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Albertina Passage - Dinner Club - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 16. September 2012
leckermaeulchen
38
7
14
5Speisen
5Ambiente
5Service

Was tun, wenn folgender Fall eintritt? Man erwartet anspruchsvolle Gäste. Personen, die schon viel gesehen und erlebt haben. Für uns ergab sich genau diese Herausforderung, eine außergewöhnliche Location zu wählen, die mehr als Alltägliches bietet und nach Speis und Trank auch noch die Möglichkeit zum Tanz bietet und das, ohne dabei die Location wechseln zu müssen.
Somit war es endlich für uns soweit, wir besuchten die Albertina Passage. Wien darf sich glücklich schätzen. Die erfolgsverwöhnten Partymacher der Babenberger Passage machten sich vor zwei Jahren los und lösten ihre Schulden ein. Deshalb „einlösen“ weil es bei der Babenberger Passage nicht geklappt hat. Schon dort wollten die damals noch Neo-Gastronomen, Restaurant mit anschließender Partylocation vereinen. Der ungeahnt große Erfolg als Tanzclub, oder besser genannt als Diskothek, ließ in Folge keine Sesseln und Tische zur Umsetzung eines Restaurantbetriebs zu. So verdiente man gutes Geld mit einer Disco und vertagte das Vorhaben auf später.
Mit der Eröffnung vor einem Jahr, erhielt Wien ein internationales Restaurant mit Club und Barprogramm. Die Passage selbst war früher eine Unterführung unter dem Opernring, die zuletzt auch Obdachlosen Unterschlupf für widrige Wetterverhältnisse bot.
Mit dem Abstieg über ein paar Stufen hinunter, die in das unterirdische Reich führen, beginnt für uns ein kleines Abenteuer, auf das wir uns gespannt und auch mit hoher Erwartungshaltung gerne einließen. Nach dem sehr höflichen Empfang an der Rezeption geleitete uns eine Dame zu unserem Tisch. Wir sahen ein schönes Lichtspiel, mit violetten Farben inszeniert man die Bühne in der Mitte des Lokals. Um diese Bühne herum befinden sich die Tische und so ist man während des Aufenthalts unterhalten von der Darbietung der Künstler. In unserem Fall war es eine Musikergruppe, die mit einem mehr als talentierten Sänger für schöne Soulnummern gesorgt und zu denen später auch viele Gäste ihr Tanzbein geschwungen haben.
Unser Kellner begrüßte uns und übergab uns die Karte. Das Angebot bestand aus sehr international orientierten Gerichten. Edle Zutaten nehmen dominant Platz im Speisenaufgebot. Unser Ober verwies uns auf den Stolz des Hauses, den Jospergrill.
Dieser Grill ist in der Lage, die Speisen bei 300 – 400 Grad schnell knusprig zu grillen, während durch diesen kurzen Vorgang das Innere des Fleischs trotzdem zart und saftig bleibt. Somit bestellten wir und tranken als Aperitif Campari Soda, im Anschluss daran eine Flasche EBNER-EBENAUER Grüner Veltliner Alte Reben 2010 (wohlfeile 55.-). Da es die Vortester bereits erwähnten, pflichte ich wegen des gereichten Brots bei. Ja, wir empfinden es ebenfalls als dürftig nur Weißbrot zu servieren, das darf der Do&Co tun, aber bei diesem Preisniveau hier sollte mehr Auswahl angeboten werden. Nun ging es weiter zu den
Vorspeisen:
Calamari vom Grill,
Lauwarme Calamari vom Jospergrill mit marinierter schwarzer Avocado, Radicchio, Chorizoespuma und cremigen Oliven
Knuspriger Thunfisch
Tartar vom Yellow Fin Thunfisch zwischen Knusperblättern mit Mangogel
Beide Gerichte waren ein Gedicht! Bei den Calamari waren wir nun erstmals Zeuge dieses „Zaubergrills“ die Fischstücke waren ganz leicht mit einer Knusperschicht umhüllt, zart saftig war der Kern der Calamari. Den dazu servierten Salat mit der Idee einer „cremigen Olive“ muss man einfach mal gegessen haben. Es passte alles hervorragend zusammen. Ganz genau so erging es uns mit dem Thunfischtatar. Knusprige Strudelblätter bildeten eine kleine „Lasagne“. Die Fülle war ein asiatisch, gewürzter, sehr gut abgeschmeckter Thunfisch. Eine undefinierbare weiße Sauce wurde auf das Gericht nappiert und wertete den sehr guten Gesamteindruck nochmals positiv auf.
Zwischengänge

Königsberger Kalbfleischbällchen mit Kaisergranat im weißen Fond und Thaispargel: fantastisches leichtes Faschiertes, sehr gut gewürzt für uns nur sehr merkwürdig, es in einer Art Suppe zu servieren. Es stand Kalbsfond auf der Karte, dennoch befremdet es ein wenig, faschierte Kugeln auf Suppenart serviert zu bekommen. Geschmacklich war es sehr fein.
Gekochte Kalbszunge im Schnittlauch-Kren-Fond mit Erbsenschoten: ebenfalls mit sehr dünner Suppe serviert (klar, stand ja auch hier Fond auf der Karte). Zunge ist jetzt „in“ somit gibt es dieses Gericht logischer Weise auch hier zu essen. Es war ebenfalls fantastisch. Interessanter Weise waren die Stücke etwas größer gehalten. Zuletzt bekam man Zunge häufig in dünnen Scheiben serviert. Geschmacklich war alles 1A, die Schnittlauch-Kren Mischung harmonierte ganz hervorragend mit der Kalbszunge.
Risotto
Cremiges Kürbis-Chili-Risotto mit Schafkäserolle gratiniert: Der Reis war am Punkt gegart, was in Anbetracht des vollen Lokals mit mehr als 100 Gästen eine Besonderheit ist. Der gratinierte Käse oben auf war eine schöne Ergänzung.

Zu den Hauptgängen tranken wir einen sehr schönen Blaufränkisch Hochäcker 2009 von WENINGER (30,-/Flasche).

Lammkrone
 im Ganzen vom Josper-Holzkohlengrill auf geschmorten Currytomaten, Sauerrahm-Cayennefumee und glacierten Kichererbsen ( € 32.- !!): wie anfangs empfohlen aßen wir dieses Gericht, welches am besprochenen Jospergrill gegart wurde. Obwohl wir den hohen Preis für grenzwärtig halten, war dieses Lamm wohl das beste, das wir jemals gegessen haben. Es war alles so, wie man es sich erwarten durfte: im Ganzen serviert, außen knusprig, innen zart und wunderbar saftig. Die Kichererbsen dazu waren ebenfalls ein Gedicht. Sehr schön serviert. Sehr geehrter Herr Küchenchef Alexander Kumptner, an dieser Stelle, darf ich Ihnen unbekannter Weise mein Kompliment aussprechen, das war Spitzenniveau und ganz große Küche!!

Steinbutt, 
gebratenes Filet vom Wildfangsteinbutt im Muschel-Erbsen-Fond und luftigen Kartoffelbällchen (€ 27.-!!) Dieser Preis ist für die Portionsgröße zu hoch. Das ganze Gericht war köstlich, keine Frage, und auch hier überzeugte das Talent der Küchenbrigade.

Als Dessert ließen wir uns von einer Dessertvariation überraschen. Am Teller gab es eine Interpretation von Snickers mit Eis, Sorbet und ein Stück Apfeltarte.
Snickers ist wohl der Begriff für karamellisierte Nüsse mit Schokozusatz. Die Tarte, das gereichte Eis und nicht zuletzt das servierte Sorbet mundeten ebenfalls ausgezeichnet und rundeten einen mehr als gelungenen Abend ab.
Fazit: Wien hat sein internationales Restaurant mit Bühne und Entertainment nun erhalten. Wir waren nun zum zweiten Mal hier, das Niveau hat sich unserer Meinung nach gesteigert. Alexander Kumptner muss sicherlich den Weg zwischen nationalen und internationalen Anspruch gerecht werden, was ihm aktuell sehr gut gelingt. Immerhin schafft er dies ohne Wiener Schnitzel auf der aktuellen Karte. Das Preisniveau ist wirklich hoch. Die Investition in diese Location müssen erschreckend hoch gewesen sein, das Ergebnis kann sich dafür sehen lassen. Wir wünschen den Restaurantbetreibern viele Auszeichnungen, die sie sich in dieser Form mehr als verdienen. Der Service war an diesem Abend ganz ausgezeichnet, auch dafür vergeben wir gerne Höchstnoten. Es war ein teurer Abend, dafür erhielten wir eine schöne Darbietung auf der Bühne, top Service und eine der besten Küchenleistungen des Landes überhaupt. Demnach: bravo!

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Kommentare (2)

Gast123 am 2. Februar 2013 um 10:45

Der Steinbutt ist schon im Einkauf sehr teuer!

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Gast123
Kein Tester
am 2. Februar 2013 um 01:10

Man muß halt bedenken, daß Steinbutt ein sehr teurer Fisch ist.

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Experte
48
22
Albertina Passage - Dinner Club
Operngasse
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
44
46
40
30 Bewertungen
Albertina Passage - Dinner Club - Karte
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