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Hill - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 29. September 2012
Hartaberfair
55
7
11
5Speisen
4Ambiente
4Service
1 Check-In

Aufgrund der mit einer Ausnahme sehr guten Bewertungen hier haben wir dem HILL am letzten Wochenende selbst einen Besuch abgestattet. Und ich kann schon vorweg sagen, wir waren begeistert.

Das Essen: Die Karte ist wie in gehobenen Restaurants üblich eher übersichtlich und passt auf zwei Seiten. Es handelt sich um zwei Menüs bestehend aus je 9 Gerichten. Aus diesen beiden Menüs kann man sich sein persönliches 3-,4-,5- oder 8-Gang Menü beliebig zusammenstellen. Das tolle dabei ist, dass auch die einzelnen Gänge völlig frei wählbar sind. D.h. man könnte beim 5-Gang Menü auch fünfmal dieselbe Hauptspeise wählen oder man könnte fünfmal das Dessert bestellen. Am Preis von 42 Euro (3 Gänge) bis 92 Euro (8-Gänge) ändert sich nichts. Wir haben zweimal das 4-Gang Menü gewählt.

Als Vorspeise einmal Beef Tartar mit Gänseleber und einmal nur die Gänseleber. Die Leber war ein Traum und butterzart gebraten, so dass sie einem quasi auf der Zunge zergangen ist. Zur Leber gab es eine sogenannte „falsche Dotterravioli“. Unter einem mit rote Beete eingefärbten Teigplättchen verbarg sich ein Eidotter, der innen komplett flüssig war. Selleriecréme und Haselnussschaum rundeten dieses Geschmackserlebnis ab. Das Beef Tartar war perfekt abgeschmeckt und eines der besten, das wir in Wien bisher gegessen haben.

Als Zwischengang wählten wir zweimal dreierlei von der Ente. Die Entenbrust war wunderbar rosa gebraten, das Keulenfleisch wurde als Füllung in einem Teigmantel serviert und schmeckte traumhaft. Die Entenleber kam in Form einer kleinen Pastete. Der Biscuitboden dieser Pastete war leicht süßlich und harmonierte perfekt mit der Leber. Dazu gab es Steinpilze.

Als Hauptgang wählten wir einmal den Wolfsbarsch mit Melanzane, Blunznravioli und Fenchel. Der Fisch war butterzart auf den Punkt gegart. Die Blunznravioli würden wir uns eigentlich nie bestellen, müssen aber zugeben, dass die äußerst lecker waren. Nur zum Fisch haben sie unserer Meinung nach nicht optimal harmoniert, da ihr kräftiger Geschmack dem Fisch kaum eine Chance ließ. Mein Rind war ebenfalls ein Traum. Das Filet rosa gebraten und auf den Punkt, die geschmorten Bäckchen in einer Soße zum reinlegen. Dazu gab es Eblyweizen. Davon bin ich kein Fan, aber er hat gut geschmeckt.

Als Abschluss wählten wir beide das Dreierlei vom Käse. Es gab zweimal Rohmilchkäse und einen Hartkäse (Manchego). Der Käse war gut aber nichts besonderes, also keine außergewöhnlichen Sorten. Dazu gab es Weintrauben und einen fantastischen getrüffelten Honig.

Hervorheben möchte ich noch das als Gedeck und zum Käse gereichte Brot. Wohl das Beste, das wir bisher in Wien in einem Restaurant bekommen haben. Insbesondere das hausgemachte Pflaumen-Nuss-Brot hat Suchtpotenzial.

Die Weinbegleitung zum Menü hat uns sehr gut gefallen. Ich erspare die Aufzählung jedes einzelnen Weines und sage nur, dass diese von gut bis ausgezeichnet reichten. Auch mit unserem Apéritif (Rosé Sekt und Bellini) waren wir sehr glücklich.

Der Service: Einen Kellner mit ostdeutschem Dialekt konnten wir zwar nicht ausmachen, wir waren aber auch so vom sehr freundlichen und zuvorkommenden Service der beiden anwesenden Kellner angetan. Hervorheben möchte ich hier die Weinbegleitung. Es war ohne Probleme möglich 16tel statt 8tel Gläser zu bekommen und auch mein Wunsch, ausschließlich Rotwein zum Essen zu bekommen wurde ohne Probleme erfüllt. Dazu waren die Gläser immer sehr gut eingeschenkt. Obwohl an diesem Abend alle Tische besetzt waren, wurden uns ständig die Wassergläser nachgeschenkt und wir hatten nie das Gefühl, dass die beiden Kellner überfordert wären.

Das Ambiente: Das HILL ist eher bodenständig und in meinen Augen schlicht eingerichtet. Nicht zu vergleichen zum Beispiel mit dem at eight, das ich rein vom Können der Küche in dieselbe Kategorie zählen würde. Das Restaurant ist eher klein und mehr als 10 Tische gibt es wohl nicht im Nichtraucherbereich Dadurch wirkt alles eher gemütlich und familiär.

Fazit: Für uns ist das HILL eine echte Entdeckung. Das Preis-Leistungsverhältnis ist ausgezeichnet und die Küche zaubert nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch mit jedem Gang ein kleines Kunstwerk auf den Teller. Für unsere zweimal 4-Gänge mit Weinbegleitung, Apéritif, Espresso und zwei Flaschen Wasser haben wir am Ende 180 Euro bezahlt. Wir werden ab jetzt auf jeden Fall regelmäßige Besucher werden.

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Kommentare (2)

Niels am 29. September 2012 um 22:23

Soviel sei gesagt der ostdeusche war auch an diesem Abend am wirken ;)

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Niels
Kein Tester
am 29. September 2012 um 18:09

@hartaberfair, Blunznravioli harmonieren tatsächlich kaum mit dem Wolfsbarsch. Brot mit "Suchtpotential" bringt es auf den Punkt. Wo gibt es noch so eine perfekte Brotbegleitung in Wien? Mir war bei der Entenbrust zuviel Wildgeschmack, bei dir nicht? Auf jeden Fall, operieren die Männer aus "Hill" derzeit auf Höchstniveau.

Gefällt mir
38
7
Hill
Sieveringer Straße 137
1190 Wien
Speisen
Ambiente
Service
43
39
43
13 Bewertungen
Hill - Karte
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