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GO-TO-LEE - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 31. Oktober 2012
hedimaus
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0Ambiente
0Service

Nun denn, um der ersten Bewertung ein paar Details hinzuzufügen, möchte ich nun von meinen Erlebnissen im Go-to-Lee berichten.

Ich hatte einen Restaurant-Gutschein erworben und drei Freunde eingeladen, mit mir gemeinsam einen Ausflug ins Reich der philippinischen Küche zu unternehmen.

Ich hatte am Tag unserer Verabredung mehrmals versucht, im Go-to-Lee anzurufen und einen Tisch zu reservieren, was mir jedoch misslang. Wieso? Die Telefonnummer auf der Website gab es nicht. Ich versuchte daher eine Reservierung per Mail, bekam aber so kurzfristig natürlich keine Rückmeldung.

Frohgemuht machten wir uns am Abend trotzdem auf, um das Lokal zu besuchen. Dabei stießen wir aber schon auf das erste Problem: das Go-to-Lee ist eigentlich nicht beschildert. Und ich schreibe ‚eigentlich‘, weil es eigentlich schon ein Schild gibt. Das ist aber winzig. Im Gegensatz zu den riesigen Tafeln und dem Rundbogen, der über dem Eingang auf das italienische Restaurant Al Capone hinweist. Ja, richtig. Im selben Lokal befindet sich auch ein Italiener.

Etwas verduzt ob der unübersehbaren Hinweise auf italienische Köstlichkeiten (‚Tiramisu und Kaffee, nur € 3,50) betraten wir also das Go-to-Lee. Empfangen wurden wir von einem extrem unfreundlichen Kellner, der zwischen Pizzabackofen (aha), philippinischem Buffet (aja) und Gastraum hin- und her hetzte. Er hatte zwar meine Reservierung erhalten, jedoch behauptete er steif und fest, ich hätte für 20:00 reserviert (es war 19:00). Wie auch immer, wir standen im Eingangsbereich und bekamen auch keinen Tisch, obwohl es freie Plätze gab. Immer wieder lief auch ein aufgeregter Mann in Trainingsanzug und Schürze bei uns vorbei und beschwerte sich über seinen Kollegen („Haben Sie jetzt immer noch keinen Tisch? Er muss doch reagieren! Er muss doch etwas tun!“). Seine Anteilnahme rührte uns, änderte aber im Grunde Nichts an der Situation.

Das einzig Beruhigende war, dass das Lokal fast voll war. Ich dachte: „Das kann ja nur ein gutes Zeichen sein – ein volles Lokal bedeutet gutes Essen!“

Nachdem einige Gäste das Feld geräumt hatten, wurden wir in den Gastraum gebeten und bekamen einen Tisch. Nun zum Gastraum – er ist orange. Er ist kalt, denn es gibt keine Heizung. Es gibt keine Bilder oder Dekoration, abgesehen von einigen Lampen. Eine davon war kaputt UND hing schief. Aber das sind ja nur Kleinigkeiten, denn das Ausschlaggebende bei einem Restaurantbesuch ist ja immer noch das Essen, nicht?

Also machten wir uns auf zum philippinischen Buffet. Der Pizzabackofen gegenüber verströmte kuschelige Wärme. Der Pizzabäcker schwitzte vor sich hin.

Nun, was soll ich sagen? Ich kenne ja die philippinische Küche nicht. Aber ich weiß dass ‚Penne mit Käse‘ nicht philippinisch ist, zumindest nicht typisch philippinisch. Und ich bin ja auch kein Feinschmecker. Aber ich weiß dass Reis nicht steinhart sein sollte wenn er serviert wird. Alles in allem war das Buffet also ziemlich enttäuschend, und was noch dazukommt, unappetitlich. Undefinierbare Fleischklumpen schwammen in (altem?) Fett. Eingetrockneter Reis vegetierte in einem verwelkten Palmblatt vor sich hin. Oje.

Schweren Herzens nahmen wir uns also jeder das eine oder andere Portiönchen und trugen es zu unserem Tisch zurück, wo wir zaghaft kosteten. Es schmeckte nicht schlecht, ganz ehrlich. Aber wenn man das Gesamtpaket betrachtete, wollte man das Essen lieber gar nicht erst in den Mund nehmen. Und auch das Besteck eigentlich lieber nicht.

Um uns herum war das Lokal nach wie vor voll – und ich fragte mich mittlerweile ganz ehrlich - WIESO? War mein Blick auf die Realität so falsch? War meine Einschätzung der Situation so daneben? War ich bei 'Versteckte Kamera'? Und dann begriff ich! Alle anderen Gäste aßen Italienisch. Á la carte! Anscheinend waren wir die Einzigen, die vom Buffet aßen.

Die Einzigen? Nein, das ist nicht ganz richtig. Das erste (und letzte) Mal an diesem Abend, als das Buffet aufgefüllt wurde, bediente sich nämlich auch unser Kellner sogleich an den Garnelen. Mit den Fingern.

Naja, wahrscheinlich mag er die italienische Küche einfach nicht.

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Kommentare (8)

abcd am 23. Dezember 2012 um 21:05

Besuch doch mal "Crossover" (Döblinger Haupstr. 11) oder
Hotel am Brilantengrund (Bandgasse 4, 1070)!
Sie bereiten köstliche philippinische Speisen zu. ;)

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abcd
Kein Tester
am 31. Oktober 2012 um 18:54

Entschuldigung! "hedimaus" natürlich!
Gerry

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Experte
215
47
am 31. Oktober 2012 um 18:32

Willkommen im Forum mit einem gleich sehr guten Bericht, heidimaus!

Danke vom Gerry

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Experte
215
47
Gast 123 am 31. Oktober 2012 um 17:28

Großartig !

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Gast 123
Kein Tester
am 31. Oktober 2012 um 17:23

Danke für diesen Bericht, sehr informativ und gleichzeitig unterhaltsam verfasst. Weiter so!

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Experte
80
48
am 31. Oktober 2012 um 16:30

SSW: ich bleib bei papua-neuguinesisch!

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Experte
315
75
am 31. Oktober 2012 um 16:28

Köstlich! Vielen Dank für die gelungene Bewertung!

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Experte
107
33
am 31. Oktober 2012 um 16:26

Sehr realistisch und nachvollziehbar geschrieben.

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