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Mirli - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 18. Juli 2013
Experte
kuechenmeister
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25
4Speisen
4Ambiente
2Service

Nach längerer Zeit wieder einmal ein Besuch im Mirli. Ich bin neugierig, was die neuen Betreiber, aktiv seit April 2013, aus dem Lokal gemacht haben.

Das Mirli ist ein zauberhafter Ort. Ein Forsthaus aus dem 18. Jahrhundert, ganz allein stehend auf einer Lichtung oberhalb des Irenentals im Wienerwald, weit und breit kein Haus, nur Wälder, Hügel, eine Wiese mit alten Obstbäumen, und das nur einige wenige Kilometer von Wien entfernt.

Wir haben einen Tisch auf der Terrasse reserviert. Dort kann man die Aussicht genießen, jetzt im Sommer draußen, ansonsten im östlichen Teil der Terrasse hinter Glas. Terrassenboden, Geländer, Tische und Stühle sind aus Holz, die sparsame Dekoration ist bäuerlich, das Ambiente ländlich.

Der reservierte Tisch ist nicht reserviert, wir sollen uns einfach einen aussuchen, meint die Kellnerin. Gedeckt ist der Tisch auch nicht, das wird sich wohl bald ändern, denke ich. Irrtum. Kein Tischtuch, keine Sets, bis auf Messer, Gabel und Papierserviette auf nacktem Holztisch kommt da nichts.

Wir werden nach dem Aperitivwunsch gefragt, wir bitten um Mineralwasser, einen Gelben Muskateller vom Skoff und einen Pfiff Bier. Der Muskateller ist hervorragend, nur schade, dass er in einem billigen Pressglas mit Rollrand serviert wird. Der Pfiff mundet auch, aber dass er in einem Wasserglas mit Aufschrift „Vöslauer“ daherkommt, lasse ich vielleicht am Würstelstand durchgehen, aber sicher nicht in einem Lokal mit kulinarischem Anspruch und entsprechenden Preisen.

Die Speisekarte ist vielversprechend. Klein, aber fein, ist mein Eindruck. Räucherforelle, Vitello tonnato und einige Salate als Vorspeisen, Rindsuppen, Gurkenkaltschale und Gazpacho als sommerliches Suppenangebot, Tafelspitz, Jungschweinsbraten, Beef Paillard, geschmortes Kalbsbackerl, Welsfilet, gebratene Jakobsmuscheln und Backhendl, Käsespätzle, Spaghetti mit Pilzen und gebratenes Gemüse für die Vegetarier. Dazu einige bodenständige Nachspeisen, Palatschinken, Sacherschnitte, Mohnnudeln, Griesschmarrn.

Wir nehmen die Leberknödelsuppe. Die Suppe ist äußerst kräftig, sehr dunkel, der Leberknödel weich, flaumig, geschmackvoll. Eine hervorragende Suppe.

Anschließend das Beef Paillard mit Dijonaioli, Rucola und hausgemachten Erdäpfelchips. Es sind zwei vorbildlich gereifte, dünn geschnittene Rindfleischscheiben, zart geklopft und kurz gebraten, innen rosa, mit einer feinen Senf-Knoblauchmayonnaise, knackigem Rucola, Parmesansplittern und gebratenen Erdäpfelscheiben. Bis auf die etwas zu dick geschnittenen Chips wirklich köstlich.

Meine Frau entscheidet sich für das geschmorte Kalbsbackerl mit gebratenem Welsfilet, Rosmarinkartoffeln und Thymianöl. Das Kalbsbackerl ist ein butterweiches Gedicht mit einem kräftigen, dunklen Safterl, der Wels resch gebraten, der Rosmarin knusprig, kurz frittiert. Auch diese Hauptspeise ist hervorragend.

Dazu bestellen wir einen Chardonnay vom Hecher aus Sooss und eine Supreme Grand Cuvee 2007 von Reichhardt aus Donnerskirchen. Beide Weine sind sehr gut, aber respektlos behandelt, in simplen Gläsern serviert, von der Kellnerin mit einem „a Achtel Weiß, a Achtel Rot“ angekündigt, der Rote mit rund 28 Grad – der Zimmertemperatur an diesem heißen Julitag - viel zu warm.

Als Nachtisch lassen wir Palatschinken mit Marillenmarmelade kommen. Sie gelangen erfreulich heiß auf den Tisch, sind vorbildlich hauchdünn, mit der Marmelade und dem Staubzucker hätte man ruhig etwas sparsamer sein können.

Die Rechnung für zwei beläuft sich auf € 70,-.

Fazit: Ein wunderschöner Platz, sehr gute Küche, feine Weinauswahl, leider äußerst mangelhafte Getränke- und Tischkultur und ein Service, das zwar freundlich und schnell, aber für ein Lokal gehobenen Anspruchs nicht ausreichend professionell ist.

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Kommentare (1)

am 13. August 2013 um 10:51

Echt schade, aber leider kein Einzelfall: Oft genug hab ich schon erlebt, dass ein Restaurantbesuch trotz herrlichem Ambiente und guter Küchenleistung von unwilligem (oder unfähigem?) Servicepersonal komplett zerstört wurde.

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Mirli
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