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eatalico - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 14. März 2012
Update am 29. August 2012
Experte
amarone1977
315
75
30
3Speisen
4Ambiente
3Service
9 Fotos2 Check-Ins

Wieder mal in Wien, aber nur kurz. Es war die perfekte Gelegenheit, im hoch gelobten eatalico vorbei zu schauen. Schnell mal über die Donau und über den Praterstern, Parkplatz praktisch vorm Haus.

Und was für eins: das neue Hochhaus steht schon länger da? Ich war wohl schon lange nicht mehr im 2. Bezirk spazieren.

Rein ins gestylte Pizzavergnügen: das Vapiano liegt gleich schräg gegenüber, aber hier erinnert nur der Rosmarintopf auf den Tischen an den Konkurrenten.
Die Atmosphäre einer Flughafenabfertigungshalle (Copyright by schlitzaugeseiwachsam!) ist hier nicht gegeben, hier kommt das Service zum Tisch.

Trotzdem ist hier alles irgendwie so, wie ich es mir von einem modernen, italophilen, aber doch nicht original italienischen Lokal, erwarte: zumeist kleine Tische für zwei, aber natürlich auch für mehr Personen, gut geeignet als Treff- und Ausgangspunkt für Samstagabend.

Hier wird einrichtungstechnisch nichts dem Zufall überlassen, viel Holz und Stein, die obligaten alten Bilder in Übergröße von italienischen Straßenszenen mit Vespafahrern ohne Helm, Anita Ekberg küsst Marcello Mastroianni und ein Loren-Lookalike schlürft Kaffee.

Und der alles dominierende Pizzaofen – klar, der macht mächtig Eindruck, Gasfeuer anstelle des Buchenholzes.

Die Tiroler Bedienung ist flott und selbstbewusst, manchmal fast ein wenig zu selbstbewusst und leicht sarkastisch, aber sie ist flexibel und bringt immer das, was ich haben möchte.

Budweiser ohne Alkohol. Hatte ich noch nie, hier gibt es das „nealkoholické“. Sofort fragt mich die lustige Tirolerin, ob das auch wirklich schmeckt. Tut es, zur Pizza sowieso, selbst in Italien verzichtet man zur Pizza gern auf den Wein. Da ich noch fahren muss, kommt mir der jugendfreie Gerstensaft gerade recht.

Die Pizza: Ich bin überrascht, Frau Zillertal erklärt mir, dass hier alle Pizzen grundsätzlich mit Pizzakäse zubereitet werden, was mich nicht gerade vom Hocker reißt, weil ich ja von Italien ganz anderes gewöhnt bin. Ja, wir sind hier aber nicht in Italien, meint die resche junge Dame, was ich einerseits verstehe, andererseits natürlich nicht, sonst würde es ja Viennalico heißen.

Da ich aber ohnehin (fast) immer Margherita esse, habe ich Glück: die wiederum ist immer mit „echtem“ Mozzarella belegt. Und – darauf ist die Dame aus der Gegend um Maierhofen („nur wal i aus Tirol bin, hoaßt desch net, doss i aus Innschbruck kimm!“) besonders stolz, grundsätzlich ohne Oregano. Nein, dieses Kraut würde hier überhaupt nicht mal bei der Türe reinkommen.

Dafür gibt’s aber Basilikum, gehackt, so wie es sich gehört. Schließlich ist die Pizza Margherita ja eine Verbeugung vor der Regina Margherita di Savoia, in den Landesfarben Rot wie der Pomodoro, Weiß wie der Mozzarella (und nicht der Pizzakäse) – und natürlich Grün wie der Basilikum (und nicht der Oregano, Gott behüte!)

Ja wie war sie denn jetzt, die Pizza? Sie war enorm.
Sagen wir mal: aufgrund des enormen Durchmessers erhält sie eine eigene Adresse: Praterstraße 29-33 ;)
Einfach riesige Ausmaße, dass kein Teller aus ganz Italien sie hätte tragen können.
Aber dünn, sehr dünn, und so konnte ich sie tatsächlich aufessen (die Signorina ermutigte mich immer wieder!).
Und sie war auch wirklich gut, der Teig war durch („ben cotta“), aber nicht hart, den Rand konnte man ohne weiteres aufessen und präsentierte sich wirklich von der zartesten und zugleich knusprigsten Seite. Kein Bauchweh danach, genau das macht sich sonst bei Teig bemerkbar, der entweder unzureichend gegangen ist oder schlecht gebacken wurde.

Lobenswert: die Pizza war wirklich auf den Punkt gebacken, schwarze Flecken sind auf der Unterseite nicht zu finden, allzu oft muss man ja den österreichischen Pizzaioli sagen: „O’brennt is g’sodn gnua!“

Tomatensauce fruchtig und gut, nicht unangenehm sauer. Der Mozzarella gut verteilt, nicht zu viel und nicht zu wenig. Einziges Missverständnis zwischen Tirol und Pizzaofen: der Mozzarella di bufala war zusätzlich in großen Stücken NACH dem Backen drauf gelegt worden. Dabei wollte ich ihn ja eigentlich ANSTELLE des normalen Mozzarella haben.

Tja, zwischen Via Medina und Spaccanapoli hätte man mich natürlich sofort verstanden. Aber egal, es ändert nichts daran, dass die Pizza hier wirklich gelungen war und bei einem Preis um 7 Euro plus Aufpreis fürs Gebüffel hier nichts zu meckern ist.

Nachspeise: Panna cotta. „Könnte ich die mit Erdbeeren haben, ich hab gesehen, dass auf der anderen Karte die Crema…..“ – „Ja, ich mach sie dir auch mit Erdbeeren“. Frau Unterland unterbricht mich sofort und bringt auch tatsächlich reichlich gekochte Sahne, bissi zu süß, aber gut.

Also, meine erste eatalico-Erfahrung: erstaunlich gut, die Pizza war abgesehen von den biblischen Abmessungen von der Konsistenz her perfekt, geschmacklich auch wirklich gut und nicht überwürzt bzw. auch nicht versalzen. Der Teig war nicht nur bloße Unterlage für den Belag, sondern hätte auch ohne Belag eine glänzende Figur als Pizzabrot gemacht. Kompliment!

Fazit: wer hier einfach und wirklich gut Pizza essen will, kann hier nicht viel falsch machen. Auf den echten Mozzarella sollte man aber nicht verzichten, Pizzakäse klingt nach Kühlregal.
Mein Rat: Margherita ordern und maximal eine Extra-Zutat dazu bestellen, denn bei der Pizza verhält es sich wie mit den meisten Rezepten aus Italien: weniger ist mehr, die Einfachheit schmeckt am besten.

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Kommentare (5)

am 1. Februar 2013 um 22:15

Pizzaesser: du bist der einzige Connaisseur hier? Na da gratuliere ich aber herzlichst. Ich muss also vorher deine Prüfung bestanden haben, bevor ich mir hier zu Wort melden darf? Vabbè, lascia stare...
Ich habe jahrelang in Italien gelebt und auch mit "Napule" beste Bekanntschaft gemacht.
Dass im eatalico eine "moderne" Pizza gemacht wird, weiß ich schon. Dass nur eine Pizza (jene, die ich gegessen habe) mit Mozzarella belegt wird, war mir ebenfalls bekannt.
Ich kenn übrigens das Riva auch - Bericht gelesen? Terroni ist mir auch bekannt - in Form der Filiale am Wörthersee (hieß auch mal "Ragazzi", mittlerweile nur mehr "Lido").
PS: dein einizger verbaler Auswurf bis dato (abgesehen von deinem Kommentar hier) ist der dreizeilige "Bericht" über die "Regina Margherita".

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Experte
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75
Unregistered am 1. Februar 2013 um 21:47

Pizzaesser: Ob ein Blatt Basilikum im Ganzen oder gehackt wird ist doch des Meisters Meinung.
Übrigens die Mehrzahl zur Pizza heisst nicht Pizzen sondern Pizze.

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Unregistered
Kein Tester
Pizzaesser am 1. Februar 2013 um 21:28

Seit wann wird basilikum gehackt auf pizzen gestreut, kenn ich in top restaurants nur als basilikum blatt! auf einer italienischen margherita... Jeder erfahrungsbericht der die qualitaet des kaeses ignoriert (kaesemix statt mozzarela) zeigt deutlich das kein pizza connoisseur am beurteilen war. Bitte nicht eine meinung zu guten pizzen haben wenn man nicht mindestens 10-20 verschiedene pizzerias in wien getestet hat. Bessere lokale um eine super pizza zu essen: il mare, riva, I teronni und alle schwester lokale ( i tricollori, i ragazzi usw.), Salieri, Regina Margherita, mari, Il sestante... Bitte ein paar vergleiche machen um eine wahrhaftige eatalico meinung zu haben.

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Pizzaesser
Kein Tester
am 19. Oktober 2012 um 16:55

PeSo: nicht abwimmeln lassen, reklamieren. Den Teig würde ich mir nicht für einen Käse vormachen lassen.

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Experte
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PeSo am 19. Oktober 2012 um 14:30

Schade, ich hatte wohl einen schlechten Tag erwischt. Der Teig war da, wo sie zusammengeschlagen ist, noch roh. Ich hab dann die Kellnerin gerufen und ihr den rohen Teig gezeigt - sagte sie zu mir: "Ist das nicht der Käse?" Na ja. War am Sonntag am frühen Abend. Vielleicht hatte ich ja die Zweitbesetzung von Küche und Service.....

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PeSo
Kein Tester
eatalico
Praterstraße 31
1020 Wien
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