Sehr nette, kreative Küche mit kleiner Karte (wie sie sein soll!).
Erstklassige Speisenqualität ohne aufwändiges Chi-Chi.
Interessante, vor allem österreichische Weine im angenehmen (weil unteren) Preissegment.
Sehr bemühter und familiärer Service.
Sensationeller Garten!
Und bitte wo sonst kann man seine Lieblingsplatten mitnehmen, oder vorhandenes Vinyl zum Essen konsumieren!?
Alles in allem 1A.Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?Ja1Nein10Gefällt mirLesenswert
War da nicht was? Ein Wickerl dort, ein Vikerl hier.
Ludwig oder Viktor? Fest steht, dass Vikerl’s Lokal eine Neuübernahme seit letztem April darstellt. Das Lokal war über ein Jahr zu und wurde von einem jungen, ambitionierten Pärchen übernommen. Eine große Fotogalerie auf der Website dokumentiert den großen Tag der Eröffnung. Gefällt mir.
Man könnte jetzt natürlich vorschnell sagen, dass die Fußstapfen für die jungen Lokalbetreiber sehr groß sind, da hier schon mal zwei Hauben verliehen worden waren.
Doch man sollte die beiden einfach mal machen lassen, denn das, was sie machen, ist mehr als vielversprechend und sollte die Haubenstricker mal wieder in die Fünfhauser Würffelgasse bringen.
Die Frau von Namensgeber Vikerl war übrigens auch schon hier zu Gast.
Das Lokal ist mit wirklich schöner Beisl-Innenarchtiketur beschenkt: dunkles Holz in jeder Himmelsrichtung macht’s so richtig urgemütlich, ein bisserl Hausrat hier, eine Art Schaufensterpuppe mit Schürze und flach-kegeligen Tischleuchten machen ein feines Gesamtbild.
Zwei Besuche. Kleine Karte, handgeschrieben. Man hat die Wahl, aber nie die Qual, nach zwei Besuchen an zwei aufeinanderfolgenden Abenden ist man (fast) durch. So sollte es sein!
Er kocht, sie serviert. Das Service ist hemdsärmelig, aber warmherzig und sympathisch schüchtern zugleich. Sogar ein Rieslingbeuschel gibt’s. Aber mit Gurkerl drin! Ja, aber man verspricht mir, es wäre trotzdem exzellent und ich würde die Gurkerln gar nicht merken. Hm. Man überrascht mich zum Schluss…
Gedeck: stets kommen zwei verschiedene Aufstriche, gesalzene Butter und verschiedene Brotsorten ins Körberl. Ein Beinschinkenaufstrich weiß zu gefallen, während der Kürbiskernaufstrich wie allzu viele andere auch schmecken. Vielleicht bin ich aber auch nicht der Kürbiskern-Tiger.
Beim ersten Besuch kommen zwei wirklich bunte Aufstriche daher: Rote Rüben und Hühnerleber.
Dieses Duo gefällt weitaus besser, einerseits durch den farblichen Kontrast, andererseits durch den geschmacklichen: die roten Rüben werden gekonnt gezähmt, während die Hühnerleber den großen Umami-Angriff starten darf. Gelungen!
Topinambur-Schaumsuppe: dezent abgeschmeckt verlässt man sich nicht nur auf das Strecken mit Milchprodukten. Die Kartoffelchips sind ein kräftiges I-Tüpferl.
Grießnockerlsuppe: anregende Brühe, kein Konzentrationsmonster, eher die gemüsige Variante, schade dass das Grießnockerl ein wenig schwachbrüstig-neutral daherkommt. Wo ist die Butter?
Ein Beef Tartare: scheinbar kleine Portion, doch man soll sich nicht täuschen. Gebratene Waldpilze kommen auch zum Einsatz, und endlich mal ist da jemand, der Pilze auch so in ihrer Einfachheit zubereiten kann, dass sie auch ihr volles Geschmackspotential ausspielen können. Nicht matschig, nicht zäh, gerade richtig angebraten, schöner Biss, volles Schwammerlaroma.
Das hier ist ein richtiger Volltreffer, zusammen mit dem gekonnt eingesetzten Grünakzenten, die dieses „Gangerl“ begleiten dürfen.
Und wir wollen da eines nicht unerwähnt lassen: das erste Mal, dass ich ein exzellentes Toastbrot bekomme, ja und was für eines: kommt vom Innenstadtbäcker Mühlenbrot, der u.a. eine Straße weiter eine weitere Backstube hat. Das zahlt sich aus. Das Toastbrot wird im Ganzen geliefert, am Tisch finden sich ordentlich dicke, unglaublich zarte, schön warme Scheiben Brot, die sich das Beef Tartare scheinbar selbst ausgesucht hat.
Das Fleisch ist klein gehackt, fein sämig abgemacht. Wirklich toll!
Gebeiztes Lachsforellenfilet mit Roten Rüben und mariniertem Rettich:
hoppla, ich hatte mir da fast zu viel zugemutet, denn rote Rüben muss man mögen, ich lerne dieses Gemüse gerade „näher“ kennen, auch hier darf die rote Wurzel wieder mitspielen. Der Gegenspieler: der Rettich, also eine weiße Wurzel, die ebenso ein geschicktes Händchen braucht, um nicht – sagen wir mal – zu polarisieren. Hier darf der Sauerrahm mal ran und weiß, das rustikale Gemüse zu bändigen. Den Fisch oben drauf, fertig ist die Laube. Hat’s geschmeckt? Doch, hat es, und das soll was heißen.
Erdäpfel-Pilz-Roulade: der Teller quillt förmlich über – was ist da alles drauf? Neben der Roulade jede Menge knackiges Grün, heimisch wie exotisch, dazu auch gebratene Stücke vom Kürbis. Letzterer ist nicht ganz so mein Fall, da er obendrein ein wenig zu sehr mit den Kartoffeln konkurriert, da ja schließlich beide stärkelastig sind. Das erinnert mich ein wenig an die Kombi letztens im Tian, auch wenn hier Kartoffeln und Palatschinkenteig miteinander „kämpfen“ durften.
Lässt man also den Kürbis weg, so hat man immer noch eine ordentliche Herausforderung vor sich. Die Roulade ist aber trotzdem gut gelungen.
Die zuvor erwähnte Überraschung: in einer Zwergenversion eines Pastatellers kommt ein Löfferl Beuschel zum Probieren. Es schmeckt tatächlich vorzüglichst.
Doch beim Abservieren grinse ich Frau Anna ins Gesicht: „Die zwei Gurkerlstreifen hab ich trotzdem gefunden!“
Ein Dessert: Mohnparfait. Ich finde ja, dass der Mohn nicht überall „reindarf“, ein Parfait sollte vor allem durch seine Konsistenz hervorstechen, der krümelige Mohn ist da vielleicht ein bisschen „im Weg“. Gefällig ja, ein großer Wurf eher nicht.
Trotzdem mal eine erste Zusammenfassung nach zwei Besuchen: urig-sympathisches Lokal, zwei hoffnungsvolle junge Wirtsleute, eine kleine, feine, alle paar Tage wechselnde Karte und eine wirklich ansprechende Umsetzung in der Küche. Vor allem, auch wenn mich nicht alles vollends überzeugt: wer mir Rettich vorsetzt und ich es auch gerne esse, ist nicht auf dem Beuschel dahergeschwommen, welches dann aber trotz überzeugtem Gurkeneinsatz zu gefallen weiß!
Auf alle Fälle ein Lokal, das diesem Bezirk gut tut.
Sehr angenehme kleine Karte, tolles Essen, schöne Weine, ein wunderbar neu gestalteter Innenhof und ein äußerst sympathisches, unkompliziert um die Gäste besorgtes Team - ein Gasthaus auf hohem Niveau, das in dieser Gegend im 15. Bezirk mehr als willkommen ist und sich hoffentlich zu einem Fixpunkt entwickeln wird. An den schönen, extra angefertigten großen Holztischen im Innenhof kommt man bei gutem Wetter mit den anderen Gästen (und am Ende auch mit den Wirtsleuten) leicht ins Gespräch... auch das ist kein Fehler. Empfehlung: unbedingt hingehen! Und regelmäßig wiederkommen!Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?Ja1Nein9Gefällt mirLesenswert
Kommentar von Unregistered am 08.09.2012 um 09:28
diesem kommentar kann ich mich nur anschliessen. einfach hingehen und ausprobieren. dieser gourmet hochgenuss ist nur schwer zu überbieten. preis-leistungsverhältnis perfekt. da können sich andere gatronomen was abschauen!!!!!Gefällt mir
Wir kannten Manuel und Anna schon aus dem Hold, Wien 8, das sie aufgrund ihrer Art den Service zu führen und der liebevoll, vor allem kreativen Weise zu kochen bereichert hatten.
Dass zwei so junge und engagierte Leute irgendwann ihr "Eigenes" machen wollen liegt auf der Hand, mit der Wahl das Vikerl's wiederzubeleben haben sie nun gezeigt, dass sie eine gute Mischung aus Bayrischer und Wiener Gemütlichkeit mit regionaler Küche, dabei immer mit kreativen Abwandlungen, beherrschen!
Beim Essen ertappt man sich dabei zu hintertragen, welche Ingredienzien beigefügt wurden, sodass spezifische Geschmacksnoten entstehen-man kann bewusst geniessen und wird nicht enttäuscht!
Auch Extrawünsche werden umgesetzt, Vegetarier kommen auf ihre Kosten!
Wie die bunte Vielfalt der Speisekarte-Weisswurschtfrühstück, Mittagstisch, Abendkarte- so hat man auch beim Ambiente die Wahl ob man den heimeligen Stubencharakter dem des mediteran gestalteten Innenhofs vorzieht!
Zugegeben, die Anreise ist für uns nun etwas länger, diese ist aber mit der Vorfreude und dem Gedanken an eine schöne Zeit im Vikerl's schnell wieder vergessen!
Wir wünschen Anna&Jagetsberger viel Erfolg!Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?Ja3Nein4Gefällt mir1Lesenswert
Letzter Kommentar von Die Wirtin am 25.08.2012 um 17:22
Gut Glück?
Das ist wohl ein bisschen übertrieben bei solchen Bewertungen...bis jetzt hat sich jeder was gefunden, aber vielleicht bist du die Ausnahme.Gefällt mir
Nach Neueröffnung mit kritischem Auge und Gaumen eingetreten und vollends begeistert von der Qualität der Speisen und der Freundlichkeit der beiden Jungbesitzer.
Die überschaubare Karte bietet trotzdem für alle etwas und das zu vernünftigen Preisen. Die Nockerl zu dem Rindergeschmorten waren der Wahnsinn genauso wie das zarte Lammfilet im Tramezinimantel.
Der gelungene abschluss durch ein cremiges griesflammerie mit minzerdbeeren rundete den Abend ab.
Ein gelungener Spagat zwischen Wirtshausküche und österreichischen Spezialitäten.
Der Wahnsinn! Das Tüpferl auf dem i ist der fantastische Espresso (aus einer heimischen Kaffeerösterrei) für nach dem Essen oder auch nur so, weils so schön ist dazusein....
Also: Hingehn - und wiederkommen!Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?JaNein9Gefällt mirLesenswert
Super engagiertes Team, tolle Mittagskarte mit saisonalen Produkten und einer guten Weinkarte. Schöne Innenhofterrasse mit großen Holztischen, sehr feines Platzerl!!!Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?JaNein8Gefällt mirLesenswert