Die Neubauschenke bietet wirklich sehr gute traditionelle österreichische Küche. Für uns zu einem Stammrestaurant geworden, ist der Innengarten im Sommer ein Geheimtipp. Der Kellner ist ein super österreichisches Original mit dem richtigen Schmäh, Bassstimme, und dabei aber immer sehr freundlich und bemüht. Solche Kellner sollte es mehr geben! Und das Essen war nie auch nur irgendwie zu bemängeln. Ob der Jungfernfiletspiess, oder auch das Cordon Bleu, beides exzellent. Der Zwiebelrostbraten in der Neubauschenke ist mein Favorit, so gut esse ich den selten. Nur das Filetsteak "Angus" habe ich noch nie probiert (23,90 eur sind halt doch ein bisserl viel, da bekomme ich ja 2 Fiakergulasch und einen Mohr im Hemd). Die Portionen sind üppig dimensioniert und auf Nachspeise müssen wir meistens verzichten um nicht zu platzen - gerade noch ein Eis geht oder eben besagter Mohr im Hemd, der übrigens auf der Zunge zergeht. Die Preise: nicht billig aber für die Küche und die Portionen absolut ok, würde ich daher als mittel bis gehoben einstufen. Es gibt auch eine saisonale Karte, meistens sowas wie Bärlauchwochen oder Eierschwammerlwochen oder Kürbis. Da ist dann natürliuch eine Kürbiscremesuppe ein Muss. Das Fiakergulasch habe ich auch schon mehr als einmal probiert, obwohl ich eher zum Zwiebelrostbraten tendiere, auch hier: einwandfrei. Wer österreichische Küche mit einem Schuß Ungarn/Böhmen und Hausmannskost schätzt, mit Top-Bedienung, in gemütlichem Ambiente, mit annehmbarer Wartezeit (ca. halbe Stunde für 4 Personen), ist in der Neubauschenke jedenfalls bestens aufgehoben.Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?Ja10Nein2Gefällt mir4Lesenswert
Ein traditioneller Hochgenuss – ein 3-Gänge-Menü im Restaurant Neubauschenke inklusive eines Glases Prosecco.
Telefonische Reservierung für einen Mittwoch-Abend bei einem sehr netten Herrn. NR.
Das Restaurant liegt an der Ecke eines Häuserblockes. Deutlich sichtbar, dass es schon länger besteht, allerdings sehr gepflegt. Über eine Stufe betritt man durch ein holzdominiertes Portal das Lokal und hat sofort links die hölzerne Schank. Geradeaus in schlauchförmiger Raumordnung rustikale Tische und Sessel, schon sehr tief im Raum blitzt eine silberne Ritterrüstung und am Ende beschließt ein Spiegel die Raumflucht.
Der Kellner fragt uns, ob wir bei dem schönen Wetter vielleicht doch draußen im Gastgarten sitzen wollen. Ja wollen wir. Er bittet uns, vorzugehen, er kommt gleich nach.
An der Theke beginnt's, dann fast im regelmässigen ZickZack links und rechts, vorbei an der Küche mit Durchreiche und an den Toiletten und nach der letzten Kurve ein paar Stufen in einen riesigen Wiener Innenhof, der von vier Zinshäusern begrenzt wird.
Der Gastgarten ist sehr gerecht in dem zum eigentlichen Haus gehörenden Teil mit mannhohen Holzbrettern und außen Schilfrohrmatten eingezäunt und bietet auf einer leicht schräg ansteigenden Fläche, gepflastert mit Waschbetonplatten, Platz für ca. 30 Personen und ist zu einem guten Drittel besetzt. Außerdem noch eine eher schmuddelige Hollywoodschaukel, viel Deko und Pflanzen. Die Tische sind mit Stofftischdecken in weiß und grün eingedeckt, die Stühle in der RattanAltversion mit dünnen Polsterln.
Der Kellner ist stimmvolumsmässig jene Person, mit der ich telefoniert habe und kommt, wie versprochen, zu uns in den Gastgarten. Wir besprechen, ob wir den Prosecco sofort wollen oder etwas später und dass es leider eine der ausgeschriebenen Vorspeisen nicht gibt, weil bei der tropischen Hitze eine Ei-Terrine doch etwas gefährlich wäre. Dafür habe ich vollstes Verständnis, ich möchte auf keinen Fall von meinen RotJackenKollegen abtransportiert werden. Allerdings können wir aus vier Suppen aussuchen und entscheiden uns für Leberknödel und Fleischstrudel (alternativ noch Nudel und Frittate).
Der Leberknödel ist für mich perfekt in der Konsistenz, gut gewürzt und einer der Riesigsten, die ich seit langem gesehen habe. Aus der Masse machen andere zwei Knödel. Der Fleischstrudel ebenfalls gut gewürzt und auch keine kleine Portion. Die Suppe eher die linde Variante, was aber nicht gestört hat.
Nach der Suppe ist Zeit, sich mal im Hof umzuschauen – wahrscheinlich einige Augenpaare hinter den vielen Stockwerken und Fenstern mit Gardinen ;-). Und seit Anbeginn habe ich irgendwie so eine Art Mottenkugelduft in der Nase. Tatsächlich stehen einige Anwohner am Fenster und rauchen (Gangfenster). Jeden Tag ein anderes Schauspiel. Gratis. Erste Reihe fußfrei.
Noch etwas irritiert. Am Ende des Gastgartens, gleich neben unserem Tisch ist eine Tür in die Umzäunung eingelassen. In regelmäßigen Abständen kommen Personen aus dem Lokal, gehen durch den Gastgarten und bei dieser besagten Tür hinaus. Hier wird jeder unterhalten :-p
Weiter geht es mit dem Hauptgang: Jungfernfilet-Spieß und Hühner-Bergbaron-Spieß, Braterdäpfelscheiben, Kräuterbutter, Pilafreis und Grillsauce.
Serviert auf einem riesigen Holzbrett neben einem Teller mit Vorlegebesteck. Wie schief der Gastgarten ist, zeigt sich jetzt, weil sich die Marinade des Salates gerade noch in der tiefen Saftrinne sammeln kann, ohne darüber hinaus zu laufen. Ein Spieß durchbohrt zwei Hühnchenrollen, gefüllt mit Bergbaron und Schinken, ergänzt durch hauchdünne Speckscheiben, Zwiebel und Paprika. Alle Beteiligten lassen sich problemlos vom Spieß schieben. Das Huhn ist zart und hat die richtige Stärke. Der Käse würzig, außen knusprig und innen noch leicht flüssig. Das Gemüse gut durchgegrillt. Den zweiten Spieß erobern zwei enorm große und dicke Schweinsfiletstücke, mit der gleichen Gemüseergänzung. Subjektiv gesehen, sind mir die Stücke zu groß und fast nicht bewältigbar, sparsam gewürzt und für mich das schwächste Glied in der Kette.
Als Unterstützung: der Krautsalat ist gut, kleingehobelt, mit viel Kümmel. Zwiebelringe in feinster Auffächerung. Eine Sauce, schwer zu beschreiben, sehr orangefarben, fein geschnittenes Gemüse, geschmacklich wie 'kaltes Letscho'. Perfekt knusprige Erdäpfelstücke und eine Portion ungesalzener, gestürzter Reis.
Im weiteren Verlauf schweben immer wieder diese vorgenannten Duftwölkchen vorbei. Bis ich es definitiv lokalisieren kann. Das sind WC-Steine. Viele WC-Fenster schauen auf den Innenhof. Eher weniger prickelnd. Das lokaleigene WC ist schon etwas älter, allerdings sehr sauber und mit einer zu knapp bemessenen Zeitschaltuhr versehen.
Den Prosecco canceln wir jetzt, weil es einfach viel zu heiß ist. Beim Dessert besteht wieder Wahlmöglichkeit. Den Maroni-Reis ziehen wir überhaupt nicht in Erwägung, wir freuen uns auf den selbstgemachten Apfelstrudel. Dieser wird auf einem großen Teller heiß serviert, mit einer Portion ungezuckertem Schlagobers mit Minzeblatt und Schokoverzierung. Dieser Strudel ist der perfekte Abschluss eines guten Essens: warm, locker im Inneren, nicht zu süß und mit vielen prallen (eingelegten ?) Rosinen.
Der Kellner bringt den ganzen Abend über eine gute Vorstellung, immer zur Stelle, wenn man an ihn denkt, entschuldigt sich, dass er den nicht konsumierten Prosecco leider nicht mit dem Cappuccino gegenverrechnen kann, plaudert angenehm von den Erfahrungen mit den Gutscheinen (schon die dritte Aktion) und hat den von uns so geschätzten Schmäh drauf.
Fazit: Gutes Essen, olfaktorisch gewöhnungsbedürftige Umgebung, eloquenter Kellner. Die EUR 14,90 für die Speisen für Zwei waren gut investiert, wir haben wieder ein nettes Lokal kennen gelernt.
PS: man fragt sich ja wirklich - WC-Geruch ist ja schon mal unsexy. WC-Stein-Geruch allerdings auch.
Wer also wird die/der Erste sein, die/der einen WC-Stein erfindet, der nicht nach WC-Stein riecht? ;-)Gefällt mir1
Durch einen Groupongutschein kamen wir nach einem Einklaufsbummel eher zufällig und ohne Reservierung in die Neubauschenke. Es war kein Problem. Das Lokal ist wienerisch gemütlich und bietet viele alte Fotos an den Wänden, mit denen man sich die Wartezeit verkürzen kann. Meine kleine Nichte aß mit mir eine hervorragende Leberknödelsuppe (Originalton: die sind aber viel besser als die von Mama!), dann gabs ein hervorragendes Schnitzerl mit wirklich gutem Erdäpfelsalat und zum Abschluß noch perfekte und hauchdünne Schoko-Eis-Palatschinken. Der Hauswein schmeckte uns leider zu gut und so mußten wir dann die Öffis bemühen. Es war ein gelungener Abstecher in den 7. Bezirk, in dem wir trotz seiner Lokaldichte wieder einen neuen kulinarischen Fixpunkt haben.Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?Ja3Nein1Gefällt mir1Lesenswert
unreg: ist es nicht, ich weiß nicht, warum sie das behaupten können. wir waren mittlerweile schon wieder ein paar mal dort und mal mehr und mal weniger zufrieden, aber sparen sie sich behauptungen, die ganz einfach nicht stimmen. falls sie sich noch weiter verbreiten wollen, tun sies, ich werde nicht mehr darauf reagieren.Gefällt mir1
Die Neubauschenke bietet ausgezeichnete Wiener Küche! Sehr zu empfehlen: das Wienerschnitzel vom Kalb.
Gemütlicher Gastgarten in einem ruhigen Innenhof.Was meinst du zu dieser Bewertung?Hilfreich?JaNein5Gefällt mirLesenswert