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Levante - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. April 2012
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2Ambiente
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Das Restaurant Levante mit seiner levantinischen Küche haben wir nun endlich auch einmal besucht. Als die „Levante“ werden grob die Länder des Mittelmeeres östlich von Italien, jedoch im Speziellen der Küstenstreifen zwischen der Türkei und dem Sinai bezeichnet. Im Prinzip besteht die Levante aus den Kreuzfahrerstaaten. Daher ist diese Küche zum Großteil sehr Türkisch (früher Osmanisches Reich, besonders Konstantinopel) angehaucht. Wie man weiß, findet man aber genau diese Spezialitäten zu einem großen Teil unter anderen Namen auch in Griechenland.

Das Levante hat mittlerweile vier Destinationen, zweimal in 1010 Wien und je einmal in 1070 und 1080 Wien. Hervorgehoben und besonders geworben wird hier mit Grill- & Fischspezialitäten vom Holzkohlengrill sowie dem Pide (Fladenbrot) aus dem Holzofen. Da meine beste Ehefrau von allen und ich aber besonders die zahlreichen kalten und auch vegetarischen Vorspeisen lieben, haben wir uns einen Gutschein für genau das gekauft. Der Gutscheininhalt lautete „Levantinisches All-you-can-eat aus Vorspeisenteller, Nachtisch und Fladenbrot aus dem Holzofen für Zwei“ und wir bezahlten EUR 24,00 statt EUR 69,00.

Am Tag davor reserviert für 13:30h, also außerhalb der „Stoßzeiten“, wurden wir äußerst kühl und eher gleichgültig empfangen. Das Lokal war zu diesem Zeitpunkt noch immer recht gut gefüllt, aber man sah, dass die meisten Leute hier eher mit dem Essen bereits fertig waren. Nicht zum Tisch geleitet, sondern ein trockenes „Suchen Sie sich irgendeinen Tisch aus“ – interessant, wurde denn keiner per Kärtchen reserviert? Ein Lächeln vom Service? Nein, hier von der für uns zuständigen Servicekraft leider nicht möglich.

Nach doch einiger Wartezeit wurden unsere Wünsche, die Vorspeisenplatte für Zwei, sowie unsere Getränke aufgenommen. Grundsätzlich kann jede Speise der Vorspeisenplatte in beliebiger Menge nachbestellt werden, eben „All-you-can-eat“. Zu Trinken hatten wir ein Ottakringer vom Fass (EUR 3,90 Krügel / EUR 3,00 Seidel) – ohne Bewertung, O.K., dafür aber gleich vom Service ein bestimmend vorgetragener Hinweis: „Sie müssen aber schon warten, denn wir haben einen Küchenstau!“

Zunächst wurden uns die Teller und unser Besteck serviert – ein Teller war derart verbraucht und abgenützt, dass es unverständlich war, diesen überhaupt noch zu servieren. Grauschleier, völlig matte Glasur, tiefe Riefen und einfach unappetitlich und völlig unnötig. Für jedes Lokal ein schwerer Fauxpas.

Zur Vorspeisenplatte und was darauf zu finden war:
„Ezmesalat“ = ein Salat bestehend aus fein gehackten Paradeiser, Paprika, Zwiebel und Petersilie, pikant scharf abgeschmeckt – dieser Salat war wirklich vorzüglich, wunderbar frisch alle Zutaten und harmonisch abgeschmeckt mit einer schönen aber trotzdem zurückhaltenden Schärfe.

„Hirtensalat“ = ein gemischter Salat bestehend aus Blattsalat, Paradeiser, Gurke, Zwiebel, Paprika und Petersilie – frische Zutaten zwar, aber das Dressing dürfte sich nicht „Dressing“ nennen, denn es war völlig geschmacksneutral. Öl & Essig organisierten wir uns wieder selbst von einem anderen Tisch, da nicht absehbar war, wann wir es sonst erhalten würden. Warum es nicht an jedem Tisch von Vorhinein bereitgestellt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Man serviert hier aber eine relativ große Auswahl an Salaten!

„Humus“ = Kichererbsen-Püree mit Tahina (Sesampaste) und Knoblauch – wir kamen beide zum Schluss, noch nie so ein geschmackloses Humus gegessen zu haben. Gerade die Kichererbsen haben, unterstützt von der Sesampaste, normal ein wunderbar nussiges Aroma. Das war hier absolut nicht der Fall, am Knoblauch maximal vorbeigeschrammt war das Humus fad und belanglos, Salz ebenfalls nicht vorhanden.

„Tsatsiki“ = Joghurtcreme mit Gurken und Knoblauch – auch hier leider geschmacklose Gurken, kaum Knoblauch zu schmecken, kein Salz, kein Pfeffer, keine Säure, dafür aber massiv mit Minze abgeschmeckt. Eines der schlechtesten und fadesten Tsatsiki, die wir je gegessen haben.

„Sigara Börek“ = Zigarrenbörek, ein spezieller Strudelteig (Yufka-Teig), der gefüllt mit Schafkäse und Gewürzen zu einer Zigarre gerollt und frittiert wird - die waren sehr gut, die Füllung schön abgeschmeckt, sehr kross und gut abgetropft serviert.

„Im Backteig gebackene Melanzani“ – die waren O.K., hätten jedoch ebenfalls etwas Salz (auch der spärlich verteilte Backteig) vertragen.

„Im Backteig gebackene Zucchini“ – sehr grobmotorisch und ungleichmäßig geschnittene Scheiben, Backteig ebenfalls fade und vor allem in der Mitte beziehungsweise an der dicksten Stelle waren die Zucchini noch völlig roh.

Für beide Gemüse gilt – vorher ordentlich in Stärke (knuspriger als Mehl) wenden und dann erst in den Backteig geben, dann wäre er auch das Gemüse umschließend. An jedem Gemüsestück war der Backteig „offen“ und somit konnte das Frittierfett direkt an das Gemüse. Wir konnten nur mehr staunen. Salz gibt es in der Küche wohl nur rationiert.

„Panierte Melanzani-Röllchen“ – wir tippten auf Humusfüllung, so genau war es nicht auszumachen, mit sehr guter Panade, knusprig und ordentlich gemacht – Füllung fade, siehe „Humus“.

„Dolmades“ = Gefüllte Weinblätter – ein ungewürzter, fader Reis, keine Zitrone, dafür aber wieder sehr großzügig mit Minze abgeschmeckt, kein Salz, kein Pfeffer und geschmacklose Weinblätter. Die wohl schlechtesten Dolmades, die wir je gegessen haben. Zusätzlich auf einem abgeschlagenen Teller serviert und weder Koch noch Service wollen es gesehen haben. Wir mussten die Dolmades extra bestellen, da sie auf der Vorspeisenplatte leider von der Küche „vergessen“ wurden und der Service hatte das Fehlen ebenfalls „nicht bemerkt“. Hier muss also der Gast kontrollieren, ob auch wirklich alles auf der großen Vorspeisenplatte serviert wird.

Nachdem „Schafkäse“ kein Bestandteil der Vorspeisenplatte ist, bestellten wir diesen extra (EUR 4,90) – ein sehr milder Schafkäse wurde garniert mit ein paar Oliven und etwas Salatgarnitur serviert. Er war nicht der Rede wert, in jedem Supermarkt in der Dose so zu kaufen, kein gutes Olivenöl, kein Pfeffer, kein Oregano oder Basilikum.

Das im Holzofen gebackene Fladenbrot („Pide“) war sehr gut und ist innen flaumig und außen schön knusprig. Es ist deutlich höher als Pita und erinnert daher eher an ein „Döner-Weckerl“ von der Form her. Geschmacklich gut mit schönem Holzofen-Geschmack.

Als Nachspeise erhielten wir „Baklava“ = ein Blätterteiggebäck gefüllt mit Nüssen und im Zucker- oder Honigsirup mariniert – das war völlig O.K. und so, wie man es erwarten würde. Mit etwas Nelken- oder Rosenwasser hätte es halt eine eigene Note – so ist es ein „Allerweltsprodukt“ gewesen, wie auf jedem Markt zu finden. Dazu ein Türkischer Mocca (EUR 3,40), der tadellos und sehr gut war.

Das Ambiente hat uns beiden nicht gefallen, da es weder gediegen oder interessant ist. Recht schmucklos ist das Lokal „hallenmäßig“ eingerichtet und der Lärmpegel ist ungemütlich und unangenehm. Die Sanitäranlagen sind dem Standard entsprechend, aber beengend und nichts für Klaustrophobiker, völlig unpraktisch eingerichtet (Seifen-, Handtuchspender eigentlich im Weg) und dazu auch noch nach innen angeschlagene Türen. Der Gastgarten ist recht nett, aber man sitzt fast beim Tischnachbar und „isst und plaudert“ dort mit. In Summe ein unerwartet MÄSSIGES Ambiente.

Der Service, wie schon teilweise ausgeführt, bei weitem nicht entsprechend und man fühlt sich hier als Gast nicht herzlich aufgenommen. Manches muss man sich selber organisieren, sonst könnte es zu erheblichen Wartezeiten für einfachste Dinge kommen. Erklärungen zu den Speisen oder dem Ablauf müssen nachdringlich hinterfragt werden. Auch hier daher nur ein MÄSSIG.

Fazit: ich kann dieses Lokal nicht empfehlen, denn in Summe sind alle von uns konsumierten Speisen ein nur MÄSSIGES kulinarisches Erlebnis gewesen und man erhält zumindest diese in weit besserer Qualität und zu moderateren Preisen beim Griechen oder Türken „ums Eck“. Den angegebenen Wert des Gutscheines (EUR 69,00) können wir bis heute nicht nachvollziehen, denn die Vorspeisenplatte für Zwei kostet regulär EUR 16,80 im Lokal und eine Portion Baklava EUR 3,60 – somit in Summe für Zwei EUR 24,00, was genau dem bezahlten Gutscheinpreis entspricht. Wir bestellten noch einmal die „Sigara Börek“ gratis nach, sonst nichts. Dafür konsumierten wir auch regulär die Getränke und den Schafkäse sowie den Mocca. Es war also ein offensichtlich noch immer gutes Geschäft für das Lokal, aber weder die Qualität noch das gesamte Erlebnis an sich würden uns dort je wieder hinlocken. Eine Statistik sagt, dass im Ersten Wiener Gemeindebezirk auf nur 32 Einwohner EIN Lokal kommt. So wird man aber Neukunden oder auswärtige Kunden, die man hier zum Überleben braucht, nicht gewinnen können.

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Kommentare (2)

LeeScratch am 5. Mai 2012 um 00:06

Kann obigen ausführlichen Kommentar zum Groupon-Gutschein nur bestätigen. In der Bewerbung des Gutscheines stand noch was von Fleisch- und Fischgerichten:
Link
Im Gutschein selber dann nur mehr Vorspeise und Nachspeise. Wer formuliert so, wenn es keine Hauptspeise gibt.
Die 69 EUR sind nicht nachzuvollziehen.. außer Teig und Frittierfett war da nicht viel.

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LeeScratch
Kein Tester
am 25. April 2012 um 22:13

Das Levante auf der Josefstädter Straße ist auch nicht besser.

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Experte
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Levante
Wallnerstrasse 2
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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