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Schutzhaus am Schafberg - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 1. März 2013
Experte
bubafant
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29
4Speisen
4Ambiente
4Service
30 Fotos1 Check-In

Das neue Schutzhaus am Schafberg serviert bodenständige Wiener Küche passend zu den Jahreszeiten. Auf der Speisekarte finden sich immer wieder neue, saisonale Schmankerl, die von einem jungen und engagierten Team im urigen Ambiente bei knisternden Kaminen serviert werden. Die begleitenden Worte des Gutscheins für ein saisonales 3-Gänge-Menü sind ausschlaggebend für den Kauf. Neben einer kleinen ReTe-Recherche natürlich. Telefonische Reservierung und die Abschiedsworte 'super, wir freuen uns' habe ich so noch nie gehört.

Mit dem Navi sicher auf die Anhöhe gebracht, hat man vor 18:00 Uhr noch die Chance einen der wenigen Parkplätze des Lokals zu ergattern. Gleich daneben, entlang der Straßenseite (Bushaltestelle) befindet sich der Gastgarten, an den Seiten überdacht, derzeit mit langen weißen Vorhängen und weißen Kristalllüstern dekoriert, in der Mitte ein freier Platz.
Im Anschluss duckt sich das Schutzhaus ins Gelände, seitlich vorbei ein reiner Fußweg in die Siedlung, auf der anderen Seite der Zugang zur Kleingartenanlage.

Gleich nach dem Eingang befindet sich ein dicker Vorhang gegen die Kälte, danach schließt sich auf der ganzen Länge des Schutzhauses das Panoramazimmer an. Eine durchgehende Bank mit Tischen und Holzstühlen, mit direktem Blick auf den Gastgarten.
Daran anschließend die Theke mit Zugang zur Küche, sowie einem weiteren Raum, der den Stammgästen vorbehalten sein dürfte.
Wir dürfen zwischen Jägerstüberl und Rosenzimmer entscheiden. Da wir am Fenster sitzen wollen, wird es das Rosenzimmer, das auch der Nichtraucherbereich ist. Fünf Tische für je rund sechs Personen, mitten drinnen ein knisternder Schwedenofen. Sehr gemütlich.
Im Anschluss daran geht es durch eine massive Schiebetür in einen Saal weiter. Davor, eventuell sogar nachträglich angebaut, der Zugang zum angeschmiegten Häuschen mit den sehr sauberen Sanitäranlagen.

Die Tische sind eingedeckt mit weißer Tischdecke, braunen Läufer, Salz & Pfeffer, Besteck samt Servietten auf einem Teller, Teelicht, Vase und Werbesteher. Nette Vorhänge, Deko, die eine weibliche Hand vermuten lässt, alles in Richtung Landhausstil.
Der junge Kellner ist äußerst zuvorkommend und bemüht, trotz jovialer Anrede, Stil durchblitzen zu lassen. Er erklärt den Deal: die Vorspeise ist ein Fixbestandteil, die Hauptspeise können wir a la carte auswählen, das Dessert wird zusammengestellt.
Wie schon an den Lampen des Gastgartens gesehen, gibt es hier Schnaitl- und Murauer Bier. Wir bestellen Naturtrübes von Schnaitl (Piff EUR 2,-, Krügerl EUR 3,50) und einen Holunderblütensaft mit Leitungswasser auf einen halben Liter aufgespritzt (EUR 3,30).

Vorspeisenturm (Fixbestandteil)
Der Turm besteht aus drei übereinander gestapelten Glasteilen, die sich nach oben hin verjüngen.
In der obersten Schale bekommen wir eine Erdäpfel-Sauerrahmsuppe mit Forellenkaviar und Gewürzblatt. Sehr kräftig im Geschmack, mit kleinen Stückchen darin, den Kaviar hätte es geschmacksunterstützend nicht gebraucht.
Im Mittelstock befindet sich ein Beef-Tartar mit Butter, Zwiebeln und Chili. Dazu gehören die zwei am Tellerrand liegenden Toastdreiecke. Das Tartar ist gut abgeschmeckt und in der Kombination gut zu essen. Die angeschnittene Chilischote zeigt ihre Kerne und wird von mir liegen gelassen. Die große Kaper dagegen nicht.
Im untersten Gefäß sind Ofenparadeiser, etwas Salat, Kugeln vom Büffelmozzarella und Balsamicodressing. Der fadeste Teil. Der Mozzarella hat nicht den typischen Büffelgeschmack.
Egal, die beiden Nachbarn drüber haben die Vorspeise gerettet.

In der Zwischenzeit kommen weitere Gäste, zum Teil auch mit Gutscheinen, der Kellner ist in seinem Element. Beim Abservieren werden wir gefragt, ob es uns geschmeckt hat und alles in Ordnung ist.
Weiter geht es mit den Hauptspeisen a la carte:
Mascarponetagliolini mit Pilzen, Kräutern und Ofenparadeisern (a la carte EUR 9,80).
Tiefer Biolek-Teller, ich darf kosten, die Pilze sind sehr gschmackig, die Pasta auf den Punkt, die Ofenparadeiser kennen wir schon.

Gekräutertes Skreifilet auf Räucherfischpüree mit Weißweinschaum und Gemüse (a la carte EUR 17,80)
Das Fischfilet thront auf dem Püree, beides ergänzt sich vom Geschmack her sehr gut. Das zart gewürzte Fischfleisch ist sehr hoch und lässt sich gut in Abteile abtrennen, die Haut lasse ich über. Die hübsch drapierten Zuckererbsenschoten sind die süßesten, die ich seit langem gegessen habe. Die Weinschaumsauce rundet jeden Bissen perfekt ab.

Vor dem letzten Gang werden wir nach Kaffeewünschen gefragt und auch diese ins mobile Pad eingetippt. Augenscheinlich ist es erlaubt, Hunde mitzunehmen, denn ein Gast, der die Sanitäranlagen aufgesucht hat, hat seinen kleinen Hund (mit 'ich darf alles'-Jacke) kurz im Rosenzimmer 'zwischengeparkt'.
Und dann werden die Dessertvariationen eingestellt.
Eine längliche Porzellanplatte, von einem Tischende zum anderen !

Darauf befinden sich ein Minicupcake mit Kokos, sehr flaumig und zum Teil cremig, gerade die richtige Kokosmenge; ein Nougatknödel, relativ groß, ebenfalls flaumig, mit einer Marille gefüllt und bestreuselt; ein Klacks vom Tiramisu, richtig 'durchgegatscht', kein Vordrängen eines Alkohol- oder Kaffeegeschmackes; ein Minitopferl Creme brûlée, die gelungenste seit langem, durchgängig feine Konsistenz, Knackdeckel. Alles garniert und verziert mit Schlagobers, Physalis, Erdbeeren (auch wenn sie keinesfalls zur Jahreszeit passen, kommt man offensichtlich um sie nicht mehr herum), Mango Salat, Tigernacktschnecke gezeichnet mit roten Beeren und Vanille. Schleck. Wir schwelgen im Süßrausch, ich könnte keinem Einzelbestandteil den Vorzug geben.

Fazit: Es ist nicht gerade ums Eck, aber es werden Speisen angeboten, die ich mir in einem Schutzhaus nicht erwartet hätte. Derzeit wird ca. alle drei Wochen die Karte geändert. Die Frage des Kellners bei Zahlen: War das Ihr erster Besuch ? Haben wir uns bewährt ? Ja, hat das Schutzhaus. Das Essen war sehr gut, das Service so noch nicht erlebt und wirklich erfrischend, der Umgang mit Gutscheinkunden, als wären es langjährige Stammgäste. Verabschiedet mit den Worten 'kommt’s gut nach Haus'. Uns hat es gefallen. Auch wenn unsere Kleidung den Gout des Schutzhauses mit nach Hause genommen hat.

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Kommentare (3)

am 2. März 2013 um 13:35

Danke Gourmeuse !
:-)

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Experte
283
71
am 2. März 2013 um 13:33

Kompliment, toll geschrieben! Ich fühle mich, als wär ich dabei gewesen.

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am 1. März 2013 um 22:42

Da muß ich wohl wieder einmal hin...
Sehr toller Bericht!

DANKE vom Gerry

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Experte
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Schutzhaus am Schafberg
Czartoryskigasse 190
1170 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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