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Haideröslein - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 31. August 2011
Experte
uc0gr
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5Speisen
4Ambiente
5Service
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Inmitten der Kleingartensiedlung Simmeringer Heide (alt „Haide“) steht seit Jahrzehnten das Gasthaus „Haideröslein“. Früher ein typisches Schutzhaus (da war es noch „der Emler“), wie es eben in jeder Gartensiedlung eines davon gibt, hat es sich nach der Neuübernahme vor drei Jahren zu einem echten Juwel der Wiener Wirtshauskultur entwickelt. Gab es früher – und ich kenne es auch noch aus meiner Kindheit (über 30-35 Jahre etwa) – nur Schnitzel, Schweinsbraten, Gulasch und Bauernschmaus – so ist es nun zu einem wirklich sehr guten typischen Wiener Wirtshaus mutiert, dass mit einer sehr ordentlichen, für ein Schutzhaus überaus üppigen, Speisekarte aufwarten kann. Ich liebe genau diese Art von Wirtshäusern mit dem Quäntchen ETWAS, was es eben nur da gibt – das hat Charakter. Der Gastgarten ist einfach wunderbar einladend, leider hat man hier ältere Bäume beseitigt (die kannte ich auch noch alle aus der Kindheit / Jugendzeit), ebenso musste der typische Schotterboden im Garten der sicher hygienischeren Variante (siehe Fotos) mit Kleinbetonplatten weichen.

Eines ist aber geblieben: ein sehr gemütlicher und schattiger Gastgarten – hier ist man in seiner eigenen Welt. Sowohl das Gasthaus innen als auch außen wurden völlig neu renoviert. Ein separater großer Raum bietet Platz für diverse Anlässe und es gibt eine alte massive Schank im Lokal – leider auch neu vertäfelt (aber wenigstens mit Holz).

Das Speiseangebot, wirklich nur als Auszug, aber eben so bemerkenswert für ein „Schutzhaus“: Thunfischsalat, Salat mit gegrillten Putenstreifen & Griechischer Bauernsalat (alles je 7,80 EUR als Hauptspeise) etc. gibt es derzeit auf der Sommerkarte. Saisonale Schmankerl sind jederzeit vorhanden und stehen auf separaten Tafeln (es gibt bspw. Wildwochen / Gans’lessen, Schwammerlwochen etc.).

Im Standardangebot sind, ebenfalls nur als Auszug und nicht minder bemerkenswert: Gebackene Champignons mit Sauce Tartar (6,40 EUR), Gebackener Käse mit Sauce Tartar & Preiselbeeren (6,90 EUR), Carpacio vom Jungstier (9,50 EUR), diverse überbackenen Brote, Steirisches Wurzelfleisch (6,90 EUR), ½ Backhenderl & Salat (8,50 EUR), Käsespätzle (6,90 EUR), Eiernockerl (5,80 EUR), Blunzengröstel (6,40 EUR), Geröstet Leber & Petersilerdäpfel (6,80 EUR), Steirerschnitzel (mit Kürbiskernpanier, 8,10 EUR) und vieles, vieles mehr.

Zusätzlich werden ausgesprochen günstige Menüs angeboten (siehe Fotos) – die Schinkenfleckerl mit Tagessuppe um 5,40 EUR sind schon sensationell und die Portion (hatte wer am Nebentisch) ist absolut nicht geizig!! Zu bemängeln ist lediglich die Fischkarte, denn es gibt halt leider auch den „Antibiotika-Kläranlagen-Taucher“ = Pangasius. Zwei Zander-gerichte (gebraten und gebacken) und eine Forelle Toskana (im Ganzen) entschädigen aber dafür etwas. Dass dieser Pangasiusdreck sich so durchgesetzt hat…bitte nicht kaufen / bestellen, dann verschwindet er auch hoffentlich wieder!

Ich hatte die gebackene Hühnerleber mit einem gemischten Salat (8,20 EUR – siehe Foto) und es war die Panier knusprigst und trocken (am Foto sieht man nur Schatten, da schwimmt nichts im Öl!) – super Portion und ein sehr fairer Preis. Das gilt generell für das gesamte Angebot! Der Salat war ein typischer Wirtshaussalat – sehr gut zusammengestellt, knackiges Kraut und eben „Wienerisch“ süß!

Die Sanitäranlagen sind vom Feinsten und man würde das in einem Schutzhaus so niemals erwarten. Super renoviert (auch das kenne ich noch ganz anders…) und hergerichtet aber auch super gepflegt.

Die Bedienung ist äußerst flott zugange und sehr bemüht – das Essen wurde innerhalb kürzester Zeit serviert, und es wurde immer wieder gefragt, ob man noch einen Wunsch hätte bzw. ob alles in Ordnung wäre – es war die Chefin persönlich und da merkte man einfach, man ist zur Gastwirtin/zum Gastwirt geboren oder eben nicht.

Das Fassbier ist unter anderem ein „Murauer“, was nicht nur besonders süffig, sondern auch eher selten zu bekommen ist. Ich entschied mich für die dunkle Variante (3,10 EUR), die jedenfalls extrem gut und auch zu gutem Preis hier zu haben ist.

Die Öffnungszeiten sind nicht so sehr kundenfreundlich, hier kommt halt das Schutzhaus noch durch (Mo & Di Ruhetag). Leider auch kein Internetauftritt, sodass man wegen des Menüangebotes oder der Urlaubszeit (gibt es demnächst!) anrufen muß. Aber das nehme ich gerne in Kauf – „durchs Red’n kommen d’ Leut z‘samm‘!“

Kaffee: Segafredo und durchaus auch im günstigen Bereich (kleiner Espresso á 1,90 EUR), sehr gut.

Typische Wiener Wirtshauskultur – sehr ehrliche Portionen (niemand geht hungrig nach Hause) zu sehr fairen Preisen. Kein Schicki-Micki, kein „In-Lokal“, kein gespreiztes Publikum – so soll es sein, wenn man ein Wiener Wirtshaus besuchen und dessen Kultur schnuppern will. Öffentlich sehr gut zu erreichen (Buslinie 69A / Eingang von der Lindenbauergasse her in die Gartensiedlung). Eine große Empfehlung von mir und ein echter Geheimtipp (findet man in keinem Restaurantführer!). Probiert es einfach aus, es lohnt sich und es ist ein Stück Wiener Wirtshauskultur! Vielleicht nach einem Besuch im Schloss Neugebäude…oder einem Besuch am Zentralfriedhof…

Der Erwartung entsprechend und dem, was das Haideröslein eben als „Schutzhaus“ verspricht und bietet, muss ich hier die Höchstnoten geben. Es ist kein Restaurant, aber zeigt, wie ehrlich man gute Wirtshauskost eben machen kann. Mir fällt kein Kritikpunkt dazu ein, denn man muss immer bedenken, wo man hingeht, und wofür ein Lokal steht. Das Einzige ist (daher auch beim Ambiente der Abzug): es wurden zu viele alte Bäume vernichtet und die Schank hat eben nicht mehr den Charakter – und ich kenne das Lokal eben schon so lange. Aber das sind Kinkerlitzchen!

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Kommentare (4)

am 5. Oktober 2016 um 22:13

Bedauerlich fürwahr, wenn eine Küche sich für den Weg nicht interessiert.

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Experte
48
22
am 5. November 2012 um 19:59

Sehr interessant.... ich wohne seit über 12 Jahren 2 Minuten entfernt und mein Weg hat mich aufgrund der Desinteresse der Gasthausküche noch nie ins Haideröslein geführt.

Ich habe dieses Lokal auf meine TO-DO liste gesetzt und werde definitiv in Kürze darüber berichten (vielleicht schon Mittwochs)

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16
11
am 4. November 2011 um 19:22

Eine Aktualisierung: ich war noch einmal mit meiner besten Ehefrau von allen dort und wir hatten beide den gebackenen Käse (Edamer). Ein Gedicht! Mit Sauce Tartar (inkludiert) und noch extra Preiselbeeren (0,90 EUR je Portion). Der Käse schlug sich mit je 6,90 EUR zu Buche und war super knusprig, sehr g'schmackig und mehr als ausreichend. Vorher noch eine TOP-Fleischstrudelsuppe (Suppe und der Fleischstrudel SUPER Qualität) zu je 2,80 EUR. Der Schilcher-Sturm zu 3,20 EUR je 0,25l rundete noch alles ab! Im Winter wird die Punschhütte geöffnet, sagte uns die Wirtin, die supernett und ehrlich ist!

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Experte
215
47
am 31. August 2011 um 22:26

Servus Toeris,
es kommen einfach Kindheitserinnerungen wieder zurück! Besuche es einfach, wenn es auch nicht mehr der "Emler" ist. Ein reines Schutzhaus geht heutzutage nicht mehr - daher ist die Entwicklung so erfreulich. Ich habe ja zum Glück auch noch den schönen Garten dreimal ums Eck auf der "Ha'd"! Liebe Grüße Gerry
P.S. Für uns Jugendliche zählte natürlich auch, dass der Emler die Zigaretten am Sonntag auch zu Trafikpreisen verkaufte.... ;-)

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Experte
215
47
Haideröslein
Bienenweg / Hummelweg
1110 Wien
KLG Simmeringer Haide 432G
Speisen
Ambiente
Service
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8 Bewertungen
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