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Alexanders Küchenmeisterei - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 7. März 2012
Experte
bubafant
283
71
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4Speisen
2Ambiente
4Service
12 Fotos1 Check-In

DailyDealGutschein: Saisonaler Genuss mit hoher Frischegarantie – 4-Gänge-Menü für Zwei um EUR 22,- statt EUR 72,-

Bei der telefonischen Reservierung konnte erst mein dritter Terminwunsch erfüllt werden, weil es einerseits nachmittags nur eine ‚kleine‘ Speisekarte gibt und der Deal nur abends eingelöst werden kann und die ersten beiden Abendtermine bereits ausreserviert waren. Grundsätzlich war das kein Problem, und der Gedanke, in ein beliebtes, frequentiertes Lokal zu gehen, hob die Stimmung gleich noch mehr.

Schon beim Einparken direkt vor dem Lokal (!) schlich sich ein Lächeln auf meine Lippen – vor rund 20 Jahren war ich dort immer beim Mittagstisch. Die Welt ist doch klein. Gleich wenn man vom Windfang ins Lokal eintritt, fällt der Blick auf eine üppig bestückte Kuchen/Torten-Theke hinter Glas. Runde um die L-förmige Theke sind einige Tische für die Stammkunden und Laufkundschaft. Neben der Theke ist die Durchreiche in die Küche und an diese angeschlossen gibt es etwas größere Tische mit Tischdecken. In meiner Erinnerung gab es im Anschluss noch einen weiteren Raum, das wurde vom Kellner auch bestätigt, dieser wird allerdings nur für größere Gruppen (ca. 25 Personen) bei Vorreservierung verwendet.

Ein Kellner bot einen Aperitif an, den wir aber ablehnten, da beim Menü je zwei Achtel Wein dabei waren. Der andere Kellner erklärte dann gleich, dass das beschriebene Menü abgeändert wurde, da die Kürbissuppe mangels Kürbissen am Markt nicht gekocht werden kann; ist nachvollziehbar und war kein Problem. Das angekündigte Dessert Birnenschmarren wurde auch geändert, auch das war für mich in Ordnung, da wir nach einem Winterhalbjahr Biohof-Obstlieferungen mittlerweile keine Birnen mehr sehen können :-)

Zur Vorspeise wurde der erste Wein serviert - ein gemischter Wiener Satz. Obwohl ich keine großer Weißweintrinker bin, war das sehr erfrischend. Als Starter gab’s Räucherlachs mit Oberskren. Als wir den Teller hingestellt bekamen, entkam meiner Begleitung ein 'meih ! liab !'. Diesen Ausruf muss man relativieren, weil man einfach in so einer rustikalen Umgebung keine Fingerhutportionen erwartet hat. Der Lachs war ausgezeichnet im Geschmack, verfeinert mit Kren, neben einem kleinen, gerösteten Toast-Dreieck.

Die Suppe wurde abgeändert in eine Erbsencremesuppe. Im Geschmack wirklich sehr erbsig. Im ersten Moment hätte man glauben können, dass da irgendwie zwei, drei Fettaugen drauf schwimmen. Das war allerdings kein Fett. Es war perfekt, dass die Suppe sehr warm war, denn im Gastraum war es eher untertemperiert. Die 'nackte' Resopaltischplatte konnte dem natürlich nichts entgegensetzen. Einziger Tischschmuck war eine schlanke Vase mit einer einzelnen Tulpe darin. Serviert wurde auf einem Papierserviettenplatzset. Besteck wurde aus einem Körbchen immer nachgelegt.

Dieser Bruch in Form einer uralten Einrichtung mit moderner Küche hat uns das gesamte Essen über begleitet. Und ist auch für die eher schwache Bewertung des Ambientes verantwortlich.

Nun kommt mein zweites Grinserlebnis – der Gang zu den Toiletten.
Man geht um die Theke herum – zwei kleine Stufen rauf und durch eine kleine Tür - und befindet sich in einem neu her gerichtetem Platz – der Raucherecke mit Sofa, kleinen Tisch und Stühlen. Nebenan der Zugang zur Küche. Gut und schön, aber wo ist das WC ? man geht einen schmalen Gang um die Ecke und man geht einen schmalen Gang um die Ecke – gefühlt ist man schon im Nachbarhaus – und steht plötzlich vor einem Schmiedeeisengitter. Und da waren auch die WC’s ! Vom restlichen Haus mit dem Gitter abgetrennt wurden die Gangklos einverleibt. Alt, aber sauber und Achtung beim Verlassen des Ganghäusels – die befinden sich 10 cm über dem Gangniveau … Das Waschbecken wurde wahrscheinlich an der Stelle der ehemaligen Bassena in die Mauer gehauen – darüber ein großer güldener Spiegel – wirklich sehr kurios. Und alles extrem kalt. Beim Gang zurück in die Gaststube fiel der Trinknapf und die Decke unter dem ersten Tisch auf.

Serviert wurde jetzt ein Pittnauer Zweigelt – hat sehr punschig gerochen und geschmeckt. Sehr gut. Und weiter ging’s mit Filet vom Jungstier mit Speckbohnen, Kartoffeln, Gemüsejulienne und rotem Kartoffelchip. Ich bin kein großer Fleischtiger, aber dieses Stück war perfekt für mich – das Messer ging wie Butter durch, im Innenkern leicht rosa, gut gewürzt mit Rosmarin.

Grundsätzlich wurde bei allen Speisen sehr mit Salz gespart. Das ist auch der Anspruch von Küchenmeister Alexander gemäß Eigenwerbung: Was macht heutzutage eine gute und bewusste Küche aus ? Nicht Exotik und extravagante Produkte aus Übersee, auch nicht tiefgefrorene Lebensmittel vom vorletzten Monat. Saisonal und regional, einheimische Köstlichkeiten mit garantiertem Frischefaktor, ohne Geschmacksverstärker, denn Geschmack entsteht durch Zutaten.

Als krönenden Abschluss gab es ein Schokoladen-Mousse. Wie ein Vortester schon anmerkte, es war wirklich eher ein Nougatmousse. Aber von hervorragender Konsistenz, verfeinert mit Weinbrand mit Zwetschkenröster und ein paar Tropfen Kernöl !
Schmatz.

Fazit: Extra hinfahren würde ich nicht mehr. Wenn man aber in der Gegend wohnt, könnte die Küchenmeisterei sehr wohl zum Stammlokal werden. So empfanden wir das auch bei den anderen Gästen am Abend, ein zweites Pärchen war noch mit einem Gutschein anwesend und wir wurden 'gleichauf' bedient. Die sehr geschulten Kellner in langen Schürzen sind auch wieder ein Stilbruch zum rustikalen Gasthausstil (dunkles Holz und Schmiedeeisengitter). Da der Standort noch nicht mal ein Jahr betrieben wird, könnte sich eine sanfte Modernisierung durchaus noch positiver auswirken. Die Küche ist bereits mehr als positiv.

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Kommentare (5)

am 21. Dezember 2013 um 06:34

Ja stimmt.
Noch ablesbar am geätzten Schriftzug der Fensterscheiben.

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Experte
283
71
am 20. Dezember 2013 um 16:47

Apropos früher: hieß das früher nicht "Zum Merkur" und war ein g'standenes Wirtshaus?

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Experte
30
13
am 7. März 2012 um 22:03

Super H-G-L- Bericht - Danke!
Gerry

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Experte
215
47
am 7. März 2012 um 19:47

thx !
:-)

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Experte
283
71
am 7. März 2012 um 19:41

Thumbs up!

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Experte
315
75
Alexanders Küchenmeisterei
Linzerstraße 120
1140 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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