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Weinrestaurant Hajszan - Bewertung

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Diese Review zählt nicht für die Gesamtwertung des Lokals, da dieser Tester dieses Lokal bereits neuerlich bewertet hat.
am 14. Juni 2012
Lukrez
15
3
5
5Speisen
5Ambiente
4Service

Hajszan, die Zweite (weil einmal ist keinmal): am Freitag, den 9.6. 2012 abend, im Garten für 2 Personen reserviert. Auch das einsetzende heftige Gewitter konnte das lukullische Vergnügen absolut nicht trüben!
Die Qual der Wahl gleich bei der Menü-Zusammenstellung: Man kann aus 4 Vorspeisen und 4 Hauptspeisen nach eigenem Gusto wählen, leider nur ein Dessert (allerdings was für eines!, aber davon später und ausführlicher). Es gibt 3 Gänge um 33 €, 4 Gänge um 37 € oder 5 Gänge um 41 €. Wir entschieden uns für ein 3-Gang und ein 4-Gang + zusätzlicher Vorspeise. Im Einzelnen: Drei-Gang-Menü:
1) Weißes Spargelmousse mit Rhabarberchutney und grünen Spargelspitzen (a-la-carte 9,80):
Ungewöhnlich einheitlich, ausgewogenes Säureverhältnis von Spargel (sic!) und Rhabarber, obwohl es gefährlich klingt, aber alle Teile ergaben eine spannende, harmonische Kreation, ohne die Eigenheiten der unterschiedlichen Komponenten zu stören oder zu überdecken.
2) Rinderrohschinken auf Spargel-Ysop-Salat und Orangencreme (€ 10,80): hervorragende
Fleischqualität, gute Komposition, interessanter Touch durch die Orangenbeigabe.
Zwischengang: Beef Tartare vom Almrind mit gebratenem Kräuterbaguette: absolute Spitzenklasse, ein Gedicht, toll gewürzt, das Kräuterbaguette bestens passend, wurde zusätzlich nachgereicht, da so schnell verschwindibus der 4 ursprünglichen Scheiben.
3) folgt in Doppelconference anschließend als 4).
Vier-Gang-Menü:
1) Mozzarella mit Paradeiser-Oliven-Marmelade und Pinienkern-Focaccia (a-la-carte 9,80 €):
Endlich ein Mozzarella, der diesen Namen verdient mit wunderschöner Konsistenz, die Zusammenstellung äußerst gelungen, mit obligatem Bio-Basilikum-Blatt
2) Zweierlei vom Lamm: als Ragout auf Kapernpolenta rosa gebraten mit Balsamico-Zucchini
(a-la-carte 21,80 €) Eigentlich zwei Einzelspeisen, von denen ich mir nicht zu behaupten traue, welche die bessere war, beide Varianten wirklich super sowohl alleine, als auch in dieser Spitzenkombi, einerseits butterweich andrerseits am Punkt und wirklich rosa und zart, gemeinsam fast unschlagbar in der jeweiligen Einzelvariante sehr durchdacht und feinst.
Die Kapernpolenta außergewöhnlich duftig und luftig, auch so kann/darf Polenta aussehen.
3) Rosa gebratener Kalbsrücken mit Erdäpfelpürree und grünem Spargel (a-al-carte 23,80 €)
A point, dieser Rücken kann wirklich entzücken, das Erdäpfelpüree, so gut wie das letzte Mal
zu Großmutters Zeiten, abgerundet, geschmeidig, sämig mit optimaler Konsistenz, der Spargel knackig und quietschfidel. Zum eingraben…
Einsetzen eines aprubten Gewitters mit extremen Starkregen, kleines Tischerlrücken-Spiel,
wir bleiben im Garten (geschützt unter der dichten Tuch-Markise) und sehen den Unbilden der Natur zu. Im Garten noch anwesend: eine frisch eingepflanzte 5m-Kastanie (möge sie als künftiger Schattenspender, bald so groß werden wie die alteingesessenen Nachbarn) und ein wirklich gigantischer Teil einer alten Baumpresse (wo die wohl ihren Stammplatz finden wird?), der lustigerweise erst jetzt richtig auffällt (ja, ein paar menschliche Gäste waren auch noch hier).
Apropos Optik: Das Geschirr sehr gut zu den Speisen ausgewählt (aber schwierig zu servieren) die Gerichte sehr schön präsentiert, ohne unnötigen Firlefanz, jede Deko und Beilage macht Sinn
- Aber endlich zurück zum Essen:
4) = 3 vom Drei-Gang) Créme Brulée von der Holunderblüte mit Rhabarber-Erdbeer-Sorbet
(a-la-carte 7,80 €) Meinung 1: ist über alles zu loben, ein echtes „kleines“ Kunstwerk zum Abschluß! Meinung 2: wäre eigentlich nichts hinzu zu fügen, trotzdem muß ich unbedingt anmerken, die Beilagen-Erdbeeren. Endlich nach zig Jahren wieder eine „g’scheite“ Erdbeere
wie sie sein sollte: Duft, Aroma, Geschmack - alles da (bitte ein Körbchen zum Mitnehmen),
daher auch die Intensität und die feine spielerische Harmonie im Super-Sorbet - und die arme Créme wird ungerechtfertigter kaum erwähnt, zart und Hollerblüten-duftig, das Sorbet auf einer dunklen Hippe mit dunkler, sehr edler Schokolade an den Teller geklebt - eine Sünde wert!
Drei Gläser des hauseigenen Rosé-Sekts „Nußberg Brut Rosé“, eine Flasche „Haus“- Wein (sehr schöner, leichter Gemischter Satz 2011 in unetikettierter 1-Liter-Flasche; ups… habe gerade wohlgehütetes Geheimnis verraten. Bitte, bitte jetzt nicht alles wegtrinken, liebe Fan-Gemeinde!), 2 große Flaschen Mineralwasser, 2 (großartige)Kaffee, ein 3-Gang-Menü und ein 4-Gang-Menü + als zusätzliche Vorspeise Beef Tartar vom Almrind (12,80 €) schlagen sich inklusive Gedeck, mit 115 € zu Buche.
Bei dieser gebotenen Qualität und durchgehenden Beständigkeit - absolut keine (!) Schwachstelle in der Menüfolge - zählt es derzeit sicher zu den besten (Spitzen-) Restaurants in Wien! Wir sind in der nächsten Zeit sicher öfters dort anzutreffen, obwohl nicht wirklich gleich um’s Eck. Großes Kompliment, mit den besten Empfehlungen von uns beiden!

P.S.: `Tschuldigen, ganz schön lang geworden das Essay (und mit zu vielen Bemerkungen bespickt).
Werd’ versuchen mich zu bessern!?!
Und ganz zuletzt: Wer Hajszan-Neumann-Weine nicht mögen sollte, es gibt eine Alternative: vor allem bekannte (nieder-) österreichische Winzer.

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Kommentare (1)

am 14. Juni 2012 um 19:18

ICH liebe ausführliche Beschreibungen - da kann ich mir dann wirklich was vorstellen!

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Experte
63
50
Weinrestaurant Hajszan
Grinzinger Straße 86
1190 Wien
Speisen
Ambiente
Service
30
46
35
6 Bewertungen
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