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Wiener Rathauskeller - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. März 2012
Experte
Gastronaut
428
45
29
2Speisen
3Ambiente
2Service
18 Fotos1 Check-In

Gibt es Fast Food für Fortgeschrittene? Hier leider schon, und der Gedanke an ein Schnellrestaurant überkam uns hier sowohl im Zusammenhang mit der Küche, als auch im Zusammenhang mit dem Service. Aber alles der Reihe nach...

Wir hatten nun einen Tisch für sieben Personen im Rathauskeller reserviert, dieser Tisch befand sich im eigentlich sehr elegant gestalteten Zieher-Saal im Untergeschoss des Wiener Rathauses. Aufgrund der Größe dieses Raumen kamen wir uns zwar ein wenig vor wie Wartende in einer altertümlichen UBahnhofshalle, aber das sollte unserer Stimmung keinen Abbruch tun. Der Aufstrich auf den Plätzen tat das aber sehr wohl. Neben einem kleinen Schüsselchen mit Olivenöl hatte jeder Gast auch ein Tigelchen mit Liptauer auf seinem Platz stehen. Nur eine Messerspitze davon reichte um jedem klarzumachen, dass es sich bei diesem Liptauer nicht um einen selbstgemachten, sondern um ein fertiges Massenprodukt eines bekannten Herstellers handelte.

Die Bestellung des ersten Weines ging noch recht flott über die Bühne, nach nur (!) zehn Minuten hatten wir den ersten Grünen Veltliner am Tischstehen, dicht gefolgt von einem Gruß aus der Küche, den uns der gestresste Kellner lieblos auf den Tisch warf. Bei diesem Gruß handelte es sich - ein wenig untypisch für die sonst so betont österreichische Küche des Herrn Helmut Österreicher - um ein Stück geräucherten Thunfisch auf Glasnudeln. Dies wäre ja no in Ordnung gewesen, nur wurde der Thunfisch von einer darauf portionierten süßen Chilisauce Marke Supermarkt geschmacklich ermordet. Schade eigentlich...

Schade war es auch, dass der geräucherte Wildlachs als Menü-Vorspeise weder mit Zwiebeln, Jungzwiebeln, Senf oder Zitronen, sondern nur auf einer schweren undefinierbaren Kräutercreme serviert wurde, was das Geschmackserlebnis leider den Bach hinuntergespült hat. Dafür wurde immerhin die Artischockencremesuppe von allen gelobt!

Die Bestellung des Weines für die Hauptspeise geriet zum Fiasko. Die Entscheidung für den Wein war nocht leicht gewesen, bestellten wir doch als Hauptspeise zum einen gegrillten Wolfsbarsch und die anderen geschmortes und gebratenes Kalbfleisch. Ein Wiener Gemischter Satz sollte in der Regel beides abdecken. Wie bestllten zwei Flaschen vom uns wohl bekannten Weingut Wieninger. Fünf Minuten später kam der gestresste Kellner mit zwei Flaschen Gemischter Satz vom Weingut "Rotes Haus" - das ja zu Mayer am Pfarrplatz gehört - zurück und meinte, die hätten nur diesen gemischten Satz. Nachdem wir den üblichen Preisunterschied zwischen Wieninger und Rotes Haus kennen, erkundigten wir uns denn nach dem Preis pro Flasche - nachdem dieser nicht in der Karte stand - und wurden belehrt, dass man diese Flaschen natürlich NICHT zu jenem Preis haben konnte, unter dem der andere Gemischte Satz in der Karte stand. Sofort darauf verschwand der gestresste Keller mit den beiden Flaschen und kehrte 10 Minuten später, mit jenem Wein zurück, den wir ursprünglich bestellt hatten. Der war zwar köstlich, nur warm. Der Kellner verschwand also wieder mit den Weinen und kehrte erst weitere 15 Minuten später wieder zurück mit den Weinen, während wir unsere mittlerweile gelieferten Hauptspeisen bereits zur Hälfte aufgegessen hatten und für zwei ganze Flaschen gar keinen Bedarf mehr hatten. Der Kellner begann die eine Flasche, die wir noch wollten, einzuschenken und - Absicht oder nicht - schaffte es die Flasche so auf uns alle aufzuteilen, dass mir ein geschätztes 32stel ins Glas geschüttet wurde....Doch...ich unterstelle Absicht...

Zu den Hauptspeisen: Mein Wolfsbarsch war von der Konsistenz und dem Geschmack in Ordnung, das komplette Fehlen von Öl, Zitrone und Knoblauch machten daraus aber leider einen Durschnittsfisch. Das geschmorte und gebratene Kalb war geschmacklich nicht schlecht nur war die gebratene Scheibe für sensible Gemüter schlicht zu wenig durch.

Bei der Nachspeise, einer "7-lei Schokoladevariation" war auffällig, dass zumindest zwei dieser sieben Schokoladevariationen keinerlei Schokolade beinhalteten, und eine sogar lediglich aus billigem Vanilleeisbestand. Trotzdem war die tatsächlich schokoladige Schokoladevariation das wahre Highlight des Abends.

Insgesamt waren wir, wie schon eingangs erwähnt, enttäuscht von dieser kulinarischen Erfahrung und auch das Service war alles andere als gut. Einem Küchen-Großmeister wie Helmut Österreicher ist dieses Lokal in diesem Zustand leider wirklich unwürdig!

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Kommentare (2)

am 24. Jänner 2014 um 11:31

"Unser Hauptaugenmerk gilt der gutbürgerlichen klassischen Wiener Küche mit zeitgenössischen Trends." ... Zitat aus dem offiziellen Restaurantfolder.

Wir waren im Dezember zu viert dort. Schon bei der Rezeption wurden wir wärmstens empfangen und in das kleine geschmackvolle Restaurant geführt. Aufgrund der vielen Events, die dort stattfanden, war dementsprechend auch viel los.
Nichtsdestotrotz wirkte sich diese Tatsache nicht auf die Atmosphäre im A la Carte Restaurant aus. Die Tische im Restaurant waren stilvoll und elegant gedeckt und die auf das Ambiente abgestimmte Musik gab dem Ganzen einen perfekten Touch. Wir waren nicht nur vom guten Essen angetan sondern auch von der besonderen Art und Weise, wie wir vom Servicepersonal behandelt wurden.

Das Restaurant hält, was es verspricht. Tolle Location im Herzen Wiens, gemütliche Atmosphäre und gute Wiener Küche, wie man es erwartet.

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nokomo77 am 25. Februar 2013 um 18:12

Ich kann mich dieser Bewertung nur anschließen, am Jägerball war es auch nicht besser. Der Philadelphiaaufstrich war noch das Beste

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nokomo77
Kein Tester
Wiener Rathauskeller
Rathausplatz
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
25
40
25
2 Bewertungen
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