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At Eight - Hotel The Ring - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. Juli 2013
Experte
bubafant
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4Speisen
4Ambiente
4Service
37 Fotos1 Check-In

Es ist wieder DiningCityWoche. Diesmal fällt unsere Wahl auf das at eight. Laut Homepage macht sich das at eight schick für den Abend – 'dressing up for the evening'. Soll heißen, das Restaurant stylt sich zwischen 15:00 und 18:00 Uhr für seine Abendgäste, eine andere, intimere Atmosphäre, als für das Frühstück und den Lunch tagsüber. Die Passion für Essen und Trinken soll im Mittelpunkt stehen. Faszinierende Kombinationen von Gewürzen, Saucen, Kräutern und Ölen soll zu einem Erlebnis geformt werden – die 'Magie an den Tisch servieren', ist das Ziel. Wir waren um sechs da und "um acht" auch schon wieder weg.

Die Adresse – am Ring – lässt es leider schon erahnen. Den wunderschön gestalteten, vorgelagerten Gastgarten mit bereits hübsch eingedeckten Tischen, hochwertiger Bestuhlung mit Sitzauflagen und Extra-Kissen, und Abgrenzung mit geätzten Glaselementen gegenüber dem Gehsteig lassen wir im wahrsten Sinn des Wortes – links liegen. Einerseits ist es brütend schwül in der Stadt und andererseits bringt der Verkehr am Ring eine ziemliche Geräuschkulisse mit sich. Der absolute Negativpunkt sind aber die diversen Straßenbahn-Linien, die sich genau um diesen Gastgarten zirkeln. Wir bevorzugen den klimatisierten Innenbereich, kein Problem, auch hier ist ausreichend aufgedeckt.

Der Nichtraucherbereich ist noch leer und wir können uns einen Tisch aussuchen. Für die Rückendeckung wird es der Tisch in der Ecke, an beiden Seiten Glasfronten, mit tiefen, gepolsterten Sitzmöglichkeiten zwischen den verspiegelten Säulen an der Außenfront. Selbige ergeben ein irres Spiel mit Blickwinkeln und –achsen, vor allem, wenn draußen die Straßenbahnen ihre Runden ziehen, sieht man das in x-facher Ausführung und in alle Richtungen.
Der relativ kleine Holztisch mit ausreichend Abstand zu den Nebentischen ist eingedeckt mit einem nude-farbenen Paarläufer, ausreichend Besteck, Gläser, Gedeck-Teller, weiße Stoffserviette, Vase und Teelicht. Die doch nüchtern ausgestalteten Sessel sind mit königsblauen Hussen verhüllt. Der gesamte Bereich ist in angenehm warm wirkender Holzoptik gestaltet, viele Lichtquellen, auch indirekte, Kunstdrucke an den Wänden, sowie geschmackvolle Deko. Die Linie zum Rauchbereich wird nur mit einem dünnen Vorhang gezogen, Geruchsbelästigung können wir nicht wirklich ausmachen.

Die Frage nach einem Aperitif entscheiden wir zugunsten einer antialkoholischen Variante. Eine Holunderblütenlimonade mit Minze im servierten Glas (0,5 l in der Bügelflasche, die sich mit stolzen EUR 6,50 auf der Rechnung niederschlägt). Das DiningCityDinner (EUR 39,00) ist vorgegeben, nur bei der Hauptspeise können wir zwischen Fisch und Fleisch wählen. Eine Weinbegleitung inklusive Aperitif (3 Gläser) um EUR 28,00 wird angeboten.

Nachdem uns der Restaurantleiter an den Tisch gebracht hat, übernehmen die weitere Betreuung des Abends zwei Damen, alternierend, einmal eine erfrischend agierende, nicht immer sattelfeste Auszubildende und die Servicechefin. Und so bekommen wir vorab ein

Gedeck (EUR 4,00)
Auf einem großen Teller finden wir Tomatensalz, Ingwersalz, Rosa Pfeffer Öl auf Olivenbasis und Trüffelbutter. Das Öl wird am Tisch aus dem Kännchen in ein kleines Schälchen gegossen. In einem Körbchen Weiß- und Olivenbrotstangen, die sicher schon etwas länger frisch aufgebacken sind. Dem Öl kann ich nicht viel abgewinnen, die Butter und die Salze sind sehr in Ordnung.

Weiter geht es mit dem Gruß aus der Küche
Sellerie-Apfel-Espuma mit Parmesan und Oliven
Ein dunkles Holzbrettchen, darauf eine Straße der Espuma, garniert mit dem Parmesan und Kräutern. Optisch einfach nett anzuschauen, ist dieser Gruß ein einziger Genuss, Apfel und Sellerie fein aufeinander abgestimmt und sich perfekt ergänzend, auf dem Weg zum Mund sich fast verflüchtigend. So positiv eingestimmt, vergesse ich fast, dass die Vorspeise eine Zutat enthält, die ich bis dato immer unter 'Speisen, die Sie nicht mögen' angegeben habe.

Oktopus, Gazpacho, Chorizo, Sauerrahm
In tiefen Tellern bekommen wir den Oktopus samt Gemüse. Aus einem Kännchen serviert der Kellner das Gazpacho am Tisch darüber. Er schätzt die Menge falsch ein und muss für den zweiten Teller ein Kännchen aus der Küche nachholen. Ob aufgrund meiner flachsigen Bemerkung, oder auf alle Fälle kann ich im Nachhinein nicht mehr beurteilen.
Der Unbehagen verursachende Oktopus ist zart, gut im Biss, nicht gummiartig und bei den Saugnäpfen schließe ich innerlich meine Augen. Chorizo muss im Gazpacho gewesen sein, hat keinen großen Eindruck gemacht. Gute Zutaten, ordentlich zubereitet, aber nichts Besonderes. Danke für die Mithilfe beim Abbau meines Tintifax-Traumas.

Für die Hauptspeise bestellen wir einen Wein aus der Begleitungsempfehlung, einen Weißburgunder 2012, Judith Beck, Gols (EUR 5,40). Dabei wird vom Kellner das zweite Glas vergessen, auf Nachfrage allerdings nachgebracht. Eine blaue, personalisierte Glasflasche mit Leitungswasser wird eingestellt (ohne Berechnung). Das Besteck für den Fisch wird mit weißen Handschuhen ausgetauscht. Serviert wird von der versierten Chefin des Services mit den Worten 'genießen Sie Ihre Speise':
Kabeljau, Nussbutter, Passe Pierre, Kirsche
Erster optischer Eindruck: der Fisch thront auf einer Palatschinke, aber nein, das ist die Nussbutter. Auf dem dicken, sehr gut schmeckenden Fischfilet blubbert ein Schäumchen vor sich hin, ein paar Thai-Spargelstangen, sowie mörderisch gute, eingelegte Kirschen mit einem grünen Tüpfelchen drinnen. Ich gehe davon aus, dass das die Alge war.
Abserviert wird stets mit den Nachfragen, ob alles in Ordnung war und ob es uns geschmeckt hat.

Vor dem Dessert legen wir eine kleine Pause ein und bestellen dann dazu einen Cappuccino (EUR 4,40). Das Lokal füllt sich schön langsam, allesamt DiningCity-Gäste, auch im Gastgarten, auf den man von unserem Platz aus einen perfekten Ausblick in jeglicher Hinsicht hat. Ausländischen Touristen bietet man auch die Speisen von der Menüfolge an, ich kann nicht beurteilen, ob es für Außenstehende ersichtlich war, dass es quasi nur ein reduziertes Speisenangebot gibt.

Weiter geht es mit dem Dessert:
Erdbeere, Pistazie, Amaretto, Sabayon
Eine opulente süße Straße quer über den länglichen Teller. Eine Augenweide. Sämtliche Bestandteile sind einfach sehr gut, bis auf die Mini-Buchteln, die sind fad und trocken und Gott sei Dank nur zu zweit.

Nach dem Abservieren erscheint nochmals der Kellner und schmettert ein 'Betty's Fuß' über den Tisch. Fragezeichen. Bis er das mitgebrachte Holzbrettchen in unserer Mitte auf den Tisch bringt: Petit Fours ! Schokopralinen mit Himbeere, Himbeerespumatörtchen und gefüllte Schokokapseln. Eigentlich schon zu viel des Guten, denn das Dessert war der krönende Abschluss des Menüs und diese Pralinen kommen nicht an die Qualität heran.

Fazit: Wir haben uns sehr wohl gefühlt, das Ambiente und der Service sind einwandfrei. Die kleinen Lustigkeiten haben den Abend aufgelockert. Die Speisen sind von guter Qualität, auch wenn die vollmundig angekündigte Magie unseren Tisch nicht immer ganz erreicht hat, ist ein Besuch lohnend. Rückblickend hat DiningCity keine große Ersparnis gebracht, denn das dreigängige Abendmenü kostet regulär EUR 41,00, auch die Weinbegleitung kostet nur einen Euro mehr. Vier Gänge um EUR 51,00 und fünf Gänge um EUR 58,00. Bei einem 2HaubenLokal erlaubt man sich zu den vergünstigten EUR 29,00 für das Abendmenü einen Aufpreis von EUR 10,00 zu verlangen (je weiterer Haube nochmals EUR 10,00). Also, um mit Helmi zu sprechen: schau genau!

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Kommentare (2)

Unregistered am 1. Dezember 2013 um 15:20

kleine Anmerkung: das Restaurant ist komplett Nichtraucher. Raucher haben die Möglichkeit statt raus in die Kälte in die gemütliche Dringsbar, welche ebenfalls zum Hotel/Restaurant gehört zu gehen.

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Unregistered
Kein Tester
am 25. Juli 2013 um 10:06

Wahrscheinlich hat man hier länger fürs anrichten und dekorieren der Speisen gebraucht als fürs kochen. Kindergartenanrichte at his best. Nun, ja wers braucht. Angeblich isst das Auge ja mit. ;-)
Ich leide anscheinend an einer Sehstörung, denn so eine Kitschanrichte wirkt sich appetitabregend aus.

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51
At Eight - Hotel The Ring
Kärntner Ring 8
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
41
41
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4 Bewertungen
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