Abkassierlokal, Speisen sind in einem Beisl besser, Bedienung schlecht
Detail:
Trotz Reservierung ist das Personal bei der Ankunft sichtlich überrascht, dass wir in "normaler" Kleidung ankommen (kein Anzug - fast alle anderen Gäste waren in Anzug -, aber nichts auffälliges, eben normal chic gekleidet, d.h. keine zerrissene Jeans o.ä.). Offensichtlich versucht man uns zu "isolieren". Man "sucht" einen Tisch. Daher setzt man uns an einen 4er-Tisch in die Ecke. Tisch bietet nur für 4 Pers. Platz und er war auch nur für 4 Pers. gedeckt. Wir sind 5 und haben auch für 5 Pers. reserviert (Anm. Lokal war die ganze Zeit halbleer, aber wir mussten uns eben auf diesen 4 Pers. Tisch hinzwängen).
Irgendwann bringt man uns das 5. Gedeck.
Wir bestellen Essen und dazu Wein (Anm. Die Freunde sind wirkliche Weinkenner). Als der Kellner die Wahl hört, zieht er eine Miene, als ob er sagen würde "Keine Ahnung, was die da bestellen". Selbst wenn es so wäre, wäre dies in so einem Lokal nicht angebracht.
Nächstes Thema - Essen:
Die Spargelcremesuppe war zu sahnig; bekommt man bei einem Wirtshaus besser, überhaupt keine Raffinesse (plumpe Suppe).
Die Krönung: Der Tafelspitz. Es sollte Apfelkren dazu geben. Der ist gleich einmal gar nicht gekommen. Das Fleisch war steinhart. Man musste es wirklich mit Gewalt schneiden (war nicht nur mein Eindruck, meine Freunde haben ebenfalls versucht). Nach Meldung an das Personal überzeugte sich ein Kellner, entschuldigte sich und wollte den Tafelspitz austauschen. Ein paar Minuten später kommt ein anderer Kellner und fragt, warum der Tafelspitz zurückging (hatte ich dem anderen Kellner schon gesagt) und fragt danach, ob ich nicht etwas anderes bestellen möchte -> meine Antwort: "Nein warum sollte ich wechseln, ich habe Lust auf einen Tafelspitz. Warum fragen Sie?"
Antwort des Kellners: "Naja, es kann sein, dass er wieder so (hart) ist." --> Ich glaube, hier muss man nicht mehr sagen. Meine Meinung: Wenn ein Restaurant eine Speise auf die Speisekarte setzt, dann sollte diese auch bestellt werden können.
Leider hat sich die Befürchtung des Kellners bestätigt. Fast genauso hart und zäh wie der erste Tafelspitz. Beilagen wurden von mir gegessen, aber Fleisch ging wieder zurück.
Der Kellner hat dies bemerkt und nach ein paar Minuten und nach ein paar Minuten kam offensichtlich ein Chef.
Wieder die Frage warum dies zurückging. Auf meine Antwort kam die Aussage: "Wir haben nie Probleme mit dem Tafelspitz gehabt." --> Ich glaube auch hier braucht man nichts zu schreiben. Man ist offenbar so überzeugt von der Qualität der Speisen. Das Fleisch war einfach hart ... kein Vergleich mit Plachutta o.a. Restaurants.
Bezahlt werden musste die Hauptspeise nicht (einzig positiv obwohl man dies ja erwarten muss).
Nächster Punkt:
Während ich auf den 2. Tafelspitz wartete wollte, man den anderen Personen am Tisch bereits einen Nachtisch servieren (Man kennt offenbar das Wort Speisenfolge nicht).
Irgendwann einmal endet auch diese Qual und man will nach Hause. Bei der Garderobe findet man einen Schirm nicht mehr. --> bei der Ankunft hat man die Garderobe irgendwie aufgehängt.
Zu letzt ist noch zu vermerken: 6 EUR für Gedeck und 3 EUR für Musik --> Ich lasse jeden selbst bewerten.
Wie ging es weiter:
Ich habe dann noch in einem anderen Lokal (klassisches Beisl) gegessen und es war (meinem Geschmack) sehr gut.
Überteuertes Touristen-Nepp-Lokal ohne Charme. Die Speisen bekommt man bei jedem Wirten um die Ecke (eine Entenbrust war zäh, die Linsen mehlig, Knödel einfach nur alt), der Service ist durchschnittlich, das Ambiente fast skurril. Serviert wird auf Plastik-Kantinen Tabletts, dafür kostet das Gedeck 6,- €, zuzüglich 3,- € für Piano; Gruß aus der Küche gibt es dafür nicht und für garderobe wird 1,50 € verlangt/gerne auch 2,- € wenn das Personal nicht herausgeben kann.Was meinst du zu dieser Bewertung?
Mir wurde aus dem Bekanntenkreis schon mehrmals sehr glaubhaft Ähnliches erzählt. Allerdings erschien es mir zu teuer, selbst Erfahrungen zu sammeln.