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Ristorante Pizzeria il Tavoliere - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 23. Juli 2013
Experte
amarone1977
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75
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3Speisen
3Ambiente
4Service
7 Fotos1 Check-In

amarones Suche nach dem Heiligen Carbonara-Gral. Kapitel 257.
Diesmal dank der Empfehlung des geschätzten (Ex-)Users walt im beschaulichen 15. Bezirk.

Keine Ahnung, worüber sich die Leute immer beklagen, der 15. Bezirk hätte zu hohen Migrationsanteil. Wien war immer schon ein Schmelztiegel der Kulturen, wer weiß, wie Wien wohl heute wäre, ohne Türkenbelagerung und „Ziegelbehm“.
Kein Meidlinger L, keine Kaffeehauskultur. Wer war „zuerst“ da, was ist der „echte“ Wiener? Lassen wir das also.

Noch dazu sind die Wohnbereiche in Fünfhaus erstaunlich ruhig, ja schon fast zu ruhig. Am Reithofferplatz mit dem gleichnamigen Park spielen Kinder und Jugendliche Fußball, wer weiß ob hier die nächste Generation grün-weiß heranwächst. Das ist der einzige „Lärm“ an jenem sonnigen Frühabend.

Das „Il Tavoliere“ liegt genau an diesem Platz.

Kleine Zweiertische draußen an der Hausmauer, ein kleiner Sitzgarten anstelle der Längsparkplätze. Gepflegt, die „Riservato“-Schilder sind wohl vorsorglich platziert, um jene „maleducati“ daran zu hindern, sich einfach ohne zu fragen hinzusetzen.

Kein Problem, rein ins Lokal. Das allgegenwärtige Bildnis von Totò begrüßt mich an der Bar, doch der Schein trügt: Totò war ein Napoletano, die Hausherren sind Pugliesi. Apulien also. Der eine Ragazzo originale, der andere zwar nicht, dürfte aber ein ordentliche Portion Italien mitbekommen haben, woher auch immer. Er kennt sich aus, beim Erklären der Tagesempfehlungen kommt mehr als nur Standardfloskeln.

Hier gibt’s natürlich die deftigen Sachen, die so mancher „Nordico“ nicht kennt. Auf den ersten Blick fällt mir zwar kein Gericht mit Pferdefleisch auf (eine Puglieser Bekannte von mir hat unzählige Gläser voll mit carne di cavallo im Keller gelagert), doch ich probiere mal:

Minestrone alla contadina.
Was die Bäuerinnen mit der traditionellen Gemüsesuppe in Apulien so anstellen, wusste ich bis dato nicht.
Serviert wird eine ordentlich deftige Angelegenheit: ziemlich eingekocht, dadurch auch mit sehr weichem Gemüse und auffällig „olivgrünen“ Erbsen. Dazu hat der Cuoco ordentlich mit dem Pfefferstreuer geschüttelt, der feine Pfeffer macht die Sache dezent aber nachhaltig scharf.
Die Schweißperlen lassen nicht lange auf sich warten.

Spaghetti Carbonara. Portatemeli!
Zuerst kommt eine Miniaturportion à la 5-Sterne-Restaurant, samt kunstvoller Ornamentierung „al balsamico“. Doch ein zweiter Teller wird grinsend beigestellt.

Licht und Schatten: einerseits sind die Spaghetti perfekt gekocht, die „Schmierkonsistenz“ wird auf die Spitze getrieben, ohne Schlagobersschwindelei zubereitet. Bravi!
Weniger gut: warum man die riesigen 2x0,5cm-Stücke vom undefinierbaren Schinken nimmt, weiß nur der Diavolo pugliese. Ich warte immer noch auf kleine, feine, schön „zerlassene“ Stücke vom Pancetta. So bleiben die Fleischstücke am Teller.
Dazu: das Deja-vus mit dem feingemahlenen Pfeffer, mit dem Salz könnte man auch ein wenig dezenter sein.

Dolce: Tris della casa.
Torta della nonna, also Zitrone, Crema pasticcera, Pinienkerne. Viel zu süß für meinen Geschmack.
Ebenso die Karamel-Birnen-Schnitte, deren Zuckergehalt den Eigengeschmack der Früchte erschlägt. Warum immer Zucker? Zucker ist kein Geschmacksgeber, aber ein Geschmackstöter, so leid es mir tut.
Jeweils die Hälfte bleibt stehen. Schade!
Die Profiteroles gehen in Ordnung.

Tutto sommato: Gute Küche, für ein Sehr gut kann ich mich leider nicht durchringen, dafür sitzen Zucker- und Salzstreuer zu locker in der Hand.
Die Suche nach der „vera Carbonara“ geht zudem in die nächste Runde.

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Kommentare (1)

am 23. Juli 2013 um 21:47

Mein Mitgefühl ist Dir gewiß. Ich habe noch nie bessere Spaghetti Carbonara bekommen, als ich zu Hause kochen kann. Und denen gäbe ich einen knappen 4er.

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Experte
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Ristorante Pizzeria il Tavoliere
Goldschlagstrasse 34
1150 Wien
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