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ShanghaiTan - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 23. Juni 2012
Experte
bubafant
283
71
29
4Speisen
3Ambiente
4Service
22 Fotos5 Check-Ins

Ein Blick auf das Bild mit den vielen roten Lampion Laternen und um mich ist es geschehen, sodass ich sofort beim Deal: Ein kulinarischer Ausflug ins Reich der Mitte – chinesische Spezialitäten – Wertgutschein (außer Sushi), zuschlage(n) muss. Reservierung via e-mail, prompte Antwort im Du-Stil, passt.

36 Grad (nein nicht von 2raumwohnung, sondern in der Stadt) und wir sind froh, dass sich der reservierte Tisch im Innenbereich befindet, gleich neben der Glasfront mit Blick auf den vorgelagerten kleinen Gastgarten mit Holzmöblierung. Der Eintritt ins Lokal ist schon eine Challenge, fast wie der Anfang des Spiegelkabinetts. Verwirrend für viele, während unseres Aufenthaltes ist zwar niemand gegen eine Scheibe gedeppert, aber einige haben vorsichtig umgedreht und einen anderen Weg gesucht.

Nach dem Eintritt steht man vor direkt vor der breiten Bar, viele junge Menschen im Service, die sehr flott die Gäste zu Ihren Tischen begleiten und bei der Speisenauswahl und auch bei deren 'Verzehrmöglichkeiten' behilflich sind.
Die Tische im NR-Bereich stehen sehr eng, unser Tisch ist durch die Lage am Fenster zumindest durch den Gang von den anderen getrennt. Allerdings ErsteReiheFußfrei-Blick auf den Tisch im Gastgarten auf dem Gehsteig. Was störend sein könnte, entpuppt sich – für uns – als unendlich interessant, weil man die Speisen der anderen inklusive deren Handhabung sehr genau beobachten kann.

Die Tischchen und Sessel sind im weinroten Chinalack-Stil gehalten, die Lederbänke und Sitzauflagen knallrot. Bereits im Gastraum sind die Außenwände verspiegelt, sodass man sehr genau schauen muss, wo genau jetzt noch real ist, und wo das Spiegelbild. Am Tisch befindet sich ein Keramiktöpfchen mit Servietten und schwarzen, glatten Essstäbchen, sowie ein Weinempfehlungsständer. Die sofort gebrachte Speisekarte ist klein und schwarz mit weißer Schrift, die Monatskarte für den Abend ein Einlageblatt.

Wir entscheiden uns nach kurzer Beratung durch den Kellner für den Sommernachtstraum für zwei Personen: Vietnamesische Reisnudelspezialiät mit Frühlingsrollen, Rindslungenbraten und gefüllte Miang-Kum-Blätter (EUR 26,80), sowie an Getränken 0,3 Liter Trumer Bier (EUR 3,10) und ½ Liter SoZi (EUR 4,20 !). Fast im Minutentakt kommen neue Gäste und das Lokal füllt sich sehr schnell. Vielleicht, weil der Deal ausläuft, denn wir sind beileibe nicht die einzigen.

Es wird ein kleiner rechteckiger Teller mit Erfrischungstuch serviert, aha also mit den Fingerchen essen. Es dauert nicht lange und es wird die große Platte zwischen uns auf den Tisch platziert. Sehr interessant. Ich denke, ich habe noch nie vietnamesisch gegessen, also kosten wir uns im Uhrzeigersinn durch die Speisen. Angerichtet ist weiters viel frischer, nur gewaschener Salat und Kräuter, sowie Gemüse mit einem größeren Schälchen Sauce.

Also der Reihe nach:
Die Frühlingsrollen. Nach dem Herausbacken schräg in zwei Stücke geschnitten, perfekt mit Knuspereffekt, die Fülle mit gehacktem Fleisch und Gemüse nicht in Einzelteilen greifbar. Sehr gut.
Die mit im Wok gegarten Garnelen gefüllten Miang-Kum-Blätter waren – wie soll ich es sagen – eigen. Vom Geschmack in Ordnung und auch perfekt gewürzt, allerdings in der Konsistenz gewöhnungsbedürftig, fast etwas zurückfedernd, um nicht ein anderes Wort benutzen zu müssen.
Der Rindslungenbraten mit Reisnudeln. Mein absolutes Highlight. Davon hätte ich einen großen Topf ganz alleine essen können. Das Rindfleisch von bester Qualität, im Wok mit Zwiebeln und Lauch gegart, perfekt gewürzt und gemeinsam mit den Nudeln ein Traum. Man muss nur schnell sein, dass die Nudeln sich noch mit dem Fleisch vermengen lassen. Die glattrutschigen Stäbchen sind da auch nur wenig hilfreich. Man erinnere sich an das Erfrischungstüchlein …

Obwohl wir fleißig in die Sauce eintunken bleibt zuletzt noch viel vom Grünzeug und eben der Sauce über. Also, das Grünzeug eingerollt und in die Sauce getunkt. Diese hat eine Geschmacksmischung, die schwer zu beschreiben ist: Süß. Sauer. Pikant. Chilischarf. Etwas Knoblauch. Mittlere Geschmacksexplosionen im Mund. Das Beste aber, sobald man mit dem Essen aufgehört hat, sind die Geschmacksknospen sofort beruhigt und man hat keinen Nachgeschmack.

Am Nebentisch werden Hauptspeisen aus der Standardkarte in großen schwarzen Schüsseln serviert. Sehr große Portionen. Am Tisch im Gastgarten werden Thit Nuong (vietnamesische Spieße zum Selbstrollen mit Reispapier) und Riesengarnelen und Sushi-Sets serviert. Sieht alles sehr gut und frisch aus, und es ist erheiternd, beim Hantieren mit dem Reispapier, getrennt mit Kunststoffscheiben, zuzuschauen.

Als kleinen Drüberstreuer noch einen Cappuccino (EUR 3,20) mit vielen bunten Smarties serviert, sowie Kokoscrème Caramele mit Mango (EUR 4,50). Serviert im Trinkglas. Große Schicht Kokos und Mango Fruchtmark als Abschluss. Das Caramel befindet sich am Boden des Glases, komplett verflüssigt, wahrscheinlich wegen der Hitze. Ein gutes und sehr erfrischendes Dessert.

So und natürlich wird das vielbeplauderte WC inspiziert. (Für alle, die es nicht wissen wollen, geht es beim Fazit weiter). An der auf einer Seite offenen Küche geht es vorbei in den Keller. Schwarze Treppen mit schwarz-gelber Schraffierung auf der ersten und letzten Stufe. Dort befindet sich auch der Raucherbereich, weil dort niemand sitzt ist es wahrscheinlich erst recht dunkel gehalten. Nach kurzer Orientierung hilft der Ruf einer Vorgängerin, wo das WC ist. Ich kann nur sagen, jeder lockt den nächsten in die richtige Richtung. Ist zwar unheimlich sozial und man knüpft neue Kontakte, aber für Sanitäranlagen doch nicht ganz das richtige.

Alles verspiegelt. Wenn man es nicht gesehen hat, hat man keine Vorstellung davon. Ist das Fenster jetzt wirklich da, oder ist das eine Spiegelung. GsD war eine WC-Tür offen (leider ohne WC-Papier), also das nächste Kämmerchen gesucht.
Beim Ausgang trennt ein niederes gefliestes Becken in Form eines ‚Sautrogs‘ die Sanitäranlagen der beiden Geschlechter und wenn man vorbei geht, beginnt Wasser von beiden Seiten ins Becken zu laufen, d.h. Rückengeplagte können schon mal üben, dass sie dann auch runter kommen.
Seifenspender und Handtuchautomat in modernster Ausstattung bringen bei Berührung das einzige Licht in diese Angelegenheit. Ich hoffe, beim Reinigen kann man diese Dimmung ändern …

Fazit: Hingegangen wegen der Optik und Neugier. Sehr gut gegessen. Wir werden sicherlich weitere Speisen von der Speisekarte bei einem allfälligen Besuch ausprobieren.

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Kommentare (3)

am 23. Juni 2012 um 20:17

Nein, schade, gestern am Freitag, aber dein "Geist" war noch zu spüren...;-))
Gerry

Gefällt mir1
Experte
215
47
am 23. Juni 2012 um 19:55

Danke, Gerry.
Dienstag ?

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Experte
283
71
am 23. Juni 2012 um 19:46

Ein super Bericht - vielleicht haben wir uns sogar unbekannterweise gesehen...H-G-L-, what else?
Gerry

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Experte
215
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ShanghaiTan
Gumpendorfer Straße 9
1060 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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