RestaurantTester.at
Home Mein Profil Lokal Guides Events Lokal eintragen

Strandcafe - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 7. September 2012
Experte
uc0gr
215
47
28
3Speisen
4Ambiente
3Service
28 Fotos4 Check-Ins

Ein wunderschöner Sommertag, eine noch schönere Bootsfahrt auf der Alten Donau, ein Juwel in der schönen Wiener Stadt, und dann im „Strandcafé“ einkehren und am Wasser sitzen und speisen – das ist urbanes Urlaubsfeeling pur. Das Lokal wird von der hinteren Seite her angefahren, und man bekommt direkt vor dem Eingang zumindest aber in unmittelbarer Umgebung einen Parkplatz. Die Vorderseite des Lokals liegt, wie erwähnt, direkt am Ufer der alten Donau und es wurden sogar Flöße im Wasser verankert, die jedoch erst täglich ab 17:00h geöffnet werden – der Gastgarten hat hingegen durchgehend bei Schönwetter offen.

Durch das Eingangstor gehend stößt man an eine große Tafel, die den Gast herzlich willkommen heißt und Tagesangebote präsentiert. Rechts befindet sich die Getränkestation bzw. die Ausschank links der „mega-große“ Holzkohlengrill auf dem ein Ochse wohl auch Platz hätte. Geht man dann in Richtung Gastgarten, so befindet sich rechts ein sehr großer Raucherbereich und links davon zwei große Nichtraucherbereiche, wobei der dem Wasser nähere, wie ein Wintergarten geöffnet werden kann. Wir hatten einen Platz im Gastgarten reserviert und wurden sofort in Empfang genommen – eine Reservierung empfehle ich unbedingt, denn hier herrscht zur Stoßzeit ein gewaltiger Andrang. Der Blick auf die Alte Donau, das Plätschern des Wassers – das trägt ungemein zum Wohlfühlgefühl hier bei. Die Sitzmöbel sind eher von der schlichten Art, aber nicht unbequem oder gar rostig.

Der Blick in die ausreichend üppige Speisekarte verrät, dass hier natürlich die Wiener Küche dominiert und selbstverständlich diverse Grillspezialitäten besonders im Vordergrund stehen. So eben auch die Spareribs, für die das „Strandcafé“ seit mittlerweile Jahrzehnten schon allseits bekannt ist, aber auch der Steckerlfisch vom Holzkohlengrill ist jederzeit vorhanden. Übrigens können alle Speisen hier auch bei der Gartenschank zum Mitnehmen bestellt werden. Das hier keine Gourmetküche zu erwarten ist, das Lokal hat weder Hauben oder Sterne, sollte jedem von vornherein klar sein. Das Lokal stellt diesen Anspruch aber auch gar nicht. Zu erwarten hat man bodenständige, anständige Wiener Küche und Grillspezialitäten in wunderschöner Lage, jedoch keineswegs romantisches oder leises Ambiente. Genau in diesem Rahmen werde ich das Lokal daher bewerten.

Das „Gemischte Budweiser“ (EUR 3,10 das Seidel, EUR 3,80 das Krügel) war sehr kühl mit ausreichender Kohlensäure und von mild hopfigem, leicht süßlichem Geschmack, wie man es vom guten alten Budweiser her kennt. Der erste Schluck ist ja beim Bier bekanntlich der allerbeste hier aber auch zweifelsfrei der schwierigste. Die Schaumkrone wird beim Zapfen extrem übertrieben (siehe Fotos), sodass es vor dem ersten Schluck einmal „bitte warten“ heißt. Der „Eistee-Pfirsich“ (EUR 2,30 für 0,25l) wurde ebenso kühl und völlig O.K. serviert, das Wasser für das „Aufspritzen“ auf 0,5l wurde nicht verrechnet. Auch am „Weißen Sommerspitzer“ (EUR 2,90 für 0,25l) gab es nichts auszusetzen.

Für meine beste Tochter von allen gab es einmal die „Frittatensuppe“ (EUR 2,60) – sowohl Suppe als auch Frittaten waren sicher hausgemacht, die Suppe jedoch absolut dünn und nicht kräftig nach Bouillon schmeckend, die Frittaten einfach blass und farblos – leider nur MÄSSIG.

Einmal den „Gemischten Blattsalat mit gebackenen Hühnerstreifen“ (EUR 7,10) – ein knackig frischer Mix an grünen Blattsalaten (vorwiegen Häupel- und Eisbergsalat) mit einer sehr schmackhaften klaren „Wiener“ Marinade wurde serviert – hier einmal eine Variante ohne Kernöl. Die Hühnerstreifen waren sehr knusprig gebacken und nahezu fettfrei am Teller – ein glattes GUT für eine auch mehr als ausreichende Portion.

Für meine beste Ehefrau von allen und mich gab es zweimal die „Spareribs“ (je EUR 13,80) – zwei etwa 25cm lange Rippenstücke wurden auf einem großen Holzbrett serviert. Die Ribs werden hier weder vorgekocht noch in Folie am Grill vorgegart, sondern direkt von Anfang an auf Holzkohle offen gegrillt. Diese Garmethode birgt natürlich die Gefahr, dass die Ripperl zu trocken werden, denn der Grat zwischen „saftig gar“ und „trocken“ oder gar „verbrannt“ ist bei der reinen Grillmethode sehr schmal. Außerdem werden Ripperl, die so zubereitet werden, immer deutlich fester am Knochen haftendes Fleisch haben, es löst sich nicht so leicht vom Knochen, sodass man mit den Fingern essen muss, was ich persönlich auch bei Spareribs nicht mag. Die Ribs waren jedoch sehr gut gewürzt und auch tatsächlich noch saftig und trotzdem schön gebräunt, das Fleisch von sehr guter Qualität – sehr gelungen. Dazu wurden „Bratkartoffel“ in deutlich zu geringer Menge serviert, die eigentlich frittierte Dollar-Chips waren. Die beiden hausgemachten Saucen waren beide ausgezeichnet, die „Knoblauchsauce“ noch besser als die etwas ketchup-lastige „Cocktailsauce“. Dazu gab es noch eine Garnitur bestehend aus Zwiebel und Pfefferoni. In Summe gebe ich den Spareribs gerne ein sehr gutes GUT – die Portion war überdies kaum zu schaffen, was aber kein Qualitätsmerkmal darstellt. Die zusätzlich bestellte „Knoblauchsauce“ kostete übrigens stolze EUR 1,70.

Meine beste Tochter von allen bestellte als Dessert einmal den „Hausgemachten Mohr im Hemd“ (EUR 4,00) – bemerkenswert und absolut nicht zu erwarten, dass in so einem großen Betrieb wie das „Strandcafé“ noch die Hingabe existiert, Mehlspeisen tatsächlich selber herzustellen. Der Kellner klärte uns dahingehend auf, dass es ein geliebtes Hobby der Küche sei, Mehlspeisen selber zu backen. Genau in dieser „Hausmacherqualität“ schmeckte auch der Mohr im Hemd. Ein sehr zart flaumiger Kuchenteig, außen aber eben knusprig – ein Qualitätsmerkmal für hausgemacht - mit guter Schokolade und ausreichender Menge an Nüssen. Die Form des Kuchens war deutlich größer als die Convenience-Ware, und dementsprechend wurde man mit diesem Dessert mehr als nur satt. Ein glattes geschmackliches SEHR GUT, zusätzlich auch für die Mühe und den Willen, Mehlspeisen in diesem Lokal selbst herzustellen.

Summa summarum gebe ich den Speisen gerne ein wohlverdientes, glattes und gutes GUT. An den Suppen und an den Braterdäpfeln sollte man definitiv noch arbeiten, bei den Spareribs könnte es, bedingt durch die Garmethode, durchaus passieren, dass man sie einmal nicht mehr am Punkt erwischt und diese dann trocken sind. Unsere waren völlig in Ordnung, sowohl von der Konsistenz als auch vom Geschmack.

Dem Ambiente gebe ich gerne ein SEHR GUT, allerdings haben wir unseren Besuch im Gastgarten an der schönen Alten Donau verbracht. Es ist zwar im Lokal nicht ungemütlich, jedoch gäbe es dort in diesem Rahmen und auf diesem Lokalniveau maximal ein Gut. Außerdem waren wir völlig außerhalb der „Stoßzeit“ dort (gegen 14:00h), wie wir es immer gerne machen. Daher waren wir auch nicht mitten im Trubel, den man vom Strandcafé her leider kennt, besonders am Abend. Die Sanitäranlagen sind sehr gepflegt und auf modernem Niveau.

Der Service war nicht überfreundlich, jedoch stets höflich und korrekt. Jede Frage wurde gerne und ehrlich beantwortet. Alle Bestellungen werden trotz „Massenbetrieb“ zeitnah und korrekt in das „Tipos“-System eingegeben und es kommt zu keinen überraschenden Rechnungsposten. Wer aber gerne „umgarnt“ und „gestreichelt“ werden will, der sollte hier naturgemäß nicht einkehren. Die Kellner verrichten hier aber besonders im Garten, auch das sollte man stets bedenken, echte körperliche Schwerstarbeit. Der Weg von der Küche / vom Grill in den Gastgarten ist beträchtlich und es sind dazu noch einige Stufen zu bewältigen. Das alles mit einem hausgebastelten, doppelstöckigen Tablett, auf dem in etwa 10-12!! Spareribs-Portionen gleichzeitig manövriert werden – auch bei 35°C in der Sonne. Dass dann ein Kellner nach dem Mittagsansturm etwas erschöpft ist, ist doch nur allzu menschlich. Daher gebe ich gerne ein glattes GUT und ziehe meinen Hut vor dieser Leistung.

Fazit: ich empfehle das Lokal unbedingt auch schon für die wunderschöne und idyllische Lage. Wer gerne Spareribs isst, sollte unbedingt auch einmal an einen Besuch des „Strandcafé“ denken. Auch Freunde des Steckerlfisch oder anderer Grillspezialitäten, wie Steaks oder Filetspieße, kommen hier voll auf ihre Kosten. Es ist zwar nicht billig hier, aber meiner Meinung passt das Preis-Leistungsverhältnis trotzdem. Bemerkenswert sind in jedem Fall die Öffnungszeiten, und dass man hier ganzjährig auf Holzkohle grillt – der Küchenbetrieb ist täglich von 11:30h bis 22:00h. Besonders erwähnenswert sind die tatsächlich hausgemachten frischen Desserts bzw. Mehlspeisen. Man nimmt leider keinerlei Kartenzahlung entgegen, was unangenehm und absolut nicht mehr zeitgemäß ist. Eine Reservierung empfehle ich unbedingt, egal zu welcher Zeit. Das Lokal ist für Kind und Kegel geeignet und somit steht einem schönen Tagesausflug an der Alten Donau mit anschließender Einkehr im „Strandcafé“ nichts mehr im Wege. Hingehen und Seele baumeln lassen.

Was meinst du zu dieser Bewertung?
Hilfreich?Ja23Gefällt mir12Lesenswert9

Kommentare (9)

am 25. April 2013 um 14:10

Korrektur: nicht "Reinlange", sondern "Reinanke"...

Gefällt mir
14
1
am 25. April 2013 um 14:09

Leider keine Angabe, was für ein Fisch als Steckerlfisch angeboten wurde. War es ein Riedling (wie es für einen "authentischen" Steckerlfisch sein sollte)? Oder wenigstens eine andere Reinlange?
Übrigens ist auf der Speisekarte heute (25. April) "Steckerlfisch" nicht angeführt...

Gefällt mir
14
1
am 8. September 2012 um 23:29

"Schwimm' hin!" - Mahlzeit!
Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 7. September 2012 um 22:37

Danke auch an den Captain der ebenfalls gut schreibenden Zunft!

Gefällt mir
Experte
215
47
am 7. September 2012 um 22:30

Genau das meinte ich, dann hab' ich mich richtig ausgedrückt!

Die hier "gestreichelt" Wollenden sollen den Job einmal nur zwei Stunden bei Hochbetrieb mit 35°C machen...beim Birner ist es sehr ähnlich (über die Straße und Stiegen runter zum Gastgarten) und immer nur lächeln und Gäste "umgarnen"...

Trotzdem waren immer alle Kellner sehr korrekt und nie unfreundlich zu uns (auch beim Birner)!

Magic, DANKE noch einmal vom
Gerry

Gefällt mir1
Experte
215
47
am 7. September 2012 um 22:26

Tadelloser Bericht, Gerry, aber das ist nichts Neues. Eine wie immer gelungene Kombination aus informativ, inhaltlich aussagekräftig und gleichzeitig unterhaltsam zu lesen. Das diametrale Gegenteil der leider viel zu oft abgegebenen "Einzeiler".

Gefällt mir1
Experte
80
48
am 7. September 2012 um 22:21

Joooo.
Wir haben es mit den spareribs auch immer total gut erwischt. Und über das Personal kann ich wirklich nicht klagen.
Manche Stänkerer sollten mal stundenlang mit diesen Portionen herum rennen und dann Kommentare abgeben.
Vor solchem Personal kann ich nur meinen Hut ziehen. Chapeau!!!

Gefällt mir1
Experte
63
50
am 7. September 2012 um 22:07

Danke, liebe magic, inwiefern? Weil sich dein Erlebnis mit meinem so deckt? Danke für das Lob!
Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 7. September 2012 um 22:03

Gerry, du hast mir aus dem Herzen geschrieben!

Gefällt mir
Experte
63
50
Strandcafe
Florian-Berndl-Gasse 20
1220 Wien
Speisen
Ambiente
Service
33
33
27
32 Bewertungen
Strandcafe - Karte
Zum Lokal »
Zum Lokal »
Home|Sitemap|Neue Lokaleinträge|Neu anmelden|Lokal eintragen|Hilfe|AGB & Datenschutz

Copyright © 2008-2016 RestaurantTester.at
Cookies helfen uns, Ihnen eine bessere Erfahrung auf dieser Website zu bieten.
Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Mehr Info
OK