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Carl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 11. Mai 2013
Update am 16. November 2015
Experte
bluesky73
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3Speisen
4Ambiente
3Service
15 Fotos2 Check-Ins

Update vom 05.11.2015: Ein spontaner Einfall an einem gemeinsamen freien Tag führt Fr. bluesky und mich nach Längerem wieder mal ins Carl, um das dortige Business Lunch Angebot auszuprobieren. Das Lokal ist sehr gut besucht, wir haben Glück bekommen von einer der beiden jungen Servicedamen noch einen der letzten freien Tische zugewiesen. Das heutige Menü haben wir bereits der Infotafel vor dem Lokal entnommen. Getränkekarte gibt’s keine – auf Nachfrage wird die Weinauswahl detailliert vorgetragen, wir nehmen je ein Achterl Muskateller (Euro 4,60).

Die beiden jungen Servicedamen sind zwar flink, hinterlassen bei mir aber irgendwie einen etwas arroganten Eindruck. Da wird so manches Auge gerollt und Braue gehoben...muss auch nicht sein.

Die Vorspeise wird sehr zügig serviert: Die Karotten Ingwercremesuppe kommt im breitkrempigen Teller auf den Tisch. Karotte kann ich keine herausschmecken, der Ingwer dominiert das Gericht zu stark und überdeckt jeden anderen Geschmack – schade drum.

Herr Haiges lässt sich zwischenzeitlich im Gastraum anschaun – allerdings nur um zu telefonieren und um vor der Türe die Sonne zu genießen. Wäre er mal besser in der Küche geblieben und hätte meinen nächsten Gang abgeschmeckt: Schweinsbraten mit Semmelknödel und Speckkraut (Euro 12,50). Das Gericht ist nett angerichtet – eine Tranche recht guter Schweinebraten liegt auf einer Portion Kraut, das extrem weich gedünstet und sehr stark überwürzt ist. Wars der Speck, oder hatte der Koch einen schlechten Tag…ich kann mir nicht vorstellen, dass das so gewollt war. Der Semmelknödel ist geschmacklich gut, aber eher ein Stück Serviettenknödel, der beidseitig angebraten wurde.

Als Nachspeise wird ein Kugerl Eis mit einem Stück sehr gehaltvollem Schokokuchen serviert. Beides schmeckt ok, der Gaumen ist nach dem vorangegangenen Frontalangriff dankbar für etwas Beruhigung. Wir bitten um die Rechnung, die ein wenig auf sich warten lässt – letztendlich stehen knapp über 34 Euro am Ausdruck.

Zum Fazit: Wir hatten das Carl eigentlich besser in Erinnerung – im hart umkämpften Mittagsgeschäft könnte es mit einer solchen Leistung auf Dauer etwas schwer werden.

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An diesem Freitag sollte es mal etwas Besonderes sein – die Wahl fiel auf das Restaurant Carl in der Grazer Innenstadt. Zwei Hauben spenden Vorschusslorbeeren, wir waren gespannt.

Das Carl liegt relativ zentral in Graz unweit der Oper und direkt unter der legendären Thalia Bar. In der näheren Umgebung sind Parkplätze zwar vorhanden, aber man muss schon Glück haben, um spontan einen zu finden – als Alternative liegt direkt über die Straße die (nicht ganz billige) Operngarage. Wir sind zu Fuß unterwegs und flüchten vor dem ausgewachsenen Gewitterschauer über ein paar Stufen hinauf auf den „Vorplatz“, der im Sommer den Gastgarten und ganzjährig die Raucher aus dem Lokal beherbergt direkt hinein ins Restaurant.

Der erste Eindruck ist sehr gut – viel freier Raum, rechter Hand eine größere Bar, seitlich an der Wand ein raumhohes Regal, das wahrscheinlich nur einen Teil der Weinauswahl bereithält. Links der Bereich mit den rund 20 etwas eng stehenden Tischen, die Front zum Gastgarten komplett verglast, die gegenüberliegende Wand verspiegelt. Die klare Design-Linie wirkt durch die dominierende Farbe Lila und die bodenlangen, schwere Vorhänge ein wenig wärmer.
Eine der beiden Servicekräfte empfängt uns professionell, die Reservierung wird ohne Probleme gefunden und uns die Garderobe abgenommen. Es sind überraschend viele Tische mit relativ jungem Publikum besetzt, ausschließlich Pärchen. Wie wir im Laufe des Abends feststellten wurden von den Gästen viele DD Gutscheine eingelöst, auch wir hatten unseren dabei.

Wir bekamen einen Tisch direkt an der verspiegelten Wand zugewiesen, die es mir zur Abwechslung mal erleichterte, das Geschehen auch vom vermeintlich „schlechteren“, den Gästen abgewandten Platz aus zu verfolgen. Der Tisch war klassisch gedeckt, Weingläser bereits eingestellt, Wassergläser ebenso, die im Lauf des Abends immer wieder aufgefüllt wurden.
Die zweite ebenso noch recht junge, aber nicht minder professionelle Servicekraft brachte uns das vorgeschlagene Menü und nahm die Bestellung von zwei Glas Muskateller als Aperitif entgegen. Der Wein wurde serviert und gewissenhaft nachgefragt, ob das Menü für uns so in Ordnung wäre – kein Einwand unsererseits.
Kurz darauf kam das Couvert bestehend aus Bio Brot, gesalzener Butter, Aufstrich, Olivenöl und zwei Blatt Spinata. Das Vollkornbrot war mir ein wenig zu dünn geschnitten wodurch es sehr brüchig wurde (ein eher kleineres Problem). Der Rest war ok bis gut.

Kurz darauf wurde das Amuse Gueule serviert – ich war so gebannt von dem optisch kreativen Gericht, dass ich nur teilweise zugehört hatte, worum es sich handelt (steirisches Brot an Blutwurst, …). Geschmacklich war es sehr gut und vor allem interessant, wie mit den unterschiedlichsten Texturen gespielt wurde.

Nach einer kurzen Pause der erste Gang: Carpaccio vom Almo, weißer Polenta, Friseé und Jus. Das Carpaccio hauchdünn und wunderbar zart, die Polenta cremig, der Salat bringt den Biß. Auch optisch ein sehr gelungener Auftakt.

Gang zwei: Schaumsuppe vom Marchfelder Stangenspargel mit eigener Einlage und frischem Schnittlauch. Die vorgewärmten und verzierten Teller wurden mit der Einlage eingestellt und die Suppe wurde erst am Tisch aus einer Art Teekanne aus Porzellan in die tiefen, breitkrempigen Teller hinzugefügt. Geschmacklich gut, allerdings nicht sofort als Spargelsuppe zu identifizieren und auch nicht wirklich schaumig. Die Einlage (kleine Spargelstückchen) war knackig, der Schnittlauch zwar wie angekündigt frisch, aber nur sehr homöopathisch vorhanden.

Gang drei lässt ein wenig auf sich warten, gibt uns allerdings die Gelegenheit, einen Weißburgunder (Ploder Rosenberg) nachzubestellen: Steak vom Wildfang Zander auf Paprikapuntalette mit Zucchini und Bärlauchschaum. Das Zanderfilet war wie erhofft grätenfrei und auf einer Seite sehr knusprig angebraten, trotzdem als Ganzes nicht trocken. Die Puntalette sehr gut abgeschmeckt und unterstützen den für meinen Geschmack recht linden Fisch. Die Zucchinistreifen weder zu knackig, noch zu weich, der Bärlauchschaum agiert vorwiegend als Farbtupfer. Alles in Allem ein gutes Gericht und wiederum mit einem sehr guten Auge angerichtet.

Gang vier – wir sind bei der Nachspeise angelangt und wählen dazu ein Achterl Machrima vom Weingut Söll. Buttermilch trifft Schokolade und Beeren – fast schon eine Untertreibung für das kleine, moderne Kunstwerk, das uns am Teller serviert wird. Es ist schwer zu beschreiben, aber die Komponenten harmonieren auf ganz eigene Art – die Säure der Beeren in Kombination mit der süßen Schoko-Mousse, ein sehr gelungenes Finale.

Als kleine Draufgabe wurden uns noch je eine handgefertigte Praline mit Kaffeefüllung und ein extrem weicher Schaumzucker (vulgo Mäusespeck) mit angedeutetem Minzegeschmack als Petit four gereicht.

Zum Fazit: Das Ambiente ist stylish, elegant und ein wenig kühl, aber irgendwie auch passend. Die Tische stehen für meinen Geschmack ein wenig zu nah beisammen (immerhin weiß ich jetzt, was sich bei den beiden mir nicht näher bekannten Sitznachbarn tagsüber im Büro getan hat).
Das Service wird durch die beiden jungen Damen mit einem guten Gespür fürs richtige Timing und guten Weinkenntnissen ohne Kritikpunkte erledigt.
Die Küche hat das gehalten, was ich mir erwartet und erhofft hatte – handwerklich tadellos, kreativ, geschmacklich interessant mit ganz kleinen Schwächen. Aufgrund des gehobenen Preisniveaus (für die Getränke, die natürlich nicht in den GS inkludiert waren, standen am Ende des Abends knappe 30 Euro auf der Rechnung) wird das Carl für mich eine durchaus überlegenswerte Option allerdings nur für besondere Anlässe bleiben.

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Kommentare (1)

am 31. Juli 2013 um 16:26

War auch mit dem DailyDeal-Gutschein dort. Bin ganz Ihrer Meinung, das Essen war hervorragend!!

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Carl
Opernring 5a
8010 Graz
Steiermark
Speisen
Ambiente
Service
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Carl - Karte
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