RestaurantTester.at
Home Mein Profil Lokal Guides Events Lokal eintragen

Konstantin Filippou - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 18. April 2013
Experte
Gastronaut
428
45
29
5Speisen
5Ambiente
5Service

Der Hausherr Konstantin Filippou sitzt mir gegenüber und lächelt. Zum einen aus wahrer Freundlichkeit heraus, zum anderen, weil er bemerkt haben dürfte, dass ich in etwa bei der Hälfte seiner Erklärung der Zubereitungsmethode seines Entenleberparfaits ausgestiegen bin. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber anmerken, dass das beim zehnten Arbeitsschritt war. Auf meine Frage, ob er sich damit nicht ein wenig der Molekularküche nähert, verneinte der ehemalige Novelli-Küchenchef. In seinem nach ihm benannten Lokal arbeitet Konstantin Filippou ja nicht mit flüssigem Stickstoff und ähnlichem, er experimentiert nur eben gerne.

Diese fast schon kindlich-begeisterte Verspieltheit zeigt weniger bei der schlichten, aber gelungenen Einrichtung des Lokals in der Wiener Dominikanerbastei, dafür aber bei so ziemlich jeder einzelnen Speise des Grazers. So probierte ich von zwei Sorten Entenleber. Die eine Sorte bestand aus Entenleberparfait gemeinsam mit Rinds-Zungen-Mousse und Birne auf einem Erbsenspiegel. In meinen kühnsten Träumen wäre ich nicht auf diese Kombination gekommen. Aber nach dem ersten Bissen fühlt man sich auch wie in einem Traum: Die Geschmäcker verbinden sich zu einer fast unbeschreiblichen Einheit, die bis dato die beste Entenleber meines Lebens war. Aus diesem Grund musste ich auch von meiner sonst üblichen goldenen Regel abweichen und machte nicht nur einige Kost-Bissen, sondern habe die Portion aufgegessen. Doch der Status der "bis dato besten Entenleber meines Lebens" hielt nicht lange an, ging dieser doch umgehend an die zweite Speise vor mir. Da es sich dabei aber um jene Speise gehandelt hat, bei deren Erklärung mein Speicher versagt hat, kann ich über diese halbflüssige Versuchung nur sagen, dass ich in dieser Entenleber baden möchte.

Beim Warten auf die Hauptspeise wurde mir die Zeit auf wunderbare Weise vertrieben. Denn beim durchstöbern der umfangreichen Weinkarte begann ein spannendes Gespräch mit einem der sehr engagierten Kellner über die möglichen Getränke-Paarungen. Mitten im Gespräch meinte er, dass der interessante Dialog gerade etwas zu "trocken" wäre, verschwand und kam 30 Sekunden später mit einem Glas wieder, um mich von dem gerade erwähnten Wein probieren zu lassen. Fast war ich schon dabei den wirklich top-informierten Mann zu meinem nächsten Wein-Event einzuladen, da kam auch schon meine Hauptspeise daher: Schnecken!

Man kann über Schnecken denken, was man will. Und viele Menschen beginnen schon beim Gedanken an diese Weichtiere zu würgen. Dabei darf man nicht vergessen, dass Schnecken in aller Form ja schon seit jeher zu den Klassikern der österreichischen Küche gehören. Aber Konstantin Filippou bereitet sie nicht etwa in der typischen Variante mit Schneckenhaus und viel Knoblauch zu, sondern logischerweise viel kreativer: Zum einen bekam ich cremiges Schneckenragout mit Schwarzbrotsauce, zum anderen gebackene Schneckenstücke auf roten Rüben und Liebstöckl. In beiden Fällen hat der Hausherr den Eigengeschmack der Tiere zweimal auf überraschende Art neu interpretiert. Und auch hier habe ich beide Teller leergegessen. Das mache ich sonst wirklich nie! Hier war es mir aber um keinen Bissen zu viel!

Wenn ich das neue Lokal von Konstantin Filippou mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre dieses Wort "harmonisch", denn das Essen passt harmonisch zum Ambiente, der Wein harmonisch zum Essen, und auch das Zusammenspiel des Hausherrn mit seinem Team läuft hier so freundschaftlich ab, wie ich es selten gesehen habe! "Es klingt abgedroschen, aber wir sind hier wirklich eine Familie", meint Filippou zu mir. Gehört habe ich diesen Spruch schon in vielen Lokalen. Aber hier habe ich ihn zum ersten Mal geglaubt...

Was meinst du zu dieser Bewertung?
Hilfreich?Ja49Gefällt mir16Lesenswert13

Kommentare (30)

am 10. Juli 2013 um 16:52

@Literat: Ich glaube, daß eine Lokalkritik NUR subjektiv sein kann. Objektivität ist unmöglich, denn was sollte daran objektiv sein, wenn ich nur persönlich Erlebtes und persönliche Eindrücke wiedergeben kann. Objektiv berichtet kann nur der Rechnungszettel werden, ev. auch die Speisekarte, alles andere ist nur subjektiv. Und so soll es auch sein. Wie sonst könnte ich zum Beispiel ein Geschmackserlebnis objektiv erklären. Was mir gut schmeckt, wird Anderen vielleicht nicht schmecken. Und genau aus diesem grund ist eine ausführliche Review, in der erklärt wird, WARUM es gefallen/geschmeckt hat, so wertvoll. Und auch wenn ich Schnecken nie essen würde, kann ich nachvollziehen, daß Gastronaut sie offenbar gerne ißt und er erklärt auch seine Meinung dazu.
In Fragen des Geschmacks und persönlicher Eindrücke Objektivität zu fordern, ist unrealistisch und leider nicht erfüllbar.

Gefällt mir1
17
5
am 10. Juli 2013 um 14:00

Im Gastgarten darf im Freien nicht geraucht werden, weil der Boden so teuer war? Wenn man einen Aschenbecher hat, wirft man ja keine Zigarettenstummeln auf den Boden.
In diesem Lokal herrschen ja amerikanische Sitten.
Ein Lokal das uns sicher nicht zu sehen kriegen wird!

Gefällt mir1
Experte
63
50
Neuer Gast am 10. Juli 2013 um 12:54

Wir waren gestern abend zum ersten Mal dort Essen. Das Essen ist grösstenteils wirklich sehr gut, doch die Dauer zwischen den einzelnen Gängen viel zu lang. Der Chef selbst dürfte - soferne er es war den ich im Lokal getroffen habe - ein sehr netter, lockerer Typ sein. Die Kellner sollten allerdings ein wenig von ihrem versnobten Gehabe ablegen.
Summa summarum ist alles ein wenig überzogen und übertrieben.
Sehr negativ fanden wir es, dass im Gastgarten im Freien nicht geraucht werden darf - mit der Begründung der Boden wäre so teuer gewesen. Hingegen muss man sehr aufpassen mit dem Sessel nicht über die ungesicherte Balustrade zu rutschen.

Gefällt mir
Neuer Gast
Kein Tester
am 18. Mai 2013 um 17:13

Wenn alles Subjektive, gut erklärt wird, dann kann man sich vielleicht auch gut ins Subjekt hineinversetzen und sich selbst situativ - in seinen Vorlieben oder Abneigungen - wieder erkennen oder eben nicht... die Subjektivität ist doch unsere Individualität und das macht dieses Forum aus, so bunt und so facettenreich... wie das Leben ;)

Gefällt mir3
Experte
67
17
am 5. Mai 2013 um 00:00

An die beiden unregistrierten Unbekannten: wenn man eure Kommentare liest, dann bestätigt das höchstens die Befürworter.
"Das Essen ist gut!!! Aber ich würde es nicht empfehlen....... " Logisch?
Wenn ich jemanden beneide, dann sage ich genau das... ich find's gut, aber ich würd niemandem sagen, dass es so ist.

Gefällt mir
Experte
315
75
sigi am 4. Mai 2013 um 20:14

wo wäre österreich ohne die Neidgesellschaft sehr traurig!!!!!!

Gefällt mir
sigi
Kein Tester
Unregistered am 1. Mai 2013 um 11:44

Bedeutender Unbekannter!
Da schließe ich mich vollkommen Deiner Meinung an! Sehr teuer....und viel Show! Ich finde das Lokal mittelmäßig. Hr. Filipou ist keineswegs einer der besten Köche Österreichs...außer das er sich sehr bemüht ununterbrochen in der Zeitung von sich zu lesen und sich abzubilden. Ich kenne einige die das Lokal besucht haben und keineswegs damit zufrieden waren. Ich würde dies auch Freunden keineswegs als erste Adresse weiterempfehlen

Gefällt mir
Unregistered
Kein Tester
ein bedeutender Unbekannter am 1. Mai 2013 um 11:41

Also ich bin keineswegs zufrieden mit demLokal. Die Preise enorm teuer und meines erachtens nur viel Show. Es gibt in Wien und auch im internationalen Vergleich weitaus bessere Köche und Lokale. Kurz zusammengefasst, viel Reklame und Show. Wenn man bedenkt, wie oft in den Lokalzeitungen einen Annonce geschalten war. Das Essen ist gut!!! Aber ich würde es nicht empfehlen.......

Gefällt mir
ein bedeutender.
Kein Tester
Literat am 21. April 2013 um 16:51

Man kann über Schnecken denken, was man will.

Gefällt mir
Literat
Kein Tester
am 20. April 2013 um 19:36

...und "Deutschlehrern" ;)

Gefällt mir3
Experte
152
83
am 20. April 2013 um 19:26

Kommentare ohne Inhalt und Hirn überlassen wir lieber unregistrierten, selbsternannten Literaten.

Gefällt mir4
Experte
315
75
Literat am 20. April 2013 um 19:16

Restaurantkritiken ohne Remuneration zu schreiben, überlasse ich lieber jenen, die ein bißchen Aufmerksamkeit brauchen und suchen.

Gefällt mir
Literat
Kein Tester
am 20. April 2013 um 17:15

Pressesprecher: doch, das können sie.
Aber stocksteife Feldwebel, die sich zu Literaten "möchteln" und sich aufpudeln - nun ja, das funktioniert einfach nicht.

Gefällt mir2
Experte
315
75
am 20. April 2013 um 14:49

Ich werd' ja immer hellhörig, wenn (im übertragenen Sinn) Blinde beginnen, mir etwas über Farbe zu erzählen ...

Gefällt mir3
89
34
am 20. April 2013 um 11:17

@Gastronaut: Also von mir H-G-L.

Und nebenbei @Literat: "In einer Restaurantkritik hat Persönliches nichts zu suchen."
Na was denn sonst? "Objektives" steht ja eh genug auf der Website dvon Restaurants und in kommerziellen Restaurantkritiken.

Gefällt mir4
55
11
am 20. April 2013 um 08:11

Ohne sülzen zu wollen, lese ich Bewertungen von Gastronaut sehr gerne, denn die persönliche Betrachtungsweise des Restaurantbesuches in die Bewertung einfliesen zu lassen macht es gerade aus. Dazu noch sehr stimmig geschrieben, passt........
Also ich habe jetzt das erste Mal Gusto auf Entenleber, Mahlzeit. :-)

Gefällt mir6
0
1
am 20. April 2013 um 07:32

Habe ich dem sehr geehrten Herrn "Literat" mal ein Süppchen versalzen, nachdem er mir ein versalzenes Süppchen serviert hat. Mit meinen inhaltlichen Bewertungen nicht einer Meinung zu sein, das steht natürlich jedem zu. Aber ich denke, - und da bin ich hier wohl nicht der einzige - dass das Einfließen-lassen von Persönlichkeit die sonst oft zu trockenen Bewertung insofern aufwerten, da somit das Erlebte und Geschmeckte für die Leser mittelbarer wird. Oder bevorzugt der Herr Literat jene Lokalbewertungen aus Tageszeitungen, die meist entweder gar nichts aussagen oder schon vor dem Lokalbesuch geschrieben worden sind? Oder gar die elitären Ergüsse der Magazinschreiber, die ihre Schriftstücke als "ultimo ratio" ansehen und deshalb keine Begründung haben ihre Bewertungen für den Leser amüsant zu gestalten?
Herr Literat, was haben sie denn bisher zur Literatur beigetragen?

Gefällt mir8
Experte
428
45
am 19. April 2013 um 23:50

Du verlangst etwas von jemanden, was er oder sie mit Sicherheit nicht kann, lieber Amarone!

Gefällt mir2
Experte
152
83
am 19. April 2013 um 22:58

PS: Herr "Literat", wir warten auf Ihren " Schlüssel zu einer guten Rezension".
Fangen Sie an zu schreiben, worauf warten Sie noch.

Gefällt mir3
Experte
315
75
am 19. April 2013 um 22:56

Literat: jemand, der sich Literat nennt, will Leute belehren, die einen höchst persönlichen Lokalbesuch als solchen beschreiben?
"Objektive Berichterstattung"? Was willst du? Einen trockenen Kriegsbericht? Was für ein "Literat"...
Hier isst jemand und berichtet darüber, wie's geschmeckt hat. Wie soll das "objektiv" sein?
Es kann nur subjektiv sein, no na, Gott sei Dank!
Und ja, einen Lokalbereicht erlebbar zu beschreiben, das ist allemal lesenswert.
Ein "objektiver Literat"... mir kommen gleich die Tränen.

Gefällt mir7
Experte
315
75
Unregistered am 19. April 2013 um 22:29

@literat es tut mir leid aber ich verstehe es wirklich nicht!
Ich verstehe ihre Kritik an den Wortspielen, vielleicht noch daß er seine Portion komplett aufgegessen hat, aber es geht um Geschmack und Empfindungen und persönliche sehr subjektive Wahrnehmung bei einer Speisenbewertung.
Bitte sind Sie mir nicht gram ich will nicht unhöflich sein'

Gefällt mir
Unregistered
Kein Tester
Literat am 19. April 2013 um 21:48

@Gast123: Sie haben nicht verstanden.

Gefällt mir
Literat
Kein Tester
Gast123 am 19. April 2013 um 21:31

@literat obwohl Geschmack durchaus nur eine persönliches Wahrnehmung ist!

Gefällt mir
Gast123
Kein Tester
Literat am 19. April 2013 um 21:06

Wenn dieser artikel als "hilfreich" zu bezeichen ist, dann wohl nur als negatives Beispiel. In einer Restaurantkritik hat Persönliches nichts zu suchen: Niemeand interessiert ob Herr Gastronaut seinen Teller aufgegessen hat. Auch Interpretationen, die durch die persönliche Wahrnehmung gefiltert sind, haben darin nichts zu suchen. Was Herr Gastronaut "glaubt" sollte nicht interessieren. Sacchlichkeit undobjektive Berichterstattung ohne selbstverliebte Wortspiele hingegen sind der Schlüssel zu einer guten Rezension.

Gefällt mir
Literat
Kein Tester
Gast123 am 19. April 2013 um 21:00

@literat es würde mich wirklich interessieren!

Gefällt mir
Gast123
Kein Tester
Literat am 19. April 2013 um 20:46

Auch ich klickte "nicht hilfreich". Bei Interesse kann ich dies gerne begründen.

Gefällt mir
Literat
Kein Tester
Ludwig II am 19. April 2013 um 08:41

Ignorieren kann man viel

Gefällt mir
Ludwig II
Kein Tester
am 19. April 2013 um 07:52

Pressesprecher: diese Statistik kann man geflissentlich ignorieren.

Gefällt mir
Experte
315
75
am 19. April 2013 um 07:49

Wenn hier Hinz und Kunz klicken dürfen, kommt sowas raus. Entweder man schafft diese Klickfunktion ganz ab oder nur für registrierte Benutzer, wie auf Facebook das man auch sieht wer da geklickt hat. Anonym ohne Angabe von Gründen wen runterzumachen ist einfach nur feig und dumm.
Ist ja auch kein Wunder warum hier schon soviele gute Berichteschreiber das Weite gesucht haben aufgrund dieser Umstände. Unserem Homepage-Admin-Diktator sind Klicks wichtiger als Qualität. Ein typischer Spiegel unserer Zeit.

Gefällt mir5
197
51
am 19. April 2013 um 07:43

Schon sehr dreist, hier auf "nicht hilfreich" zu klicken ...

Gefällt mir3
89
34
Konstantin Filippou
Dominikanerbastei 17
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
45
40
40
8 Bewertungen
Konstantin Filippou - Karte
Zum Lokal »
Zum Lokal »
Home|Sitemap|Neue Lokaleinträge|Neu anmelden|Lokal eintragen|Hilfe|AGB & Datenschutz

Copyright © 2008-2016 RestaurantTester.at
Cookies helfen uns, Ihnen eine bessere Erfahrung auf dieser Website zu bieten.
Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Mehr Info
OK