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Sternbräu - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 4. November 2012
Experte
bubafant
283
71
29
3Speisen
4Ambiente
3Service
33 Fotos1 Check-In

Gerade erst hat uns die Westbahn ausgespuckt, wir haben unser Hotelzimmer bezogen und marschieren los Richtung Innenstadt über die Liebesbrücke (Markartsteg), wo wir dann – nicht bewusst – in eine angebliche Touristenfalle plumpsen. Angezogen durch den nett geschmückten Torbogen in der Passage studieren wir die Speisekarten im Aushang und entscheiden uns für einen Erkundungsgang.

Im Windfang befinden sich Lagepläne, gut das Haus scheint größer zu sein. Neben Clubräumen gibt es im Obergeschoß ein Schützenzimmer, ein Zirbenzimmer, ein Hochzeitszimmer; ebenerdig stehen der Sternsaal, die Kaiserstube, die Bürgerstube, das Jagdzimmer und das Bierstüberl zur Verfügung. Angeschlossen noch die eigenständigen Lokale Trattoria La Stella, s'Gwölb an der Stadtmauer, der Braumeister und der Abendstern, sowie mehrere Gastgärten im Sommer. In Summe 14 Gaststuben für fast 800 Personen und rund 650 Personen im Gastgarten. Es ist klar, dass das ohne eine gewisse Massenabfertigung nicht mehr funktionieren kann.

Den Gang entlang stehen viele Kredenzen, Sitzgelegenheiten, Deko-Gegenstände. Vorbei an der geätzten automatischen Schiebetür in die Küche. Dort ist der Kellner-Verkehr schon im Gange, das erste Stüberl ist schon für eine Reisegruppe reserviert. An den Wänden diverse Auszeichnungen (Fassbier-Wirt, Kulinarisches Österreich, tripadvisor, Bierguide) schlängeln wir uns weiter durch das Gebäude, passieren weitere Themen-Stüberln, die Treppe ins Obergeschoß bis wir quasi das Haus fast verlassen. Das Sternbräu hat mehr als einen Eingang und immer wieder stößt man beim Flanieren darauf. Wir entscheiden uns schließlich – auch wegen der wenigen noch freien Plätze – für das Bierstübl. Ein wunderschönes altes Gewölbe, urige, massiv-rustikale Möblierung, die Sessel leider schon etwas wackelig, mannshohe Vertäfelung, Zeitungshalter, Leuchter, rustikale Deko, etc. Auf den Tischen keine Tischdecke, nur Menage, Werbesteher, Vase und Bierdeckel stehen auf einer kleinen Stoffserviette.

Der Kellner bringt uns die ledergebundene Speisekarte und wir haben den Eindruck, dass er fast genervt ist, weil wir nicht in Sekundenschnelle unsere Bestellung bekannt geben können. Nach unserer Entscheidung warten wir dann auch etwas länger, bis er wieder kommt, allerdings ist zu diesem Zeitpunkt das Stüberl brechend voll und es ist wirklich viel zu tun. Auf der Karte befinden sich neben den typischen österreichischen Klassiker noch Pinzgauer Kaspressknödel, Hirschragout, Rostbratwürstel, gebratenen Schweinshaxe, Salzburger Bierfleisch und gedünsteter Ochsenschlepp.

Feine Lachs-Teigtascherln auf Rahmblattspinat mit frischem Parmesan (€ 11,20)
Ja, wenn das mit der Erwartungshaltung nicht wäre. Ich habe nicht mit perfekt ausgestanzten Nudeln gerechnet. Die Füllung aus fader Lachsmasse, der Spinat lauwarm und eher geschmacklos, der Parmesan in komischer Art darüber gebröselt. Naja.

Kalbsrahmgulasch mit Bauernspätzle und Pfefferoni (€ 12,80)
Das Fleisch zäh und bisweilen flachsig, ordentliche Spätzle und eine lieblose Pfefferoni. Noch einmal Naja.
Die Biere – 0,3l Keller Hofbräu Kaltenhausen (€ 3,20) und 0,5 l Edelweiß Hefe trüb (€ 3,90) sind perfekt gezapft bei guter Temperatur und beide sehr süffig, das Kaltenhausen angenehm mild.

Während der Hauptspeise sehen wir, wie in regelmäßigen Abständen Salzburger Nockerl an den Nebentischen serviert werden. Richtig ! Da war doch noch was. Also her damit. Gemeinsam mit einem Cappuccino (€ 3,30) bestellen wir die berühmte Nachspeise (€ 6,30). Keine Mezzie, im Laufe unseres Aufenthaltes sehen wir allerdings auch Preise, mehr als das Doppelte. Ungewöhnliche Art zu servieren – nicht drei Gupf, sondern ein Spitzkegel mit einem Kännchen Beerenröster. Ein echtes Highlight. Perfekt gemacht, die reinste Sünde, sättigend bis zum Anstehen.

Fazit: Das Sternbräu ist mehr als 600 Jahre alt, es wurde (lt. HP) 2010 wieder einmal neu übernommen. Die Räumlichkeiten samt Ausstattung sind unschlagbar und mit der Zusammenarbeit mit dem Braugasthof Hofbräu Kaltenhausen wurde ein kluger Schachzug getätigt. Die Hauptspeisen liegen zwischen 2 und 3. Mit den Salzburger Nockerln liegen wir zwischen 3 und 4. Das Bier ist empfehlenswert. Nur vom Gerstensaft und dem Dessert kann man nicht wirklich leben, wahrscheinlich wird mit Busladungen die Lücke gefüllt.

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Kommentare (3)

am 4. November 2012 um 17:19

Frauen, die so richtig essen können, können schon mal nicht so viel falsch machen!
Mahlzeit ;)

Gefällt mir2
Experte
315
75
am 4. November 2012 um 17:18

Wir haben tapfer gekämpft ! Und dann noch den ganzen Nachmittag in der Innenstadt und auf der Festung abgestrampelt ...
:-)

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Experte
283
71
am 4. November 2012 um 17:15

Ich bewundere dich!
Salzburger Nockerln als Nachspeise - ich schaff das nicht.

Gefällt mir2
Experte
63
50
Sternbräu
Griesgasse 23
5020 Salzburg
Speisen
Ambiente
Service
32
39
33
9 Bewertungen
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