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Bahur Tov - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 14. Februar 2012
Hartaberfair
55
7
11
2Speisen
3Ambiente
1Service

Aus reiner Neugierde, ob das Essen in einem koscheren Restaurant irgendwie anders schmeckt, als in einem ganz gewöhnlichen Restaurant, statteten wir am Sonntag dem Bahur Tov einen Besuch ab. Vorweg sei gesagt: Es gibt geschmacklich absolut keinen Unterschied zwischen koscherem Essen und nicht koscherem Essen.

Das Essen: Die Speisekarte des Bahur Tov kommt einem beim Durchblättern irgendwie merkwürdig vor. Nach dem zweiten Durchlauf weiß man auch warum: Es sind im Prinzip zwei Speisekarten. Eine für ein israelisch-arabisches Restaurant und eine für ein asiatisches Restaurant. So kann man im Wesentlichen zwischen allerlei Gerichten auf Humusbasis und diversen Fleischspießen sowie gebratenen Nudeln mongolischer Art, Satay-Spießen, Ente süß-sauer und 8 Schätzen, etc. wählen. Der Koch ist in jedem Fall Asiate, was wohl den zweiten Teil der Speisekarte erklärt. Für „typische Wiener“ (laut Karte) gibt es zudem noch ein Hühnerschnitzel mit „Kartoffelsalat auf Blattsalat“.

Wir entschieden uns für den Anfang für die Bahur Tov Mix Platte für zwei Personen mit Humus, Tomaten-Melanzani Aufstrich, orientalischem Salat, Oliven, Gemüsebörek und Pitabrot um 9,50 Euro. Das Humus war lecker, ebenso der Tomaten-Melanzani Aufstrich. Das Pitabrot war ok. Der orientalische Salat bestand aus Gurke, Tomate, Feta und Zwiebeln. Was genau daran orientalisch ist, erschloss sich uns nicht. Das Gemüsebörek war eine Katastrophe: Wie eine Fett triefende Frühlingsrolle, mit viel zu viel Teig und kaum Gemüsefüllung. Oliven schienen aus gewesen zu sein, da keine serviert wurden. Zur Vorspeisenplatte wählten wir beide je zwei Fleischspieße, die laut Karte vom Holzkohlegrill sein sollten. Wir wählten Lammleber, Hühnchenleber, Lamm und Kebab (Faschiertes von Lamm und Rind) um 3 Euro bis 5 Euro je Spieß. Zunächst einmal bezweifle ich, dass diese Spieße jemals einen Holzkohlegrill gesehen haben. Sie schmeckten eher wie aus dem Backofen. Dementsprechend trocken war das Fleisch.

Danach wollte ich mir noch ein Bild von den asiatischen Gerichten machen und bestellte einen Satay-Spieß mit Erdnusssoße und einmal gebratene Nudeln mit Gemüse auf mongolische Art. Diese Bestellung ging aber völlig daneben. Statt der Satay-Spieße bekam ich Teriyaki-Spieße und bei den Nudeln hatte der Koch das Anbraten gar allzu wörtlich genommen und diese gleich angebrannt. Wir hatten uns schon über den Geruch nach Verbranntem gewundert, der kurz nach meiner Bestellung das Restaurant erfüllte. Es war mir rätselhaft, wie der Koch diese Nudeln, die nicht nur teilweise verkohlt waren, sondern auch ungenießbar rochen, schicken konnte. Ich reklamierte diese jedenfalls sofort und der Kellner nahm sie nach kurzem Aufbäumen („Ja, aber das sind doch gebratenen Nudeln…“) wieder mit und ich ließ diese Bestellung komplett streichen. Die falschen Spieße reklamierte ich auch, wollte aber nicht noch mal auf die richtigen warten und aß dann die Teriyaki-Spieße, die ok waren aber keine Meisterleistung.

Als Nachtisch gönnten wir uns dann einen Apfelstrudel. Meine Frau mit Eis ich ohne. Der Apfelstrudel war das Beste, was wir an diesem Abend gegessen haben. Wir bekamen mit, dass die Küche Probleme hatte, dass offenbar zu kalt gefrorene Eis aus der Packung zu bekommen, so dass meine Frau statt einer Kugel oder wenigstens schöner Nocken lediglich kleine Eisstückchen auf dem Teller hatte.

Die von uns gewählten Getränke (Radler, israelischer Süßwein, Rotwein) waren mit Ausnahme des Kaffees gut. Letzterer war laut meiner Frau einer der schlechteren, den Sie bisher in Wien getrunken hat.

Der Service: Katastrophal. Als wir das Lokal gegen 18 Uhr betraten waren außer uns nur zwei weitere Gäste da. Trotzdem hielt es keiner der Kellner für nötig, uns zu begrüßen und wir standen erst mal dumm rum. Schließlich wies uns einer der Kellner einen Tisch zu. Die ersten Bestellungen nahm dieser von uns entgegen und es lief noch alles rund. Dann entschwand er aber und schien Vorbereitungen in einer Art Festsaal am Ende des Restaurants zu treffen. Ab dann genossen wir die mit Abstand schlimmste Serviceleistung, die wir je erlebt haben. Eine Art sehr junger Hilfskellner (er hatte keine Kellnerbekleidung an) übernahm und versagte auf ganzer Linie. Er konnte sich keine Bestellung merken und fragte laufend nach, war unfreundlich, telefonierte/spielte mit seinem Handy, quatschte mit Stammgästen, verschwand zeitweilig in der Küche und räumte die Tische nicht ab. Nach der Vorspeise türmten sich auf unserem Tisch neben diversen Gläsern und Tellern die Platten, auf denen die Spieße waren und die Vorspeisenplatte. Der Hilfskellner nahm dann seelenruhig meine Bestellung für die Asia-Gerichte auf und ließ alles stehen. Wir räumten dann alles auf unseren Nachbartisch. Wenn die Küche die fertigen Gerichte durch Klingeln avisierte standen diese teilweise noch 3 bis 4 Minuten herum, bevor der Hilfskellner sie zu den Gästen brachte. Von denen waren inzwischen 7 weitere im Lokal, die teilweise 15 Minuten warten mussten, bevor sie überhaupt einen Kellner zu Gesicht bekamen. Dafür schlich sich der Koch regelmäßig vor die Tür um eine Zigarette zu qualmen. Das einzig Positive, was ich zum Service erwähnen kann, ist die Tatsache, dass wir aufgrund der verbrannten Nudeln auf den Kaffee und den Apfelstrudel eingeladen wurden.

Das Ambiente: Das Lokal besteht aus drei Bereichen. Im Vorderen Bereich, dem eigentlichen Lokal sind Plätze für 25 Personen. Dann kommt ein Bereich, der an eine Scheune erinnert und mit Holzbrettern abgetrennt ist, danach eine Art Festsaal für Feiern. Der vordere Bereich ist in ocker gehalten mit Holztischen und –stühlen. Die Sitzbänke sind mit rotem Kunstleder überzogen. An den Wänden hängen große Bilder von festlichen Räumen. Alles wirkt ordentlich und sauber. Die Toiletten sind eher im oberen Bereich für Wiener Verhältnisse. Mir gefiel die Einrichtung ganz gut, meiner Frau weniger. Geschmacksache also.

Fazit: Das Essen im Bahur Tov ist nichts Besonderes. Die israelischen Gerichte sind ok, bekommt man aber auch auf dem Naschmarkt oder in anderen Restaurants wie dem Tel Aviv Beach oder dem Neni im 2. Wegen der asiatischen Gerichte würde ich sicher nicht wieder hierher kommen. Preislich ist das Bahur Tov ebenfalls kein Schnäppchen. Auf gar keinen Fall Wiederkommen werden wir wegen des miserablen Service. Wenn sich hier nichts ändert, wird es schwer für das Restaurant. Das Ambiente ist ok aber ebenso nicht Besonderes. Wer nicht unbedingt koscher essen muss, der kann sich einen Besuch also eigentlich sparen.

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Kommentare (1)

am 15. Februar 2012 um 07:49

Danke sehr. Wie gesagt, ich war einfach nur neugierg. :-)

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55
7
Bahur Tov
Taborstraße 19
1020 Wien
Speisen
Ambiente
Service
28
31
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