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Hacienda ephemer - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 1. Mai 2012
Experte
bubafant
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3Speisen
3Ambiente
3Service
24 Fotos1 Check-In

Viva Mexico: Antonjitos (Tortilla-)All-you-can-eat für EUR 22 statt EUR 87,40.

Telefonische Reservierung mit einer Woche Vorlauf für montags 18:00 Uhr . Ein reines Raucherlokal. Wie ich erst bei der Reservierung erfahren muss. Trotz Recherche ist es jetzt passiert, nachmalige Nachschau auf der Homepage – kein Hinweis darauf. Think positive: machen wir das Beste daraus.

Die Hacienda Ephemer befindet sich in die Häuserfront eingebettet an der Jägerstraße. Am Gehsteig davor befindet sich der Gastgarten. Schlichte Holztische und Holzsessel. Ohne Abtrennung zu den Fußgängern gibt es 10 Tische mit Platz für ca. 20 Personen, ein ZweierTisch steht direkt unter einem großen alten Baum, allerdings nur mehr durch den Parkstreifen von der Straße getrennt. Gleich anschließend der Schanigarten des benachbarten Cafés, in weiterer Folge das Vindobona und der Wallensteinplatz.

Beim Eintritt über eine breite Stufe in das zu diesem Zeitpunkt noch leere Lokal äußern wir den Wunsch, draußen sitzen zu dürfen, das ist aber leider nicht möglich, wegen einer Geburtstagsfeier oder ähnlichem. Gut, soll nicht sein. Die etwas laute ChillOutMusik wird sofort etwas leiser gestellt.
Der Innenbereich des Lokals besteht aus einem einzigen Raum, linker Hand die Nirosta-Holz-Theke, der Rest des Raumes für Gäste, nämlich ein Zweier-Tisch, zwei Vierer-Tische, auf einer Seite je eine durchgängige Kunstlederbank, ein weiterer Vierer-Tisch inmitten des Raumes und ein Tisch für vier Personen aus den Fünfziger Jahren. Dazu noch – und das sieht wirklich nett und bequem aus – zwei ZweierSitzbänke auf den Fensterbrettern im Fenster mit Sitzauflage und Kissen an einem Bartisch.

Von zwei abgehenden Türen ist eine der Zugang zur Küche, von dort laufen auch zwei enorm große Entlüftungsrohre mit zusätzlichen Abzugsschlitzen durchs ganze Lokal durch auf die Straße. Der zweite Durchgang – mit einem Perlenvorhang getrennt – ist eine Art Lager-/Gerümpelraum mit zusätzlichen Sesseln, Getränkekisten und dem Zugang zu den getrennten WC’s mit jeweils eigenen Waschbecken. Sauber und funktionsfähig.
Die Wand mit der Sitzbank ziert eine riesige Fototapete mit Birkenwald. 80er Jahre lassen grüßen, allerdings fügt es sich gut ins restliche Ambiente ein. Bilder, ein rechteckiger Spiegel, eine Stehlampe mit übergeworfenem Tüllstoff, Zeitungshalter und weitere Deko komplettieren den Raum.

Die Tische sind aus Holz, ohne Tischdecke oder Sets. Eine Vase mit einem Glücksbambus und eine Speisekarte. Diese wird gegen eine Deal-Seite ausgetauscht, wir können fünf ausgewählte Speisen so oft essen, wie wir wollen. Keine Menagerie, dafür ein kleiner Aschenbecher. Schlichtes Ikea-Besteck.
Die junge Dame, die bedient, ist keine geschulte Kraft, macht allerdings mit Ihrer sehr netten, natürlichen Art und ihrem charmanten Lächeln diese Defizite wett. Wir haben nichts auszusetzen.

Es werden die Normalportionen serviert, also kein Potpourri am Teller. Dazu können wir ¼ Wein rot oder weiß aussuchen und wir bekommen einen gemischten Salat.
Der Wein in der Glaskaraffe ist sehr süffig und passt gut zum mexikanischen Essen, der Salat ist ausreichend mit dunklem Balsamico-Essig angemacht, fast etwas zu sauer, die Blattsalate, Tomate und Gurke sind frisch, sowie Mais. Ein halber Liter SoHo um EUR 1,50 war eine seltene Mezzie.

Als wir unserer erste Runde bestellen – wir nehmen jeder ein anderes Essen und tauschen den Teller zur Halbzeit, denn die fünf verschiedenen Essen erscheinen uns schon zu diesem Zeitpunkt etwas viel, holt die Bedienung den vor der Tür sitzenden (native) Koch und erklärt ihm, was wir essen wollen. Kurz danach hört man schon Geräusche aus der Küche. Es wird alles frisch zubereitet, nur einmal hören wir ein Mikrowellengeräusch. Das ist wahrscheinlich der Gemüsereis, damit haben wir kein Problem.

Während unserer ersten EssensRunde kommt eine weiteres Pärchen, ebenfalls Gutschein-Kunde. Auch die beiden dürfen nicht draußen sitzen. Gut, mein Gerechtigkeitsgefühl ist befriedigt. Gleiches Recht für alle Gutscheinbesitzer.

Beim Abservieren des ersten Ganges fragen wir, ob wir gleich die zweite Runde bestellen dürfen – sofort die Antwort: Aber ich bitte darum ! Wie gesagt, äußerst liebenswürdig, auch wenn die Getränke etwas lieblos auf den Tisch gebracht wurden. Mit ihrem geknotetem Haartuch werden Erinnerung an eine gewisse Witwe Bolte wach ;-) Die Bestellung an den Koch erfolgt mit Zuruf – weißt eh, Groupon :-).

So, nun zu den fünf möglichen Antojitos-Gängen, von denen wir nur vier geschafft haben:

Tacos Carne de Res (EUR 8,10)
Frittierte Maistortillaröllchen, gefüllt mit Rindfleisch, serviert mit Salsa (Sauce aus Tomaten, Chili, Zwiebel und Knoblauch), Guacamola (Acocado-Dip) und Sauerrahm.
Unser Highlight, knusprig gebackene und ausreichend abgetropfte Tortillas, gut angeröstetes Fleisch, gut abgeschmeckte Saucen und Knoblauchrahm.

Burritos Legumbre (EUR 7,90)
Saftige Weizenmehltortillas gefüllt mit Bohnenpüree und Gemüse, mit Käse überbacken und mit Guacamole und Sauerrahm serviert.
Haben wir nicht ausprobiert.

Enchilladas Pollo (EUR 8,10)
Gefüllte Maistortillas in Enchiladasauce mit Hühnerfleisch, mit Käse überbacken, dazu mexikanischer Tomatengemüsereis.
Das schärfste Gericht. Chili. Ein einziges Stück Hühnerfleisch, zu wenig für so eine Portion. Käse zum Überbacken relativ geschmacklos. Durchschnittsreis.

Quesadillas (EUR 8,10/EUR 8,60)
Weizenmehrtortilla gefüllt mit Käse, wahlweise mit Hühner- oder Rindfleisch, mit Käse überbacken und mit Salsa, Guacamola und Sauerrahm serviert.
Das mildeste Gericht. Nummer zwei in der Verkostung. Die Gewürze fein abgestimmt, Guacamola zum drinnen herumbaden, sehr gut.

Enmoladas (EUR 8,10)
Mit Käse, Zwiebeln und Hühnerfleisch gefüllte Maistortillas in saftiger Schokochilisauce, garniert mit Sesam und Sauerrahm.
Eine kleine Enttäuschung, die Sauce hat weder nach Schokolade, noch nach Chili geschmeckt sondern nur die Tortillas eingegatscht. Zwiebeln in ausreichender, Huhn in homöopathischer Menge.

Beim Abservieren der zweiten Runde werden wir gefragt, ob es noch etwa sein darf. Nach unserer Verneinung meint die Bedienung – hab ich doch gesagt, dass fünf zu viel sind …
Die Frage, ob wir zufrieden waren, bejahen wir, wir sind es.

Fazit: Kleines, einfaches Studentenlokal, das mit viel Idealismus ordentliche mexikanische Küche präsentiert. Der Umgang mit Gutscheinkunden war bewusst und völlig in Ordnung. Die Preise werden durch das Servieren mit einem Salat relativiert. Es haben drei Personen im kleinen Lokal geraucht, bei offener Eingangstür und Monsterabzugsrohr haben wir weder Rauch- noch Küchendunst in Kleidung und Haaren feststellen können. Das Nichtbenutzenkönnen des Schanigartens hat sich uns allerdings bis zum Gehen nicht erschlossen, er war bis auf drei Gäste leer. Wenn man in der Nähe ist, lohnt sich ein Ausprobieren auf alle Fälle.

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Kommentare (2)

am 7. Dezember 2012 um 07:58

Da erspar ich mir das getippse, wir waren auch mit Gutschein dort (und auch ein paarmal ohne), der Bericht ist sehr gut und treffend. Das essen ist gleichbleibend gut, die Bedienung gleichbleibend Durchschnitt.

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6
1
am 1. Mai 2012 um 17:11

Ich glaube, das Lokal war früher, ganz früher, einmal ein Eissalon.
Danke für die gute Beschreibung!

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Experte
63
50
Hacienda ephemer
Jägerstraße 28
1200 Wien
Speisen
Ambiente
Service
30
30
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Hacienda ephemer - Karte
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