zählt. Für mich gab es keine andere Alternative, da ich halbgare Nudeln nicht essen möchte.
Nach kurzer Zeit kamen beide Teller wieder, dieses Mal tatsächlich "al dente", also schön bissfest und gar. Beide Gerichte schmeckten gut, ebenso die Pizza meines Mannes. Der Hefeboden der Pizza war dünn, kross und trotzdem saftig, sehr gut aufgegangen. Der Belag war gut: die Pizzaiola (Pizzasossengrundlage aus Tomaten und Gewürzen) schmeckte ausgewogen, der Ruccolasalat frisch und knackig, der Rohschinken war reichlich vorhanden.
Die Preise waren angemessen: 9,60 € für die große Pizza, 10,80 € für meine Räucherlachs-Pasta und reduzierte 6,00 € (statt 7,30 € ?) für die Pasta Pomodori.
Bleibt nur noch ein Nachtrag: im heutigen Konkurrenzkampf der Lokale halte ich Kinderfreundlichkeit für eine unerlässliche Bedingung, um Kunden zu gewinnen respektive zu halten. Jeder-auch kinderlose Menschen- können sich denken, daß (kleine) Kinder kleinere Mägen haben und daher kleinere (und günstigere) Portionen benötigen. Ich finde es positiv, nicht unbedingt den heutzutage gängigen Standard Wienerschnitzel, Würstchen, Pommes und Fischstäbchen anzubieten. Umso einfacher sollte es doch sein, eine kleine überschaubare Anzahl von Gerichten, die sowieso auf der Karte stehen, für Kinder auch in halber Portionsgröße anzubieten. Das ist sicher keine überzogene weltfremde Forderung. Denn merke: sind die Kinder zufrieden, sind es auch die Eltern.
Abgesehen vom (kleinen?) kulinarischen Missverständnis wäre das vielleicht noch eine Anregung für die Fritzzeria, die man auf der Karte vermerken könnte....viele Eltern wären dankbar und kämen gern wieder.

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Kommentare (2)

am 2. November 2013 um 22:27

Die 3 für den Service auf der Skala von 0-5 habe ich deshalb vergeben, weil der Kellner sich noch eines Besseren besonnen hat und es auf einmal doch möglich war, eine kleinere und günstigere Kinderportion zu bekommen. Weiterhin hat der Koch uns die Nudeln erneut gekocht. Daher habe ich mein gefühltes Ressentiment beseite geschoben und versucht, es so objektiv wie möglich zu sehen. Nichtsdestotrotz bleibt natürlich der erste von mir geschilderte Eindruck, der durch nichts zu beseitigen ist. Ich glaube, das wird bei potentiellen Lesern des Kommentars genauso ankommen.

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6
1
am 28. Oktober 2013 um 11:13

Ich kenne das Lokal ganz gut, so ein ignorantes Verhalten habe ich dort allerdings noch nicht erlebt.
Wenn´s so war, wundert mich das Gut für den Service doch etwas.

Abgesehen davon, bin ich auch der Meinung, dass das Lokal als Fritzeria (vormals Venezia unter gleicher Leitung) doch ziemlich nachgelassen hat.

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Fritzzeria - Hof zur alten Mühle
Wassergasse 16
2500 Baden
Niederösterreich
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Fritzzeria - Hof zur alten Mühle - Karte
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