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Hinterholz - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 30. März 2012
Experte
bubafant
283
71
29
3Speisen
4Ambiente
5Service
32 Fotos4 Check-Ins

Gutschein: Tatarenhut-Tischgrill-Essen inklusive Schnapserl um EUR 20,- statt EUR 43,60.
Reservierung für einen Freitag, 14:00 Uhr, NR.

Hinterholz. Acht. Natürlich schlägt Pawlow zu und diese beiden Wörter sind für mich für immer und ewig verbunden. Es heißt aber schlicht Hinterholz. Und befindet sich auf Nummer 12. Schade eigentlich, dass nicht Nummer … Und aus !

Das Lokal liegt in der vielfrequentierten Rotenturmstraße, und wenn man auf der Straßenseite des Lokals läuft, kann man durchaus vorbeirennen. Deswegen steht wahrscheinlich auch ein Keiler vor der Tür, der in Manier der Kellner in RhodosStadt versucht, Kundschaft ins Lokal zu bringen. Auch uns. Der junge Mann klebte an meiner Seite bis ich vor der Theke stand. Ich hatte wirklich zu tun, ihn immer aus meinen Bildern zu scheuchen. Wenn er auf meine Antwort – wir sind ja jetzt schon im Lokal und wir haben auch reserviert dann nicht doch wieder das Weite gesucht hätte …

Von der Straße führt ein etwas längerer Gang zum tatsächlichen Eingang des Lokals vorbei an Stiegenaufgängen ins Wohnhaus. Einem kleinen Vorbereich mit einer nett eingerichteten Eckbank folgt der Thekenraum mit einem Jogltisch und ein paar weiteren Tischen – der Raucherbereich. Da die Tür offen war, war die Luftqualität auch hier sehr gut. Eine kleine Stufe nach unten führt in den Nichtrauchbereich mit Tischen in verschiedenen Größen. Etwas abgeteilt ist ein Bereich, der wie ein Häuschen im Haus aussieht, dort findet eine etwas größere Gesellschaft Platz. Vor diesem Extraraum führt eine Terrassentür in den Gastgarten, der pawlatschenähnlich überdacht ist. Direkt gegenüber der Theke geht der Gang zu den sehr sauberen Toiletten (mit Dyson-Händetrockner …) weg.

Die Kellnerin präsentierte sich in einem Dirndl und brachte uns in den Nichtraucherbereich. Dort saß neben einer Runde von acht Damen an einem größeren Tisch noch ein einziges weiteres Pärchen. Deswegen gab es keinen speziell für uns reservierten Tisch und wir hatten freie Wahl. Die Reservierung für dieses Tatarenhutgrill-Essen ist unter anderem deswegen notwendig, weil es nur sechs Stück davon gibt.

Nach der Aufnahme der Getränkewünsche kam relativ rasch das 'komplette Essen'. Der Ofenkartoffel in Folie auf einem Teller, der Tatarenhut-Tischgrill mit drei Spiritusbrennern und dem Gemüse in Suppe in der Hutkrempe. Dazu die drei Fleischsorten Huhn, Schwein und Rind. In Extraschälchen noch Cocktailsauce, Chilisauce, Knoblauchsauce und Kräuter-Joghurt-Sauce, sowie an Gewürzen Curry, Paprika und Knoblauchgranulat. Auch die beiden Schnapserl stehen schon parat !

Dann beginnt die 'Einschulung': Man soll das Fleisch an die Haken des Hutes hängen und immer wieder mit dem Löffel die Suppe drüberrinnen lassen, oder das Fleisch direkt in der Suppe fertiggaren. Erfahrungsgemäß hat man nach ca. einem Drittel verbrauchten Fleisches den Dreh heraus. Und so war es auch. Wir verzichteten dann auf diese Haken und drapierten das Fleisch sozusagen lose am Hut – es blieb sowieso gleich kleben. Und immer wieder aufgießen. Nach dem Wenden ein bissl würzen, dann wieder aufgießen. Zum Schluss runter nehmen (an den Haken hat es sich anfangs immer wieder verheddert und es blieb Fleisch hängen), eventuell noch kurz im Fond rasten lassen und dann á là Fondue essen.

Gerade als wir zu überlegen begannen, ob die Suppe für das restliche Fleisch noch reichen würde – Auftritt Kellnerin mit einer großen Suppentasse und Schöpflöffel und ließ die frische Suppe über den Hut wieder in die Krempe fließen.
Hm. Wir haben über der Tür zum Gastgarten eine aktive Kamera gesehen. Hatte die etwa auch ein Mikro :-) … Es wird wohl ein Erfahrungswert sein, wann die Suppe verbraucht ist.

Vom Feeling her fehlte mir nur noch Herr Moik der die Sekunden bis Mitternacht runterzählt, weil der Tatarenhutgrill - vergleichbar mit Fondue - für mich ein typisches Silvesteressen ist. Das Fleisch war von der Qualität einmalig, Gemüse, sowie Saucen waren zugekauft. Der Knoblauch und das Chili brachten etwas Geschmack, gegen Ende dann natürlich auch der Suppenfond.
Unsere Getränke schlugen sich mit je EUR 3,60 für ein ½ Liter Soda-Zitron und ½ Liter Stiegl Gold auf der Rechnung nieder.
Zwei weitere Gäste am Tisch neben uns bestellten das Schmankerlbrett um EUR 16,90/Person mit Wiener Schnitzel, Holzhackersteak, gebackenen Champignons, gegrillten Speckscheiben, Reis Pommes und Saucen und das sah auch sehr appetitlich aus.

Der große Pluspunkt war die junge Kellnerin. So erfrischend natürlich und 'normal'. Auf halbjoviale Art, sie wechselte vom 'du' zum 'ihr' und umschiffte ein 'Sie‘, war sie immer zur Stelle, wenn wir begannen daran zu denken, es wäre jetzt nicht schlecht, wenn ... Da das Lokal nicht überlaufen war, hatte sie auch Zeit für ein kleines Plauscherl und erzählte, wie es zum Tatarenhut kam (die Chefin sah die Teile im Gastrogroßhandel und beschloss, mit der Gutscheinaktion die 'tote' Zeit nach Weihnachten zu beleben). Nach dem Essen schaut der Tatarenhutgrill erbarmungswürdig aus und wird erst mal für ein bis zwei Stunden eingeweicht, bevor mit der Reinigung begonnen werden kann. Deswegen ist derzeit die Reservierung für Gutscheinbesitzer nötig, obwohl es das Essen auch auf der regulären Speisekarte gibt. Beim Ambiente zieht man konsequent den 'Alm'Stil durch, finde ich sehr gelungen.

Fazit: Wir wollten das Hinterholz irgendwann mal ausprobieren. Die Gelegenheit war günstig und wir können es uns vorstellen, wieder zu kommen und etwas anderes aus der ziemlich umfangreichen Speisekarte zu kosten.

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Kommentare (3)

am 30. März 2012 um 20:11

wobei, das (Steirerhut) wär wenigstens originell und stimmig. Im Ernst, - Tatarengrill und Dirndl klingt für mich halt wie manche Lokale in der Verzweiflung ihrer Identitätssuche China Food und Schnitzel auf der Karte haben, nebst Shrimps, Steak, Surf & Turf und Pizza. Viel ist manchmal einfach zu viel.

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48
am 30. März 2012 um 20:06

Naja, am Steirerhut grillt's sich's so schlecht, oder ?
Ausserdem war der nicht im Angebot ...

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Experte
283
71
am 30. März 2012 um 19:59

Ich war das letzte Mal vor Jahren im Hinterholz (8), (auch ich bin Pawlowsch' konditioniert), war nicht schlecht, aber auch nicht übertrieben beeindruckend. Ich habe das Gefühl, das Hinterholz hat seine Identität noch nicht wirklich gefunden. Die urige, fast schon heurigenartige Atmosphäre, der Name, die Servicekräfte im Dirndl - und dann ein Tartarenhutgrill????

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Hinterholz
Rotenturmstraße 12
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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