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Schlemmer Eck - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 17. April 2012
Update am 6. Mai 2014
Experte
uc0gr
215
47
28
3Speisen
3Ambiente
4Service

-> Bewertungs-Update:
Leider muss ich die Benotung bezüglich der Speisen auf "3" nach unten korrigieren. Die Spareribs wurden mit Erdäpfelscheiben aus der Fritteuse sowie zwar hausgemachten, aber nicht besonders gelungenen Saucen serviert. Die Knoblauchsauce war eindeutig bitter - schlechter bzw. alter Knoblauch. Die Spareribs doch sehr dick und unten (siehe Fotos) kaum gegart. Auch wurden diese nicht an der Unterseite mariniert. Die Knoblauchcremesuppe hatte auch einen bitteren Geschmack und war eher ein dünnes Süppchen. Daher gibt es jetzt einen Punkt Abzug bei den Speisen.
-> Update Ende

Ich kenne das „Stix Schlemmer Eck“ eigentlich schon länger, da wir hier einmal im Kellergewölbe einer größeren Geburtstagsfeier beigewohnt hatten. Hierfür ist das Kellergewölbe (etwa 70 Personen) nicht nur stimmig gemütlich, sondern auch wunderbar geeignet. Ein kleiner Nebenraum bietet den idealen Platz für ein Buffet und auch technisches Equipment (Musikanlage, Gesangsanlage, etc.) ist vorhanden.

Die Erinnerungen daran waren sehr gut, daher verschlug es mich wieder einmal über die Donau. Alex Stix hat ja mit seinem Schlemmer Eck (seit 1997 und stetig vergrößert) und dem Brünner Bräu ein kleines Imperium im 21. Bezirk geschaffen. Und ohne Qualität zu bieten, würden wohl beide Lokale nicht schon so lange erfolgreich in Floridsdorf bestehen können.

Vorab muss ich mich für die schlechte Fotoqualität entschuldigen, aber mein Beleuchter hatte bereits Feierabend. Das Stix Schlemmer Eck ist kein Lokal mit Hauben-Anspruch oder gar im Besitz einer Haube / eines Sterns, daher wird es von mir genau in diesem Rahmen und in dieser Ausprägung bewertet.

Zum Lokaleingang muss man einmal durch den absolut stimmigen, weil typisch Wienerisch, und lauschigen Garten. Ein einziger riesiger Baum vermag fast dem ganzen Garten Schatten zu spenden. Schwere Holztische und –bänke laden zum Verweilen ein. Aus meinem Gefühl heraus ist der Garten (etwa 120 Personen) wohl an schönen Tagen zum Bersten voll, was mir später auch bestätigt wurde. Gleich rechts neben dem Lokaleingang befindet sich der Abgang zum Kellerstüberl / -gewölbe, danach befindet man sich mitten im Raucherbereich. Nicht optimal, aber offensichtlich arbeitet hier die Entlüftung mehr als optimal. An der massiven Schank vorbei, gelangt man zum kleineren Nichtraucherraum und links davon zum größeren. Positiv zu erwähnen und ungewöhnlich ist, dass hier der NR-Bereich deutlich größer ist in Summe als der Raucherbereich.

Die Sitzgelegenheiten sind im gesamten Lokal ebenfalls stimmig und sehr gemütlich. Breite und schwere Holzmöbel – beim Anheben des Sessels merkt man, wie massiv hier alles ist. Hier kann man auch länger verweilen, ohne dass es ungemütlich würde – das wird einem sehr schnell klar!

Unsere Getränke:
„Weitra“ (EUR 3,30 das Krügel) – sehr süffiges helles Bier, aber mild gehopft und zum Versumpern; „Zwettler Zwickl“ (EUR 3,40 das Krügel) – ebenfalls wunderbar gezapft, super süffig, aber eben nur für Liebhaber der naturtrüben Biere; „Panorama 2008 Cuveé“ (Weingut Rainprecht, EUR 3,90 das Achtel) – ein eher schwererer Wein (Barrique-Ausbau), der aber trotzdem nicht übermächtig am Gaumen liegt, ausgezeichnet. Generell werden die offenen Weine durchwegs aus Österreich und immer mit voller Herkunftsangabe angeboten (siehe auch Internet).

Unsere Speisen:
„Leberknödelsuppe“ (EUR 3,10) – die Suppe, eine sehr kräftige wunderbare Rinderbouillon mit frischem Schnittlauch und der Begriff „Riesenleberknödel“ in der Karte verniedlicht die Tatsachen doch etwas. Trotzdem auch der Leberknödel sehr „g’schmackig“ und auf Grund der Größe in jedem Fall hausgemacht – ein glattes SEHR GUT.

Aus der „Brösel-Abteilung“ einmal das „Wiener Backhendl mit Erdäpfelsalat“ (EUR 7,80) – das Backhendl wunderbar kross und nahezu fettfrei auf den Teller gebracht, war wunderbar saftig, bis zum Knochen durch, obwohl kürzer als in 20 Minuten serviert. Besonders positiv: man wurde nach dem Wunsch, ob mit oder ohne Haut, gefragt – eine super Idee und ein Qualitätsbeweis für die Frische. Man erhielt ein halbes Huhn zerteilt und gebacken - somit von jedem Teil des Huhnes ein Stück. Der Erdäpfelsalat war klassisch Wienerisch, eher süß und ausgezeichnet – sehr gute Erdäpfel. Ebenfalls ein glattes SEHR GUT.

Einmal die „Bröselplatte für Zwei“ (EUR 28,90 und nur auf Vorbestellung) – es ist ein Potpourri aus diversem Gebackenen mit Beilagen. Im Einzelnen wurden uns folgende Speisen serviert:

Gebackene Zucchini – sehr trocken paniert (im positiven Sinn, denn Zucchini wässern sehr) und auch nach Zucchini schmeckend

Gebackene Champignons – geviertelt, weil so groß, aber wunderbarer Schwammerl-Geschmack, ebenfalls eine perfekte Panier

Zweierlei gebackener Käse (Emmentaler & Gouda) – Panier ebenfalls TOP und endlich einmal wieder ein Käse, der auch nach Käse und nicht wie geschmackloser Gummi schmeckte

Cordon Bleu, Schweinsschnitzel, Hühnerschnitzel in Kürbiskernpanier, Putenschnitzel – alles wunderbar saftig und nahezu fettfreie, krosse Panier. Jede Panier gewölbt (souffliert) – handwerklich perfekt gemacht.

Beilagen: Pommes Frites, Bratkartoffel, Petersilerdäpfel, Reis, Salatgarnitur, drei Dipsaucen (Sauce Tartare, Knoblauchsauce, Cocktailsauce) – Pommes und Braterdäpfel super knusprig und wunderbar abgetropft, die Petersilerdäpfel wunderbar noch nach Butter schmeckend und alle drei Saucen hausgemacht. Die Sauce Tartare für mich ausgezeichnet, die Knoblauchsauce sehr gut, die Cocktailsauce (für mich persönlich) gut. Der Reis noch körnig und nicht zerkocht, die Salatgarnitur (Bohnen, Kraut & Paprika) knackig und wohlschmeckend. Einziges Manko: die Braterdäpfel werden NICHT in der Pfanne gemacht und sind somit frittierte Erdäpfel.

Die Platte ist zwar für Zwei, aber wir schafften es trotz großem Hunger nicht, diese zu „vernichten“. Bemerkenswert war auch, dass nach dem Verzehr kaum Fettspuren auf der Metallplatte zu sehen waren – besonders positiv, hier war alles wirklich sehr gut abgetropft und kross paniert an den Gast gebracht. Ein ebenfalls glattes SEHR GUT in Summe für diese legendäre „Bröselplatte“.

Ich bin ein Gast, der aus der intensiven Liebe und dem intensiven Interesse zur Gastronomie und besonders zum Kochen immer mit möglichst vielen Angestellten ins Gespräch zu kommen versucht. Erstens will ich wissen, woher etwas kommt, wie es hier gemacht wird und außerdem kann man so auch manchen Blick hinter die Kulissen werfen.

Hintergrundinformationen sind auch das Recht eines Gastes, so meine Meinung. Ich kann daher an dieser Stelle mit einem Gerücht hier im Forum aufräumen: es wird hier natürlich KEIN EINZIGES Schnitzel in der Pfanne herausgebacken. Dies wurde vom Personal mehrfach bestätigt, und es liegt auf der Hand, dass der Betrieb hier sonst zum Erliegen käme, besonders bei den Mengen, die hier in wirklich kurzer Zeit frittiert werden müssen. Man hat hier zwei TOP-Modelle (etwa 70x70cm) an Fritteusen, die völlig „normal“ mit Fett gefüllt sind, für das Gebackene / Panierte und zusätzlich noch eine Extra-Fritteuse für Erdäpfel („Braterdäpfel“) und Pommes, was sehr löblich ist. Das Fett wird oftmals getauscht und das schmeckt man – man hat auch nach dem Verzehr von größeren Mengen keinerlei unangenehmes Aufstoßen.

Wir hatten einen Kellner, wie aus dem Lehrbuch. Für jede Frage offen, immer ehrlich Auskunft gebend („Ich wüsste nicht, was wir hier nicht frisch selber machen…“ oder „natürlich werden die frittiert, das wäre ja sonst gar nicht möglich,…“ usw.). Stets nach dem Gast sehend aber nie aufdringlich, immer, wenn man es „herausforderte“, einen Schmäh auf Lager…stets gut gelaunt – ein ehrliches SEHR GUT.

Romantisch ist dieses Lokal sicher nicht, und der Geräuschpegel kann hier schon recht hoch werden – man merkt schon einen gewissen Hall im Nichtraucherbereich. Sollte das Lokal voll sein, so wird eine „normale“ Unterhaltung sicher etwas schwierig. Daher beim Ambiente auch nur GUT. Positiv jedoch, dass es im NR-Bereich ein WC (auch rollstuhlgerecht) gibt, und man daher nicht durch den Raucherbereich muss. Die Sanitäranlagen sind sauber, gepflegt und man hat keinen Grund zur Beanstandung. Zusätzlich gibt es ein Spielzimmer beim kleinen NR-Bereich und einen großen eingezäunten Spielplatz im Freien.

Fazit: ich empfehle einen Besuch unbedingt, denn die Qualität der Speisen ist für das Entgelt sensationell gut, hochwertig und üppig. Man fühlt sich als echter Gast und dementsprechend sehr wohl. Das beginnt schon bei der freundlichen Reservierung am Telefon, die ich sowieso jedem empfehle. Sowohl saisonale (Gansel, Bärlauch,…) als auch Angebote für Kinder & Senioren werden á la carte geboten. Auch tägliche Menüs (auch hier Seniorenmenüs) sind im Schlemmer Eck zu finden. Unbedingt hingehen, mit der ganzen Familie!

Es gibt ein alternative Internetseite: Link – welche jedoch aktueller ist, kann ich nicht sagen. Das Lokal ist behindertengerecht (auch Sanitär), der Garten jedoch nicht (Schotter).

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Kommentare (3)

am 7. Mai 2013 um 22:48

Eine ausführlichere und genauere Bewertung als diese ist wohl kaum möglich und dennoch war sie 13x nicht hilfreich ????? Was sollte da noch alles beschrieben werden????? Vielleicht warten manche auf eine gratis Verkostung!

Gefällt mir2
40
3
Unregistered am 31. Jänner 2013 um 10:34

Bist wohl nicht der Besitzer vom stix hahahhahah

Gefällt mir1
Unregistered
Kein Tester
am 18. April 2012 um 13:27

Ich danke Dir/Euch für euren Blick betreffend behindertengerecht !
Super !

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Experte
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71
Schlemmer Eck
Prager Straße 165
1210 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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30
8 Bewertungen
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