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Freyenstein - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 13. April 2013
CAH
55
11
14
5Speisen
5Ambiente
5Service
5 Fotos5 Check-Ins
Gelistet in: Meine Lieblinge

Besuch am Im März 2013/4 Pax:

Nach leider etwas längerer Parkplatzsuche treffen wir im Lokal ein. Der Einrichtungsstil changiert zwischen Vorstadtlokal (wo wir uns ja zweifelsfrei befinden) und der gediegenen Atmosphäre eines Haubenlokals. Wir fühlen uns sofort wohl, auch wenn wir unsere Mäntel selber zur Garderobe bringen müssen. Der Stil ist am besten mit „heimelig, aber auf hohen Niveau“ zu beschreiben. Das Lokal ist übrigens hundefreundlich.

Zu den Speisen: Die Spezialität des „Freyenstein“ und des Chefkochs Meinrad Neunkirchner ist, dass es „nur“ ein (etwa wöchentlich wechselndes, wenngleich einige Elemente wie die Blunze Fixstarter sind wenn ich richtig verstanden habe) Degustationsmenü mit 5 Gängen gibt. Ein Gang besteht immer aus 2 komplementären Speisen, wobei man durchaus spannende Kombinationen erhält. Zum Dessert kann man zwischen „Süß“ und „Käse“ wählen.

Gang 1: Bauernblunze mit Senf, kleiner Salat, Roten Rüben und Kren + Marinierte Sardine mit Haselnussaroma, Maroni und Sakura-Kresse (vgl. Foto). Dachte ich beim Lesen der Karte noch, „naja, das lasse ich eher aus, v.a. weil ich Roanen nicht mag“, so muss ich gestehen, dass sie mir zum ersten Mal geschmeckt haben, weil sie nicht diesen penetranten Erdgeschmack wie sonst häufig hatten. Die Blunze war sehr schön kross gebraten, die Sardine dazu war ein spannendes Erlebnis.

Gang 2: Süppchen von Krustentieren mit Lauch und Estragon + Nudeltascherl mit Fenchelbutter und Amaranth – die Suppe war einfach köstlich, vergleichbar mit der bis dato aus meiner Sicht unerreichten Hummersuppe vom vormaligen Meinl am Graben Chefkoch Gradwohl; das Nudeltascherl erinnerte mich ein bisschen an Kärntner Kasnudeln, aus meiner Sicht das – wenngleich in sich sehr stimmige –entbehrlichste Gericht (bin gebiast da ich Fenchel nicht mag!)

Gang 3: Lachsforelle mit Berglinsen, Winterportulak und Waldmeisteressig + Knuspriger Tintenfisch mit Jägersalat und Ampfer. Die Lachforelle war leicht glasig gebraten und mit dem Waldmeisteressig etwas säuerlich parfümiert; der Tintenfisch auf einer Art Endiviensalat war ebenfalls ein Genuss, da der Tintenfisch wirklich weich war (und nicht wie ansonsten häufig zäh).

Gang 4: Maishendl mit geschmorter Urkarotte & Vogelmiere + Angusrind aus dem Ofen mit Pilzen und Bärlauch. Zweifelsfrei der beste Gang, vom Geschmack als auch von der Farbgestaltung. Die orange-violette Urkarotte ist ein idealer Fleischbegleiter, und passt hervorragend zum perfekt weich, aber nicht trockenen Geflügel.

Gang 5 (Süßes): Grießknöderl mit Hollerröster & gerösteter Kokosnuss + Caramelcreme mit getrockneten Marillen & Melisse + überbackene Ananas mit Bittermandelsorbet & Melisse . Was soll ich sagen. Ein Gedicht, der frische Ananasgeschmack wurde durch den Hauch herbes Aroma toll kontrastiert. Einzig die geröstete Kokusnuss passte aus meiner Sicht nicht ideal zur Caramelcreme (war aber hübsch anzusehen, vgl. Foto).

Das Preis-Leistungsverhältnis fanden ich und meine BegleiterInnen mit EUR 43,- für das 5-gängige Menü plus EUR 3,50 für das Gedeck exzellent, die Weinpreise sind angemessen für die gebotene Ware wie E.T. von Triebaumer (2003), Weine von Gsellmann, Heinrich, etc. (z.B. Aperitif Winzersekt mit Waldmeistersirup EUR 4,90). Leitungswasser wurde unaufgefordert mehrmals nachgebracht.

Was noch positiv zu erwähnen ist: Trotz 5 Gängen, Grüßen aus der Küche (inklusive leckerer Pralinen zum Abschluss, vgl. Fotos von misenplace) und obwohl wir viel getrunken hatten, fühlte sich keiner von unserem Tisch nachher vollgestopft. Dies liegt sicher an der „kräuterbetonten“ Küche, die eher auf Aroma denn auf Fett als Geschmacksträger setzt.

Ergo habe ich noch nie so leichten Herzens wie für das Freyenstein 5-5-5 vergeben!

Ein paar Sätze noch zum Ambiente: Gut hat uns allen die Individualität gefallen, alle Tische waren schön mit individuellen Akzenten eingedeckt. Im Keller gibt es auch ein „Stüberl“ für rund 15 Personen – bewundernswert wie die Kellner die schmale Treppe mit den Speisen bewältigen.
Im Sommer steht ein wunderschöner Gastgarten zur Verfügung, im Winter muss man sich mit dem Wintergarten begnügen.

Wir wissen alles so genau, weil wir am Ende des Abends als ErstbesucherInnen erkannt wurden, und daher 1) mit Schnäpschen verabschiedet wurden und 2) eine kleine „Führung“ bekommen haben. Der Haselnussschnaps, den ich hatte schmeckte intensiv nach Mannerschnitten, leider konnte ich mir nicht merken von wem er war.

Damit haben wir zum Glück einen Vorwand zum Wiederkommen für ein Frühlingsmenü.

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Kommentare (5)

am 19. August 2013 um 10:36

Herrlichen Haselnussschnaps bekommt man beim Hödlhof in Stubenberg am See, vielleicht war es dieser :-)

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4
1
am 19. August 2013 um 10:07

@StephanS: Danke für den URL, aber es war definitiv ein Haselnussschnapps, und zwar ein älterer / länger gelagerter. Die Chefin hat mir die Flasche auch gezeigt, aber ich habe es mir nicht gemerkt...

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55
11
am 12. August 2013 um 18:19

wenn der Schnaps ein Likör war, tät ich auf den tippen: Link&

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Experte
54
8
am 12. August 2013 um 16:59

Leider nicht für Vegetarier..kein Alternativmenü.

Gefällt mir
0
1
am 13. April 2013 um 16:10

3 x 5 vom Weinrat und voh CAH ... ist auf der "To Do"-Liste vermerkt!

Gefällt mir2
89
34
Freyenstein
Thimiggase 11
1180 Wien
Speisen
Ambiente
Service
47
37
37
13 Bewertungen
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