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Ebi - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. Oktober 2011
yangel
57
17
11
3Speisen
4Ambiente
5Service
16 Fotos2 Check-Ins

Ich war gestern (20.10.2011) zum Mittagessen im Ebi und aufgrund der vielen, teilweise recht unterschiedlichen Bewertungen schon überaus gespannt auf das Lokal.
Es befindet sich etwas versteckt in einem Mini-Einkaufspark in der Leopoldauer Straße und wird aufgrunddessen wahrscheinlich auch gerne mal übersehen. Kaum vorstellbar eigentlich, wenn man dann erst mal davor steht. Das Ebi trägt von außen schon mal ziemlich dick auf - was gerade in dieser Umgebung vielleicht nicht unbedingt vorteilhaft ist. Nicht nur der Schriftzug ist überdimensionalisiert, sondern auch mit dem riesigen Eingangsbereich hat man es vielleicht etwas zu gut gemeint. Das vermittelt manchen Leuten möglicherweise den Eindruck „großes Lokal, große Portionen, kleine Preise – mindere Qualität“. Aber ich wollte mich überraschen lassen und betrat das Ebi ohne jegliche Vorurteile…

Spätestens beim Betreten des Lokals wird dem Gast aber bewusst, dass es sich hier tatsächlich um etwas Besseres handeln muss als um einen normalen All-you-can-eat-Asiaten. Die Inneneinrichtung ist wirklich ansprechend, ja fast schon pompös: heller Boden mit dunklen, aber dennoch warm wirkenden, massiven Holzmöbeln, dazu viele Grünpflanzen und geschmackvolle Dekostücke im gesamten Gastraum. Die offene, stylische Schauküche passt da ganz hervorragend rundet das Gesamtbild des Lokals perfekt ab. Alles in allem macht das ganze Restaurant einen sehr gepflegten und eleganten Eindruck – da stört auch die Tatsache, dass es wirklich RIESIG ist, überhaupt nicht (Bahnhofshallenflair? Fehlanzeige!). Das Ebi hätte meiner Meinung nach auf alle Fälle einen schöneren Platz verdient als den in diesem öden Floridsdorfer Industrieviertel!

Begrüßt wurden wir gleich von mehreren freundlichen und übermotivierten KellnerInnen, die sich fast schon auf uns stürzten und gar nicht früh genug damit beginnen konnten, uns in ihr Bestellsystem einzuweihen - welches anfangs etwas mühsam und kompliziert klang, sich dann aber schnell als total bequem und einfach entpuppte.
Der Gast wählt aus der bebilderten Karte aus, ordert die Speisen über eine Art Bestellformular und kann die Größe und Anzahl der jeweiligen Gerichte selbst bestimmen. Die Gerichte selbst sind klein, gut vergleichbar mit Running-Sushi Portionen, können aber auch gleich als doppelte oder dreifache Portion bestellt werden falls gewünscht. Wir waren nur zu zweit, von daher war es einfach, uns abzusprechen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es ein wenig mühsam werden könnte, wenn eine größere Gruppe am Tisch sitzt. Mittags zahlt man 9,95 Euro pro Person, ganz egal wieviel und wie oft man bestellt. Klingt wirklich gut und günstig – und das ist es auch!

In der Zwischenzeit wurde mein Hund, den ich diesmal auch dabei hatte, unaufgefordert mit Wasser versorgt. Solche Kleinigkeiten machen – zumindest für mich – viel aus und bleiben einem meist auch in guter Erinnerung. Ich würde das Ebi also auf alle Fälle als hundefreundlich bezeichnen.

Da wir trotz allem immer noch keine richtige Vorstellung davon hatten, was bezüglich Essen genau auf uns zukommt, bestellten wir einfach drauflos und begannen mit einer malaysischen Hühnersuppe und Sushi. Das Sushi-Angebot ist recht vielfältig – von Nigiri und Maki über verschiedene California-Rolls bishin zu Sashimi ist alles dabei. Die Suppe wurde nach geschätzten 5 Minuten (wenn überhaupt) serviert, war auf alle Fälle frisch gemacht, schmeckte aber etwas fad. Nochmal 2 Minuten später standen auch schon unsere Lachs/Thunfisch/Butterfisch Nigiris am Tisch, gefolgt von Lachs & Thunfisch Sashimi sowie Ebi-Maki. Die Qualität des Fisches war wirklich hervorragend, frischer und weicher hätte er nicht sein können. Mein Bruder und ich waren uns einig, dass dies das beste Sushi seit langem war, bei den Nigiris wurde für meinen Geschmack allerdings ein wenig zuviel Reis verwendet.
Weiter gings mit verschiedenen warmen Speisen: Gyoza (japanische Teigtaschen mit Faschiertem): nicht gegrillt oder gebraten, sondern gedämpft, wie es (zumindest für mich) sein soll, ebenfalls hausgemacht, ideal in der Konsistenz, geschmacklich einwandfrei und nett angerichtet.
Es folgten frittierte Riesengarnelen mit Chili-Sauce, welche mir sehr gut schmeckten, gegrilltes japanisches Schweinefleisch und Tintenfisch nach japanischer Art. Der Tintenfisch wurde wie ein Schnitzel paniert und dann in dünne Streifen geschnitten und mit einer undefinierbaren Sauce überdeckt, leider waren sowohl Fisch als auch die Panier etwas zu trocken. Wir bestellten auch noch gebackene Tintenfischringe, aber auch hier hatten wir genau das gleiche Problem, der Fisch war trocken und zu gummiartig.
Während wir aßen, schmökerten wir meist schon schon für die nächste Bestellung in der Speisekarte und gaben die Bestellung kurz bevor wir fertig waren, auf. Dazwischen hatten wir dann immer 5-10 Minuten Zeit, ehe es weiterging.

Anzumerken ist allerdings, dass das Lokal zur Mittagszeit sehr spärlich besucht war. Aufgrund der Größe hatten wir manchmal sogar den Eindruck, die einzigen Gäste zu sein. Mehr als 7 Tische waren bestimmt nicht besetzt, und das ist für DIE Größe verdammt wenig!

Wir hatten dann noch die gebackene Ente, das Fischfilet nach japanischer Art und Rindfleischröllchen. Hat uns alles (bis auf die Rindfleischröllchen, dessen Fleisch leider ein wenig zäh war) sehr gut geschmeckt, ich finde es jedoch schade, dass zur Mittagszeit das Angebot an gebackenen Gerichte dominiert, manche Speisen bekommt man ausschließlich abends, manche auch mittags, dann allerdings nur gegen Aufpreis.
Leere Teller wurden sehr flott abserviert und wir wurden laufend gefragt ob wir noch etwas nachbestellen oder trinken möchten. Das Personal ist mir jedenfalls in äußerst guter Erinnerung geblieben.

Weiters ist ein Buffet mit Salaten und Nachspeisen vorhanden. Das Salatbuffet haben wir nicht in Anspruch genommen, vom Nachspeisenbuffet probierte ich ein paar frische Früchte und einen kleinen Mangopudding. Das Buffet hätte ich mir ehrlich gesagt ein wenig einfallsreicher vorgestellt, die Auswahl war hier im Vergleich zur Speisekarte schon ziemlich dürftig. Andererseits ist es wahrscheinlich so, dass die meisten Gäste nach der Verkostung der halben Speisekarte ganz gerne auf ein Dessert verzichten können bzw müssen.

Grundsätzlich kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass sich das Ebi durch seine Kreativität definitiv von anderen Asiaten abhebt. Das System mit dem „indirekten“ Buffet gefällt mir, da die Speisen so immer frisch zubereitet werden und nicht stundenlang herumstehen und vor sich hin trocknen, wie es bei klassischen Buffets leider oft der Fall ist. Dennoch muss ich fairerweise sagen, dass die Küche auch hier auf Glutamat nicht verzichtet.

Das Ebi ist auf alle Fälle eine Reise wert, mein nächster Besuch wird aber bestimmt an einem Abend stattfinden, wenn die komplette Speisekarte verfügbar ist. Die Kosten belaufen sich dann auf 15,95 Euro pro Person, was für die Leistung auf alle Fälle gerechtfertigt ist, alleine schon wegen dem Sushi.

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Kommentare (10)

am 30. Oktober 2011 um 13:58

Bin für Extrapunkte bei Berichten mit über 1000 Worten ;-))
- bei Yangel sind diese auch noch lesenswert!

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42
am 26. Oktober 2011 um 23:21

Zu Rinaldos Foto der Korearolle:
So was gibt es nicht in Korea! FAKE FOOD!

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am 21. Oktober 2011 um 12:51

Inatraudich

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am 21. Oktober 2011 um 12:09

Zur Zeit versuchen die Japaner das koreanische Kimchi zu japanisieren. Es wird entschaerft und als Kimuchi in alle Welt verkauft.

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am 21. Oktober 2011 um 12:07

so grandeln / krendeln sie kärnter gyoza:
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:-)

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am 21. Oktober 2011 um 12:07

Donkatsu ist die japanisierte Version des ueberbackenen Schweineschnitzel, dessen ursprung wohl auch von den Portugiesen nach Japan gebracht wurde.
Link
Ob sowas in Wien anklang finden wuerde???

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am 21. Oktober 2011 um 12:04

Tempura beispielsweise haben die Japaner von den Portugiesen. dessen Missionare assen zur Fastenzeit immer ueberbackene Meeresfruechte. "Ad Tempora aquadaem.." Die Japaner verstanden nur "Tempura", aber die Idee gefiel ihnen auch und so assimlierten sie dieses Gericht in ihren Speiseplan und japanisierten es.

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83
am 21. Oktober 2011 um 11:49

gegrandelte gyoza!
sensationell das rezept ;-)
wie sich doch die verschiedenen kochkulturen ähneln - sogar, wenn sie tausende km voneinander entfernt sind!

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44
am 21. Oktober 2011 um 11:05

:-) Danke!

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57
17
am 21. Oktober 2011 um 10:45
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Ebi
Leopoldauer Straße 45-49
1210 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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