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Cantinetta am Ring - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 27. April 2012
Experte
bubafant
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4Speisen
4Ambiente
4Service
28 Fotos7 Check-Ins

Italienisch für Fortgeschrittene – mit dem erlesenen 3-Gänge-Menü statt EUR 97,- um EUR 39,-.

Reservierung sonntags Nachmittag per mail für Freitag, 14:00 Uhr, noch am gleichen Abend rückbestätigt. Guter Service.

Das Cantinetta am Ring liegt gegenüber dem Rathauspark. Über den vorgelagerten Gastgarten, der mit geätzten Glasstehern und Pflanzen von den Fußgängern abgeschirmt, betritt man das Lokal. Vorsicht, hier befindet sich beim Eintritt eine Stufe von ca. 5-7 cm nach unten, die man, von der Sonne geblendet, fast nicht sieht. Sehr nett ein kleiner Verbau, der die Funktion eines Windfangs hat, und die alte Substanz des Hauses erahnen lässt. Geradeaus weiter führt ein kleiner Gang, in dem sich das ‚Büro‘, ein Tisch mit BüroKrimsKrams befindet und endet an den sehr sauberen Sanitärräumen. Vor dem Gang rechts befindet sich die Theke mit großer Durchreiche in die Küche, davor und in der anderen Hälfte des Gastraumes weiß gedeckte, meist 2er-Tische mit äußerst bequemen Ledersesseln, die individuell kombiniert wurden, insgesamt für ca. 50 Personen im Innenraum, im Gastgarten schätzungsweise noch mal so viel. Abgesehen von der kleinen Stolperfalle am Eingang ist alles barrierefrei und es gibt auch für Rollstühle genügend Stellplatz.

Der Empfang ist herzlich, wir werden gefragt, ob wir an diesem ersten ‚echten‘ Sommertag im Gastgarten sitzen möchten. Da wir mittlerweile echte Landeier mit massenhaft Natur um uns sind, haben wir kein großes Verlangen nach einer Sitzgelegenheit am Rande der Verkehrshölle der Wiener Ringstraße an einem Freitagnachmittag (vor einem langen Wochenende), und wir entscheiden uns für den Innenraum. Da sind wir die einzigen Gäste und können uns einen Tisch aussuchen, der Gastgarten ist zu diesem Zeitpunkt sehr gut gefüllt.

Der Kellner erklärt uns den GS-Deal und wir können einerseits entscheiden, ob wir den Bellini (Prosecco) mit Mango oder Pfirsich haben wollen (Mango hat gewonnen) und andererseits aus zwei Hauptspeisen auswählen, Vor und Nachspeise waren festgelegt. Der Bellini ist sehr erfrischend und der Fruchtgeschmack nicht zu süß. Wir bekommen Wasser in einer stylischen Flasche dazuserviert.

Als Vorspeise serviert man uns Tris di antipasti (Vorspeisenvariation) bestehend aus Carpaccio die Menzo (Rindercarpaccio), Vitello tonnato (Kalbschale mit Thunfischsauce) und Burrata della casa (Frischkäse), dazu Weißbrotscheiben. Das Rindercarpaccio ist extrem hauchdünn geschnitten, sodass es fast nicht vom Teller zu nehmen war und mit Pinienkernen dekoriert. Guter Geschmack. Das Kalbfleisch mit Thunfischsauce, serviert mit einer Kaper, war eher unspektakulär im Geschmack, interessant war der Frischkäse auf dem unvermeidlichen Ruccola. Mariniert mit Zitronenessenzen und sehr homogen (fast wie ein Spiegelei) ist er das Highlight auf dem Vorspeisenteller, der insgesamt sehr frisch daherkommt.

Gleich im Anschluss kommt die Hauptspeise: Saltimbocca alla Romana (Kalbschnitzel). Der Schinken mit dem Salbei darunter 'klebt' förmlich auf den Fleischstücken. Vom Geschmack perfekt, serviert mit frischem Röstgemüse (Karotten, Paprika, Fenchel, Zucchini und Kartoffeln mit Rosmarin verfeinert). Bis jetzt werden wir allerdings den Verdacht nicht los, dass wir (von der Konsistenz her) Schweinfleisch gegessen haben.

Vor der Nachspeise legen wir eine kleine Pause ein, die Kellnerin aus Tirol, die erst seit Wochenfrist im Lokal arbeitet, beginnt eine Plauderei über Gutscheine, und dass sich das aus Sicht der Wirtsleute meist nicht rentiert. Mittlerweile hören wir von einer dritten Abrechnungsmodalität mit den Plattformen. Wir vereinbaren, dass wir 'Laut geben', wenn wir die Nachspeise haben wollen.
Nun um 14:30 Uhr hat sich der Gastgarten wie auf Kommando geleert. Allerdings nur um in der nächsten halben Stunde fast wieder zur Gänze gefüllt zu sein. Touristen machen sicher einen Großteil der Laufkundschaft aus.

Nachdem wir die einzigen Gäste 'drinnen' sind, hat uns die Chefin wohl vergessen, denn sie kommt vom Gastgarten, laut schimpfend auf ausländische Gäste, ihre Worte allerdings selbst mit einem Akzent gefärbt. Der Kellner macht sie darauf aufmerksam, dass wir das eventuell gehört haben und ich habe viel Mühe, mein englisches Gesicht zu wahren, denn diese Aktion hat leider die Bemühungen der beiden Kellner, die sich wirklich perfekt um uns gekümmert haben, in Sekundenschnelle konterkariert.

Wir machen dann auf uns aufmerksam, dass wir bereit für das Dessert sind und bekommen Tris di dolci (Dessertvariation): Torta carprese (Schoko-Mandelkuchen), Schokoladenmousse mit Früchten und Panna Cotta mit Waldfruchtsauce. Ein krönender Abschluss eines sehr guten Essens, wo sehr schwer ein Favorit auszumachen ist: Der Kuchen leicht angewärmt und vollmundig schokoladig, das Mousse zart in der Konsistenz und groß im Schoko-Geschmack, in der Panna Cotta ein leichter Zitrusgeschmack. Schmatz.

Es wurde nach jedem Gang und zwei Mal zwischendurch gefragt, ob alles in Ordnung ist, ob es geschmeckt hat. Das hat es. Nach dem Dessert meinte ich, dass man das ja sehen müsste, weil wir ja unsere Teller ja sinnbildlich fast leergeschleckt haben. Spitzbübische Antwort des Kellners: Nein, man fragt immer nach, ob alles passt, sonst bekommt man vielleicht noch eine schlechte Bewertung.
Touché !

Zwischenzeitlich hat sich eine hitzige Diskussion mit dem Chef (?) entsponnen, das gehört sich auch nicht vor Kundschaft. Allerdings: WO sollten sie ein heikles Gespräch führen ? Der Koch kraxelt unter der Durchreiche in den Schankraum, denn Tür gibt es keine. Die Garderobe ist auf der Fluchttür montiert, die geographisch ins Stiegenhaus führen muss.

Fazit: Wir haben sehr gut gegessen, die Qualität der Produkte war spitzenmäßig und verdient eine Empfehlung. Das Bedienpersonal ist bemüht und äußerst aufmerksam. Allerdings die Preise schmerzen (Trumer Krügerl EUR 4,30, SoZi EUR 3,20, Cappuccino EUR 3,50) und so muss das jeder für sich entscheiden, ob es das wert ist.

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Kommentare (3)

christina am 29. April 2012 um 02:00

ganz einfach... in meiner alten fa. hatten wir auch eine gutschein-aktion allerdings über groupon, wir hatten viele gutscheinkunden aber die waren eher einmalig. eine stamm oder regelmässige kundschaft dadurch aufzubauen ist schwer... aber diese aussage bezieht sich auf den damaligen arbeitsplatz.

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christina
Kein Tester
am 29. April 2012 um 00:30

@Christina - ich als außenstehende Person, versteh deinen Kommentar absolut und gar nicht.

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Experte
63
50
christina am 29. April 2012 um 00:23

ich möchte nur hinzufügen, dass die aussage es rentiert sich nicht - auf meine alte arbeitsstelle bezogen war! aber wir haben uns eh sehr nett und lang darüber unterhalten! danke für die guten servicebewertungen

Gefällt mir1
christina
Kein Tester
Cantinetta am Ring
Universitätsring 8
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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9 Bewertungen
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