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Seehotel am Kaiserstrand - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 15. Mai 2013
Pressesprecher
89
34
19
3Speisen
5Ambiente
2Service
16 Fotos4 Check-Ins
Gelistet in: Lochau - Lakeside

47° 31' 37.592" nördliche Breite, 9° 44' 39.646" östliche Länge. Die Koordinaten des „Kaiserstrands“ in Lochau. Das 20.000 Quadratmeter große Areal wurde um 45 Millionen Euro revitalisiert, 2010 eröffnet und beherbergt neben Privatwohnungen auch ein nobles Hotel. Dieses wiederum hat ein Restaurant namens "Wellenstein". In diesem waren die Zuckerpuppe und ich heute zu Mittag zu Gast.

Das Hotel ist in der ehemaligen Kaserne untergebracht. Von dem Anmut und der Ausstattungsqualität hätten die Rekruten anno dazumal sicher geträumt. Das ganze Ensemble verfügt über eine eigene Bootsanlegestelle, ein Badehaus und einen parkähnlichen Gastgarten. Rechter Hand kann man Lindau sehen, links Bregenz und dahinter die Schweizer Berge. Gerade aus schweift der Blick über den See. Wenn das keine glatte „5“ fürs Ambiente ist!

Kommen wir zu den verbesserungswürdigen Aspekten des Angebots, allen voran: das Service. Wir treffen kurz nach 12.30 Uhr ein. Daimler-Benz hat einen Event im Badehaus. Auf dem Parkplatz im Innenhof findet man entsprechende Nobel-Schlitten. Die Terrasse ist schütter belegt, das Restaurantinnere praktisch leer. Wir nehmen auf der Terrasse Platz und warten ... Wir versorgen uns selbst mit der Mittagskarte (hübsches, überdimensionales Format) und warten ... Bei mir hat Servicepersonal immer etwas Kredit, aber irgendwann ist auch der verspielt. Am Nebentisch wird nach der Rechnung verlangt. Kreditkarte. Sie geht wieder, ohne uns eines Blickes zu würdigen. Es ist nicht so, dass kein Personal vorhanden wäre, es nimmt halt nur keine Notiz von uns. Ich strecke meine Nase durch die Terrassentür ins Innere und rufe deutlich: „Wir würden gerne bestellen!“. Mit kurzer Verzögerung zeigt das Wirkung. Wir bestellen Getränke, Vor- und Hauptspeise. Die Getränke kommen und ... wir warten.

Für die Zuckerpuppe wird schlussendlich Carpaccio vom Thunfisch mit Sesam-Soja-Vinaigrette und Gurkenspaghetti um 12,50 Euro angeliefert, für mich Bärlauchcremesuppe mit hausgemachten Topfennockerl um 6,50 Euro. Das Carpaccio ist wunderbar hauchdünn aufgeschnitten und schön gekühlt. Die Vinaigrette ist OK. Die Gurkenspaghetti sind etwas zu salzig und die selbstgemachten Kartoffelchips nett anzusehen. Die Suppe hat eine gute, intensive Bärlauchnote und ist nicht zu stark mit Rahm versetzt. Die Topfennockerl würde ich als kulinarische Petitesse klassifizieren. Salz fehlt deutlich.

Die Vorspeise ist verzehrt und ... richtig: wir warten. So geht sich zwischen jedem Gang locker eine Zigarette aus. Eile darf man keine haben. Eine kurze Mittagspause wäre hier unmöglich einzuhalten. Ich liebe tolerante Arbeitgeber!

Die Hauptspeise: Für die Zuckerpuppe gebratenes Wolfsbarschfilet auf Paprikagemüse und Erdäpfelgnocci um 20,50 Euro. Für mich ein klassisches Wiener Schnitzel vom Kalb in Butterschmalz gebacken mit Preiselbeeren und Petersilienerdäpfeln um denselben Preis. Der Wolfsbarsch ist perfekt gebraten und etwas zu wenig gewürzt. Die Kapernsoße ist fad, der Blattspinat – den die Küche offensichtlich anstelle des auf der Karte angeführten Paprikagemüses ausgeliefert (was uns gegenüber keine Erwähnung findet) – sensationell und die Erdäpfelgnocci (eigentlich gestampfte und zu Nockerl geformte Kartoffeln) wiederum zu wenig gewürzt. Das Kalb ist etwas zäh und das Gesamtgericht einfach durch und durch langweilig. Dagegen hat meine selige Oma mit Schwein jeweils ein Feuerwerk auf meinen Geschmacksknospen in mir gezündet.

Während des Abservierens fingere ich schon an meiner Geldtasche herum. Man würde meinen, ein eindeutiges Zeichen, dass der Gast zahlen möchte. Nicht so für unsere Bedienung. Die schlendert zuerst in den Pavillon im Gastgarten und dann an uns vorbei zurück ins Restaurant. Wiederum sehe ich mich genötigt ein deutliches „Zahlen bitte!“ in die Runde zu werfen. Das wirkt abermals. Trotz der antrainierten Höflichkeiten gibt es diesmal aber kein Trinkgeld. Eigentlich schade: die Küche ist OK (über die 13 Gault Millau-Punkte könnte man freilich streiten), das Ambiente traumhaft, aber der Service baut zu Mittag offensichtlich noch keine Körperspannung auf :-(

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Kommentare (5)

am 16. Mai 2013 um 14:12

@AndreasS4: Gerne jederzeit!

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89
34
am 16. Mai 2013 um 10:21

Pressesprecher- mit diesen Erläuterungen kann ich die Bewertung besser nachvollziehen, Danke

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am 16. Mai 2013 um 09:11

@AndreasS4: 1. Die Frage "Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?" oder ein Blickkontakt, der Handlungsbereitschaft signalisiert, hätte mir schon gereicht. 2. Um präzise zu sein: Vom Platz-Nehmen bis zur Vorspeise dauerte es 31 Minuten, bis zur Hauptspeise nochmals 19 Minuten. Darum habe ich "locker" geschrieben ;-)

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89
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am 16. Mai 2013 um 07:23

Während des Abservierens in der Geldtasche „ fingern“ heißt noch lange nicht dass Gast zahlen will- wie würden Sie reagieren wenn man sie fragt ob Sie zahlen wollen- Hätte Ihnen sicher auch nicht gepasst.
Finden Sie wirklich dass zwischen den Gängen eine Zigarettenlänge (5 Minuten) zu lange sind?

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am 15. Mai 2013 um 22:03

Und wieder ein Bewertungsgustostückerl aus dem Ländle.

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Experte
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Seehotel am Kaiserstrand
Am Kaiserstrand 1
6911 Lochau
Vorarlberg
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