Josef Schuh Info
Features:
Gastgarten, Schanigarten Ambiente:
Vornehm
Preislage:
Mittel
Kreditkarten:
Keine Info
Eröffnungsjahr:
1952
Öffnungszeiten: Mo: Keine Info Di: Keine Info Mi: Keine Info Do: Keine Info Fr: Keine Info Sa: Keine Info So: Keine Info
Eher durch Zufall bin ich Samstagmittag auf die Gaststätte Josef Schuh aufmerksam geworden.
Sofort hieß mich ein älterer Mann auf höflichste Willkommen - das war kein einfacher höflicher Kellner, das war ein „Herr“ Ober. Perfekte alte Wiener Schule.
Das innere der Gaststätte/ des Restaurants war aus den 70er/80er Jahren, gediegene, dunkle Holzverarbeitung. Deckenvertäfelung und die typischen Sitzecken mit gepolsterter Sitzbank, Tisch und einem Sessel.
Samstagmittag – ich hatte nur einen kleinen Gusto und bestellte mir gebackenen Emmentaler mit Sauce Tartare und einen einfachen weißen Spritzer.
Außer mir saßen noch drei ältere Familien (eher Stammgäste) im Lokal – gleich neben der mächtigen Bar standen zwei kl. Tischen mit allerlei nettem Krimskram aus der Küche mit einem Schild „Flohmarkt“.
Kurz darauf kam mein gebackener Emmentaler – vom Herrn Ober etwas zittrig serviert. Zwei kleinere, aber für eine Vorspeise passende goldgelbe Stück Emmentaler, Zitrone und eine Salatgarnitur, dazu extra in einem kleinem Schüsserl die Sauce Tartare. Das einzige was ich an diesem Tag zu beanstanden hatte, war, dass die Panier ein wenig zu Dick war. Wobei wir ja wissen, dass man Emmentaler zweimal in Ei und Brösel legt, damit er im heißen Fett nicht auslaufen kann. Aber wie gesagt, das war nur eine Kleinigkeit, Denn die Sauce war absolut fein abgestimmt und der Käse gschmackig.
Beim Eingang war mir ein neues sehr einfache Zipfer-Schild nur mit dem Namen Josef Schuh aufgefallen – für mich meist ein Zeichen von einer Neuübernahme ohne Werbebudget.
Auf meine Frage nach einer Neuübernahme lächelte der Herr Ober kurz und meinte: „Mein lieber Herr, das Restaurant Schuh gibt es nun seit 60Jahren und ich arbeite seit 42 Jahren hier. Der Schuh ist neben dem Lefkovitz das älteste Lokal auf der Landstraßer Hauptstraße.“
Peinlich, peinlich, aber als ein Herr Ober geht man über so etwas lächelnd hinweg und wir kamen weiters ins Gespräch. Er erzählte mir, dass das Lokal früher sogar ein „Szenelokal“ war – Bundespräsident Klestil und Bürgermeister Zilk feierten hier große Feste und Schoko Schachner lernte hier seine Frau kennen…
Ich machte noch ein paar Fotos und der 71jährige erzählte weiter von vergangenen Festen – mir war inzwischen nur peinlich, dass mir sein leicht zittriges Servieren aufgefallen war, denn mit 71 Jahren möchte ich auch noch so flott unterwegs sein.
Ich zahlte günstige 7 Euro 20 für den Gebackenen Emmentaler und den Spritzer und dabei erzählter der Herr Ober, dass das Restaurant Josef Schuh Ende Juni 2012 zusperrt…
Der Grund, warum ich trotzdem so ausführlich das Restaurant beschreibe ist, dass vielleicht noch der Eine oder Andere Landstraßer sich an das ehemalige „In“ Lokal erinnert und es ein letztes Mal besucht.
Neue Besitzer gibt es auch schon – es wird angeblich eine echt italienische Osteria.
Letzter Kommentar von Dani am 08.09.2012
Ja, der Schuh. Die Mariellenknödeln waren immer ein Traum. Auch wenn ich schon seit längeren nicht mehr dort war. Schade, dass er jetzt aufgehört hat. Aber die Pension sei ihm gegönnt!Gefällt mir1