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Zum fidelen Affen - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 22. Mai 2012
Experte
amarone1977
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3Speisen
4Ambiente
3Service
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Spaziergang in Salzburgs „Rechter Altstadt“.
Während die „Linke Altstadt“, also am linken Salzachufer gelegen, touristenmäßig alle Stückeln spielt, ist die andere Seite historisch gesehen „jünger“, obwohl auch hier Gässchen mit über 700 Jahre alten Bauten zu finden sind.

Über die Schönheit der Stadt Salzburg wird und wurde ja viel geschrieben, ich für mich hatte einen wunderschönen Spaziergang in der „weniger“ berühmten „Rechten Altstadt“ zwischen Steingasse, Linzer Gasse und dem Kapuzinerberg.
Zeit sollte man allerdings schon haben, denn der Kapuzinerberg mit seinem Basteiweg, als Laufstrecke genutzt wie das Klagenfurter Kreuzbergl, ist fast schon eine anspruchsvolle Bergwanderung. Vor allem dann, wenn man den Fehler macht, vorher zu essen und nicht nachher.

Und das geht so: In der Priesterhausgasse, Nebengasse der Linzer Gasse, befindet sich das Gasthaus zum fidelen Affen.
Da ein nahe gelegenes Lokal an jenem Abend eine geschlossene Gesellschaft bewirtete, nahm ich die Gelegenheit beim Schopf und fragte bei den Nachbarn um einen Platz, in Erinnerung an die Bewertungen von Gastronaut und Harleypaule.

Der gemütliche Gastgarten war fast voll, der urige Innenbereich füllte sich nach meiner Ankunft ziemlich schnell. „Reserviert“-Schilder waren fast überall vorhanden, das Haus scheint also recht begehrt zu sein.
Der Chef (?) versprach mir sofort einen Platz, musste aber improvisieren. Mein Tisch war Teil einer Reihe von Tischen, die um halb 8 zu einem zusammen geschoben werden sollten. Reserviert für 17 Personen, „Red Bull“. Aha, mit Herrn Mateschitz hatte ich keinen Termin, aber bis zu diesem Zeitpunkt sollte ich ja eh schon am Kapuzinerberg sein.

Doch bis dahin sollte es so manches kleines Hindernis geben. Immerhin, das Weizen kam vom Fass und dementsprechend süffig-frisch auf den Tisch.
Die Speisekarte bietet unter anderem die so genannten „Affenklassiker“, darunter Innviertler Knödel, das „Affen“-Steak (nein, vom Rind), sowie Gulasch und Tafelspitz. Letztere auch als kleine Portionen.

Das finde ich natürlich praktisch und bestelle mir zuerst den Tafelspitz und danach das Gulasch.
Da ich das aber zugleich bestelle, kommt es auch – ja – zugleich. Man entschuldigt sich für den Irrtum und verschwindet wieder mit dem Gulasch. Man hätte gedacht, es käme noch ein/e Zweite/r dazu.
Nein, das möchte ich schon alleine essen. Heute teile ich nicht.

Der Tafelspitz kommt also daher. Hoppla, kein Besteck. „Bitte a Werkzeug!“ Man entschuldigt sich wieder für den Ausrutscher und bringt eilends ein Tellerchen mit Besteck drauf. Jetzt kann’s losgehen, immerhin ist die erste Hauptspeise noch nicht kalt.
Fleisch geht halbwegs in Ordnung, ähnlich kernig wie das Weiße Scherzl, aber ok. Die Röstkartoffeln sind brav, nur das Wurzelgemüse oben drauf war wohl eher im bloßen Wasser gekocht worden, wenn auch ausreichend bissfest.

Das Gulasch versöhnt dann dafür wieder meinen Gaumen. Und es ist offensichtlich nicht jenes, das zuvor zu früh gebracht worden war.
Zwar kommt es an meine Wiener Erfahrungen nicht ganz heran, ist aber ausreichend fruchtig und gehaltvoll, vor allem ist es nicht zu Tode reduziert worden. Knödel nicht hart, lasse ich mir gefallen!

Erste Zusammenfassung: uriges Gasthaus mit mehr oder weniger routinierten Klassikern, Service ist gut und vor allem freundlich, wenn auch die kuriosen Ausrutscher schon mal nerven können. Man entschuldigte sich aber ehrlich und mit einem Schuss Selbstironie, was mir dann auch wieder gefällt. Eilig hatte ich’s ja nicht, soll man ja auch nicht haben beim Essen. Und – Servicekräfte sind auch nur Menschen, und Menschen machen ja auch mal Fehler.
Was aber sicher sinnvoll wäre, wenn man den Servicekräften gerade bei stressigen Tagen gewisse Bereiche zuteilt (innen/außen, links/rechts etc.), damit es nicht zu Missverständnissen kommt.

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Kommentare (4)

am 23. Mai 2012 um 10:44

walt: man muss ja meinen Bericht gar nicht komplett lesen, wenn man Zeit und Lust nicht hat. Aber ich versuche natürlich die Möglichkeit zu bieten, dass man alles liest - oder aber auch den Bericht so überfliegen kann, dank Strukturierung, dass man das Wichtigste auch schnell rauslesen kann.

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Experte
315
75
am 23. Mai 2012 um 10:19

uc, adn: bei mir ist es halt so, dass eine Gastroerfahrung immer ein "Vor- und Nachspiel" hat. Da es wie für euch auch nicht nur Nahrungsaufnahme darstellt, essen zu gehen gehört ein bissl das Drumherum dazu. Gerade in Salzburg mit seiner Altstadtkulisse lohnt es sich, ein wenig darüber zu erzählen.
Beim Schreiben wird dann nicht viel gefeilt, sondern aus einem Guss erzählt - so wie's halt war, weil die Erinnerung noch frisch ist. Das gibt einem dann meiner Meinung nach eine recht gute Vorstellung darüber, wie's für mich war :)

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315
75
am 22. Mai 2012 um 20:20

Ich, der "fiedele Affe", wußte gar nicht ein Lokal zu haben.... ;-)

Super Bericht und auf den Punkt - wenn man das liest, dann gilt beim Lokalbesuch WYSIWYG!

Danke vom Gerry

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Experte
215
47
am 22. Mai 2012 um 20:03

Sehr schöner Bericht. Deine Reviews sind immer wie ein schöner Spaziergang, Restaurantbewertung und noch ein bißchen mehr. Well written.

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Experte
80
48
Zum fidelen Affen
Priesterhausgasse 8
5020 Salzburg
Speisen
Ambiente
Service
33
41
35
3 Bewertungen
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