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Pizzeria La Traviata - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 23. Mai 2012
Experte
uc0gr
215
47
28
2Speisen
3Ambiente
4Service
18 Fotos1 Check-In

Die Pizzeria "La Traviata" in Favoriten ist seit jeher eine Pizza-Institution des 10. Bezirks. Ich kenne das Lokal seit meiner Jugend schon, also sicher etwa 25 Jahre. Mein letzter Besuch allerdings liegt eben schon so lange her, daher auch nicht mehr relevant, jedoch mit den damals sehr guten Erfahrungen im Hinterkopf verbunden. Soweit die Erwartung…alles Andere jedoch wie folgt. Für das Lokal gilt: es ist kein Haubenlokal, es ist kein Sternelokal, und genau in diesem Ambiente und auf diesem Niveau und Standard wird es von mir bewertet.

Das Lokal hatte immer schon einen wunderschönen Gastgarten, der im hintersten Bereich, über Stiegen erreichbar, noch zusätzlich ein wunderschönes, lauschiges und intimes Plateau hat. Sowohl das Lokal als auch der Gastgarten haben etwas vom Stil des berühmten Künstlers Friedensreich Hundertwasser sel. – sowohl die Farbenwahl als auch der Stil. In jedem Fall ist das äußere Erscheinungsbild völlig auffallend in dieser Umgebung, und es sticht besonders erfrischend heraus. „Coloured is beautiful!“

Beim Betreten des Lokals stößt man unmittelbar auf die große, L-förmige Holzschank und befindet sich mitten im Nichtraucherbereich. Das Interieur im Lokal kann nicht so richtig mit der Erwartungshaltung, basierend auf den Eindrücken der Außenansicht, mithalten. Es ist zwar alles sauber und hell, dezente Fischernetzte mit Fischen und Schiffen / Booten an der Decke, die Sitzgelegenheiten jedoch eher wie in einem Wirtshaus im Stile des früheren „Wienerwald“ – Bank für Bank, Tisch für Tisch, streng in einer Reihe. Im Raucherbereich ist die Sitzanordnung etwas lockerer und ansprechender eingerichtet. Es ist aber durchaus nicht unangenehm oder ungemütlich, nur heimelig ist es eben absolut nicht. Ergänzend muss man feststellen, dass das Lokal wahrlich nicht klein ist – hier haben eine Menge Leute Platz. Der Gastgarten reißt allerding das Gesamtambiente raus, und daher wird es auch gesamtheitlich mit einem glatten GUT von mir bewertet.

Nach doch einiger Zeit der Beobachtung der Servicekräfte, die hier durchaus zahlreich vorhanden sind, konnten wir feststellen, dass wir mit unserem Kellner einen absoluten Glücksgriff hatten. Während andere Servicekräfte sich gegenseitig „angrantelten“ und sogar „beflegelten“, ist unser Kellner die Ruhe weg, freundlich, zuvorkommend, stets bei uns, wenn wir es wollten und absolut professionell. Fragen werden kompetent beantwortet, egal ob Getränke oder Pizze. Daher ganz objektiv betrachtet, unter dem Titel „Sind wir froh, dass wir diesen Kellner hatten!“ sowie dem vorliegenden Standard des Lokals entsprechend ein glattes SEHR GUT.

Unsere Getränke bestanden aus einem „Kaiser Premium vom Fass“ (EUR 3,50 das Krügel) sowie ein „Pago-Marille“ (EUR 3,10 für 0,2L) mit Leitungswasser, ohne Verrechnung, auf einen halben Liter „aufgespritzt“. Beides völlig O.K., jedoch ohne besonderen Einfluss auf die Bewertung.

Meine beste Tochter von allen hatte einmal die „Frittatensuppe“ (EUR 3,50) – eine völlig unspektakuläre Suppe, sehr dünn und leider keine kräftige Rinderbouillon. Hier wurde mehr als nur „nachgeholfen“. Die Frittaten waren leider auch derart gleichmäßig geschnitten und geschmacksneutral, dass ich nur „convenience“ unterstellen kann. Sollte ich mich irren (für mich unwahrscheinlich), dann bitte dringendst verbessern.

Einmal die „Tomatencremesuppe“ (EUR 3,50) – einfach der beste Gang des Tages! Die Suppe eher würzig und wenig süß abgeschmeckt (ich mag beide Varianten), mit guten Kräutern gekocht und vor allem nicht „zu Tode“ passiert und noch einmal durch ein Sieb gestrichen. Es waren auch noch die Paradeiserkerne vorhanden, die einen sehr nussigen Geschmack gaben. Nicht umsonst kann man um sehr gutes Geld „Paradeiserkernöl“ kaufen (eine echte Empfehlung von mir, wenn auch wirklich nicht billig). Trotzdem war die Suppe aber auch fruchtig und Paradeiserstückchen fanden sich ebenfalls noch wieder, das Schlagobers-Häubchen dazu war für mich persönlich überflüssig, aber O.K., wer es halt will. Wirklich SEHR GUT.

Eine „Pizza Margherita mit extra Mais“ (EUR 8,20, Mais extra, im angegebenen Preis bereits inkludiert zu EUR 0,90) – der Teig zwar am Rand recht knusprig, aber geschmacklich völlig unauffällig, der Käse eine geschmolzene „Gummimasse“, die nach Nichts schmeckte, der Mais aus der Dose kann nicht bewertet werden, der gewünschte Knoblauchrand (hier immer ohne Aufpreis) war sehr großzügig, will heißen, viel und schmeckender Knoblauch (nicht bitter) wurde auf dem Pizzarand verteilt. Mit einer Italienischen Pizza hatte das Gebotene aber lediglich den Namen gemein. Urlaubsfeeling kam leider nicht auf.

Einmal die „Pizza Rucola“ (Tomaten, Käse, Rohschinken, Mozzarella, frischen Tomatenscheiben und Rucola & Knoblauchrand, EUR 8,90) – hartnäckig schreibt man hier „Ruccola“ statt „Rucola“, aber egal, die Pizza in gleicher Machart wie beschrieben, der Rucola O.K., aber bei Gott nicht absolut frisch, die Paradeiser waren leider Salatparadeiser und nicht Cherry-Paradeiser und relativ geschmacklos. Der größte Fauxpas war aber, dass man den Rohschinken auf der Pizza mitgebacken hatte. Er war wie Leder und leider auch nicht von bester Qualität – das war ein handwerklicher Supergau. Der nächste nicht akzeptable Fehler war, dass man hier keinen Büffel-Mozzarella anbietet, man hat ihn einfach nicht. Für eine Pizzeria darf das nicht einmal eine Frage sein, geschweige denn eine Diskussion.

In Summe kann das für die Speisen gerechterweise nur MÄSSIG sein, denn die ureigensten Produkte wurden in einer „Qualität“ abgeliefert, die man mindestens bei jedem Pizzadienst, an jeder beliebigen Ecke bekommt. Handwerklichen Fehler im Einklang mit falschen, nach nichts schmeckenden Zutaten rechtfertigen keine bessere Bewertung. Wer hier Pizza isst, will Italien nicht spüren oder erleben. Wer es trotzdem tut, gerne, aber bitte niemals behaupten, hier wären die Pizze toll oder authentisch. Auffällig auch, dass Salami ausschließlich in der Variante „Rindersalami“ angeboten wird, das sagt wohl alles über „Originalität“ und das gewünschte Klientel.

Das Lokal hat die Trennung Raucher / Nichtraucher sehr gut gelöst sowohl räumlich als auch optisch. Auch der tadellose Sanitärbereich ist über den Nichtraucherbereich erreichbar. Es gibt wunderbare und absolut toll eingerichtete Kellerstüberl (geziegelte alte Weinkeller), die Platz für geschlossene Gesellschaften bis zu 100 Personen anbieten (Fotos siehe Homepage). Der Gastgarten ist, wie bereits betont, wirklich bemerkenswert schön und ruhig sowie für etwa 140 Personen geeignet.

Saisonale Spezialitäten werden laufend angeboten, ebenso Mittagsmenüs beziehungsweise eine Wochenkarte. Man hat sich entschieden, eine neue Homepage zu gestalten: statt Link ab Juni Link (ich habe es bereits beim Lokaleintrag aktualisiert). Anscheinend will man sich nun doch anders, nämlich als „Spareribs-Treff“ präsentieren. Zahlreiche Spareribs-Varianten, wahlweise Schwein, Rind oder Kalb, werden in der Karte bereits präsentiert und offeriert – bemerkenswerte Auswahl. In Zukunft ist über die neue Homepage auch eine Online-Bestellung möglich.

Fazit: ich gebe für dieses Lokal keine Empfehlung und stelle es jedem frei, dort zu speisen. Vielleicht sind die Spareribs die bessere Wahl, die Pizza ist es jedoch definitiv nicht wert, hier extra einzukehren. Auch wenn in der La Traviata der Knoblauchrand nicht zusätzlich verrechnet wird, wie sonst üblich, kann ich die Pizze hier einfach nicht empfehlen. Leider hat man überdies hier auch nur einen Elektroofen und die Pizze haben daher nicht den so typischen und originalen Holzofengeschmack. Eine sehr gute Tomatencremesuppe ist einfach zu wenig an Küchenleistung, und meine so positiven Erinnerungen an dieses Lokal wurden mehr als relativiert. Das Lokal ist nicht behindertengerecht und auch zum Gastgarten gilt es zwei Stufen zu bewältigen. Öffentlich zu erreichen ist es sehr gut (Linie „6“ vor der Türe).

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Kommentare (3)

am 24. Mai 2012 um 09:42

La Traviata = nomen est omen?

Gefällt mir2
Experte
315
75
am 23. Mai 2012 um 22:51

Ich versteh' manchmal die Welt nicht mehr...wie kann man gute Lokale qualitativ so niedermachen...

Danke für dein Mitgefühl, liebe magic.
Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 23. Mai 2012 um 22:31

Gerry, mach dir nichts d´raus - meine ehemalige Lieblingspizzeria hat auch sehr gelitten und ist seit dem Besitzerwechsel einfach nur mehr zu vergessen!

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Experte
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50
Pizzeria La Traviata
Quellenstraße 124
1100 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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