Habe bereits seit langem von anderen Chinesen gehört, dass es irgendwo in einem Restaurant über einer Karaoke gutes chinesisches Essen geben sollte. Keine Ahnung wie das Restaurant heißt, nur die Karaoke heißt "Tian shang ren jian" auf chinesisch, auf deutsch "Himmel auf Erden". Machte mich auf die Suche nach diese Karaoke im Internet und war fündig. Jetzt zur Weihnachtszeit ist auch die richtige Gelegenheit sich mit Freunden den Bauchspeck anzufressen, also nichts wie los.
Die Innenausstattung ist nichts besonderes, aber durch den großen Raum auf jeden Fall besser als das Schwesterlokal in der Nähe Naschmarkts. Kein Empfang an der Tür, die Bedienung haben gegen 13:00 noch nicht richtig angefangen zu arbeiten. Am Vortag war ein Geburtstagsfeier im Lokal und viele großen Tische wurden noch nicht abgeräumt. Auch für die Feiertage und auch wenn die Arbeitszeit erst um 13:00 beginnt, ist dies recht unachtsam. Ambiente kriegt nicht mehr als eine Zwei.
Die Karte ist ein all you can eat a la carte mit (19,90 euro pro Person) oder ohne (17,9 euro) chinesischen Fondue. Kinder zahlen 9,90 euro. Auf der Karte sind viele chinesischen Speisen, die für den europäischen Geschmack fremd wenn nicht abstoßend wirken, z.B. Schweineohren, Schweine -und Rindermagen, Hühnerfüße, Schweinedarm. Wir probierten samt Vorspeise ca. 20 verschiedene Sachen, der Eindruck war recht positiv.
Was mir recht gut gefallen hat war:
"Qing jiao shao da chang": Schweinedarm mit Paprika gebraten. Kenne das Gericht zwar nicht so, aber Schweinedarm gefällt mir immer, wenn`s gut zubereitet ist. Für manche Menschen ist er immer abstoßend, egal wie gut gewaschen und gewürzt.
"Liang ban hai zhe": Qualle kalt serviert. Schmeckt knackig frisch. Leider darf pro Person nur einmal dieses Gericht bestellen.
"Guang dong shao ya": Knusprige Ente nach kantonesischer Art. Ist auch im Schwesterlokal gut gemacht.
Was mir nicht gut geschmeckt hat:
"Cong bao yang rou": Lammfleisch mit Lauch gebraten. Das Fleisch war nicht gut, zu viel Bindegewebe. Außerdem so gebraten, dass der Saft herauskommt. Dito für das Gericht mit Rindfleisch oder Lammfleisch mit Kümmel. Die Besitzerin sagt, der Koch kommt aus Hong Kong. Dann kann ich schon verstehen, weshalb diese nordchinessiche Gerichte er nicht so gut beherrscht.
"Yu xiang qie zi": Aubergine mit Fischgeschmack. Typisches Gericht aus der Si-Chuan Küche. War auch nicht gelungen.
Nachspeise war nichts besonderes, weil neben gebackene Banane gab es nur roter Bohneneis und Litchi aus der Dose. Wollten alle Bohneneis, aber der war noch nicht fertig. Als wir gehen wollten war er endlich fertig, aber noch heiß und somit nur gekochte heiße rote Bohnen. Schmeckt aber auch ganz ok, kann man zu Hause auch machen.
Service war nur dann Vorort wenn die Speisen serviert wurden. Sonst muss man sie auffordern zu kommen. Aber ich kann es auch verstehen. Das Lokal war noch nicht aufgeräumt, Getränkekisten samt Getränke lagen herum, Tische mussten zurückgestellt werden und für die Küche kamen noch Lieferungen. Die Bedienung rennt genauso mit Strassenklamotten herum wie im anderen Restaurant. Was mich beeindruckt war, dass der Mann sich unsere Bestellung nicht aufschrieb aber trotzdem (fast) immer das richtige brachte. Das süße BBQ Schweinefleisch hat gefehlt, aber wir waren auch so schon satt.
Fazit: Ein Lokal eher für Insider der chinesischen Küche. Ansonsten bleibt man lieber bei den diversen "mutierten" China-Restaurants. Empfehle schon mind. zweimal zu kommen, weil man sollte vieles ausprobieren um das Essen zu genießen. Einiges schmeckt, einiges eben weniger. Die Discomusik nebenbei stört beim Essen.Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?Ja12Nein1Gefällt mir8Lesenswert5
Eines gleich vorweg gesagt: den typisch „panasiatischen Chinesen“ sollte man hier eher vergessen. Hier gibt es tatsächlich authentische chinesische Küche, was aber auch nicht verwundert, ist das Lokal doch eine neue Dependance vom Stammhaus „Zhong Xin“ auf der Wieden in Nähe des Naschmarktes (Rechte Wienzeile) und gehört auch dem gleichen Besitzer.
Das Lokal ist neu und dementsprechend ist auch beim Interieur noch nichts abgewohnt oder abgeschlagen. Ich glaube, dass hier einmal das „Tang Asia“ war. Vom Interieur her ist das „Zhong Xin“ doch eher etwas hallenmäßig eingerichtet, zahlreiche große, massive, meist runde Tische mit schweren Granitplatten, recht kahle Wände, aber trotzdem eine nette Schank oder Bar, die alles auflockert und da und dort dann doch ein Buddha oder Ähnliches. Die Sessel und Bänke sind recht bequem, lediglich das Kunstleder ist bei Hitze unangenehm. Zwei riesige Buffetblöcke mitten im Lokal lassen ahnen, was hier los sein kann, wenn die Schlacht am Buffet eröffnet wird. In jedem Fall ist es deutlich schöner und gemütlicher als das Stammhaus in 1040, wo man sehr beengt und spartanisch sitzen muss. Hier ist großzügig Platz und das ist mir schon einmal wichtig. Ich war gegen 14:00h zwar völlig alleine im Lokal, man empfahl mir aber für einen Abendbesuch immer zu reservieren, da es dann unerwartet ziemlich voll sein kann – natürlich zu 95% mit „Einheimischen“, denn hier ist der Wiener der Ausländer, was aber für mich natürlich ein deutlicher Qualitätsbeweis ist.
Bedient wurde ich von einem sehr netten jungen Mann in völlig legerer Bekleidung, der sich allerdings im gesamten Verlauf meines Besuchs deutlich mehr für die chinesische Daily-Soap im TV denn für mich interessierte. Die Begrüßung war aber sehr freundlich und herzlich, nur gab es dann leider auch noch ein gröberes Sprachproblem und ich frage stets gerne so einige Sachen nach. In jedem Fall erhielt ich recht rasch die Speisekarte, die man sich, wie die Homepage, einfach mit dem Stammhaus von der Wienzeile teilt (siehe Foto). Diese ist recht üppig und mit teilweise für unsereins „haarsträubenden“ Gerichten gefüllt. So könnte man hier die „Geräucherte Entenzungen“ oder den „Schweinemagensalat (scharf)“ bis hin zur in China leider obligaten Haiflossensuppe oder auch Schildkröte oder Frosch probieren. Die „Marinierte Phönixkralle (= Hühnerklaue) mit Rettich-Salat“ (EUR 3,80) und sehr zahlreiche Dim-Sum-Spezialitäten stehen natürlich auch auf dem Programm. Das ist aber auch gleichzeitig einer meiner Kritikpunkte: die Haifischflossensuppe. Es ist nun einmal so, dass den majestätischen Haifischen, die noch dazu massivst vom Aussterben bedroht sind, die Flossen bei lebendigem Leib abgeschnitten werden und der Fisch wieder ins Meer zurückgeworfen wird. Er muss dann am Meeresboden elend und sehr qualvoll siechend verenden. Daher bitte ich, diese Speise nicht zu bestellen – keine Nachfrage, kein Angebot. Wenn es auch von einem Wiener eigenartig klingt, weil es ja in China bereits eine lange Tradition ist, aber ich esse zum Beispiel auch aus Prinzip keine Gänsestopfleber. Danke!
Im „Zhong Xin“ wird generell die Sichuanküche, also die würzigste der Chinesischen Küchen, geboten. Diese ist besonders berühmt für ihre intensive und vielfältige Art der Würzung und Schärfe. Hier wird sie jedoch deutlich weniger würzig als im eigenen Stammhaus zelebriert. Selbstverständlich gibt es in diesem Lokal aber auch „normale“ asiatische Speisen wie „Acht Schätze“ (EUR 6,50) oder „Knusprige Ente mit Knoblauchsauce“ (EUR 7,50) auf der Karte, daher steht einem Lokalbesuch mit Opa, Oma, Kind und Kegel absolut nichts im Wege.
Zu trinken wählte ich ein Bier vom Fass (EUR 3,20 das Krügel), das hier das Zipfer ist und kalt und gut gezapft serviert wurde. Völlig O.K.
Als 1. Vorspeise wählte ich die „Ente in Sesamöl und Sojasauce“ (EUR 5,50) – diese Vorspeise wird kalt serviert und die Ente hat eine tiefdunkle, fast schwarze Farbe. Natürlich wird die Ente authentisch am Knochen serviert, und sie war ein geschmackliches Highlight. Sie hätte lediglich etwas weicher sein dürfen, aber sonst SEHR GUT. Es liegt natürlich auf der Hand, dass die Marinade aus Sesamöl und Sojasauce für eine intensive, sehr kräftige Würzung sorgt.
Als 2. Vorspeise entschied ich mich für „Gemüsefrühlingsrollen mit frischem Rettich“ (Menü-Vorspeise) - eigentlich waren es „Frühlingsröllchen“, die zu dritt serviert wurden. Geschmacklich waren sie jetzt nicht besonders erwähnenswert und ich würde hier sogar auf nicht hausgemacht tippen. Die waren von der Optik und vom Geschmack her schon sehr den TK-Röllchen der Asiamärkte ähnlich. Sie waren aber sehr knusprig und annähernd fettfrei auf den Teller gebracht, der Rettich war frisch und intensiv schmeckend, Sauce gab es leider keine dazu, aber ich konnte glücklicherweise die Röllchen in die Sauce der Ente tunken. Dieser Gang war O.K. aber eben nur mittelmäßig = ein schwaches GUT.
Die Hauptspeise war die „Knusprig gebratene Ente“ (Menü-Hauptspeise) – die Ente war sehr knusprig, die Haut fast schon wie Enten-Grammeln, das Fleisch zart und nicht fett. Das aufgeschnittene Entenfilet wurde gebettet auf noch sehr knackigem und geschmacklich sehr gutem Gemüse (Sojasprossen und Lauchzwiebel). Die dazu gereichte Knoblauch-Sojasauce war eher zaghaft gewürzt aber auch sehr gut trotzdem ich mit Sojasauce aus der Menage nachwürzte, dann war sie für mich perfekt. Im Menüpreis (EUR 7,50) inkludiert gab es noch einen sehr guten und körnigen Reis. Ein SEHR GUTER Gang, der mich völlig zufrieden stellte.
Als Nachspeise wollte ich gerne die „Sesamkugel mit roter Bohnenpaste“ probieren, doch sie war leider aus – sollte auch nicht unbedingt passieren. Daher entschied ich mich für die „Klebereismehlbällchen mit schwarzer Sesamfüllung“ (EUR 3,50) – die Bällchen wurden im Kochsud serviert und waren zwar auch nicht hausgemacht, aber eine Wucht. Die Sesamfülle lässt sich optisch und geschmacklich am besten mit einer Mohnfülle vergleichen, nur deutlich intensiver nussig. Der Klebereisteig, ähnelt geschmacklich am ehesten einem relativ neutralen Germknödelteig, nur ist er klebriger und blasser. Das Klebereismehl wird, wie der Name schon sagt, aus dem Klebereis gemahlen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Reissorte, die durch eine große Menge Stärke beim Kochen verklebt. In Summe waren die Bällchen geschmacklich wirklich sehr gut, ich hätte mir aber gewünscht, sie wären hausgemacht gewesen – Daher nur ein GUT.
Der dazu bestellte kleine Espresso (EUR 1,90) war unerwartet und überraschend gut. In Summe würde ich am liebsten für die Speisen eine 3,5 geben, die es aber hier nicht gibt. In Anbetracht dessen, dass man dieses Lokal recht neu eröffnet hat, sich vielleicht noch alles einspielen muss, gebe ich aber gerne ein SEHR GUT. Ein Vergleich der Speisen mit dem Stammhaus fällt schwer, da ich dort völlig andere Speisen konsumierte, und ich sowieso nicht gerne mit einem anderen Lokal vergleiche bei einer Bewertung. Eines ist aber tatsächlich signifikant: hier im „Zhong Xin“ wird spürbar milder gewürzt bzw. gekocht als im Stammhaus.
Das Ambiente ist hell, freundlich und natürlich neu. Man hat ausreichend Platz beim Essen, die Sanitäranlagen sind TOP. Es ist sicherlich kein Restaurant für romantische Stunden, aber ich finde das Lokal recht sympathisch und ungezwungen. Alle Tische sind für den Feuertopf vorbereitet, der ab etwa Mitte September angeboten wird – tolle Idee. Summa summarum ein glattes GUT fürs Ambiente.
Der Service war eher eine Bewirtung durch einen Studenten, der halt neben dem permanenten Fernsehen serviert und dann kommt, wenn man ihn ruft. „Hat’s geschmeckt?“ gibt’s nicht, Abräumen des schmutzigen Geschirrs nur bei gleichzeitigem Servieren, etc. Die Kommunikation war, wie schon eingangs erwähnt, auch sehr schwierig. Leider, aber man kann hier nicht mehr als ein MÄSSIG mit äußerster Milde geben.
Fazit: ein Lokal abseits der „normalen“ Asiatischen Restaurants, das durchaus authentische chinesische Küche anbietet. Es wird hier sehr gut und vor allem auch völlig ohne Glutamat gekocht, die Preise sind durchaus moderat für große und mehr als ausreichende Portionen. Zahlreiche Mittagsmenüs und die vom Stammhaus des Zhong Xin mir bereits bekannte Aktion „2 Speisen & 1 Suppe um EUR 11,80“ sind durch die Bank als günstig anzusehen. Die Nudeln werden hier hausgemacht, Pflaumenschnaps, Glückskekse oder Warmhalteplatten darf man sich hier natürlich nicht erwarten. Für „Stäbchen-Legastheniker“ wie ich einer bin, gibt es auch Besteck. Die Trennung Raucher & Nichtraucher ist optimal gemacht, der Nichtraucherbereich, in dem sich auch die Toiletten befinden, ist deutlich größer. Behindertengerecht ist das Lokal schon vom Lokaleingang her leider nicht. Von mir gibt es für das neue Zhong Xin im siebenten Bezirk eine klare und unbedingte Empfehlung. Es hat täglich geöffnet, also nichts wie hin!
Das Lokal ist eine Zweigstelle des Zhong Xin an der rechten Wienzeile beim Naschmarkt. Die Speisekarte ist nahezu identisch, aber da nicht zur gleichen zeit die gleichen koeche am Werk sein koennen, gibt es doch ein wenig unterschiede beim geschmack der Speisen, wo ich persoenlich eindeutig das Stammhaus am Naschmarkt bevorzuge, allein schon wegen der groesseren auswahl. Das lokal selber ist von der flaeche her groesser als das Original und somit gut fuer grosse Gruppen geeignet.Ambiente ist eher mittelmaessig, gross, wirkt eher wie eine Bahnhofswartehalle und die wenigen Gaeste machten auch keine bessere Atmosphaere. Ich probierte dort die Nudelsuppe handgemacht welche im Gegensatz zum Original am Naschmarkt hier mit duennen Nudeln serviert wurde. Die gleiche Suppe war etwas wuerziger diesmal, ein andernmal etwas fader, mal mit dicken , mal mit duennen Nudeln...scheint wohl davon abzuhaengen, wer gerade in der Kueche steht.
Die gebratenen Dim Sum mit Schweinefleischfuellung waren in Ordnung vom Geschmack und von der Textur. Preise sind ueblicherweise sehr guenstig. Eine (grosse) Schuessel Nudelsuppe kostet ab 4,90 Euro, welche mehr als saettigend ist und sicher besser schmeckt als irgend ein lausiges McMenue. Es herrscht auch kein Getraenkezwang. Die Bedienung ist hoeflich und angenehm. Das Serviceteam im ganzen schien aber noch nicht besonders routiniert zu sein.
Die Naehe zu meiner Wohnung wird mich wohl noch oefters hierher leiten, aber trotzdem ist das Lokal am Naschmarkt eine Stufe besser fuer meinen Geschmack.
Update von meinem besuch am 18.9.2012:
Ganz offensichtlich kann diese Filiale nicht mit dem Stammhaus am naschmarkt mithalten, obwohl das angebotene Menue exakt das gleiche ist.
Die Suppe zum Menue war extrem duenn und fad,
die Ente zum teil sehr trocken und stellenweise schwarz vekohlt! Die Rippchen waren okay, aber das chinesische gewuerz doch eher gewoehnungsbeduerftig. Man muss es moegen, ansonsten ist es schwer zu geniessen. Pech gehabt mit der falschen Auswahl.
Ich bleibe wohl in Zukunft eher beim Stammhaus und bei meiner handgemachten Lieblingsnudelsuppe Nr. 19!Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?Ja7Nein3Gefällt mir4Lesenswert1