RestaurantTester.at
Home Mein Profil Lokal Guides Events Lokal eintragen

Goldenes Bründl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
Diese Review zählt nicht für die Gesamtwertung des Lokals, da dieser Tester dieses Lokal bereits neuerlich bewertet hat.
am 26. Mai 2012
Experte
bubafant
283
71
29
5Speisen
4Ambiente
4Service
58 Fotos4 Check-Ins

Lass dich von der Landesküche bei einem edlen 4-Gänge-Überraschungsmenü im prämierten Restaurant Goldenes Bründl verwöhnen um EUR 19,- statt EUR 42,- (pro Person).

Das Lokal wurde 2008 mit der Auszeichnung 'Top-Wirt des Jahres' von der NÖ Wirtshauskultur ausgezeichnet. Das war ausschlaggebend für den Kauf des Deals, vor mittlerweile fast einem Jahr. Danach gestaltete es sich über mehrere Versuche hin sehr schwierig, telefonisch einen Termin zu vereinbaren – es war einfach immer besetzt.
Da nun das Ablaufdatum immer näher kam, wurde ich beharrlicher im Anrufen – und endlich nach mindestens (ungelogen) 20 Versuchen hintereinander hebt jemand ab. Mein Wunschtermin für den Donnerstag-Feiertag ist leider nicht möglich, da ein Brunch veranstaltet wird.
Als wir einen Ausweichtermin ausgeknobelt haben – ja genau – wieder kein telefonisches Durchkommen. Dann endlich hebt irgendwann wieder jemand ab – jetzt funktioniert’s, Freitagabend vor Pfingsten, bei Schönwetter auf der Terrasse, ansonsten NR.

Der moderne Mensch kommt ja mit Navi fast überall hin. Die erste Hürde – die einzugebende Straße hatte bei weitem nicht so hohe Hausnummern. Egal, das finden wir schon. Nach einer Stunde Autofahrt endet die Zieladressengasse aber plötzlich im Übergang in eine völlig andere Gasse. Nach gefühlten vielen weiteren Kilometern wollten wir schon wieder umdrehen, als doch noch ein Hausgiebel durch das Blätterdach der Bäume schimmert. Wir sind da.
Etwas später beim Kellner nachgefragt, bekommen wir eine Erklärung, die nach einer harten Arbeitswoche nur noch mehr Verwirrung stiftet.
Egal, meiner Meinung nach müsste ein Wirt doch Interesse daran haben, dass die Gäste sein Lokal finden und es nicht ulkig finden, wenn sie herumirren, weil kein Navi die Adresse abgespeichert hat, da das Lokal ja 'eh jeder im Ort kennt'. Auch eine Art von Philosophie …

Den Gastgarten betritt man von der Haupteingangsseite über mehrere Treppen, da wir seitlich parken, kommen wir über den Nebeneingang und abgesehen von etwas kleinen Schotter geht es barrierefrei bis zu den Sanitäranlagen.

Nun geht’s aber besser weiter, wir werden noch im Gastgarten vom flotten Kellner in Empfang genommen, kurzer Blick auf die Reservierungsliste, passt. Wir wurden quasi 'überredet', doch im (wirklich) schönen Gastgarten zu sitzen, sollte es kälter werden, können wir selbstverständlich ins Lokalinnere wechseln.
Da wir die ersten Gäste sind können wir uns mit leichter 'Lenkung' des Kellners einen Tisch aussuchen, ein Zweiertisch, übers Eck eingedeckt mit weißer Stofftischdecke, weißer Stoffserviette inklusive Besteck, Menagerie, Windaschenbecher und einer kleinen Vase mit frischen Blumen.
Bei einem Sessel ist die Armlehne nicht mehr angeschraubt, der massive Tisch hat hohle Tischfüße, die sich immer wieder in den Schotter eingraben und den Tisch wackeln lassen.
Insgesamt bietet der Gastgarten Platz für ca. 60 Personen. In kurzen Abständen kommen innerhalb der nächsten Stunde weitere Gäste und es füllt sich sehr gut, darunter ca. 10 weitere Gutschein-Gäste.

Wir werden gefragt, ob das Überraschungsmenü ein solches bleiben soll und ob wir eventuell auf einzelne Lebensmittel allergisch sind, bzw. Abneigungen haben, die einer Allergie gleich kommen. Unsere Ausschließungskandidaten sind kein Thema. Am Nebentisch wollte jemand 'nichts aus dem Wasser', daraufhin wurde der gesamt zweite Gang anders präsentiert. Sehr löblich.

Weiter geht es mit der Getränkefrage. Wir wollen keine komplette Weinbegleitung und entscheiden uns für einen Wein zur Vorspeise und einen zur Hauptspeise. Der Kellner sprach auch von Halbflaschen, keine Ahnung, was uns da erwartet hätte. Und das Brunnenquellwasser wird mit 'heilenden Kräften' beworben …

Wir werden vom Kellner fast minütlich umschwärmt, das ist mir schon fast zu viel und wir hoffen auf weitere Gäste und sind gespannt, wie sich dann das Verhalten des Kellners ändern wird. Das Team ist gut abgestimmt, ab dem Erreichen einer gewissen Gästezahl, kommt jeweils eine Servierkraft mehr dazu.

Das Gedeck besteht aus einem Körbchen mit vier verschiedenen frischen, duftenden und noch warmen Brotsorten (Weißbrot, Mischbrot mit Kürbiskernen, dunkles Nuss Brot, Weißbrot mit Käse), sowie Bärlauchaufstrich, gesalzener Butter und griechischem Olivenöl. Das fängt gut an, die knusprigen Brotscheiben mit dem Bärlauch, aber auch ganz toll die Butter.

Gleichzeitig wird der erste Wein serviert. Ein grüner Veltliner, DAC Reserve 2009, Stich, Bad Pirawarth, Wein4tel. Ich bin keine großer Weißweinfan, schon gar nicht Veltliner, aber dieser ist fast süffig, daher OK.

Der erste Gang kommt in Form von Wachtelbrüstchen mit Walnussblatt und Buttermilchterrine neben Salat daher. Viel Fleisch an der Wachtel, sehr zartes Fleisch, perfekt gewürzt und gebraten, das Blatt fällt nicht auf. Die Buttermilchterrine ist so flaumig, dass das Besteck von selbst durchgleitet, sehr feiner Geschmack, serviert mit einem Radieschen. Der Salat ist nur Beigabe, garniert mit einer Blüte. Es schmeckt einfach herrlich.

Mittlerweile frischt ein leichter Wind auf und die Mannschaft bemüht sich, allen Gästen, die es wünschen, laubfroschgrüne Kuscheldecken zu bringen. Eine nette Geste.

Weiter geht es mit Spargel und Jakobsmuschel mit Vanille. Die Jakobsmuscheln wurden kurz angebraten und dann gemeinsam mit dem Spargel und den Kartöffelchen in Folie gewickelt und dann fertiggegart. Die Folie ist meisterhaft verschlossen und kniffelig zu öffnen, da sich innen noch ein kleinerer Teller befindet und man aufpassen muss, sich nicht zu verbrennen. Die im Extraschälchen gereichte Vanillesauce ist unaufdringlich und lässt die Eigennoten der Muschel und des Spargels gut zur Geltung kommen. In Summe gesehen, der schwächste Gang des Menüs.

Die Weißweingläser werden abserviert und wir bekommen den Wein zum Hauptgang: Cabernet Merlot, 2006, Malteser Ritterorden, Mailberg, Wein4tel. Für mich etwas schwer, aber perfekt passend zum Kommenden:
Zweierlei vom Maibock auf Tannenwipferl. Einmal Maibock geschmort mit Saft. Ein Gedicht. Obwohl ein ordentliches Stück, sehr zartes Fleisch, sämige Sauce und zarter Wildgeschmack. Serviert mit einem in Form gepressten, gebratenen Semmelknödel. Davon hätte etwas mehr am Teller sein können … Aber das Highlight war die Nummer zwei: Maibock kurz gebraten mit Weißbrotkruste. Einfach ein Erlebnis. Ebenfalls perfekt angebratenes Fleisch, innen zart rosa, mit starkem Wacholderaroma, serviert mit einer Schokobeere auf Maiwipferlstengel. Das geht kaum zu toppen.

Danach kommt die Frage, ob wir mit dem Dessert etwas länger warten wollen, es dauerte ca. 15 Minuten. Nein, wir wollen es anschließend haben, denn bubafant sitzt mittlerweile auch mit einer formschönen Decke herum und wir wollen mit dem Menü fertig sein, bevor es dunkel wird, denn ich habe keine Beleuchtung für den Gastgarten gesehen.

Das Dessert ist eine Draufgabe, ein schöner Abschluss eines sehr guten Essens, das Highlight war die Hauptspeise. Serviert werden heißes Topfen-Soufflé, leichte Kruste, innen zart schmelzend, gutes Topfenaroma. Marinierte Erdbeeren mit Zucker und Minze. Die müssen vorgekostet sein, kein einziges Stück, das seltsam schmeckt. Und Verbenensorbet. Grün. Eher geschmacklos. Könnte man weglassen, obwohl es sicher aufwendig war.

Vor der langen Heimreise noch ein Besuch der Sanitärräume. Sehr originell ist eine original alte (Stall)Tür, die als Paravent vor den beiden Türen fungiert. Die WC-Anlagen modern, geräumig und sauber. Beim Eingang in das Lokal befindet sich eine Art Vorraum mit einer zweiten Tür, dort liegt eine hochflorige Matte, die ist für gehbehinderte und hohe Stöckelschuhträgerinnen sicher eine Challenge, da man es vorher nicht sieht.

Diskussionswürdig ist noch die Getränkerechnung.
Das Gedeck steht mit EUR 2,70 auf dem Bon. Für das Gebotene in Ordnung, wenn die Qualität gleichbleibend ist.
Die Weinbegleitung schlägt sich mit EUR 5,- pro Glas nieder. Für ein Achtel wäre das für mich ok. Aber nicht für das 1/16 Grüner Veltliner.
Der Cappuccino mit EUR 2,90 geht in Ordnung, er war vollmundig und wir wurden gefragt, ob Milchschaum oder Schlagobers.
Aber die EUR 2,00 für die Karaffe Quellwasser sind Wucher und richtiggehend kleinlich, wenn nicht sogar peinlich. Da hilft auch der Aufdruck auf dem Paragon 'Der Erlös des Quellwassers wird der Behindertenhilfe Oberrohrbach gespendet' nicht für ein positives Image. Ich spende gerne, aber das entscheide ich selbst. Auch die Höhe. Gegoogelt findet sich auf der Homepage des vermeintlichen Empfängers kein Hinweis auf den edlen Spender. Von der steuerlichen Problematik mal abgesehen.

Fazit: Der Deal war eine Mezzie, ein Schnäppchen, ein Genuss. Sämtliche Gutscheinkunden wurden vorzüglich behandelt, man hatte nie das Gefühl, ein Gast zweiter Klasse zu sein. Die Speisen sind auch den 'Listenpreis' allemal wert, bei den Getränken – Weinvorrat hin, Beratung her – schießt man über das Ziel hinaus. Wir werden trotzdem einmal wieder kommen und uns verwöhnen lassen

Was meinst du zu dieser Bewertung?
Hilfreich?Ja15Gefällt mir7Lesenswert7

Kommentare (3)

muttikochtambesten am 28. Mai 2012 um 10:14

Diese Bewertung ist nicht zuletzt der guten Orthographie wegen eine Ausnahme!

Gefällt mir
muttikochtambes.
Kein Tester
am 26. Mai 2012 um 20:07

danke magic,
wir werden das beim nächsten Besuch auf der Weinkarte 'suchen'

Gefällt mir
Experte
283
71
am 26. Mai 2012 um 20:04

Ich kenne Halbflaschen als Flaschen mit 0,375 l Inhalt.

Gefällt mir
Experte
63
50
Goldenes Bründl
Waldstraße 125
2105 OBERROHRBACH
Niederösterreich
Speisen
Ambiente
Service
45
39
37
14 Bewertungen
Goldenes Bründl - Karte
Zum Lokal »
Zum Lokal »
Home|Sitemap|Neue Lokaleinträge|Neu anmelden|Lokal eintragen|Hilfe|AGB & Datenschutz

Copyright © 2008-2016 RestaurantTester.at
Cookies helfen uns, Ihnen eine bessere Erfahrung auf dieser Website zu bieten.
Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Mehr Info
OK