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Schloss Restaurant Thürnlhof - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 4. August 2013
Experte
bubafant
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29
3Speisen
3Ambiente
3Service
37 Fotos1 Check-In

Das Restaurant Thürnlhof liegt am Ende einer Sackgasse, sehr idyllisch. In den Räumen des Schlosses kann man standesamtlich heiraten und hat eine Waschküche, das Grenadierstüberl, den Napoleon Salon, den Spiegelsalon und den Webersaal mit in Summe knapp 250 Sitzplätzen zur Auswahl. Von Jänner bis Oktober, Montag bis Samstag gibt es zwischen 14:00 und 17:00 Uhr die Happy Henderl Aktion. Wir sind im Besitz eines Gutscheines für ein saisonales 4-Gang-Menü und haben telefonisch reserviert. Bei Schönwetter im Garten. Auf der Werbetafel vor dem Lokal wirbt man tatsächlich mit dem Wort "* lecker *".

Durch ein schmiedeeisernes Tor betritt man den großen gekiesten Gastgarten, geprägt von riesigen Oleandern in Töpfen, die zum Teil zu regelrechten Räumen zusammengestellt sind. Rund 200 Gäste sollen hier lt. Homepage Platz finden. Wir werden zu unserem reservierten Tisch geführt. Ringsum Biergartenbestuhlung in Reinkultur, die Stühle mit Armlehnen und Sitzpolsterl und ohne Schnickschnack am Tisch, nur Menagen und Ascher.
Unser runder Tisch hingegen ist mit einer halbrustikalen bunten Tischdecke samt Flecken (aus der Wäscherei?) eingedeckt. Menage, Ascher, weiße Stoffserviette, Besteck und ein kleines Weinglas. Der Kellner fragt nach Wünschen bezüglich eines Aperitifs, wir bestellen allerdings nur ein Glas Heideboden (auf der Rechnung als Cuvée) von Nittnaus (EUR 6,50). Der Wein wird bereits in Gläser eingeschenkt serviert, das Leitungswasser in einer kleinen Karaffe und damit die kleinen Weingläser befüllt.

Ochsencarpaccio Parmigiano mariniert mit Extra Virgin Olivenöl, Limetten, Blumenkresse und Speck
Die dazu servierten Toastbrotecken sind stellenweise angebrannt, gleichzeitig allerdings lasch. Das Carpaccio ist mürbe und zart, lässt sich mit der Gabel zerteilen. Versehen mit viel Knoblauch und Gewürzen entfalten sich verschiedene Geschmäcker im Mund. Die dazu servierten großen Kapern und Oliven haben ziemlich Geschmack, offensichtlich eingelegt.

Rindsuppe mit getrüffeltem Eierstich
Leider kann dieser Gang das Niveau des Beginns nicht halten. Die Suppe ist dunkel und selbst gemacht. Leider aber dermaßen gestreckt, dass sie ohne Fettaugen quasi geschmacklos ist. Auch der Eierstich schmeckt fad.

Wir sitzen mit Blick auf das Schloss, die relativ schmucklose Fassade könnte wieder einen Anstrich gebrauchen. Die Sanitärräume erreicht man über diverse Treppen im ersten Stock, wo sich auch die kleineren Extrastüberl und –räume befinden. Der Vorraum zu den WCs fungiert gleichzeitig als Garderobe. Beim Eintritt in den Gastgarten wird man vor dem Hund gewarnt. Ich tippe eher darauf, dass man nicht auf das kleine Exemplar treten soll, dieser scheint zudem altersbedingt schon schwerhörig zu sein. Bei unserer Ankunft rastet allerdings ein ziemlich großer Gast Hund bei seinem Ansichtig werden derart aus, dass er sein Herrl fast samt dem schweren Stuhl umreißt. Ich würde fast schwören, dass der beheimatete Hund nicht einmal die Kläfferei hörte …
Eine große, familiär verbundene Gruppe erscheint am frühen Nachmitttag und taucht in das Hendlerlebnis ein. Mit Haut, ohne Haut, mit Knochen, ausgelöst, mit Erdäpfelsalat, ohne etc. Für die Servicekraft werden die Teile mit verschiedenem Bestreuen mit Kräutern gekennzeichnet. Serviert in hübschen Körbchen.

Gefüllte Bio-Maishühnerbrust mit Kräuterfarce auf Waldpilzrisotto
Das ist eine Portion für Schwerarbeiter. Viele Stücke vom Huhn mit geschmackvoller Fülle, die Kräuter runden das Geschmackserlebnis gut ab. Das Risotto findet Gnade auf meiner nach oben offenen Konsistenzskala und harmoniert sehr gut mit den Eierschwammerln und Steinpilzen im gschmackigen Safterl. Die Tomaten und Kapern kennen wir schon von der Vorspeise.
Während wir diesen Gang genießen erscheint die Chefin auf der kiesigen Bildfläche und begrüßt die große Gruppe mit der Hühnerbestellung. Danach kommt sie zu uns und fragt nach, ob alles in Ordnung ist, da wir die Testkandidaten für den Deal sind. Es folgen noch Erläuterungen, warum sie sich für diesen Weg entschieden hat und Gott sei Dank bemerkt sie noch rechtzeitig, dass währenddessen unser Essen kalt zu werden droht und wendet sich wieder anderen Gästen zu. Ein bleibender Eindruck mit ihrer Kittelschürze und dem Verdacht, da will jemand etwas sein, was nicht wirklich zusammenpasst.

Waldbeerensüppchen abgestimmt mit Grand Marnier, dazu Vanilleeis mit Minzöl
Der dazu bestellte Cappuccino (EUR 4,00) wird rechtzeitig vor dem Dessert serviert. Auf dieses warten wir allerdings in Summe doch recht lang (der große Tisch mit dem Federvieh …). Die Beerensuppe ist leicht säuerlich im Geschmack, das Eis und die Erdbeeren sind in Ordnung, das Minzöl hinterlässt keinen Eindruck, das Gebäck ist quasi geschmacksneutral und leicht fett.

Fazit: Das Menü zeigte sowohl Stärken als auch Schwächen, der Kellner hatte grundsätzlich den Gastgarten gut im Griff, vor allem war er alleine auch für das Lokalinnere zuständig. Leider ist online keine Speisekarte einzusehen, und wegen des vorbestimmten Menüs haben wir keine zu Gesicht bekommen. Der Gastgarten ist es wert, wieder zu kommen, vielleicht zur HappyHendlHour.

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Kommentare (1)

am 4. August 2013 um 12:33

Werbebotschaften mit *lecker* schreien nach einer Bewertungskategorie für Corporate Wording ;-)

Gefällt mir1
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Schloss Restaurant Thürnlhof
Münnichplatz 5
1110 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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5 Bewertungen
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