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Gasthaus "Zum Heimchen" - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. Dezember 2012
Experte
bubafant
283
71
29
4Speisen
3Ambiente
4Service
33 Fotos4 Check-Ins

Beim Wort Heimchen denkt man ja eigentlich gleich an Lebendfutter. Das Gasthaus zum Heimchen allerdings liegt etwas abseits der Haupttrampelpfade von Eisenstadt. Ein großer Parkplatz gleich schräg gegenüber entschärft das Parkplatzproblem. Das Lokal befindet sich auf einem Eckgrundstück, nebenan ein kleiner Gastgarten und seitlich der Eingang. Wir treten ein, wohlige Wärme umfängt uns. Sehr heim(e)lich.

Gleich beim Eingang ist links ein Raumteiler in Form eines großen Aquariums, rechts ein paar Tische und geradeaus die große, Gemütlichkeit ausstrahlende, Holztheke. Links an der Theke herum geht es weiter mit Tischen – wir befinden uns hier im Raucherbereich, der allerdings durch das großzügig verwendete Holz und Textilien un'heim'lich gemütlich wirkt. Ein kurzer Blick in den im Anschluss befindlichen NR-Bereich mit modernen Möbeln, Lederstühle und spärlich eingedeckte Tische. Wir entscheiden uns für den Rauchbereich, wo ein paar Tische bereits besetzt sind, und beginnen mit dem Studium der in Leder gebundenen Speisekarte mit ordentlich folierten Seiten und durchgehender Corporate Identity, die uns vom gut gelaunten Wirt gereicht wird. Die Palette umfasst regionale Hausmannskost mit pannonischen Einflüssen bis hin zur Internationalen Küche: Hortobagyer Palatschinken, Fischsuppe 'Halaszle', Pannonische Krautroulade, Viktoriabarsch, Wels, Zitronenhühnchen, (Zwiebel)Rostbraten, Steak, Schnitzel bis hin zum Turm vom Babel (Schweinsmedaillons im Speckmantel vom Grill, Kartoffelpuffer, geräucherter Käse, Spiegelei und Salatgarnitur). Ein Mittagsmenü, sowie Frühstück ergänzen das Angebot.

Unser Tisch ist eingedeckt mit einer Stofftischdecke samt Läufer, Besteck, Papierserviette, sehr sauberer Menage, Zuckerstreuer und Blumenvase. Und endlich einmal ist ein Tisch ausreichend groß, fast schon zu groß. Auch an den Wänden und an der Decke ist viel Holz verarbeitet worden. Die originellen Deckenleuchten in Form von aufgeschnittenen Weinflaschen im Dreierpack fallen sofort ins Auge. An den Wänden Bilder und Collagen mit Bildern aus Eisenstadt. Im Übergang zum NR-Bereich befindet sich ein Salatbuffet, ein Tisch mitten im Gastraum ist bestückt mit Gewürzen zur Selbstentnahme. In einem Regal befinden sich die Speisekarten und Kochbücher. Die Sanitäranlagen befinden sich im Keller.

Nach dem Servieren der Getränke, ½l Traubensaft mit Leitungswasser (€2,30 ohne Aufpreis) und 0,3l Hirter Bier (€ 2,70) dauert es ein bisschen und wir hören den Koch in der Küche werken. Wir beginnen mit einer Hühnersuppe mit Fleischbällchen und Eierstich (€ 3,50). Serviert mit farbenfroher Serviette zwischen Tasse und Teller. Die Suppe ist nicht so brennend heiß, mit vielen Stückchen vom Huhn, ebenso viele Gemüsewürfel und eingetropftes Ei mit frischen Kräutern. Wie früher/zu Hause gekocht wurde. Neu für mich ist das Fleischbällchen mit knuspriger Kruste. Lange knusprig, obwohl in der Brühe. Sehr gut. Und wärmend. Freundliche Nachfrage beim Abservieren, ob es geschmeckt hat.

Nach und nach, obwohl es schon nach 14.00 Uhr ist, kommen weitere Gäste, die Gaststube füllt sich. A la carte-Esser, Seniorenstammtisch mit Nachmittagskaffee und einem Gläschen Wein. Und in der Küche brutzelt es. Im Gastraum ist (wahrscheinlich) im Nachhinein ein Entlüftungstunnel eingebaut worden, der ganz Arbeit leistet, die Kleidung riecht im Anschluss weder nach Rauch, noch nach Küchendunst.

Weiter geht es mit Schweinefilet mit Äpfeln in Calvados-Sauce, dazu Tagliatelle (€ 14,10). Eine Riesenportion. Auf gedünsteten Apfelscheiben liegen Scheibchen vom Filet, zart angebraten, innen leicht rosa (ev. gesurt) und Teigwaren. Ungewöhnlich ist die Kombination mit dem Calvados, aber nicht schlecht.
Geröstete Putenleber mit Salzkartoffeln (€ 8,10), Kartoffeln umbestellt als Salat, ohne Aufpreis. Auch das keine kleine Portion, der große Teller ist fast randvoll mit zarten Leberstückchen, perfekt geröstet mit viel Zwiebel und Kräutern. Wo die Salzkartoffeln liegen sollten, sammelt sich das Öl, wahrscheinlich wurde direkt aus der Pfanne auf den Teller geschwenkt. Im ersten Moment skeptisch, schmiert es ganz gut. Die Paprikaräder am Tellerrand wirken etwas unmotiviert. Der Kartoffelsalat ist leicht süßlich mariniert, allerdings mit weißem Zwiebel angerichtet.

Der Koch dreht eine Runde in der Gaststube und hat für jeden Tisch ein paar Worte übrig, fragt nach, ob es geschmeckt hat und alles in Ordnung ist. Aufgrund der großen Portionen müssen wir die Nachfrage nach Kaffee und Süßem des Wirtes abschlägig beantworten. Obwohl eine 'flambierte Gundel' (Nusspalatschinke mit Schlagobers und Schokosauce), diverse Strudel oder Somlauer Nockerl nicht uninteressant klingen.

Fazit: Wir haben ein weiteres gutes Lokal in Eisenstadt entdeckt, das Ambiente ist einladend gemütlich, der Service des Eigentümer-Duos ehrlich und unverkrampft. Im Sommer werden wir einmal den Gastgarten ausprobieren und dann auf das vom Wirt angebotene 'Stamperl auf’s Haus' zurückkommen.

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Kommentare (5)

am 27. Jänner 2013 um 12:47

Danke für diesen Bericht. Werden auf Grund dessen das Lokal auch bald besuchen. Ihr lest dann von mir.

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10
11
am 4. Dezember 2012 um 00:07

Dann schreib uns doch eine aussagekräftige Bewertung aus DEINER Sicht.

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Experte
63
50
x.cr3w am 3. Dezember 2012 um 23:52

Sehr Guter Bericht. Kann ich alles in allem genauso bestätigen. Ich bin oft Mittags-Kunde (Menü) sowie aber auch Wochenends um mit meiner Partnerin da zu speisen. Immer wieder lecker :)

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x.cr3w
Kein Tester
am 3. Dezember 2012 um 20:40

Macht echt Spass, den Bericht zu lesen. Danke vom Gerry

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Experte
215
47
am 3. Dezember 2012 um 11:02

HGL, wirklich gut geschrieben. Danke!

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Experte
80
48
Gasthaus "Zum Heimchen"
Feldstrasse 35
7000 Eisenstadt
Burgenland
Speisen
Ambiente
Service
44
35
44
3 Bewertungen
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