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Arsenalstuben - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 28. Mai 2012
Experte
bubafant
283
71
29
2Speisen
3Ambiente
1Service
35 Fotos1 Check-In

Ein kaiserlicher Grillgenuss – mit dem schmackhaften Grillplatten-Menü für 2 Personen statt EUR 45,80 um EUR 19,00.

Telefonische Reservierung knapp nach Beendigung des Deals für den Pfingstmontag. 13.00 Uhr. Najaaa, die Küche sperrt um 14.00 Uhr. Gut wir kommen um 12.30 Uhr. Bei Schönwetter im Garten, ansonsten NR, habt ihr doch. Hoffe ich. – Wie ? Für Hoffmann ? Gut, das habe ich noch amüsant gefunden.

Wieder stößt unser Navi mit dem 'Objekt 1' an seine Grenzen, als Hilfe: gegenüber liegt das Heeresgeschichtliche Museum. Glück gehabt, denn einer der beiden für das Lokal reservierten Parkplätze war frei. Eingang durch ein Tor in das altehrwürdige Gemäuer, dann noch ein kleiner Gang mit wunderschön ausgeleuchteter alter Tür gegenüber. Aber: alles Fake, ist nur eine Leinwand. Davor geht rechter Hand der tatsächliche Eingang ins Lokal ab.
Was wir nicht sehen, weil wir nicht über den Innenhof kommen: Es gibt einen ausreichend großen Gastgarten, idyllisch im Innenhof des Objektes gelegen mit Altbaumbestand und Alu-Rattan-Bestuhlung.

Beim Eintritt in das Lokal umfängt einen sofort ein stechender Selchgeruch. Kein Rauch, nein wie in einer Selchkammer. Der erste Gastraum ist klein, mit ein paar Tischen und einer nicht zum restlichen Einrichtungsstil passenden Theke. Es sind zu diesem Zeitpunkt drei Personen anwesend. Die Kellnerin kommt nach kurzer Zeit und wir erwähnen unsere Reservierung. Mhhhm. Das war für drei Personen oder ? Ich dreh mich um. Nein für zwei.
Ahja, ich glaube das war NR – 'gengans anfoch noch hintn durch'.

Hinten durch heißt den nächsten Raum über drei Stufen entern. Hier ist es sehr dunkel, alles mit dunkelbraunem Holz mannshoch vertäfelt, tolle alte Holz Tram, ein großer Tisch unter einer Holzweinpresse (sehr originell), mehrere Vierertische mit Tischdecken und in Rot gehalten eingedeckt, ein Kachelofen, der Tisch davor mit Eckbank. Auf der Fensterseite eine umlaufende Wandbank bis in die Fensternische hinein. Nachdem es noch immer nach Selche riecht, steuern wir den nächsten Raum an.

Getrennt durch eine offene Flügeltür mit Glaseinsätzen befinden wir uns nun im 'Grünen Salon'. Was vorher rot ist jetzt grün bis zur Holztäfelung. Ebenfalls eingedeckt, aber irgendwie ungemütlich. Auch finster wie in einer Gruft. Allerdings sind hier Ascher mit aufgedeckt. Da ereilt uns auch schon der Ruf der Kellnerin: 'ned so weit, bleibns do – i wü ned so weit rennan'. 8-) Gut, rot gefällt mir sowieso besser als grün …

Wir setzen uns an einen Vierertisch, der kein Reserviert-Schild (…) hat. Wackelige Holzstühle. Einen Stuhl nehmen wir vom Nachbartisch (wenn alles vollbesetzt ist, kann da keiner mehr durch die Tischreihen gehen) und ein Sitzpolsterl. Davon sind zu wenige, vor allem für die umlaufende Bank in der Fensternische, denn dort zieht es etwas durch die alten Fenster und die dicken Mauern sind noch nicht richtig aufgeheizt. Leider schlägt in dieser Fensternische dauernd ein Fensterflügel von außen ans Fenster – eine Unwetterfront naht. Das tut mir im Herzen weh, so ein altes Fenster ist schwer zu reparieren, falls man überhaupt leicht Ersatzteile bekommt.

Es kommen drei weitere Gäste mit Hund und betreten den 'verbotenen' grünen Raum. Die Kellnerin hat’s nicht gesehen, denn sie ist im Gastgarten. Den sie uns gleich gar nicht angeboten/gezeigt hat. Nach einiger Zeit geht eine Person zur Schank, um zu sagen, dass sie da sei (…), da werden sie auch schon rauszitiert, allerdings gleich vorne in den Schankraum – denn das da hinten sei ein NR-Raum, da stehen nur die Ascher von der Gesellschaft, die vorher da drinnen … Ein echtes NoGo ! Und wenn ich einen Raum nicht betreten haben will, muss ich das als Wirt kennzeichnen, eine hübsche dünne Kordel reicht da schon.

Wir werden nach unserem Getränkewunsch (Krügerl Puntigamer EUR 3,60, SoHo EUR 3,20, allerdings nur beim Holler vorbeigeschrammt) gefragt und können uns aus vier Suppen eine aussuchen. Wir entscheiden uns einmal für Leberknödel und einmal für Erdäpfelcreme (weiters gibt’s noch Griesnockerl und Fritatten).
Der Leberknödel hat gute Größe und Konsistenz und vom Geschmack gut gewürzt, Suppe relativ dunkel, aber eher dünnflüssig mit frischem Schnittlauch.
Die Erdäpfelcremesuppe ist eine etwas dünne Suppe mit Erdäpfelstückchen und Champignons (da unterstelle ich Dosenware, 3. Wahl) mit Kräuterflankerln aus der schockgefrosteten Ecke und sie schmeckt extrem säuerlich.

Es steht noch das Geschirr von der Suppe am Tisch, als dann der Grillteller serviert wird. Nur mit unserer Mithilfe, sonst hätten wir eine Etagere …
Auf dem Teller befinden sich:
Drei handtellergroße Stücke Fleisch von Huhn, Schwein und Rind – nicht gewürzt, dafür fast verbrannt. Das Rind dazu zäh.
Ein eingeschnittenes Würstchen.
Eine fetttriefende Speckscheibe, nicht knusprig, sondern labbrig.
TK-Pommes, gut abgetropft und für mich in gutem Maß vorgesalzen (für andere vielleicht zu viel).
Krautsalat aus dem Küberl, ein Tomatenviertel und ein Lollo Rosso Blatt – unmariniert.
Ein Schälchen Cocktailsauce aus der Flasche und ein Tupf Kräuterbutter aus der Stange.
So lieblos, wie die Qualität der Zutaten ausgesucht wurde, so wurde auch gekocht. Angerichtet allerdings in extrem großer Portion – umgekehrt wäre es besser gewesen.

Da auch hier aus der offenen Küchentür das Piepsen der Tasten beim Programmieren der Mikrowelle zu hören war, wie auch das finale 'Ping' habe ich auch in das Dessert keine großen Hoffnungen mehr gesetzt. Weil wir auch noch einen Cappuccino dazu bestellt haben, kommt die Kellnerin fast in Stress (keine Nachfrage, ob mit Schlagobers oder Milchschaum). Der Stress ist verständlich. Hat sie doch schon unserer Getränkebestellung (fertig)boniert und muss jetzt den Kaffee mit der Hand dazuschreiben … Finanz schau owa.
Es versteht sich schon fast von selbst, dass wir nicht gefragt wurden, ob alles in Ordnung war. Und noch vor der Bitte um die Rechnung wurden unsere Gläser abserviert.

Während unseres Desserts – TK-Beeren nicht vollständig aufgetaut/gewärmt und sehr flache, klebrige und mit Zucker erschlagene Nougatknödel runden unser Mittagessen ab – erscheint eine vierköpfige Familie. Es ist zehn vor zwei. Die Uhr tickt. Und das sagt die Kellnerin Ihnen auch vor jeder Begrüßung: Wollen sie essen? Die Küche sperrt um zwei ! Wir verfolgen noch den Bestellvorgang, denn ich habe meinen Finger schon fast auf der Aufnahmetaste des Smartphones, denn die Kellnerin kommt um Punkt 13:59 die Bestellung aufnehmen – und ich habe soooooo darauf gewartet, dass es heißt: Ping. Leider vorbei. Diese Speisekarte vernichtet sich jetzt von selbst …
Nein, die Gäste dürfen noch bestellen. Vorher muss eine Person allerdings unter den Tisch, den von der Kellnerin verworfenen Kugelschreiber bergen. Aber auch dann bitte keine Extrawürschteln, denn aus dem Wunsch Würstel mit Spiegelei und Reis wurden Frankfurter, denn Reis gibt es in der Arsenalstube nicht.

Nach dem Besuch der Sanitärräume, die neben einem großen Gangbereich eher klein ausgefallen, aber einigermaßen in Ordnung sind, merkt man beim Zurückkommen in den Gastraum wieder den stechenden Selchgeruch. Ich werde wohl noch länger davon schnuppern können.

Fazit: Wir hatten einen unterhaltsamen Mittag mit Essensbegleitung. Ich kann vollauf bestätigen, dass Gutschein-Kunden genauso behandelt werden wie Laufkundschaft a la Carte – gleich lieblos und desinteressiert. Einzig erwähnenswert ist das Ambiente, und das war schon vor uns allen da.

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Kommentare (8)

am 13. Juni 2012 um 21:45

Mein Mann hatte gestern "seine" Leute in dieses Lokal eingeladen und alles hat gepasst.
Vielleicht muss man wirklich den richtigen Tag mit dem richtigem Personal erwischen.

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Experte
63
50
Wiener am 13. Juni 2012 um 21:37

Vor etwa drei Wochen ging ich mit meiner Freundin mittagessen in der Arsenal Stube. Das Essen war ausgezeichnet, genauso wie das Ambiente und das Service. So freundlich bin ich schon lange nicht bedient worden, vorallem von der blonden Kellnerin. Die Meinung von bubafant teile ich nicht, mir ist es eher unerklärlich wie es zu so einer Bewertung kommen kann.

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Wiener
Kein Tester
Unregistered am 29. Mai 2012 um 09:45

wunderschön :-) von ihnen und ihrer einstellung kann sich der eine oder andere gast noch ein eckerl abschneiden! gefällt mir, so sollte man das sehen!

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Unregistered
Kein Tester
am 29. Mai 2012 um 07:58

Da das Thema Gutscheine/Deals polarisiert:
Ich schreibe bewusst als Einleitung, dass es sich um einen Deal handelt.
Somit kann jeder entscheiden; der Verweigerer und Gegner braucht nicht weiterlesen und der eine oder andere, der denselben Deal zu Hause auf der Pinnwand stecken hat, ist mehr interessiert.

Möglicherweise könnte ich die Bewertung durchaus auch so schreiben, dass man nichts von einem Deal merkt, aber das will ich bewusst nicht, denn ich stehe dazu und muss daher nichts beschönigen.
Nach gut einem Jahr mit diversen Deals als Erfahrungsschatz kann ich nur sagen, dass es viele Unternehmen gibt, die diese Werbeaktion perfekt zu nutzen wissen und andere, die vielleicht wirklich überredet wurden. Wie ernesto2656 aber schon anmerkte: man kann auch nein sagen. Wenn man allerdings auf den Deal einsteigt, muss man ihn von Anfang bis Ende durchziehen, sonst schadet es vielleicht wirklich.

Bei besonders guten Erfahrungen mit Gutscheinen, habe ich mich schon gefragt, warum macht der Wirt das, der hätte das ja gar nicht nötig, sein Betrieb brummt. Und wo es eckt, da frage ich mich auch, was sich der Wirt gedacht hat, allerdings im negativen Sinn. Wenn das ganze Team hinter der Werbe-Entscheidung steht, klappt das normalerweise sehr gut.

Fazit: Die Gutschein-Aktion spiegelt für mich die sowieso vorherrschende Philosophie wider. Durch die Menge der verkauften Deals kommen nur die Stärken, wie auch die Schwächen eines Betriebes stärker zum Vorschein und es wird darüber nachgedacht, gesprochen, geschrieben und gelesen.

In diesem Sinne, ich habe noch nirgends grottenschlecht gegessen, es ist mir noch nie schlecht geworden und musste auch noch nie meine Allergie-Medikamente auspacken. Die guten Erfahrungen machen mich zu einem Wieder(ein)kehrer, die schlechteren verbuche ich unter 'Erlebnisgastronomie'.

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Experte
283
71
ernesto 2656 am 28. Mai 2012 um 21:28

In meinem Restaurant werde ich von Groupon 2 - 3 mal im Jahr gefragt warum ich nicht mitmache, die Gastronomen sind so begeistert von dieser tollen Werbeaktion.
Originalkommentar vom Grouponvertreter: Machen Sie Ihr Dinner einfach 20 - 30 Prozent teurer für diese Aktion und dann zum halben Preis bei Groupon als Schnäpchen verkaufen.
Nein danke.
Wenigstens hatten Sie einen unterhaltsamen Restaurantbesuch, ich musste echt schmunzeln bei Ihrem Bericht.
L.G.

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ernesto 2656
Kein Tester
am 28. Mai 2012 um 19:41

Wenn man Cappucino bestllt braucht man nicht gefragt zu werden ob mit Schaum oder Schlagobers

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Experte
300
58
walt am 28. Mai 2012 um 19:23

Der bei uns in Mode gekommene Cappuccino stammt aus Italien und besteht aus Espresso, heißer Milch und Milchschaum, zu je einem Drittel. Ich weiß schon, in der Wiener Gastronomie wird statt des Milchschaums gerne Schlagobers hinzugefügt…

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walt
Kein Tester
am 28. Mai 2012 um 18:17

Ja, die TK-Beere, auch Metrobisel (Ribes metrophilus) genannt ;-P

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Experte
315
75
Arsenalstuben
Arsenal Objekt 1
1030 Wien
Speisen
Ambiente
Service
32
33
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