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Café Restaurant Gloriette - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 6. Mai 2013
Experte
bubafant
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2Speisen
2Ambiente
3Service
23 Fotos1 Check-In

Nicht nur Wien besitzt eine Gloriette. Dieser Umstand und die durchgehend angebotene warme Küche haben uns auf die kleine Anhöhe in Eisenstadt geführt. Die Straße ist schlecht, die letzten Meter sehr steil, und sie endet beim Lokal in Sand und Schotter. Auf dem Plätzen im gleich danebengelegenen Wäldchen finden wir einen Parkplatz. Neben dem Gebäude ist ein Behindertenparkplatz. Fast ein Hohn, denn wie sollen die pompösen Stufen zum Eingang bewältigt werden, falls es nicht einen ebenerdigen Zugang von der Hinterseite gibt – mitten durch Sand und Schotter.

Das Wetter ist schlecht und die Gloriette vermittelt einen eher spröden Charme, trotzdem mag ich solche Locations. Gleich nach den Treppen auf dem Plateau vor dem Eingang stehen gemütliche Sitzgruppen in Rattan, Palmen und Blumentröge. Im Stock darüber mit den Säulen befinden sich Stehtische. Man wirbt im Internet als Hochzeitsveranstalter.

Nach dem Eintreten und dem Durchwandern einiger kleiner Räume öffnet sich der Gastronomiebereich und ich glaube, ich bin im falschen Gebäude. Modern-kühle Gestaltung in braun und grün. Sowohl an der Wand, als auch die Möblierung. Nüchterne Wände mit wenigen Kunstdrucken, an der Sesselleiste entlang kaltes, farbewechselndes Neonlicht. Erschwerend dazu kommt, dass es extrem kühl ist. Schlechtwetter, offene Türen, altes Gemäuer und nicht geheizt. Die Trennung Raucher und Nichtraucher ist ein Witz, die Räume sind nur durch offene Durchlässe voneinander getrennt. Durch den Raucherbereich, an der Bar vorbei, gelangt man in einen kleinen Wintergarten, von dem die Sanitärräume, die sehr in Ordnung sind, abgehen. Über eine enge Wendeltreppe geht es in die Galerie im Stock darüber.

Kein Stück Stoff bedeckt die braunen Tische, ebenso keine Deko (sehr wohl im Raucherbereich), nur eine Niesmenage in der Teekarte eingeklemmt. Die Speisekarte ist in kaltes Metall ‚gebunden‘. Kein haptisches Erlebnis und fördert das kühle Ambiente noch etwas mehr. Von Montag bis Freitag wird von 11:30 bis 14:20 Uhr ein Mittagsmenü (VS+HS oder HS+DS EUR 5,90, alle drei Gänge EUR 7,50) angeboten; Hauptaugenmerk wird auf Pizzen aus dem Steinofen gelegt, ergänzt durch Klassiker der österreichischen Küche und Eigenkreationen, wie z.B. Cremesuppe vom Ruccola (© HP) mit Parmesancroutons, Gloriette Spieß (Schweinslungenbraten im Prosciuttomantel auf Schilfrohrspieß mit Grammelrösti und Rosmarin-Jus), Gloriette Sandwich (Tandoori-Huhn, Blattsalat, Tomaten, Senfsauce) und "Haydn Dessert" – neu komponiert mit Marzipan, Nougat und Sauerkirschen.

Der Kellner ist noch mit dem Ausservieren im Raucherbereich beschäftigt und wir warten vorerst lange Zeit auf die Speisekarte, sollen dann aber sofort unsere Getränke bekannt geben.
0,5 l SodaZitron (EUR 2,90) und 0,5 l Ottakringer Helles (EUR 3,20). Das Bierglas mit dem modernen Loch im Glasfuß. Das Besteck mit nüchternen weißen Papierservietten wird auf einem Teller eingestellt.

Wir beginnen mit einer kräftigen Rindsuppe mit Leberknödel (EUR 3,10). Die Suppe gut im Geschmack, der Knödel sehr kompakt. Gut. Weniger gut der scharfkantig ausgeschlagene Henkel in der Suppentasse.
Die Creolische Currysuppe mit gegrillten Hühnerstreifen und Garnelen (EUR 4,50) wird in einem tiefen Suppenteller serviert, optisch nicht schön anzuschauen. Die Suppe ist nur mehr lauwarm, hat einen leicht säuerlichen Geschmack, die Garnelen sind winzig kleine Minishrimps.

Weiter geht es mit einem gebratenen Mango-Hühnchen mit Gemüsegröst’l, Korianderchutney und Lauchschaum (EUR 10,90). Das Huhn lässt sich quer zur Faser fast nicht schneiden, das Gemüsegröstl ist eine Erdäpfelpampe mit TK-Gemüse. Ein, zwei Mangostückchen entdecke ich in der Sauce, geschmacklich hinterlässt das Obst nichts in der Sauce. Korianderchutney und Lauchschaum kann ich nicht ausmachen. Naja.

Fazit: Ein einmaliger Besuch. Schade, denn das alte Gemäuer gibt sicher mehr her, als man derzeit daraus macht. Aber solange man sich im Inneren fühlt, wie in jedem x-beliebigen Stadtlokal, braucht man die Anhöhe nicht erklimmen. Von der Küche ganz zu schweigen.

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Kommentare (1)

am 6. Mai 2013 um 13:23

bubafant: Ich kann dir aufgrund der Fotos nur Recht geben, mit dem Auge darf man bei diesen Tellern nicht essen wollen ;-)

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Experte
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Café Restaurant Gloriette
Glorietteallee 51
7000 Eisenstadt
Burgenland
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