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Trippolts - Zum Bären - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 8. Oktober 2011
docflo
33
3
4
5Speisen
3Ambiente
5Service

5 Tage Wolfsberg. Alleine.
Zweck: Arbeiten. Von Früh bis spät. Bis zu 15 Stunden am Tag.

Was macht man an einsamen Abenden in Wolfsberg? Zumeist bis 22 Uhr arbeiten, an einem der fünf Tage kam ich allerdings schon früher weg und das musste ich natürlich ausnutzen. Wenn man sich schon alleine hier am Abend herumtreiben muss, dann wenigstens gut und sehr gut und bestens. Einsamkeit gehört irgendwie belohnt um sie erträglicher zu machen.
Mittels www.gaultmillau.at habe ich mich belohnt. In Wolfsberg selbst ist die Spitzengastronomie eher dünn vertreten. Das Restaurant im Schloss Wolfsberg hat leider am Montag und Dienstag Ruhetag, sonst hätte ich dieses viel versprechende Lokal auch besucht.
Ich suchte also gute, sehr gute und die besten Lokale der Umgebung und werde in Bad St. Leonhard fündig. Dort gibt es ein Lokal das heisst "Zum Bären" und gehört zu einem der allerbesten in Kärnten und auch in Österreich. Hubertus Hohenlohe und seine Gault Millau Crew haben 3 Hauben und 17 Punkte vergeben (siehe Bewertung). Das darf ich mir natürlich nicht entgehen lassen.
Ich rufe daher an und frage ob ich für denselben Tag einen Tisch haben kann - der Chef Josef Trippolt persönlich hebt das Telefon ab und lacht mich fast aus, als ich eine Tisch reservieren will - derzeit dürfte nicht gerade "high season" sein. Ich will eigentlich erst um 20 Uhr kommen, er bittet mich aber doch schon früher zu kommen. Na dann halt sofort. Die Laufrunde wird daher leider gestrichen.
Nach 20 Minuten erreiche ich Bad St. Leonhard - eine kleine aber feine "Metropole" im Lavanttal.
Das Lokal ist von aussen mittelmäßig sichtbar, innen drinnen relativ unscheinbar. Im vorderen Teil findet sich eine einfache Gaststube, im hinteren Teil das eigentliche Restaurant. Sofort werde ich vom Chef persönlich und seiner Frau begrüsst und die Speisekarte wird mir vorgelegt. Ich entscheide mich für das "Sommerzeit"-Menü (siehe Speisekarte).
Nach dem sehr guten aber nicht überragenden Gruss aus der Küche macht den Beginn ein "Salat von frischen Thymian Eierschwammerln und gesüssten Zwieberl mit gebratenem Kärntner Huchen".
Die Eierschwammerl sind hervorragend und man schmeckt den Kärntner Wald (ich hoff die waren wirklich aus Kärnten), die "Zwieberl" sind glasig, knackig und gut. Überragend ist der Huchen - ein
exzellenter zweitweise bedrohter Fisch aus Kärnten. Das Fleisch ist zart, die Kruste kross wie es sich gehört. Fast ein bisserl intensiv ist der Thymian, aber passend ist er auf alle Fälle.
Das "Bärige Knödelgangerl mit sautierten Eierschwammerl im Salbeiwacholder" ist ebenfalls hervorragend. Vor allem der feine Schaum über den Knödeln ist sowohl geschmacklich als auch bezüglich seiner Konsistenz exzellent. Die "nackten" Knödeln sind geschmacklich etwas dünn, in Kombination mit dem Drumherum aber sehr gut.
Was ich mich Frage: Muss es wirklich ein "Gangerl" sein? Und ein "Zwieberl"? Das "Knöderl" lass ich mir ja noch einreden - aber all die andere Verniedlichungen find ich einfach unnötig. Konsequent sollte es am ehesten noch "Gangerle" heissen /;-). Rainer Nowak von der Presse mag das übrigens auch nicht. Und ich wette - wenn er sich nach Bad St. Leonhard verirrt wird er sicher an dem einen oder anderen "Gangerl" herummeckern!
Der nächste Gang ist ein "Zart gebratenes Stück vom Jungrindhüferl im Zweifelt-Pfeffer mit Paradeisertascherl und Ofentomaten". Bei diesem Gang passt einfach alles - das Fleisch ist zart und weich in perfekter Farbe und geschmacklich grossartig. Die Tascherl und Tomaten ergänzen sich perfekt zu dem extrem feinen Fleisch.
Besonders gespannt bin ich auch auf die Nachspeise - was wird wohl ein ehemaliger Fleischermeister für eine Nachspeise kreieren?? Ich bekomme einen mit Zitronenholunder gefüllten Schokoladenblätterteig mit "Hollerblüten Natur-Joghurt und Marilleneis". Auch das ist wieder eine Geschmacksexplosion, der Blätterteig ist knackig, die Garnierung schön. Lediglich das Marilleneis schmeckt nicht nach reifen Wachauer Marillen sondern eher nach nicht sonnenverwöhnten Marillen aus dem Waldviertel - wirklich geschmackvoll ist Marilleneis aber nie....

Zusammenfassend: Die 17 Punkte sind definitiv verdient. In Bad St. Leonhard im Lavanttal wird auf Weltniveau gekocht - ich finde das immer wieder bewundernswert in solchen doch eher einsamen und dünn besiedelten Gegenden und vor allem nicht vor den Toren einer Großstadt ein solches Lokal auf die Beine zu stellen - und das hohe Niveau über viele, viele Jahr zu halten. Das ist wahrscheinlich die wahre Kunst dahinter.

Wer ein stylisches Schickimicki-Lokal sucht wird natürlich enttäuscht sein. Dass man aber auch hier in Bad St. Leonhard Prominenz treffen kann beweist eine bekannte österreichische Schönheitschirurgin am Nebentisch. Auf jeden Fall wird man von der Familie Trippolt ganz besonders liebenswert und familiär aufgenommen - Vater Trippolt kocht gemeinsam mit dem Sohn, Mutter Trippolt serviert und wenn man Glück hat läuft einem das eine oder andere Enkelkind über den Weg.

Woher auch immer man kommt - der Bär in Bad St. Leonhard ist immer eine Reise wert.

docflo.at

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Kommentare (6)

am 13. Oktober 2011 um 15:39

rinaldo: Du nervst gewaltig. Was jetzt an der Bewertung von docflo so verwerflich sein soll, wissen wir hier im Forum noch immer nicht - ich glaub auch - nicht mal du selbst. Das Argument mit den 5 Wochen lass ich auch nicht gelten, denn MEIN Kommentar zum Gasthof zum Bären liegt viel länger zurück (Menü "Der lange Winter" von 2010/2011), steht aber noch immer drin - wie furchtbar!
Mach doch einfach den Vorschlag, als Experte und Forumskaiser, dass Lokalrezensionen nach spätestens 5 Wochen gelöscht werden. Schauma mal wie weit Herr/Frau Rinaldo damit kommt.

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Experte
315
75
am 10. Oktober 2011 um 09:50

Bei docflo scheinen die Bemerkungen etwas bewirkt zu haben. Im Gegensatz zum Forentroll schreibt dieser nun sehr ansprechende Bewertungen!Mein Kompliment dafuer! Da keimt Hoffnung auf!

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152
83
am 9. Oktober 2011 um 10:57

@koala! Hilfeeeee! Noch ein Polizist!!!!! Bitte, was ist hier los? Ist es hier genauso schlimm wie in allen Foren? Siehe Standard.at und Co?
Sehr traurig....

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33
3
am 9. Oktober 2011 um 10:44

rinaldo2000at - ein Mann, eine Maus und sein spitzer Mauspfeil - sie alle kämpfen gegen das Schlechte und Böse und 5 Wochen alte Lokaltests! Unbestechlich, gerecht und hart. Damit in diesem Land wieder das Gute siegen wird und das Schlechte vertrieben wird! docflo, Du seist verdammt von rinaldo2000at bis in alle Ewigkeit und sollst schmoren in der schwarzen, schlechten und gnadenlosen Hölle des Internets!

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33
3
am 9. Oktober 2011 um 09:26

PS: Wer auch immer hier "nicht hilfreich" geklickt hat, steht wohl eher auf Einzeiler, etwa so: "Schnitzel riesig, Pommes super, perfekter Dosensalat. 5 - 5 - 5....."

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315
75
am 8. Oktober 2011 um 17:47

magic: ließ lieber seinen Bericht - auch wenn nur verlinkt.
docflo: tu uns trotzdem den Gefallen und kopier deinen Text mal einfach rein, lohnt sich für alle hier. PS: Du hattest also auch eine ähnliche "Bärenerfahrung" wie ich! ;-)

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75
Trippolts - Zum Bären
Hauptplatz 7
9462 Bad St. Leonhard
Kärnten
Speisen
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5 Bewertungen
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