RestaurantTester.at
Home Mein Profil Lokal Guides Events Lokal eintragen

Sowieso - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 19. Jänner 2012
Experte
uc0gr
215
47
28
3Speisen
3Ambiente
2Service
8 Fotos2 Check-Ins

Das Restaurant „Sowieso“ liegt Ecke Fleischmarkt und Laurenzerberg im 1. Wiener Gemeindebezirk. Das große Gebäude war ursprünglich einmal ein Kloster und es soll hier einen sagenumwobenen Kellergeheimgang vom ehemaligen Kloster zum Stephansdom geben. So weit, so gut.

Generell bietet das „Sowieso“ gut bürgerliche Wiener Küche, aber auch einige Schmankerl. So wird beispielsweise mit „den besten Spareribs von Wien“ geworben – finde das zwar persönlich immer eher problematisch, weil Geschmäcker ja bekanntlich sehr unterschiedlich sind, aber bitte.

Nachdem meine beste Ehefrau von allen und ich das Lokal betraten, war ich doch schon einmal etwas irritiert – sehr stylish und modern die Theke – Bar –Schank sowie der vordere Gästebereich (= Raucherbereich). Bitte nicht falsch verstehen, die Einrichtung ist geschmackvoll und modern, aber für meine Begriffe im falschen Gebäude. Alte und mächtige Gewölbe ziehen sich durch das gesamte Lokal, was wunderbar ist, und dem Gebäude einfach einen unvergleichlichen Charakter gibt. Und da gefallen mir dann diese sehr stylishen Elemente einfach nicht. Dass es doch auch anders geht, zeigt der hintere Gastraum (= Nichtraucherbereich). Auch moderne Möbel, aber eben nicht übertrieben modern und zum Ambiente des Raumes sowie der baulichen Gegebenheit passend. Daher auch für das Ambiente nur ein GUT.

Nachdem ich sehr gerne, wo immer es geht, auf meine beste Ehefrau von allen Rücksicht nehme, der Raucherbereich de facto unbesetzt und keinerlei Rauch dort zu vernehmen war, setzten wir uns in den Raucherbereich (gute Lüftung – Kleidung nahm auch keinerlei Küchengeruch „mit nach Hause“).

Die Speisekarte durchstöbernd dachte ich natürlich wieder an „den einarmigen Banditen“ und obwohl meine beste Ehefrau von allen heute dabei war, habe ich es doch nicht so gerne, wenn mir öffentlich mein Essen geschnitten werden muss, und es gibt ja genug „einarmige“ Alternativen! Meine beste Ehefrau von allen ist DER Indikator für gute Spareribs, und die Lokalwerbung forderte sie heraus, also haben wir wie folgt bestellt:

Eine Grießnockerlsuppe (EUR 3,50), die von feinster Güte war! Eine wunderbare Bouillon, glasklar und zahlreiche kleinste Fettaugen oben schwimmend. Das Grießnockerl ein Traum, flockig, flauschig und wunderbar nach Butter schmeckend. Für mich sehr heiß, wie es für eine Suppe sein soll, wurde sie an den Tisch gebracht (meine beste Ehefrau von allen meinte eher „sehr warm“, so unterscheiden sich die Geister...). Einzelnote = AUSGEZEICHNET.

Einmal die Spareribs mit Bratkartoffeln, zweierlei Saucen (Knoblauch und Chili-Cocktail) und frischem Zwiebel – EUR 15,90. Also von den „besten Spareribs von Wien“ waren die schon etwas weit entfernt. Ja, sie waren brav und das Fleisch löste sich leicht vom Knochen, von guter Fleischqualität, aber an der Unterseite waren sie eben auch schon eher dunkel, aber nicht bitter und auch absolut nicht trocken, nachwürzen musste man aber schon – sie waren eben in Summe ganz gut, aber absolut keine Sensation und eher nur warm denn heiß serviert. Die „Bratkartoffeln“ waren zwar schön in kleine Würfel geschnitten, es waren aber eben auch keine Bratkartoffeln sondernd frittierte Kartoffelstücke, dessen Frittierfett sich leider meiner besten Ehefrau von allen noch immer in Erinnerung ruft (Örps!), die Zwiebel zwar frisch aber in dünnsten Scheiben und minimalistischer Quantität, die Chili-Cocktailsauce am Anfang gewöhnungsbedürftig (sehr sauer), die Knoblauchsauce aber wieder sehr gut. In Summe war der Teller auch eher einfallslos angerichtet – da erwarte ich mir in dieser Gegend einfach etwas Anderes. Dazu noch extra einen Blattsalat (EUR 3,50) mit einer erfrischend guten Essig-Öl-Marinade – er bestand aber ausschließlich aus Eisbergsalat. Die Wartezeit von 20 Min. für Spareribs, die angemessen ist, wenn man eben frische haben will, ist in der Speisekarte deutlich vermerkt und wurde auch eingehalten – sehr gut! Einzelnote = Eher MÄSSIG bis GUT

Einmal das „einhändige“ Hirschragout vom heimischen Wild mit hausgemachten Kartoffelkroketten und Preiselbeeren (EUR 13,80). Das Fleisch von einer Top-Qualität, sehr zart auf der Zunge zergehend (kein Schneiden notwendig!), keine Flachse, kein Fett. Der Saft leider extrem einreduziert und daher natürlich mehr als nur würzig, sodass leider sowohl der Fleischgeschmack, die typischen Wildgewürze und auch die Champignons in der Sauce geschmacklich völlig untergingen. Die Kartoffelkroketten wirklich hausgemacht aber eher von der grobmotorischen Seite (so gute 10cm Länge) und innen mehr Püree als Krokette – hier fehlte es an Bindemittel (Stärkemehl, Ei) aber auch an weiterer Garung. Schade, denn geschmacklich wirklich gut und außen schön kross. Preiselbeeren, wie überall leider üblich, nur „homöopathisch“ am Teller verteilt. Einzelnote hierfür = Eher GUT bis MÄSSIG.

In Summe kann ich bei den Speisen (aus genannten Gründen) nur wegen der wirklich ausgezeichneten Suppe ein GUT geben, sonst wären die Hauptspeisen eher als MÄSSIG zu bewerten.

Die Getränke insofern ein eigenes Kapitel hier, weil es wirklich „schöne“ Biere vom Fass gibt. Wir hatten das Grieskirchner vom Fass dunkel und hell (EUR 4,10 das Krügel, EUR 3,10 das Seidel) sowie einmal noch ein Budweiser vom Fass (EUR 3,20 das Seidel) – Schnäppchen sehen anders aus, aber es sind qualitativ hochwertige und hier noch dazu „offene“ Biere. Soweit ich mich jetzt erinnern kann, gäbe es auch noch ein Ottakringer oder ein Hacker-Pschorr vom Fass, bemerkenswert. Die Weinkarte wäre mehr als üppig, aber dazu komme ich gleich im nächsten Absatz.

Die Bedienung war nicht unhöflich, aber prompt und zuvorkommend oder gar interessiert am Gast ist halt anders. Eine Nachbestellung wurde einfach vergessen, und da sich längere Zeit niemand sehen ließ, musste man halt selbst per pedes aktiv werden, die sehr üppige Weinkarte wurde nicht einmal ansatzweise erwähnt, geschweige denn, dass es eine Weinempfehlung zu unseren Speisen gegeben hätte (eine minimalistische „Pauschalempfehlung“ findet man in der Speisekarte). Und auch da erwarte ich mir besonders in dieser Gegend ganz Anderes, weil GUT eben auch anders ist. Daher in Summe MÄSSIGES Service.

Mein Fazit: extra das Lokal aufsuchen, empfehle ich nicht. Sollte man aber in der Gegend sein, so ist es für die Lage ein relativ preiswertes bürgerliches Lokal, bei dem jeder etwas auf der Karte findet. Unter der Woche gibt es immer auch ein günstiges (EUR 7,90) Menü. Die „besten Spareribs von Wien“ werden hier aber, egal ob subjektiver Geschmack, definitiv nicht angeboten. Die Sanitäranlagen sind TOP gepflegt und es befindet sich auf jeder Toilette ein Denkspiel, mehr ein Gehirntraining, das man auch mitnehmen kann – netter Gag.

Löblich, dass auch alles über das Lokal im Internet gelesen werden kann. Allerdings muss man auch feststellen, dass die Karte (Lokal und Internet) so seine eher deftigen Grammatikfehler aufweist („SPETIALITÄTEN“ statt „SPEZIALITÄTEN“) und ein Satz auf der Weinkarte wäre auch noch erwähnenswert (wortwörtlich zitiert!): „Bei älteren Rotweinen, sollte Sie dem Wein nach dem Dekantieren, Zeit zum Atmen lassen“ – die Speisekarte ist aber ein bedeutender erster bis zweiter Eindruck eines Lokales auf den Gast, und der ist dann halt eher getrübt.

Was meinst du zu dieser Bewertung?
Hilfreich?Ja17Gefällt mir6Lesenswert3

Kommentare (21)

am 12. Oktober 2013 um 15:10

Zu SSWs Kommentar fällt mir eine Bemerkung ein, die leider unübersetzbar ist: "Well-known for being famous."

Gefällt mir
Experte
48
22
am 20. März 2013 um 18:55

Stimmt aber. "Berühmtesten" ist nicht unbedingt "die Besten".

Gefällt mir
Experte
152
83
Unregistered am 20. März 2013 um 18:26

Na bumm, da braucht der Wirt aber lange für seine Reaktion. Hoff\' das Essen geht schneller ;-)

Gefällt mir
Unregistered
Kein Tester
Unregistered am 20. März 2013 um 15:08

Spare Ribs werden gar nicht mehr erwähnt, da der Internetauftritt grundsätzlich geändert wurde.
Bitte bei den Tatsachen bleiben liebe Brückls.

Gefällt mir
Unregistered
Kein Tester
Alois Brückl am 20. März 2013 um 13:52

Leider sind viele Menschen ohne Brille unterwegs( Sie jedoch benötigen würden ) so wie Du. Denn in keinem Wort werden im Sowieso die Spare Ribs als die Besten erwähnt. Es ist immer von den Berühmtesten die Rede und da das Sowieso die Spare Ribs in Wien anno 1977 eingeführt hat, ist da meiner Meinung nach auch legitim.

Gefällt mir
Alois Brückl
Kein Tester
am 20. Jänner 2012 um 11:49

Danke dir, Inaisst, gehe aber eher weiter daran vorbei, ausser dich "lacht" einmal ein Menü besonders an.

Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 20. Jänner 2012 um 00:54

Die waren sicher erst im Rohr und dann noch im Salamander, fruchtfliege, sieht man am Foto, das ich hier eingestellt habe - das hätte ja grundsätzlich gepasst.

Wären sie vorgekocht gewesen, hätten's keine 20 Minuten mehr brauchen dürfen unterm Salamander, sonst "furztrocken", weil eben in Summe dann zu lange. Und es dauerte halt seine Zeit, was absolut kein Problem war, weil auch wie beim Backhenderl angekündigt.

Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 20. Jänner 2012 um 00:50

Du meinst sicher dein "Brünner Bräu-Disaster", bambussprosse, gell?

Da war ja anscheinend, kann mich daran noch lebhaft erinnern, die ganze "Grillplatte" eine "Frittierplatte" - war der Teller wenigstens knusprig, der war doch sicher auch gleich mit in der Fritteuse?

Die werden das dort schon so komplett, samt Platte, eingefroren haben...und dann SCHWUPS, ab in die Fritteuse ;-)

Mahlzeit!

Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 20. Jänner 2012 um 00:47

Wer Spareribs im Fritter macht der hat vom Kochen keine Ahnung, aber Gerry hat ja in diesem Fall verneint, die waren nicht aus dem Fritter sondern wurden im Rohr oder im KD gegrillt bzw. gebraten.

Bei Spareribs kann man mit vielen verschiedenen Beizen viele verschiedene Geschmäcker ansprechen, hier gibt es nicht so einen festen Standart wie bei anderen Speisen. Daher schmecken Spareribs in jedem Lokal etwas anders. Das heißt, Jeder muß für sich feststellen welche einem am meisten zusagen.

Es gibt Rezepte wo die Ribs vorher gekocht werden, und dann eben wieder nur gegrillt ohne kochen.

Gefällt mir
29
15
am 20. Jänner 2012 um 00:35

Ehre, wem Ehre gebührt!

Gefällt mir
Experte
63
50
am 20. Jänner 2012 um 00:30

Meine allerbeste Ehefrau von allen hatte auch genau heute gemeint: " Die besten Spareribs, egal ob im Garten vom Holzkohlengrill oder zu Hause, gibt's immer noch von dir!"

Na, da geht einem doch das Herz auf....

Gerry

Gefällt mir1
Experte
215
47
am 20. Jänner 2012 um 00:19

Ich hab das wirklich noch nie gehört, dass Lokale Spareribs in die Fitteuse schmeissen. Ich bin wirklich entsetzt.
Glücklicherweise ist uns das noch nie passiert. Die gingen auch bei uns sofort retour.
Aber am liebsten sind mir noch immer meine Spareribs, die ich selber mache, mit ganz viel Knoblauch.
LG von der magic, bekennende Knoblauchliebhaberin.

Gefällt mir
Experte
63
50
am 20. Jänner 2012 um 00:13

Wär' auch egal, liebe fruchtfliege, so lange man "mich hier lesen will", so lange würde ich auch hier schreiben ;-)

Danke für dein Kompliment!

Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 20. Jänner 2012 um 00:02

Hallo Gerry, spannender Bericht, hast gut geschrieben, hoffentlich entdeckt dich nicht irgend eine Zeitung, weil deine Bewertungen sind präzise und lesenswert formuliert.

Gefällt mir1
29
15
am 19. Jänner 2012 um 23:50

Du kannst dir sicher sein, liebe bambussprosse, Spareribs aus der Fritteuse gehen schneller zurück, als sie je gekommen sind - also deutlich unter 20 Minuten, so in etwa 10-15 Sekunden ;-) !!!

Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 19. Jänner 2012 um 23:39

@bambussprosse: Nein, die waren definitiv ordentlich gegrillt - daher auch die 20 Min. Wartezeit, die bereits auf der Karte stand!

Die Grillspuren bewiesen es überdies, sonst hätte ich das sicher hier erwähnt :-) Weil dann wär's nur mehr ein deutliches MÄSSIG gewesen.

Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 19. Jänner 2012 um 23:36

Boah, Spareribs in die Fritteuse? Das ist ja das wirklich Allerletzte! *speibkotzächzwürg*

Gefällt mir
Experte
63
50
am 19. Jänner 2012 um 23:36

Ja, da hast du ja recht, liebe magic, ich findes es aber auch sehr "eigenartig", dass ein Webunternehmen diese Grammatikfehler dann noch weiter "produziert" (siehe Impressum / HP).

Es sollte aber bei den Speisen keine Auswirkung haben - ich kam zu dem Lokal, da ich quasi um's Eck im DZU zur Lungen-CT war und vor Ort sprach mich Vieles an.

Dass die Fehler auch schon auf der Karte im Lokal waren, überraschte mich dann heute doch sehr.

Aber der Koch kann da ja nichts dafür! Nur war das halt auch nicht berauschend, leider, wenn auch "schlüssig".

Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 19. Jänner 2012 um 23:17

Rechtschreibfehler und fehlender Umbruch sollten nicht passieren.

Gefällt mir
Experte
63
50
am 19. Jänner 2012 um 23:15

Also für heimisches Wild und Neusiedlersee-Zander bleche ich normal schon gerne, wenn's sein muss auch durchaus mehr als hier, aber es hat halt nicht gepasst und ich bin der Meinung, dass es hier auch nicht besser wird.

Was meinst du mit "für so etwas würde ich nicht einmal einen Euro blechen!"? Weil Fehler auf der HP sind? Die Speisekarte und saisonale Karte las und liest sich durchaus ansprechend...verstehe im Moment deinen Kommentar nicht, stehe aber einmal auf, um "von der Leitung" zu kommen.

Gerry

Gefällt mir
Experte
215
47
am 19. Jänner 2012 um 22:56

Ich hab mir eben die hp angesehen.
Für "so etwas" würde ich nicht einmal einen Euro blechen!

Gefällt mir
Experte
63
50
Sowieso
Fleischmarkt 19
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
32
30
28
4 Bewertungen
Sowieso - Karte
Zum Lokal »
Zum Lokal »
Home|Sitemap|Neue Lokaleinträge|Neu anmelden|Lokal eintragen|Hilfe|AGB & Datenschutz

Copyright © 2008-2016 RestaurantTester.at
Cookies helfen uns, Ihnen eine bessere Erfahrung auf dieser Website zu bieten.
Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Mehr Info
OK