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Asia Spezialität Konfuzius - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 16. Juni 2012
Experte
bubafant
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4Speisen
3Ambiente
3Service
29 Fotos2 Check-Ins

Leckeres 5-Gänge-Schlemmermenü um EUR 19,-.
Der Deal war eine Herausforderung, denn es gab noch keine Bewertungen und Kommentare zu diesem Lokal. Reservierung für Samstagmittag.

Das Asia Restaurant Konfuzius liegt an der Ecke Schiffamtsgasse/Franz Hochedlinger-Gasse, und obwohl ich fast zwei Jahre in der Nähe des Karmelitermarktes gewohnt habe, in dieser Ecke des Zweiten Bezirkes war ich noch nie.
Wir sind die einzigen Gäste und das ist ein komisches Gefühl. Exklusivvorstellung, quasi. Von innen sieht man an einer Glasfront einen eingeätzten Namen: Café Restaurant Wally. Offensichtlich das Vorgängerlokal, das es nach einer kurzen Google-Runde Anfang 2009 noch gegeben hat. Ansonsten sind die großen Fenster halbhoch mit Werbung für das Lokal zugeklebt. Hinweise auf Gratis-Zustellung.

Man betritt das Lokal über eine Stufe an der zurückgesetzten abgeschrägten Ecke und befindet sich sofort direkt vor einer wuchtigen, hölzernen Schank. Rechts davon geht der Gastraum mit 12 Tischen (NR-Bereich) ab, die für ca. 70 Personen Platz bieten. Gleich am Anfang der Buffetbereich, der allerdings leer und zum Teil abgedeckt ist, obwohl es Buffet geben sollte. Für wen allerdings … Beim Wiederrausgehen sehen wird dann, dass auf dem Fensterkleber ausgebessert wurde, dass es Buffet nur von Montag bis Freitag gibt.

Die Inneneinrichtung ist herrlich unaufgeregt, möglicherweise noch der Originalzustand eines Gasthauses aus den 60er/70er Jahren in bester Verfassung. Umlaufende Holzbänke mit Sitzpolsterln, Holzsessel und stabile Holztische, eingedeckt mit zwei Stofftischdecken. Alte Holz Tram an der Decke, die Wände nur gestrichen. Einzige Zugeständnisse an asiatische Deko: rotgoldene Lampions an der Decke, große Goldschweine an ausgewählten Plätzen, wenig asiatische Bilder und Winkekatzen beim Buffet. Als Pflanzen einmal nicht die obligaten Glücksbambusse, sondern querbeet. Musikuntermalung ist eine schräge Mischung aus Walzer, James Last & Co. eventuell speziell von Asiaten eingespielt.

Als ersten Gang können wir zwischen Suppe und Frühlingsrolle wählen. Der Wirt, der auch hinter der Theke steht nimmt noch die Getränkebestellung auf und wir entscheiden uns für die Frühlingsrollen. In der Mitte des Gastraumes geht der Gang zur Küche ab und man hört sofort energisches Zischen und Brutzeln. Es wird aufgekocht für uns. Es sind fünf kleine Minifrühlingsrollen, brennheiß und superknusprig, der Teig zersplittert förmlich im Mund, dazu eine Chilisauce und etwas Krautsalat. Das fängt gut an. Leider haben wir keine Serviette dazu bekommen.

Während wir noch essen stellt der Wirt uns ein Sushi-Brett und kleine Teller mit Sojasauce-Schälchen und Stäbchen auf den Tisch. Kein Problem, ist ja ein kalter Gang. Der Hintergrund wird uns aber sofort klar. Der Chef muss ausliefern. Der Zustellservice. Kurzer Zuruf, und ab jetzt 'passt der Koch auf uns auf' ;-). Jetzt gibt es endlich Servietten und wir schreiten zum zweiten Gang. Maki und Nigiri-Sushi, jeweils mit Lachs. Extra Zitronenscheibe, Wasabi und eingelegter Ingwer. Alles von bester Qualität und Frische, ganz zarter Lachs und eines der besten Wasabi ever eaten.

Der Koch holt die leeren Teller ab und wechselt sogleich wieder in die Küche und wir hören wieder, wie er heftig in seinem Element werkt. Dann serviert er Reis in einer Silberschale mit Deckel und kommt dann mit den Tellern und der Frage, ob wir Besteck oder Stäbchen wollen. Denn es gibt jetzt Acht Schätze Knusprige Peking-Ente. Was vorerst nur nach Ente aussieht versteckt unter sich die restlichen Schätze. Ein sehr guter Gang, bis auf die Ente. Ich bin kein Fan und sie war etwas trocken, aber der Rest sehr gut mit etwas dünner Sauce. Serviert ohne Vorlegebesteck. Diese Männer …

So, eigentlich sind wir schon satt. Was wird jetzt noch kommen? Inzwischen läutet das Telefon – die nächste Hauszustellung Sushi wird bestellt und gleichzeitig kommt Laufkundschaft. Ebenfalls Sushi. Kann ich bestens verstehen und nachvollziehen. Wie auf Bestellung kommt der Wirt von seiner Liefertour zurück und jetzt ist auch die Frau des Hauses im Service zugegen.

Sie serviert uns Gang Nummer Vier – Knusprige Garnelen aus dem Wok auf Gemüse inklusive Besteck. Geht ja. Aber Hilfe, wer soll das alles essen. Vor allem, wenn man beim Reis schon den Boden des Silberschälchens sieht, wir bestellen noch Reis nach. Die Garnelen sind perfekt gebraten, ohne erkennbares Fitzelchen Darm und am Rücken so perfekt aufgeschnitten, dass die Schale sich perfekt ablösen lässt. Die Servierplatte wird bekämpft, damit sie leer wird …

Wir schauen uns um, denn nach dem Verlassen der Laufkundschaft sind wir wieder allein im Lokal. Das ist doch sehr schade, denn am Essen kann es doch hoffentlich nicht liegen. Und schon gar nicht an den Preisen, ich schaue im Flyer nach, den ich mir von der Theke mitgenommen habe. Absolut faire Preise. Oder liegt es an den 30 Grad Außentemperatur ? Oder am Samstag.

Wir spekulieren über das Dessert, das da noch kommen wird – und ich habe Recht, jetzt können nur gebackene Bananen kommen. Und sie kommen auch. Ganz frisch herausgebacken, extrem knuspriger Teig, perfekte Früchte ohne Faden und braune Stellen mit Sesam und Honig. Mehr geht jetzt aber wirklich nicht mehr. Wir sind pappsatt.

Noch ein kurzer Gang aufs Topferl. Der Gang ist relativ eng, geht um die Ecke und kurz bevor man in die Küche käme, gehen links und rechts die zwei Toiletten ab. Die barocke Deko im Gang und auch im WC (Spiegel, Haken etc.) stammt ziemlich sicher noch aus der Anfangszeit des Lokals. Das WC ist winzig, maximal einen Quadratmeter und eben so viel Vorraum. Sauber, allerdings mit klebrigem Fußboden. Schon lange nicht mehr gesehen: Die Doppelklinke beim WC, wo mit dem oberen kleinen Bügel gesperrt wird und außen springt das Schild von 'frei' auf 'besetzt'.
Die Stufe am Eingang wäre für Rollstühle noch machbar, das WC geht aber dann leider nicht mehr. An Getränken zahlen wir für ½ Liter SoZi EUR 2,50, ½ Liter Ottakringer EUR 3,40 und ¼ Cola EUR 1,50.

Fazit: Der Deal war ein echtes Schnäppchen, das ist uns bewusst. Alle Speisen wurden für uns frisch zubereitet, waren vorsichtig gewürzt und von guter Qualität. Vielleicht möchte das Lokal damit bekannter werden. Ich habe nicht nachschauen können, wie viele Deals verkauft wurden, die Aktion läuft noch fast ein Jahr. Ich wünsche es dem Asia Spezial Konfuzius-Team, dass sie sich weiterhin etablieren können, vielleicht geht auch viel Geschäft über den Lieferservice.

P.S. Nachsatz auf dem Speisekartenflyer: Auf Wunsch bereiten wir auch die traditionellen Chinesischen Speisen, die NICHT in unserer Speisekarte stehen, zu !!!

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Kommentare (1)

am 17. Juni 2012 um 21:40

schöner Bericht! :-) (wie immer...)

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Asia Spezialität Konfuzius
Schiffamtsgasse 8
1020 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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