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Kristians Monastiri - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 13. November 2012
Update am 29. Juni 2014
Experte
uc0gr
215
47
28
4Speisen
4Ambiente
5Service
106 Fotos4 Check-Ins

************* UPDATE VOM 24.06.2014 *************

Nun bereits zum dritten Mal im „Kristian’s Monastiri“ zu Gast gewesen. Abermals verbrachten wir einen wundervollen und stimmigen Abend in einem sehr schönen Ambiente. Der Restaurantleiter, ein Profi durch und durch, nahm uns freundlich in Empfang, der Service begleitete uns souverän und stets präsent durch den gesamten Abend. Insgesamt waren an diesem Abend drei Servicemitarbeiter, wir hatten ein „3-Gang Candlelight-Dinner“, emsig am Werken – bestens geschult, vom Fach und einfach sehr angenehm. Immer beim Gast, aber nie wirklich bemerkt – so lobe ich mir das! Auch der Restaurantleiter besuchte uns während des Dinners immer wieder und erkundigte sich, ob alles in Ordnung sei – BRAVO!

Unser Candlelight-Dinner bestand aus:
Gedeck = „Hausgemachtes mediterranes Weißbrot & Nußbrot mit mediterraner Butter“
-----> großartiges Brot, die Butter sehr g’schmackig, bis heute ist es mir ein echtes Rätsel, derart viel Gewürzaroma in eine „weiße Butter“ zu bekommen - TOLL!

Gruß aus der Küche = „Selleriepüree, marinierte Karotte, Orange und karamellisierte Nüsse“
-----> ein Traum von Aromen, so gerne hätte man davon eine ganze Schüssel gehabt

1. Gang = „Mediterrane Vorspeisen à la Kristian's Monastiri“
-----> ein herrlicher Ziegenkäse mit etwas vom Basilikum-Pesto, sehr guter Prosciutto, fein geschnitten, wunderbar gegrilltes Gemüse, hausgebeizter Lachs in vollendeter Qualität…besonderes Highlight: HAUSGEMACHTE FENCHELSALAMI

2. Gang = „Kalbsvögerl mit Schalotten, Spargel, 'Kohlrabi-Nudeln' und Paradeis-Pesto“ - ganz weich
-----> geschmorte Kalbsvögerl (Wade vom Kalb, ein besonders kollagenhältiges Fleischstück, ähnlich dem Kalbs-Backerl), sehr gut abgeschmecktes Gemüse und knackige „al dente“-Kohlrabi-Nudeln

wahlweise

2. Gang = „Tagliolini Verde mit Spargel & Parmigiano“ – herrlich „al dente“ gekochte Pasta, gut
-----> abgeschmeckte Sauce mit bissfestem Spargel, eine sehr gute, vegetarische Hauptspeise

3. Gang = „Dessertvariation - Schoko-Brownie, Schoko-Karamell, Marilleneis, Creme Brulée“
-----> Bis auf das Marilleneis, man merkte einfach, dass die Marillenzeit noch nicht gekommen war, waren alle Dessertkomponenten einfach sehr gut, ohne Fehl und Tadel

Ohne Wenn und Aber, würde ich das „Kristian’s Monastiri“ abermals in diesem Rahmen und auf diesem zu erwartenden Lokalniveau mit gleich hoher Benotung 4-4-5 bewerten. Eine echte Empfehlung! Auch unser mittlerweile bereits dritter Besuch wird sicher nicht der letzte gewesen sein.

**************** UPDATE ENDE ****************

Wie der Name des Lokals bereits vermuten lässt, ist das „Kristian’s Monastiri“ in einem alten Kloster untergebracht („Monastir“ aus dem Griechischen = Kloster). Ursprünglich war das Gebäude beim Spittelberg „Schottendurchhaus“ genannt, weil es im Besitz des Schottenstiftes war. Bedingt durch die Wirtschaftskrise Ende des 19. Jahrhunderts ließ das Erzbistum seine Besitztümer und damit auch dieses Gebäude aus Kostengründen völlig verkommen und so wurde die Immobilie ab 1911 von einem Besitzer zum anderen durchgereicht, die sich aber ebenfalls nicht besonders darum kümmerten. Die Bombenschäden aus dem 2. Weltkrieg vollendeten den Verfall des Gebäudes und es verwahrloste vollends. 1988 stellte man das Gebäude unter Denkmalschutz und sieben Jahre später begann man mit dem Verkauf der einzelnen Wohnungen und Lokale, wobei man es den neuen Besitzern freistellte, ihr Eigentum auf eigene Kosten nutzbar zu machen. So begann für dieses Gebäude eine neue Ära.

Im Mai 2000 etablierte sich das „Kristian’s Monastiri“ in dem der Neustiftgasse zugewandten Teil des „Bräundlhauses“. Fast drei Jahre hatte man hier renovieren, Schutt und Geröll beiseiteschaffen müssen – natürlich unter Einhaltung der vom Denkmalschutz vorgegebenen Richtlinien! Für die Gestaltung zeichnete der Designer Günther König und man muss feststellen, dass hier die alten Elemente des Klosters hervorragend in ein sehr modernes, gemütliches und ansprechendes Lokal integriert wurden. Da uns dort wurden die alten Gemäuer, Säulen betont und in das richtige Licht gesetzt. Eine wunderbar schöne alte Steintreppe wurde freigelegt und darunter die begehbare Bar mit einer bemerkenswert großen Auswahl an diversen Destillaten installiert (bis zu 150 verschiedene Grappe, Whiskeys,…). Ein romantisches kleines Separee hinter der Stiege lädt zu einem romantischen Dinner ein. Der sehr schöne Gastgarten (Durchhaus-Hof) unter einer italienischen Pergola, mit sehr mediterranem Flair und einem Springbrunnen rundet das Gesamtambiente noch ab. Hervorzuheben ist unbedingt auch das „Rotweinparadies“, ein schöner und sehr alter Weinkeller, der zum persönlichen Aussuchen des Rotweines einlädt.

Das Lokal „Kristian’s Monastiri“ hat zahlreiche Auszeichnungen:
(1) Á la Carte 2012 - 66 Punkte, zwei Sterne
(2) Falstaff 2012 - 84 Punkte, eine Gabel
(3) Gault Millau 2012 - 13 Punkte, eine Haube und
(4) Tafelspitz ignoriert dieses Lokal überheblicherweise, auch eine Einstellung

Daher werde ich den „Kristian’s Monastiri“ auch unter diesem Aspekt und in diesem Rahmen bzw. auf diesem Niveau etwas strenger bewerten müssen.

Bereits beim Eintreten wurden wir sehr freundlich von Daniel Hamus, einem der Serviceleiter, begrüßt und empfangen. Wir hatten zwar reserviert, jedoch war das Lokal noch ziemlich leer und wir konnten den Tisch frei wählen. Wir entschieden uns für einen Platz im vorderen Gästebereich, der uns beiden deutlich besser gefiel (Raucherbereich). Wir hatten für diesen Abend einen Daily-Deal-Gutschein für „Das 3-Gänge-Candle-Light-Dinner für 2 inkl. Gedeck (EUR 92,00)“ und waren sofort sehr angetan, wie gut man sich hier auf diesen „Deal“ vorbereitet hatte. Sehr professionell gab es vorgedruckte Karten für das Dinner mit ausreichender Speisenauswahl (siehe Foto).

Wir bestellten als Aperitif jeweils einen „Limettenprosecco“ (EUR 5,80 - Prosecco, Limettensaft, Limette, zerstoßener Rohrzucker & weißer Rum), der sehr gut temperiert und äußerst erfrischend war. Für unser Menü wählten wir den „Wiener Gemischten Satz“ vom Winzer Zahel, Jahrgang 2011 (EUR 24,00 die Flasche), der uns, wie gewohnt, vorzüglich durch alle Gänge begleitete.

Als Gruß aus der Küche gab es ein „Karotten-Selleriemousse & Lachstartar mit Creme Fraîche-Dip“. Wunderbar harmonisch abgeschmeckte Appetizer, die sehr ausgewogen und absolut nicht überwürzt waren. Das Mousse von perfekt cremiger Konsistenz, das Lachtartar frisch und von sehr guter Qualität – SEHR GUT. Das Gedeck bestand aus einer Baguettevariation = frisches Kornbaguette, Zwiebelbaguette und Kürbiskernbaguette dazu eine hausgemachte sehr cremige Kräuterbutter, die wunderbar nach frischem Basilikum schmeckte – SEHR GUT.

Erster Gang = „Prosciutto mit Melone, Frischkäsemousse mit Basilikum, Aceto Bianco-Gemüse mit Rucola und Lachs mit Pfefferorange“. Bei diesem Gang hatte sich der Küchenchef, Jürgen Winter, wohl selbst übertroffen. Der Schinken war natürlich hauchdünn aufgeschnitten und von bester Qualität, das Frischkäsemousse einfach ein cremiger, luftiger Traum mit einem herrlichen Basilikum-Pesto obenauf. Das Gemüse dezent aber doch sehr schmackhaft im Aceto gegart, der Lachs von bester Güte und sehr zart, die Pfefferorange etwas dezent aber doch würzig abgeschmeckt - AUSGEZEICHNET.

Einmal das „Hochlandrind – rosa gebraten mit angeschmorter Karotte und Erdäpfel-Kokos-Espuma“ – das Fleisch war perfekt gegart und wunderbar zart, das Bett aus angeschmorten Karottenwürfeln (Concassé) perfekt knackig, der sehr schmackhafte Bratensaft dazu harmonisch. Das Erdäpfel-Kokos-Espuma war leicht und luftig und überraschte mit der Harmonie, wie Erdäpfel und dezente Kokosnote zusammen passen können – AUSGEZEICHNET.

Einmal die „Mariazeller Seeforelle mit Kirschparadeiser und Basilikum Gnocchi“ – den Fisch könnte man nicht besser braten, eine sehr knusprige Haut und ein perfekter Garpunkt - saftig, äußerst schmackhaft und von toller Qualität. Die Gnocchi waren leider Miniatur-Gnocchini und nur homöopathisch verteilt, den Basilikum konnte man nicht wirklich herausschmecken. Die Senfgurke dazu ist sicher nicht jedermanns Sache, mir schmeckt sie jedoch, und ich fand sie recht passend zum Fisch. Gebettet war der Fisch auf sautiertem Blattspinat und dazu gab es ein Paradeiserconfit mit Dille abgeschmeckt. Persönlich finde ich Dille zum Fisch ausgezeichnet, zu Paradeiser aber nicht unbedingt ideal. Der servierte Wasabi war leider etwas bitter, was aber bei Wasabipulver rasch passiert – hier würde ich absolut eher zur Tubenware greifen (frischer Wasabi ist bei uns kaum erhältlich). In Summe aber durchaus noch ein SEHR GUT, der Fisch alleine ausgezeichnet.

Das Dessert bestand aus einer „Dessertvariation – Zitronengras Crème Brûlée mit Himbeere, Schokoladen-Brownie mit Karamell sowie Heidelbeere und einem Sorbet von der gelben Zwetschke“ – die Zitronengras Crème Brûlée war sehr gut, jedoch konnte man das Zitronengrasaroma kaum herausschmecken. Der Brownie war leicht, flaumig und wunderbar „schokoladig“, das Karamell und die Heidelbeeren obenauf passten phänomenal dazu. Das Sorbet der gelben Zwetschke war sehr fruchtig und intensiv nach der Zwetschke schmeckend – ein glattes SEHR GUT.

Danach hatte ich noch einen „Großen Espresso“ (EUR 4,20), der hier leider ein „Nespresso“ ist, schade. Meine beste Ehefrau von allen hatte einen Grappa Barrique, der sie aber nicht sonderlich überzeugte, weil er doch eine gewisse Schärfe hatte.

Summa summarum gibt es für die Speisen von mir ein sehr gutes SEHR GUT. Man hat hart am Ausgezeichnet für das Essen gekratzt, und es waren auch absolut nur Kleinigkeiten, die fehlten - „Meckern auf höchstem Niveau“. Bemerkenswert und als besonders gute Leistung der Küche einzustufen, man hatte bei keinem einzigen Gang den Wunsch nachzuwürzen. Die Speisen wurden auf sehr gut vorgewärmten, teilweise sehr originellen Teller serviert, und auch die Art des Anrichtens war sehr gelungen.

Für das Ambiente, das uns besonders im vorderen Gastraum überzeugte, gebe ich gerne ebenfalls ein SEHR GUT - der Nichtraucherbereich ist nicht so heimelig. Die Sanitäranlagen, alte Kellergewölbe, sind wunderbar sauber und adrett. Ein wackliger Tisch, wie bei uns, sollte aber nicht sein. Die für unseren Geschmack gute Musik ist angenehm und in genau richtiger Lautstärke. Die Rechnung bekommt man hier stilsicher in einer „alten“ Holzschatulle.

Der Service erhält von mir einfach die Höchstnote – AUSGEZEICHNET. Wir wurden von Herrn Daniel äußerst gut bedient und umsorgt ohne auch nur einmal aufdringlich zu sein. Alle Fragen zu den Speisen oder auch zur Errichtung des Lokals wurden freundlichst und kompetent beantwortet. Der Höhepunkt aber war, ich hatte das Fehlen des Grappas auf der Rechnung urgiert, als uns Herr Daniel entgegnete: „Der geht aufs Haus, weil ich gesehen habe, dass Sie sich einmal den Wein selbst nachschenken mussten…“! Unglaublich, einfach ein TOP-Service.

Fazit: eine unbedingte Empfehlung von mir für diese wunderbare „Cross-Over“-Küche mit österreichischen Wurzeln und mediterranen bis orientalischen Einschlägen. Es ist zwar nicht billig hier, aber bedingt durch die sehr gute Qualität durchaus günstig. 4-Gang-Menüs (Fisch oder Fleisch, Dessert oder Käse) werden bereits ab EUR 44,00, 5-Gang-Menüs (Dessert oder Käse) ab EUR 59,00 und 6-Gang-Menüs ab EUR 66,00 angeboten. Die Weinkarte ist sehr umfangreich, der Weinkeller sehr interessant, und es werden auch Halbflaschen angeboten. Die Weinpreise finde ich durchaus angemessen für ein Lokal dieser Güte. Unbedingt einmal ausprobieren - eine tatsächlich sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet.

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Kommentare (5)

am 13. November 2012 um 21:40

Vielen lieben Dank, gastrogscheiterl! Aber nur nicht aufgeben, schreib' mal wieder etwas...du kannst es ja auch!

LG vom Gerry

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215
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am 13. November 2012 um 20:56

Danke auch an den lieben amarone1977!

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215
47
am 13. November 2012 um 20:54

Vielen Dank, lieber adn1966!

Ich kann es dir wirklich empfehlen. Solltest du einen romantischen Abend mit deiner Liebsten verbringen wollen, so reserviere unbedingt unter der alten Stiege im Separée.

Derzeit gibt es ein Gansl-Menü:
Link

Danke nocheinmal vom Gerry

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215
47
am 13. November 2012 um 20:50

Mmmmmm :)

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315
75
am 13. November 2012 um 20:50

Top Bewertung, Gerry, und gratuliere zu den ersten Plätzen im Testerranking. Schade nur, dass wieder zwei NH kamen, von Leuten, die nach Zeile vier offenbar hoffnungslos überfordert sind.

Ich hab mich schon lang gefragt, wie es dort ist, jetzt hab ich das Gefühl, dort gewesen zu sein. H-G-L!!

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