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Steak Boutique - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 10. September 2012
Experte
amarone1977
315
75
30
4Speisen
4Ambiente
4Service
5 Fotos1 Check-In

Schlusspunkt einer intensiven wie erfolgreichen „Graz-Woche“.

Ein von mir schon länger „verfolgtes“ Lokal in Graz ist nach wie vor gnadenlos ausreserviert.
Doch der „Ersatz“ sollte ein wirklich würdiger sein, wenn auch kulinarisch in ein ganz anderer Weg eingeschlagen wird.
Steak-Essen ist angesagt, also „Handfestes“. „Steak-Boutique“ klingt irgendwie wie ein In-Lokal, in das so mancher „junger Hupfer“ mit seinem ersten Date essen geht.

Doch das Lokal, das den komplett mit Glas überdachten Innenhof des Hotels Zum Dom perfekt zu nützen weiß, sollte meine Vorurteile Lügen strafen.
Die Empfehlung eines lieben Freundes von mir zeigt, was sie kann.

Sehr gediegenes Innenleben, wirklich schön gedeckte Tische und ein wie schon erwähnt schöner Innenhof, der eigentlich nur durch die billige Regenrinne „gestört“ wird, in der sich prompt die Hacke einer äußerst attraktiven Frau verfängt.
Der charmante Begleiter rettet Dame und Hochbau-Fußbekleidung, das Kanalgitter wird wieder eingesetzt, man schmunzelt und wendet sich den wirklich erfreulichen Dingen der Küche zu, die da wären:

- Grießnockerlsuppe
- 200 Gramm Filet aus Nebraska, medium-rare (12 Euro pro 100 Gramm)
- Zwiebel-Röstkartoffeln
- Grüner Salat

Ich wollte ja zuerst keinen Salat essen, da die angebotenen Salate allesamt mit Gurken und Tomaten „verseucht“ waren. Kein Caesar-Salad? Leider. Also zuerst mal nur die Grießnockerlsuppe.
In Erwartung eines Reinfalls, dass Grießnockerl und Amerika kaum Berührungspunkte haben müssten, kommt die große Überraschung: sehr gute Suppe, frischer Schnittlauch und ein Grießnockerl, das sich sowohl in der Disziplin „Konsistenz“ als auch beim wichtigsten Detail, dem Butterkern, keine Blöße gibt. Das verdient meinen Respekt, diese Grießnockerlsuppe sollten sich viele Gasthäuser zum Vorbild nehmen.

Grüner Salat: beim Anblick des Salates meines Gegenübers wurde ich neidig: ein Berg voller schöner, von Saft und Kraft strotzenden Salatblättern, in die man die Gabel mit Genuss reinhaut.
Das wollte ich dann doch, aber ohne das ungeliebte Tomaten-Gurken-Duett.
Dafür erlaubte man sich knusprige Kräuter-Croutons: der junge Chef (?) meint verschmitzt, aber charmant, dass er zwar keinen Caesar-Salad zu bieten hat, aber immerhin feine Croutons.
Ist mir recht und ich bereue es nicht.

Das Steak: lange Rede, kurzer Sinn. Zart, Garpunkt richtig erwischt, ein Bild von einem Fleisch. Zwar mit miserabler CO2-Bilanz, aber zweimal im Jahr darf’s sein.
Wirklich erstklassiges Filet.

Ein Pott voll mit Röstkartoffeln wird beigestellt. Ein Sauerrahm-Sößchen und Spezialsalz (welches nicht gebraucht wird) ebenso.
Wer soll so viel Kartoffeln aufessen? Schade drum, einpacken tu ich’s auch nicht. Schön in der Pfanne gebraten, mit dem Küchenfreund gewendet und ab zum Tisch. Nix zu jammern!

Service: sehr aufmerksam, mit einem Schuss Humor und der nötigen Liebe für den Job. Das mag ich.
Wein: Grüner Veltliner (brav, nichts Besonderes), Merlot von La Tunella (Friaul). Für einen Friulaner überraschend „warm“ im Geschmack, kein „grüner“ Unterton. Sehr angenehm.

Fazit: ein mehr als gelungener Abend – schönes Ambiente, sehr gepflegt – mit der dazu passenden ebenso gepflegten und bemühten Mannschaft.
Und ein Essen, das nicht einfach nur ein rustikales Steakessen war: ein Koch, der weiß, wie man ein Grießnockerl richtig macht, ist selten.
Beim Filet beneidet man den Koch erst richtig: wer wirklich gute Ware zur Verfügung hat, hat Spaß, damit zu "arbeiten". Die Umsetzung scheint ebenso selbstverständlich zu sein.

Sicher wieder. Ein Grazer Geheimtipp.

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Kommentare (11)

am 11. September 2012 um 18:17

uc: vielleicht war's ja aus Ostsibirien und ich hab's gar nicht erkannt. Wer kennt sich da schon aus. Auf der Karte stand Nebraska.
Aber es war zumindest in der Machart ganz anders als jenes in Wels (Kuh&Co, siehe dort).
Letzteres war "typisch" mit dem Grillmuster versehen, während jenes in Graz in einer flachen Pfanne gebraten worden war.
Es waren beide Male erstaunliche Fleischerln, aber trotzdem jedes für sich anders. Müsste man fast nochmal wie bei den Weinverkostungen vergleichend verkosten, um die genauen Unterschiede zu beschreiben.

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75
am 11. September 2012 um 17:30

Jetzt eine völlig blöde Frage, lieber amarone1977: "Schmeckt das Steak aus Nebraska anders?" (ich meine nicht den Gott Bruce Springsteen - von dem bekommst du nicht einmal ein Hüferlscherz'l!!).

Ich hatte schon oft die Erfahrung, dass Hochlandrind aus Argentinien tatsächlich, ob der Fütterung, völlig anders schmeckt.

Danke vom Gerry

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47
am 11. September 2012 um 17:04

"Die Hoffnung ist sein Wanderstab, von der Wiege bis zum Grab!"

Ich denke auch, du bist "gelungen", lieber schlitzaugeseiwachsam, denn du hast schon alleine die im Land herrschende Sprache besser als Einheimische erlernt! Und nur das kann der Beginn einer Integration sein...

Bravo und Hochachtung dafür vom Gerry

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47
am 11. September 2012 um 16:11

Ich bin ein lebendiges Beispiel gelungener, kulinarischer Integration...glaube ich...

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83
am 11. September 2012 um 15:46

Wos bin i?

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47
am 11. September 2012 um 15:44

Ein ganz normaler Österreicher kann auch mal ganz normal sein Hirn einschalten.

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75
Unregistered am 10. September 2012 um 22:55

Ich, ein ganz normaler Österreicher, der sich nicht mit der Deutschen Bundesliga beschäftigt, würde jetzt wirklich gerne wissen, was das Wort "Hacken" bedeuten soll.

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Unregistered
Kein Tester
am 10. September 2012 um 17:34

Das kommt möglicherweise davon, dass ich gern die Deutsche Bundesliga beobachte, wobei "Hohe Hacken" hör ich eigentlich hier auch sehr oft.

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315
75
am 10. September 2012 um 14:50

@amarone: früher hätte dich die Distanz zu unserem nördlichen Nachbarland vor so etwas bewahrt.... aber das Fernsehen hat´s jetzt offenbar doch geschafft.
Ich visiere dein "verfolgtes" Lokal ja für Mitte Oktober an - schauen wir mal, wer früher Glück hat :-)

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54
20
am 10. September 2012 um 14:37

misenplace: schade, hat dir die "Hacke" den Appetit verdorben :-P

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Experte
315
75
am 10. September 2012 um 14:32

also ab der Verwendung des Wortes "Hacke" für das was wie gemeinen Österreich weitläufig als "Stöckel" bezeichnen konnte ich mich irgendwie nicht mehr ganz auf den Folgetext konzentrieren.
Was erfahrungsgemäß bedauerlich ist.

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Steak Boutique
Bindergasse 1
8010 Graz
Steiermark
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