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Sodoma - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 19. Mai 2013
Experte
kuechenmeister
193
27
25
4Speisen
4Ambiente
4Service
Gelistet in: Best of Wienerwald

Ein Samstag am Tullnerfeld, ein Großeinkauf in den Gärtnereien der Region steht am Programm. Da braucht es um die Mittagszeit natürlich eine ordentliche Stärkung und wir beschließen, wieder einmal beim Sodoma in Tulln einzukehren.

Der Sodoma, vulgo "Gasthof zur Sonne", liegt in der Bahnhofstraße, an einem Kreisverkehr, ein wenig abseits des Zentrums. Als Gasthof würde ich das Lokal nicht bezeichnen, wohl eher als Restaurant gehobenen Anspruchs. Vom Gault Millau wird der Sodoma immerhin mit zwei Hauben bedacht.

Wir kommen um 13 Uhr an und schmunzeln gleich vor dem Eingang über die Tafel, die uns dort empfängt. "Wir sind ein Wirtshaus für Freunde, Genießer und Barbezahler!" steht da. Die Wirtsleute haben offenbar keine große Freude mit Plastic Money und anderen modernen Erscheinungen unserer Zeit, Homepage haben sie offenbar auch keine, jedenfalls hat mir Google keine gefunden.

Im Foyer empfängt uns ein freundlicher Kellner. Ich sage ihm, dass wir nicht reserviert haben. Kein Problem, er führt uns an einen ansprechend gedeckten, gut gelegenen Zweiertisch im modernen Teil des Restaurants, rechts vom Eingang gelegen und im Stil überraschend anders, heller und moderner, als die gegenüberliegende alte, von dunklem Holz geprägte Gaststube. Der Raum ist nicht voll, aber gut besucht, das Publikum besteht an diesem Samstag Mittag durchwegs aus gut gekleideten Damen und Herren über 50.

Von unserer Einkaufstour sind wir schon ein wenig ausgetrocknet, erfreulich schnell stellt der Kellner ein gut gekühltes Mineralwasser und ein ebenso erfrischendes Seiderl Weitra Bräu auf unseren Tisch.

Die Speisekarte zeigt vor allem Traditionelles, ein Schulterscherzel mit klassischen Beilagen etwa, ein Rehragout, ausgelöstes Backhenderl, Kalbsleber mit Erdäpfelpuree und vieles mehr.

Es gibt allerdings noch einiges, das nicht auf der Karte sondern auf einer kleinen, mit Kreide beschriebenen Schiefertafel steht, die uns der Kellner zum Tisch bringt und kommentiert. Spargelspezialitäten sind es in erster Linie an diesem Maiwochenende.

Wir starten mit einer Spargelcremesuppe, die zu den besten gehört, die ich jemals gegessen habe. Würzig, cremig, sanft und doch kräftig im Geschmack, gekrönt von einer schaumigen Haube, mit Spargelstückchen als Einlage - eine erstklassige Interpretation dieses Frühlingsklassikers.

Zur Hauptspeise nimmt meine Frau das Zanderfilet auf Spargelgröstl. Das Zanderstück ist stattlich dick, stammt also von einem gewichtigen Exemplar dieses Edelfisches, das geschmacklich den heute vielfach üblichen Zuchtfischchen, bei denen ein Filet gerade einmal für eine Portion reicht, deutlich überlegen ist. Es schmeckt vorzüglich. Das Filet ist leicht geschröpft, eigentlich überflüssig, der Zander hat keine Zwischengräten und die Einschnitte kosten daher unnötig Saftigkeit, aber natürlich sieht das geschröpfte Filet am Teller gut aus.

Das Spargelgröstl besteht aus winzigen gerösteten Erdäpfelscheiben, Schnitten vom weißen und grünen Spargel und einer hervorragend abgeschmeckten aufgeschäumten Spargelcreme.

Als Begleitung für den Zander ordern wir einen tadellosen Muskateller aus steirischer Produktion.

Ich entscheide mich für das ausgelöste Backhenderl mit Erdäpfel-Vorgerlsalat. Henderl und Salat schmecken vorzüglich, nur wenn ich jetzt sehr kritisch sein will, dann merke ich an, dass Brust und Keule gleich lange frittiert wurden, die Keulenstücke daher gerade richtig, die Bruststücke aber ein wenig zu lange. Daher waren sie etwas trockener als nötig.

Mein Henderl wird von einem 2012er Veltliner vom Weingut Nimmervoll begleitet, einem sehr ordentlichen Tröpfchen vom nahegelegenen Wagram.

Das Dessert lassen wir aus, auch wenn das Angebot mit Creme Brulee, Palatschinken, Punschkrapferln und vielem mehr sehr verlockend ist, wir begnügen uns mit einem ausgezeichneten Espresso.

Das Preisniveau - unsere Rechnung beläuft sich inkl. Trinkgeld auf € 75,- - ist der gebotenen Qualität angemessen.

Fazit: Ganz klar die Nummer 1 in Tulln. Ein sehr erfreuliches, niveauvolles Wirtshaus mit angenehmer, ruhiger Atmosphäre, erstklassiger Küche und ausgezeichnetem Weinangebot.

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Kommentare (2)

am 19. Mai 2013 um 10:45

So muessen Bewertungen sein...dann klappts auch mit dem Experten.

Gefällt mir5
Experte
152
83
am 19. Mai 2013 um 10:33

Super Herr Experte, eine wahrlich gute und informative Bewertung! :-)

Gefällt mir1
Experte
107
33
Sodoma
Bahnhofstraße 48
3430 TULLN
Niederösterreich
Speisen
Ambiente
Service
43
37
35
12 Bewertungen
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