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Universitätsbräuhaus - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 2. Mai 2012
Experte
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3Speisen
4Ambiente
3Service
35 Fotos1 Check-In

Das Universitätsbräuhaus steht wohl schon sehr lange auf unserer Liste der Lokale, die wir unbedingt besuchen wollen. Das Wetter war traumhaft, daher bot es sich förmlich an dort endlich einmal einzukehren. Zur Sicherheit habe ich am Tag davor noch telefonisch bei einem sehr netten Kellner reserviert – Gartenplätze natürlich. Das Alte AKH (Allgemeines Krankenhaus) ist sowieso ein wunderschöner Platz in Wien, alter üppiger Baumbestand, alte Bänke im gesamten Areal, völlig ruhige Lage, historisches Gebäude und Denkmäler verschiedenster „Kapazunder“ aller Bereiche der Medizin. Alleine der Innenhof des Alten AKH lohnt schon den Besuch!

Das Lokal selbst ist in der ehemaligen Anstaltsapotheke des Alten AKH untergebracht. Diese wurde im Zuge der Generalsanierung 1998 in das Universitätsbräuhaus umgebaut. Das Lokal hat einen sehr schönen und großen Gastgarten und einen ausreichend großen und rundum eingezäunten Kinderspielplatz, den die Eltern stets im Auge behalten können. Kindersessel, Wickeltisch mit Wickelauflagen sind obligat. Auch wird für die Kleinen jeden ersten Samstag im Monat der Kasperl zu einer Vorstellung eingeladen und das zu freiem Eintritt. Schattenplätze sind ebenfalls im Gastgarten ausreichend vorhanden – entweder spenden die alten Bäume den Schatten oder die zahlreichen großen Sonnenschirme.

Rasch und sehr freundlich wurden wir bei der Ankunft im Lokal begrüßt und sofort zu unseren reservierten Plätzen geleitet. Wir bemerkten, dass im Gastgarten eine große Tafel für eine Feier elegant eingedeckt war – weißes Stofftischtuch, Stoffservietten, schöne Weingläser – auch das ist hier möglich.

Die Karte studierend mussten wir positiv feststellen, dass es hier wirklich für jeden etwas gibt. Zusätzlich zum „Standardprogramm“ der für ein Bräuhaus typischen Speisen sowie Alt Wiener Wirtshausklassiker (z.B. geröstete Nierndeln) gibt es eine üppige Tageskarte sowie eine Schmankerl- und Spezialitätenkarte mit umfangreichen Angeboten der Saison (derzeit natürlich Spargel und Bärlauch im Vordergrund). Des Weiteren wird bei Schönwetter ab 12:00h der Holzkohlengrill befeuert und damit das Speisenangebot noch einmal um gute zwei Seiten in der Speisekarte erweitert (Würstel, Beef-Burger, Burger mit ganzem Hühnerfilet, Spareribs, etc.). Auch Kinder können hier gar nicht zu kurz kommen.

Die Getränkekarte mit den hauseigenen Bieren sowie österreichischen Weinen (Loimer, Hajszan, u.a.) oder Weinen aus bio-dynamischem Weinbau, eine Sonderform des biologisch-organischen Weinbaus, lässt keinen Wunsch offen. Das Hausbier (Märzen, Pils, Zwickl, Doppelmalz und Alt) wird exklusiv von der Stiftsbrauerei Schlägl (Link) für das Universitätsbräuhaus gebraut. Auch Andechs Weizentrüb und das sehr süffige Raxkönig-Bier werden angeboten.

Wir entschieden uns einmal für ein Krügel Mischbier (EUR 3,80), das sich als mild hopfig und durch das Doppelmalz etwas süßlich präsentierte – wunderbar kalt und gut gezapft war es ein Genuss. Meine beste Ehefrau von allen hatte das Märzen (EUR 3,20 für das Seidel) und war ebenfalls sehr zufrieden – hell, untergärig aber sehr mild und absolut nicht bitter. Gleichzeitig mit den Getränken wurde eine sehr schöne Gebäckauswahl (siehe Foto) in einem Brotkorb serviert. Alles frisch und resch.

Zu unseren Speisen:

„Frittatensuppe“ (EUR 3,50) – eine wunderbar kräftige Rinderbouillon, absolut hausgemacht und heiß serviert. Die in ausreichender Menge servierten Frittaten waren ebenfalls ausgezeichnet – flaumiger Teig mit einem sehr schönen buttrigen Geschmack, hausgemacht und äußerst schmackhaft. Frischer Schnittlauch rundete den Genuss ab.

„Großer gemischter Blattsalat“ (EUR 5,80) – absolut frisches Potpourri aus knackigen Blattsalaten vom Lolo Rosso bis hin zum Vogerlsalat, dazu eine gelungene hausgemachte Vinaigrette aus Essig, Öl und etwas Knoblauch, der aber nicht dominierte - sehr harmonisch abgeschmeckt war das ein Salat wie aus dem Lehrbuch. Nicht ganz günstig, aber endlich einmal ein wirklich gelungener Blattsalat auch in ausreichender Quantität, nur nicht wirklich mundgerecht gezupft, wie leider oft üblich.

Als Hauptspeise wählten wir beide das „Bräuhaus Schnitzel, gefüllt mit Champignons, Zwiebel, Speck und Käse mit Petersilerdäpfel“ (EUR 11,80) – das Schnitzel sehr kross gebacken und nahezu fettfrei serviert war geschmacklich wunderbar. Die Fülle verlieh dem qualitativ sehr guten Fleisch eine Saftigkeit und einen Geschmack, der einfach grenzgenial war. Die Komponenten der Fülle passten so wunderbar zueinander, wirklich frische Champignons, ein wunderbar geräucherter, gewürfelter Speck, frische und nicht bittere Zwiebel, ein Käse, der nach Käse schmeckte und nur so aus dem Schnitzel floss – geschmacklich TOP. Leider löste sich die Panier teilweise großflächig vom Schnitzel. Das kann mehrere Gründe haben, ich tippe aber in jedem Fall darauf, dass die Schnitzel vorgefertigt und im Kühlhaus fertig paniert gelagert werden. Da zieht die Panade dann leider Feuchtigkeit an und löst sich beim Herausbacken später ab. Dass das Fett nicht heiß genug wäre (auch da löst sich die Panade gerne ab), glaube ich nicht. Das war wirklich ärgerlich, wiewohl es dem sehr guten Geschmack keinen Abbruch tat. Aber, siehe AMA-Gütesiegel auf der Homepage des Universitätsbräuhaus, akzeptabel ist es nicht. Dieser Fehler kostet in der Speisenbewertung leider das sehr gut. Schade, aber hausgemacht. Die Petersilerdäpfel waren Erdäpfel, die den Namen auch verdienen. Endlich wieder einmal Erdäpfel, die nach Erdäpfel schmeckten, schön in Butter mit frischer Petersilie geschwenkt und trotzdem nicht fettig am Teller. Somit gibt es für die Speisen ein ehrliches und sehr gutes GUT.

Das Ambiente, besonders im Gastgarten, ist einfach wunderbar, ein längeres Verweilen ist hier leicht möglich, weil man auch sehr bequem sitzt. Der Lokalinnenbereich ist ebenfalls gemütlich und alle Möbel sind aus stabilem Holz – eigentlich alles so, wie man es hier erwarten würde. Besonders nett fand ich die drei Nischen im Nichtraucherbereich für jeweils etwa 8 Personen – heimelig, etwas intim aber doch nicht völlig abgeschieden. Die Trennung zwischen Nichtraucher und Raucher ist sehr gut gelöst, und es gibt in jedem Bereich eigene Sanitäranlagen, die sehr gepflegt sind. SEHR GUT, weil auch alles behindertengerecht eingerichtet wurde.

Der Service ist durchwegs freundlich, trotz hohem Besucheraufkommen und doch guten 30°C gut gelaunt und flott unterwegs. Die Wartezeiten sind kaum der Rede wert. Fragen werden offen und ehrlich beantwortet, und man wird hier als Gast gerne gesehen. Ein ebenfalls sehr gutes GUT, da wir relativ lange auf die Rechnung warten mussten und während des Essens nicht nach unseren Getränken geschaut wurde.

Dass das alte AKH öffentlich sehr gut zu erreichen ist, muss nicht extra erwähnt werden (siehe Homepage). Ein Kellerstüberl im ehemaligen Salbenkeller (Ziegelgewölbe) steht für Feierlichkeiten bis zu 45 Personen ebenso wie ein separater Veranstaltungsraum für bis zu 85 Personen zur Verfügung. Die Öffnungszeiten sind absolut kundenfreundlich, die Küchenzeiten (täglich bis 24:00 warme Küche) sowieso. Reservierungen werden auch für den Gasgarten angenommen, was in manchen Lokalen nicht selbstverständlich ist.

Fazit: ich empfehle das Lokal nicht nur mit ruhigem Gewissen sondern lege einen Besuch des Universitätsbräuhaus wirklich jederfrau/-mann ans Herz. Die gesamte Familie ist hier an diesem schönen Platz mitten in Wien bestens aufgehoben. Selbstverständlich werden auch Mittagsmenüs angeboten (zwei Hauptspeisen zur Auswahl). Recht neu ist das Alt-Bier im Angebot, das im 0,25L-Glas stilecht serviert wird. Das ist auch besser so, denn es hat immerhin 5,7 Vol.% Alkohol! Frühstücken ist hier ebenfalls in ausreichender Auswahl möglich und das sogar täglich bis 24:00h. Auch relativ neu ist der Bierverkauf (inkl. Zapfgeräte) der Hausbiere – siehe Homepage. Das Lokal ist sicher nicht billig, aber das Verhältnis Preis/Leistung ist völlig O.K. und daher günstig und preislich gerechtfertigt. Wir kommen sicher wieder!

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Kommentare (2)

am 3. Mai 2012 um 00:21

Nein, so passt es!

Gefällt mir4
Experte
63
50
Unregistered am 2. Mai 2012 um 23:20

Ein gesundes Zwischemaß aus dieser Litanei und einem Zweizeiler wäre doch sehr wünschensnwert.
Nichts für Ungut, Danke für die quantitative Leistung, aber in der Küre liegt die Würze.
Auch wenn ich unwürdig und unregistriert bin bedanke ich ich trotzdem.

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Unregistered
Kein Tester
Universitätsbräuhaus
Alser Straße 4
1090 Wien
Altes AKH - 1. Hof
Speisen
Ambiente
Service
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