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Sopherl am Naschmarkt - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 30. Juli 2013
Experte
amarone1977
315
75
30
2Speisen
3Ambiente
3Service
2 Fotos1 Check-In
Gelistet in: Wien - Beisl & Co.

Kurzes Speisen-Memo am Naschmarkt.

Neugierig durch mehrere Berichte profunder Bewerter mache ich am Weg zum Popfest am Karlsplatz Station beim „Sopherl“.
Gerade mal eine halbe Stunde bleibt Zeit für ein Gulasch und ein Bier.

Drinnen ist’s urig original, Details wie das Waschbecken vor den Toiletten (eigentlich noch im Gastraum) gehören von der UNESCO geschützt, genauso wie der Toilettenabgang im Café Prückel. Wer sowas heute noch so planen wollte, würde wohl vom Marktamt mit schönen Grüßen bedacht werden.

Die Kellnerin ist sachlich-freundlich, das kleine Schremser ist flott und gekonnt gezapft.

Fiakergulasch. Ich komme hierher, um das angeblich beste Gulasch Wiens zu probieren. Was könnte mir vor dem Auftritt der Vokalartisten von Bauchklang Besseres passieren?

Nun, zuerst mal wird natürlich der „grüne Fiaker“ in Form der Essiggurke abbestellt. Alles andere darf so sein wie’s g’hört.

Und so kommt es, farblich wie erhofft, der Appetit ist enorm.
Ganz so wie ich es mir erwartet hatte, war’s dann aber doch nicht.

Warum: zuerst mal wird das Spiegelei durchgebraten. Laut Kellnerin, weil das nach mehreren Beschwerden von Gästen so geändert wurde.

Wer bitte wollte das so? Deutsche Touristen, die auch das Wienerschnitzel lieber mit Mehltunke hätten? Ich bestelle ja Knödel mit Ei auch nicht mit rohem Ei.
Bitte die Spaghetti Bolognese ohne Fleisch – und statt den Nudeln bitte mit Reis…

Nun gut, beim nächsten Mal kann man ja das Spiegelei original bestellen.
Trotzdem begeistert mich die hier zelebrierte Gulaschvariante nicht so ganz: das Fleisch lässt sich zwar schön zerteilen und auffasern, doch könnte das Fleisch ein wenig saftiger sein.

Apropos Saft: der kommt beim ersten Löffel ordentlich papriziert daher, die von mir so geschätzte dichte Fruchtigkeit gepaart mit intensiver Gulaschnote, die man wirklich nur in Wien bekommt, bleibt aber aus.

Zu guter Letzt der Knödel: grundsätzlich in puncto Konsistenz, Größe und Zutaten in Ordnung, allerdings schwamm der sicher einige Längen zu viel im nicht mehr kochenden Wasser.

Liebes Sopherl! Für’s Gulaschlexikon also meiner Meinung nach nicht ganz das, was ich mir erwartet habe, es bleiben hier allerdings noch einige hier mehrfach lesenswert beschriebene Spezialitäten, die es wohl lohnen, probiert zu werden.

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Kommentare (6)

am 31. Juli 2013 um 12:05

magic: bzgl. Fleischkonsistenz gibt's jetzt natürlich die Wadschinken-Fraktion und die Wadschinken-Gegner-Fraktion ;-)
Ich mag das eine wie das andere - die schönen "Gelee"-Adern sind natürlich für mich absolut wünschenswert, wenn sie nicht vorhanden sind, ist das auch nicht schlimm.
Was aber gar nicht sein darf: wenn das Fleisch beim Beißen im Mund scheinbar immer "mehr" wird und das Bier die trockenen Fasern von den Kauflächen runterspülen muss ;-P

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Experte
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am 30. Juli 2013 um 23:36

Meines Wissens wurde früher nicht Schmalz sondern Kernfett beim Rindsgulasch verwendet. Schmalz = Schwein, Kernfett = Rind

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197
51
am 30. Juli 2013 um 21:43

Genauso mach ich unser Gulasch auch; aber ich geh zu meinem Fleischhauer und verlange "Gulaschfleisch, aber bitte keinen Wodschunken" und krieg herrlich zartes und mageres Fleisch und daraus resultierend ein Supergulasch (wie in deinem Link beschrieben).

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50
am 30. Juli 2013 um 20:39

@ magic

Doch, doch, doch. Ich will da Fett sehen, Zwiebel mit Liebe und viel Zeit in Schmalz langsam geröstet. Das Fleisch mit der nötigen Ehrfurcht im eigenen Saft gedünstet bis die Zwiebel von selber zerfällt und das Schmalz als herrliches Auge nach oben steigt.

In meiner Jugend gabs das tatsächlich noch so wie Frau Zii es hier beschreibt. Das wirkliche Wirtshausgulasch:

Link

Heute kann man schon froh sein wenn sich wer auch nur daran errinnert.

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29
10
am 30. Juli 2013 um 20:15

Das Fleisch könnte ein wenig saftiger sein ... du gehörst also zur Fraktion der "Gulasch, fett und glibbrig"-Liebhaber.
Tut mir leid, wenn es dir nicht geschmeckt hat; ich hatte bisher aber auch nur Gulasch (ohne was) mit einem Semmerl.
Und auf dem Gulasch wollen wir alle kein Fett und keinen Glibber sehen a la Wodschunkn.

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Experte
63
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am 30. Juli 2013 um 19:36

Mir kommt auch vor das dein Gulasch etwas rötlicher ist. Meines war doch etwas bräunlicher. Schau dir mal die Bilder an.
Ich war vor ca. 1-2 Monaten mit Schwiegervater und Frau dort und hatten leider auch ein eher negatives Erlebnis. Das Knödel vom Fiakergulasch war leider vom Vortag was der Kellner auch zugab und das Pleskavica war überwürzt. Wir bekamen aber nach der Reklamation einen Schnaps aufs Haus.

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51
Sopherl am Naschmarkt
Linke Wienzeile 34
1060 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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7 Bewertungen
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