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Restaurant Bedernik - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 9. April 2012
Experte
bubafant
283
71
29
4Speisen
5Ambiente
5Service
52 Fotos7 Check-Ins

Nach den Osterfeierlichkeiten und einer Wei(c)hfleischorgie wollten wir es uns am Ostermontag auch noch gut gehen lassen. Nach einstündiger ReTe-Recherche fiel unsere Wahl auf dieses Lokal. Vor allem, weil auf der HP ein Laufband anmerkte, dass am Ostermontag geöffnet ist. Telefonische Reservierung fünf Tage vorher – Blättern im Reservierungsbuch – kein Problem. Nachfrage, ob wir bei schönen Wetter draußen sitzen möchten, aber das war schon fast klar, dass das Wetter nicht mitspielen würde.

Das Landgasthaus Benedik liegt in Achau direkt an der Hauptstraße, eigentlich ein bisschen unauffällig, weil ich fahre jeden Tag daran vorbei und musste, nachdem unsere Wahl getroffen war, doch genauer schauen, wo es denn wirklich ist. Das Lokal befindet sich in einem Bauern-Streckhof, der komplett saniert worden ist, von der Straßenseite gelangt man in den Raucherbereich, einmal ums Karree herum gibt es einen großen Privatparkplatz. Von dieser Seite aus gelangt man an den privaten Gebäuden und an dem Gastgarten mit ca. 30 Sitzplätzen vorbei direkt in den Nichtraucherbereich.

Dieser ist ein großer Speisesaal mit ca. 80 Sitzplätzen, im Landhausstil eingerichtet und dekoriert, die Seitenwände auf halbe Höhe mit Holz vertäfelt, viele Variationen von Tischgrößen sind möglich, die zum Teil durch mobile Holz(Thonet)Paravents voneinander getrennt sind. Als wir um 13:00 Uhr kamen war der Großteil der Tische besetzt, ein paar Gäste waren schon gegangen und obwohl das Lokal quasi voll war, erreichte der Geräuschpegel keine unangenehme Lautstärke.
Unser Tisch war mit weißer und weinroter Tischdecke, Besteck, Gläsern, Kerzenleuchter, Osterdeko, Bierkarte und der sehr originellen Weinkarte eingedeckt. Einziger Stilbruch: eine weiße Papierserviette. Die Weinkarte war eine grüne Glas(Wein?)flasche auf flach ausgezogen, wie ein Brett und mit Textmarker beschriftet. Man merkte erst bei genauerem Hinschauen, dass wir an einem Gartentisch saßen, aber aufgrund der zeitnahen Reservierung geht das völlig in Ordnung und es störte ja auch nicht.

Gleich neben dem Eingang befand sich ein getischlerter Leiterwagen mit Dach, der jede Möglichkeit für ein eventuelles Buffet wie Brunch etc. offen lässt. Stehtische mit Deko und die erhöhten Blumentöpfe waren mit Hussen und Leinenmaschen versehen.

Auf der Speisekarte fand sich ein spezielles Ostermenü mit extra Weinbegleitung, bei dem wir auch gerne zugriffen.
Als Vorspeise wurde Spargelmousse im Osterschinkenmantel serviert. Vorher noch die Frage, ob wir Gebäck dazu wollten. Obwohl wir verneinten, servierte man uns zwei frische Semmeln im Holzbottich-Körbchen. Auch wurde nachgefragt, ob der Wein für die Vorspeise gleich mitserviert werden soll. Die Mousse war von perfekter Konsistenz, nicht zu wabbelig und nicht zu fest, feiner Spargelgeschmack, der Osterschinken fast unauffällig dazu. Die ausschließlich aus knackfrischen Sorten bestehende Salatgarnitur war feinst geschnitten mit einer perfekten böhmisch-süßen Marinade angemacht. Als Deko die dünnsten Spargelchen, die ich je gesehen habe und ein paar Tupfer Sauce Hollandaise.
Als Weinbegleitung gab es 1/16 grüner Veltliner, 2011, trocken, vom Weinbau Jurtschitsch in Langenlois.

Als Hauptspeise kam Lammkotelett gegrillt an Paprikagemüse und Thymianerdäpfel mit Knoblauchbutter. Das Gemüse war richtig im Biss und den Röstaromen, verfeinert mit Zwiebeln und fast ganzen Stücken vom Knoblauch, die Kartoffeln perfekt kross gebraten mit dem richtigen Hauch von Thymian und nicht zu weichem Kern. Einzig das Lamm führte in diesem Fall zu einem Punkteabzug. Die drei Stücke Kotelett waren jedes irgendwie unterschiedlich, meist auf der einen Seite des Knochens weich und zart, aber leider auf der gegenüberliegenden Seite etwas hart, zäher und mit Sehen durchzogen (wenn es eine 4,5 gäbe, wäre es das geworden). In die Kartoffeln hätte ich mich eingraben können.
Das dazu servierte 1/8 Zweigelt, 2010, trocken vom Weinbau Friedrich in Weiden war ein perfektes Tröpfchen Rotwein, schon beim ersten Schluck ohne Essenbegleitung hat er seine Fruchtigkeit unter Beweis gestellt.

Nach dem Hauptgang kam die obligatorische Frage, ob wir das Dessert gleich im Anschluss haben möchten, oder noch etwas warten. Mein Wunsch, wir warten etwas und dann hätten wir gerne einen Kaffee dazu, hat sich nicht ganz erfüllt, vielleicht auch, weil es zum Dessert ja noch einen eigenen Wein gegeben hat. So haben wir vorerst unsere Cappuccini alleine vorab bekommen.

Bevor das Dessert dann wirklich serviert wurde, sind wir nochmals gefragt worden, ob wir schon bereit sind und kehrum bekamen wir die Knödel vom Osterzopf mit Nougatkern mit Rotweinbirne und Vanilleeis und Schlagobers serviert, dazu den letzten Wein, ein 1/16 Spätlese Burgenland 2009, ebenfalls vom Weingut Friedrich in Weiden. Dieser war nicht so 'pick'süss wie man diese Weine kennt und wurde eiskalt serviert
Die Knödel waren völlig neu für mich, in der Konsistenz wie ein etwas festerer Semmelknödel, natürlich nicht salzig, aber nur ganz dezent gesüßt mit einem kleinen Klacks Nougatfülle. Perfektes neues Geschmackserlebnis. Die Rotweinbirne war gut alkoholisiert, sehr gut gemeint sogar, dafür noch etwas hart im Biss.

Die Servicecrew war ausreichend besetzt, um auch den großen Mittagsansturm zu bewältigen, mit den abgehenden Gästen wurde es weniger Servierpersonal. Die Stimmung war ausgeglichen, alle wirkten unaufgeregt und vermittelten Ruhe. Als Kleiderordnung herrschte lange weiße Schürze und flaschengrüne Gilets. Auf dem Leiterwagen in der Mitte des Raumes lagen die Zetteln mit den Tischnummern und wer welches Essen bestellt hat, beim Ausservieren blieb die jeweilige Servierkraft kurz dort stehen, ein kleiner Blick auf die Bestellung und auch auf den großen Tischen musste nie nachgefragt werden, wem welches Essen gehört. Kleiner Aufwand – große Wirkung – super Idee !
Zur Halbzeit unseres Essens machte die Chefin eine Runde durchs Lokal, begrüßte alle und richtete an offensichtliche Stammgäste auch mal ein kleines Wort.
Die weiteren Gäste waren meist größere Familientreffen, es wurde laufend das nicht mehr benutzte Geschirr abserviert, wenn die Menschen gegangen waren, stand immer nur mehr das jeweils letzte Getränk am Tisch.
Es wurde dann laufend wieder der Originalzustand an Tischbestand hergestellt, alles sehr ruhig und leise ohne uns zu stören. Und obwohl wir die letzten Gäste waren und das Lokal ca. 15 Minuten später zusperrte, fühlten wir uns nie bedrängt.
Am schmalen Ende des Raumes befindet sich eine kleine Bühne mit extra Beleuchtung - im Normalzustand sehr geschickt mit einer Balustrade und den bereits erwähnten Paravents abgetrennt. Auf der HP gibt es eine Bankettmappe für Hochzeiten etc.

Das Lokal ist leider nicht barrierefrei, aufgrund des Alters des Gebäudes sicherlich auch schwer realisierbar, der Weg zu den Toiletten und auch innerhalb ist allerdings ohne jegliche weiter Stufen. Die Sanitäranlagen sehen sehr neu, gepflegt und sauber aus. Im Damen-WC eine Wickelkommode, im Gastraum gibt es Kinderhochstühlchen. Alleine im NR-Bereich befanden sich zwei offene Garderoben mit ausreichend Bügeln. Nach dem Lokalbesuch keinerlei ‚Souvenir‘ in Form von Geruch im Haar oder Kleidung.

In der Speisekarte stand auf der letzten Seite, dass für Leitungswasser EUR 0,50 verrechnet werden. Unser Menü schlug sich pro Person mit EUR 22,50, die Weinbegleitung mit EUR 5,90 und der Cappuccino mit EUR 3,10 zu Buche. Es wäre eine Premiere gewesen, aber bei unserer Rechnung von EUR 63,00 wurde das Leitungswasser dann doch nicht verrechnet.

An Bieren gab es lt. Bierkarte: Wieselburger, Schladminger, Zwickel, Schlossgold und Wieselburger Mischbier vom Fass, sowie Gösser Naturradler (auch Kräuter) und Kaiser Doppelmalz in der Flasche um jeweils EUR 3,20 – EUR 3,40
Das Weinangebot auf der ‚flachen Flasche‘ war: Weißer Zweigelt, Weingut Muster Poschgau, 1/8 EUR 2,80; Morillon, Weingut Moser, 1/8 EUR 2,90; Welschriesling, Weinbau Laszakovits, 1/8 EUR 2,70.
Unter der Woche gibt es ein Mittagsmenü mit Suppe und Hauptspeise zwischen EUR 5,50 und EUR 7,00. Für die kleinen Gäste gibt es zwei Kindermenüs (Schnitzerl und Fischstäbchen).

Fazit: Unsere Recherche hat sich allemal gelohnt, wir werden sicher wieder einmal kommen, vielleicht wenn man dann im Gastgarten sitzen kann und ich kann das Lokal vorbehaltlos weiterempfehlen, sogar mit einer kleinen Anreise.

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Kommentare (6)

am 13. Oktober 2012 um 23:14

Bin erst heute auf die Bewertung gestoßen. Sehr sehr informativ, danke! Da auch geografisch für mich sehr interessant werden wir bald dort sein. :-)

Gefällt mir2
Experte
107
33
am 9. April 2012 um 19:24
Experte
283
71
am 9. April 2012 um 19:21

Echt toll beschrieben, DA kann man sich wirklich etwas darunter vorstellen!

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Experte
63
50
am 9. April 2012 um 19:10

Ein bubanfantastischer Leseschmaus!

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315
75
am 9. April 2012 um 19:10

frau dankt !
;-)

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283
71
am 9. April 2012 um 19:08

Super Bericht, wie immer...
Gerry

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215
47
Restaurant Bedernik
Hauptstraße 78
2481 Achau
Niederösterreich
Speisen
Ambiente
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